Hi,
hab im Nachlass schwarzes Fett in einer Tube gefunden, weiß leider
nichts Näheres zu diesem Fett, als dass Molybdän darauf steht und die
www-Suche ist auch nicht sehr erhellend.
Kann mir ein Spezialist typische Einsatzgebiete für Moly-Fett nennen?
Typische Alltagsanwendung sind die Gleichlaufgelenke an den
Antriebswellen von PKW. So eine (unbeschriftete) Tube liegt jeder
Achsmanschette oder Austausch-Antriebswelle dabei. Sehr wahrscheinlich,
dass es daher stammt.
Gerhard schrieb:> Typische Alltagsanwendung sind die Gleichlaufgelenke an den> Antriebswellen von PKW.
Ja.
Oder andere hoch belastbare Gleitreibungs-Fälle.
Selbst wenn der mineralische Anteil des Fettes verbrennt, schmiert das
MoS2 noch. Es gab mal MoS2 Suspension, als Benzinzusatz, damit haste aus
nem Trabbi ne echte "Rennpappe" gemacht :-)
michael_ schrieb:> Schneller fuhr der sicher nicht
Von wegen! Es gab einen Tuner, der die Dinger nach der Wende
rennsportmäßig umgerüstet hat. Inklusive Fahrtraining, denn du durftest
bei dem frisierten Motor nicht vom Gas gehen und den im Leerlauf laufen
lassen, da der 2 Takter ja nur geschmiert wird, wenn er Sprit sieht ;-)
Gerald B. schrieb:> Selbst wenn der mineralische Anteil des Fettes verbrennt, schmiert das> MoS2 noch.
Ja, früher nannte man sowas "Schmierung mit Notlaufeigenschaften".
Wird auch für Gleitschienen und als Festfressschutz verwendet.
Früher hat man da auch gerne was von ins Getriebe getan, dann waren
hakelige Schaltungen danach leichtgängig.
Heute würde ich das nicht machen, da die Öle sich deutlich weiter
entwickelt haben und ein Ölwechsel dann sicher besser ist.
Gerald B. schrieb:> Es gab einen Tuner, der die Dinger nach der Wende> rennsportmäßig umgerüstet hat. Inklusive Fahrtraining, denn du durftest> bei dem frisierten Motor nicht vom Gas gehen und den im Leerlauf laufen> lassen, da der 2 Takter ja nur geschmiert wird, wenn er Sprit sieht ;-)
Klingt interessant, was Du zum MoS2-Spritzusatz berichtet hast.
Gibt es den noch?
Oder weißt Du, wie viel MoS2 dabei dem Sprit zugesetzt wurde?
Denke, das mit dem Leerlauf verhält sich schon eher so:
Auch dabei bekommt ein Zweitakter Sprit, nur halt weniger, da niedrigere
Drehzahl. ;)
Gerald B. schrieb:> michael_ schrieb:>> Schneller fuhr der sicher nicht>> Von wegen! Es gab einen Tuner, der die Dinger nach der Wende> rennsportmäßig umgerüstet hat. Inklusive Fahrtraining, denn du durftest> bei dem frisierten Motor nicht vom Gas gehen und den im Leerlauf laufen> lassen, da der 2 Takter ja nur geschmiert wird, wenn er Sprit sieht ;-)
Aus einem Trabant Motor kann man so ca 65-70 PS statt der serienmäßigen
26 heraus holen, allerdings geht dann die Drehmomentkurve von einer eher
flachen auf eine Spitze kurve mit deutlichem Maximum über..und genau das
ist der Grund warum man solche Motoren ständig bei hohen Drehzahlen
halten muß, die laufen im Standgas nicht mehr vernünftig und haben kein
Drehmoment.
Schon das Anfahren schafft dann ein "gewöhnlicher" Trabant Fahrer nicht
mehr.
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:> Aus einem Trabant Motor kann man so ca 65-70 PS statt der serienmäßigen> 26 heraus holen,
Nochmal, aber nicht mit Mo-Schmiermittel.
