Hallo zusammen, hoffentlich nicht zu "offtopic":
Ich habe in meinem HWR ein Ventil + offenes Rohrende setzen lassen, um
dort dann eine PVC-Kaltwasserleitung nach draußen in den Garten
anzuschließen. Plan war auf Empfehlung mehrerer Leute hin, diese dann
vor dem Winter mittels Kompressor leerzublasen. So habe ich dann auch
das Ventil bestellt, aber beim Einbau gar nicht mehr groß nachgehaken
können, weil zu der Zeit nicht zuhause. Der Klempner hatte aber vorher
irgendwas gesagt von wegen, "alles klar, da nehmen wir XY", also Auftrag
grundsätzlich verstanden ;)
Angehängtes Foto zeigt jetzt die "Öffnung" am Ventil, die vermutlich
eher zum Wasserablassen gedacht ist, als dazu, etwas wie einen
Kompressor anzukoppeln.. Wie würdet ihr das machen, bzw. um was genau
handelt es sich da?
Viele Grüße von einem NICHT-Rohr-Experten ;)
MCP
Natürlich, der Schnüdel nach dem Absperrventil dient nur zum Entleeren
der nachfolgenden Rohrleitung (in Deinem Fall sinnfrei, da das Wasser ja
nach wie vor den Gesetzen der Schwerkraft folgt, sprich, nicht nach oben
durch den Entleerungsstutzen heraus laufen kann) - oder aber zum
Entlüften.
Mit anderen Worten: Du brauchst sinnvollerweise eine Entleerungsarmatur
am untersten Punkt der Leitungsinstallation; diesen Stutzen drehst Du
dann während des Entleerens auf, damit sich kein Vakuum im Rohr
ausbildet und eine Wassersäule darin stehen bleibt.
Mit dem Kompressor ausblasen, das würde ich diesem
Kunststoff-Entleerungsstutzen nicht zumuten wollen; dafür sind die auch
gar nicht gedacht - und halte ich auch nur für bedingt sinnvoll bzw.
zweckmäßig, da:
- Immer garantiert sein müsste, dass das Absperrventil über den gesamten
Winter immer zuverlässig schließt und nicht eventuell einmal tropft. Das
kannst Du auf Grund der Installation optisch nicht feststellen, aber
dadurch sammelt sich natürlich wieder eine Wasserlache am tiefsten Punkt
im Rohr, die u. U. wieder auffrieren kann.
- Ich nicht glaube, dass Du mit Ausblasen das Wasser komplett aus dem
Rohr bekommst, d. h. ohnehin hier eine Wasserlache verbleiben wird.
Mit anderen Worten: Einzig saubere Lösung ist eine Entleereinrichtung am
tiefsten Punkt der Wasserleitung, *die Du auch über den Winter geöffnet
lassen kannst*.
Toni hat völlig Recht - aber wenn Du nicht vorhast, die
Wasserinstallation vor dem Winter zu überarbeiten würde ich
folgendermaßen vorgehen:
Im Baumarkt ein kleines Stückchen PVC-Schlauch kaufen, der auf den
grünen Auslass passt (ggf. mit warmem Wasser erwärmen, damit er leichter
drüber geht). Mit einer kleinen Schlauchschelle sichern, damit der
Schlauch unter Druck nicht wegschnappen kann. Das kann im warsten Sinne
des Wortes ins Auge gehen.
Das Ventil mit dem großen grünen Handrad schließen. Alle Ventile, die im
Garten an dieser Leitung hängen aufmachen.
Dann das Auslassventil an der kleinen gerändelten Messingschraube
aufdrehen, eine Ausblaspistole auf den PVC-Schlauch setzen und
vorsichtig Druck draufgeben. Der Druck wird dann die Wassersäule, die im
senkrechten Teil des schwarzen Rohres steht erst mal zuverlässig nach
unten drücken und im Garten wird Wasser fließen.
Letztendlich hängt es vom weiteren Verlauf des schwarzen Rohres ab. Wenn
das ein "U" bildet, dann wird immer eine "Pfütze" im Rohr verbleiben
bzw. da das Wasser im hinteren Teil des Rohres wieder nach unten
zurückfließen wird sogar mehr als eine Pfütze. Wenn der Garten tiefer
liegt als das Haus kann man das Rohr so aber komplett leerbekommen.
Je nach Größe der Pfütze kann es gut sein, dass dem Rohr nichts passiert
selbst wenn die ganze Pfütze zufriert, da auf beiden Seiten Luft ist und
sich das Eis erst mal der Länge nach schieben kann ohne dass das Rohr
platzt. Der Boden muss auch erst mal so tief gefrieren, dass der Frost
die Pfütze überhaupt erreichen kann.
Um das Rohr wirklich leerzublasen brauchst Du sowohl ordentlich
Luftdruck und auch ordentlich Volumenstrom und einen Zugang zum vollen
Querschnitt des schwarzen Rohres. Du müsstest das Rohr also vom Ventil
abschrauben und eigentlich auf der anderen Seite auch für freien Abfluß
sorgen (je nachdem was an der anderen Seite des Rohres hängt). Das Ziel
ist dann, die gesamte Wassersäule, die im Rohr steht so zu
beschleunigen, dass sie "in einem Rutsch" rausläuft und nichts (oder nur
wenig) nachläuft.
Das ist aber vermutlich gar nicht nötig. Wenn Du das schwarze Rohr mit
moderatem Aufwand im Worst-case reparieren kannst würde ich die "kleine
Lösung" mit PVC-Rohr einfach mal versuchen. Die Chancen stehen nicht
schlecht, dass das ausreicht.
Gruß,
Bernd
Ich dreh die beiden Leitungen zum Garten und zur Garage im Haus ab und
öffne jeweils den Hahn, fertig. Ist seit Jahren nichts passiert, wenn es
friert kann es sich zum Hahn hin ausdehnen. Der Aufwand mit dem
Kompressor jedes Jahr rumspielen steht ja in keinem Verhältnis zu dem
Aufwand wirklich mal alle 20 Jahre das kaputte Rohr auszutauschen sofern
der Fall denn jemals Eintritt.
Hab mehrere Landwirte in der Familie da wird das Wasser zu den Tränken
der Tiere abgestellt, jeden Tag ein Eimer hin, und das wars. Kaputt geht
nur was wenn es vergessen wird, aber die Leitung entleeren, wer will das
machen ist ja realitätsfern aufm Hof ;)
MCP schrieb:> Angehängtes Foto zeigt jetzt die "Öffnung" am Ventil, die vermutlich> eher zum Wasserablassen gedacht ist, als dazu, etwas wie einen> Kompressor anzukoppeln.. Wie würdet ihr das machen, bzw. um was genau> handelt es sich da?
Ich würde mir erstmal ansehen, was an der PVC-Leitung dranhängt, i.e.
wie der Höhenunterschied vom grünen Stutzen zu den Auslasshähnen ist und
wo bei jedem Abnehmer der höchste und der tiefste Punkt der Leitung ist.
Dann kann man weiter sehe und sich Gedanken machen, was die Schwerkraft
und das Prinzip der kommunizierende Röhren mit der Wassersäule
anstellen, wenn man sie an mehr als einer Stelle öffnet.
Man könnte natürlich auch auf den Wasserhahn im Garten eine
Druckluftkupplung bzw. Stecker machen. Dann kommt das Wasser am
gezeigten Hahn raus und kann einfach mit einem kleinen Schlauch
abgeführt werden.
Das ist vermutlich einfacher und wird auch dichter. An den Ablauf würde
ich jetzt nicht unbedingt direkt Druckluft anschließen. Außer er geht
ganz raus, dann kann man eine Kupplung/Stecker mit Hahn setzen.
In welcher Tiefe befindet sich denn die Leitung?
Ich hab im Gerten so eine Leitung ca. 40cm unter der Terasse, die wird
drucklos gemacht und gut. Zumal Kunststoff beim Außdehnen mehr Spielraum
läßt, als z.B. Stahl und selbst der Stahlteil vom Boden zum Waschbecken
hat noch keine Risse. Und da wird es so kalt, daß der 1000l
Regenwassertank durchfriert.
Matthias T. schrieb:> Ich dreh die beiden Leitungen zum Garten und zur Garage im Haus ab und> öffne jeweils den Hahn, fertig. Ist seit Jahren nichts passiert, wenn es> friert kann es sich zum Hahn hin ausdehnen.
Und das über mehrere Meter?
Gefrierendes Wasser dehnt sich in alle Richtungen aus, daher glaube ich
Dir das nicht...
Wenn ich mal unterstelle, das am Ende des Kunststoffrohres ein weiterer
Hahn ist:
Hahn im Bild sperren.
Hahn am anderen Ende öffnen.
Entlüftungshahn öffnen.
Kräftig rein blasen, am einfachsten mit einem Kompressor.
Oder so
Mani W. schrieb:> Und das über mehrere Meter?
Nein, sicher nicht! Kommt vor allem darauf an welcher Stelle es
gefriert. Es dauert aber lange bis Wasserleitungen platzen. Früher ist
bei uns im Stall immer so zwischen -15°C und -20°C die Wasserleitung
geplatzt (Verlegung auf Putz). Gut, da standen auch noch 20 Kühe die ab
und zu Wasser gesoffen haben. Selbst heute passiert da kaum mehr (Stall
steht seit 10 Jahren leer), das erste mal war letzten Winter bei etwa
der gleichen Temperatur.
Früher war mir immer aufgefallen, dass die Wasserleitungen aus gewalztem
(?) Stahl viel robuster waren. Die billigen sind auf einer Seite
geschweißt, da platzt das Rohr dann immer auf. Die aus einem Stück
brauchen deutlich länger zum platzen.
Daher kann ich mir gut vorstellen, dass die Plastikwasserleitungen
leichten Frost gut wegstecken. Das Problem sind da aber wahrscheinlich
die Pressfittinge, die sich auseinander drücken und undicht werden.
Leermachen ist immer das beste, sofern es geht. Heute gibt es aber
frostsichere Wasserhähne, die haben die Armatur quasi im Boden. Beim
schließen wird der Hahn entleert (versickert im Boden). Gutes Konzept,
aber nicht billig (ca. 400€ ?). Im Garten würde ich sowas schon
vorsehen, denn Frost hat man auch mal im Frühjahr, wo ja bereits Wasser
gebraucht wird.
Bernd O. schrieb:> Dann das Auslassventil an der kleinen gerändelten Messingschraube> aufdrehen, eine Ausblaspistole auf den PVC-Schlauch setzen und> vorsichtig Druck draufgeben. Der Druck wird dann die Wassersäule, die im> senkrechten Teil des schwarzen Rohres steht erst mal zuverlässig nach> unten drücken und im Garten wird Wasser fließen.
Manchmal frage ich mich, ob das alles hier wahr ist.
Normalerweise (eigene Erfahrung) reicht es, die Gartenleitung zu
schliessen und den Hahn im Garten aufzudrehen. Das Eis (wenn überhaupt)
dehnt sich aus und kann das auch, wenn Platz ist.
Ich habe die Leitung ca. 50 cm tief vergraben und hatte nie Probleme.
Aber die Druckluftlösung ist sicher mehr als ausreichend - das würde ich
auch so machen, wenn ich die Möglichkeit hättte.
wenn die PVC Leitung steigt dann drückt es das Wasser durch die
Entlüftungsöffnung zurück, und wenn die PVC Leitung fällt dann dreht man
den Wasserhahn auf dann die Entlüfterschraube und dann läuft der
Wasserhahn genauso leer, nur wenn da ne tiefe Wasserstelle ist bleibt
evtl. Wasser zurück, was vielleicht nicht ganz hygienisch ist aber wenn
tief genug unter der Erde friert es ja auch nicht.
Im Prinzip willst Du Wasser aus einem "kommunizierenden U-Rohr"
ausblasen.
Wenn Du den Garten-Hahn (bei gesperrtem Schrägsitzhahn + geöffnetem
"Ablaßhähnchen")öffnest, stellt sich zwangsläufig in BEIDEN Schenkeln
des U-Rohres dadurch der gleiche Wasserpegel ein.
Folglich ist es im Prinzip an sich zunächst mal völlig wurscht, von
welcher Seite Du das Wasser ausbläst.
Was aber natürlich nicht ganz stimmt, weil Du bei Ablaßhähnchen und
Gartenhahn unterschiedliche Austritts-Querschnitte haben dürftest. ;)
Deshalb ist es am sinnvollsten, über den kleineren Querschnitt per
Preßluft die Wassersäule so weit als möglich herauszudrücken.
Wenn Du dann noch bzgl. Frostsicherheit Bedenken hast:
Etwas Spiritus in die Leitung nachfüllen. :)
Grüße
holzkopf
Ma W. schrieb:> Und damit die Kunststoffleitung zerstören.
Sowas mußte ja kommen. :D
Von Dir hätte ich das allerdings NICHT erwartet. :)
Kennst doch sicher auch noch die Zeiten, in denen Spiritus in
Scheiben-Waschanlagen im KFZ als Frostschutz-Mittel eingesetzt wurde.
Bis zu 50 % im Wasser und in die Spritzdüsen per PVC-Schlauch zugeführt.
Bei diesen PVC-Schläuchen handelte und handelt es sich auch heute noch
um PVC weich. Und nicht mal das wurde durch bis zu 50 % Spiritus im
Wasser angegriffen geschweige denn zerstört.
Wenn du den Aufwand wirklich treiben willst, kannst du den Ablasshahn
durch eine Durckluftkupplung ersetzen. Das ist normalerweise ein
1/4"-Rohrgewinde und Kupplungen bekommst du für schmales Geld in der
Größe. Meist sogar im Baumarkt.
Die Kupplung schließt beim Abstecken des Schlauch ja selbsttätig und
stört an der Stelle nicht weiter. Kann also dauerhaft da bleiben. Wenn
du Angst vor Rost hast, nimmste halt eine aus Messing.
Du brauchst dann nur noch ein Stück Schlauch mit einer Tülle an jedem
Ende weil sowohl der Kompressor als auch deine Leitung ja die Kupplung
dran haben.
Wahrscheinlich kannst du aber auch einfach mit der Ausblaspistole
vorsichtig in den grünen Ring rein pusten. Der ist da auch nur
aufgesteckt, es wird also am Rand raus zischen. Aber solang genug Luft
IN die Leitung rein gedrückt wird ist das völlig egal.
P. W. schrieb:> Wenn du den Aufwand wirklich treiben willst, kannst du den Ablasshahn> durch eine Durckluftkupplung ersetzen. Das ist normalerweise ein> 1/4"-Rohrgewinde und Kupplungen bekommst du für schmales Geld in der> Größe. Meist sogar im Baumarkt.
...und nicht für die Verwendung in Trinkwasserinstallationen zugelassen.
Ein Gardena-auf-Druckluft-Adapter für den Gartenwasserhahn hat sich
bewährt.
Die Druckluft muss oben in das Rohrsystem geblasen werden, das Wasser
kommt dann unten raus. Unten einen großen Ablasshahn (die wo man auch
zum Befüllen von Heizungen nimmt, nicht die ganz kleinen) verwenden.
Ma W. schrieb:> Und was hat das mit Wasserleitungen zu tun?
Im Thema ist die Rede von einer PVC-Kaltwasserleitung!
Und Dein Gegenargument, daß so eine Leitung bei Zugabe von Spiritus (aus
Frostschutz-Gründen in das verbleibende Wasser (falls man das überhaupt
für erforderlich halten sollte)), zerstört wird, ist schlicht und
einfach FALSCH.
Grüße
holzkopf
Meine Güte was für ein Aufstand.
Anleitung für Dummies:
1. Mess den Durchmesser des grünen Nippels
2. Gehe in den Baumarkt.
3. Kaufe einen halben Meter transparenten PVC Schlauch, dessen
Innendurchmesser ca 1-2 mm kleiner ist als der Aussendurchmesser des
Nippel
4. kaufe zur Sicherheit eine passende Schlauchschelle dazu
5. Fahre wieder heim.
6. Kompressor/Druckluft mit einer normelen Druckluftpistole zu dem
gezeigten Wasserhahn bereitstellen.
7. Schiebe den Schlauch über den grünen Nippel (evt. den Schlauch
anwärmen) und sichere ihn mit Gefühl durch die Schelle
8. Den Absperrhahn schliessen
9. draussen den Hahn öffnen
10. den Ablssshahn (Rändelschraube an grünem Nippel öffnen und eventuell
austretendes Wasser auffangen
11. Die Ausblaspistole hat normalerweise eine konische Düse. Die in die
andere Öffnung des Schlauchs drücken und Pistole betätigen bis draussen
kein Wasser mehr kommt.
12. Ablasshahn wieder schliessen
13. Wichtig! Den Wasserhahn draussen über Winter offen lassen. Noch
wichtiger: Falls es ein Kugelhahn ist halb offen lassen, weil seitlich
der Kugel mit Wasser gefüllte Taschen sein können die dir sonst
auffrieren und den Kugelhahn zerstören.
14. Fertig!
Der Andere schrieb:> 13. Wichtig! Den Wasserhahn draussen über Winter offen lassen. Noch> wichtiger: Falls es ein Kugelhahn ist halb offen lassen, weil seitlich> der Kugel mit Wasser gefüllte Taschen sein können die dir sonst> auffrieren und den Kugelhahn zerstören.
Als Deluxe-Version gibt es Kugelhähne bei denen man diese (und auch die
Kugelbohrung bei geschlossenem Hahn) mit einer kleinen Ablassschraube
entleeren kann.