Es hilft höchstens, die höhere Leistung auszuhalten.
Wunder gibt es nicht.
michael_ schrieb:> Holm T. schrieb:>> Aus einem Trabant Motor kann man so ca 65-70 PS statt der serienmäßigen>> 26 heraus holen,>> Nochmal, aber nicht mit Mo-Schmiermittel.> Es hilft höchstens, die höhere Leistung auszuhalten.> Wunder gibt es nicht.
Vielleicht solltest du etwas mehr lesen um die Zusammenhänge zu sehen
und zu verstehen?
Holm T. schrieb:> Gerald B. schrieb:>> michael_ schrieb:>>> Schneller fuhr der sicher nicht>>>> Von wegen! Es gab einen Tuner, der die Dinger nach der Wende>> rennsportmäßig umgerüstet hat. Inklusive Fahrtraining, denn du durftest>> bei dem frisierten Motor nicht vom Gas gehen und den im Leerlauf laufen>> lassen, da der 2 Takter ja nur geschmiert wird, wenn er Sprit sieht ;-)>> Aus einem Trabant Motor kann man so ca 65-70 PS statt der serienmäßigen> 26 heraus holen,
L. H. schrieb:>> Denke, das mit dem Leerlauf verhält sich schon eher so:> Auch dabei bekommt ein Zweitakter Sprit, nur halt weniger, da niedrigere> Drehzahl. ;)
Da wurden wohl Leerlauf und Schubbetrieb verwechselt.
Holm T. schrieb:> Aus einem Trabant Motor kann man so ca 65-70 PS statt der serienmäßigen> 26 heraus holen, allerdings geht dann die Drehmomentkurve von einer eher> flachen auf eine Spitze kurve mit deutlichem Maximum über..und genau das> ist der Grund warum man solche Motoren ständig bei hohen Drehzahlen> halten muß, die laufen im Standgas nicht mehr vernünftig und haben kein> Drehmoment.> Schon das Anfahren schafft dann ein "gewöhnlicher" Trabant Fahrer nicht> mehr.
Das erinnert mich an die offenen 50 ccm-Kleinkrafträder der Siebziger
und Achtziger Jahre in der "Westzone". Die liefen locker 100 km/h mit
ihren 8 PS aus 10000 Umdrehungen pro Minute.
Antoni Stolenkov schrieb:> J. S. schrieb:>> Was ist der Vorteil gegenüber Graphit?>> Daß es dasselbe ist.
Blödsinn.
Molydändisulfid ist kein Graphit.
Der Vorteil ist die höhere Wärmebeständigkeit gegenüber Graphit. Das
wäre bei den o.g. Anwendung längst verbrannt.
michael_ schrieb:> Holm T. schrieb:>> Aus einem Trabant Motor kann man so ca 65-70 PS statt der serienmäßigen>> 26 heraus holen,>> Nochmal, aber nicht mit Mo-Schmiermittel.> Es hilft höchstens, die höhere Leistung auszuhalten.> Wunder gibt es nicht.
Achwas.
Es gibt doch leistungssteigernder Zündkerzen (10% Leistung),
leistungssteigernder Luftfilter (10-15%), sicher gibts auch
leistungssteigerndes Motorenöl, evtl. mit Molybdändisulfid?
Wenn man dann noch leistungssteigernden Sprit verwendet (E100?)
klappts dann sicher...
Gruß,
Holm
Richard H. schrieb:> Holm T. schrieb:>> Aus einem Trabant Motor kann man so ca 65-70 PS statt der serienmäßigen>> 26 heraus holen, allerdings geht dann die Drehmomentkurve von einer eher>> flachen auf eine Spitze kurve mit deutlichem Maximum über..und genau das>> ist der Grund warum man solche Motoren ständig bei hohen Drehzahlen>> halten muß, die laufen im Standgas nicht mehr vernünftig und haben kein>> Drehmoment.>> Schon das Anfahren schafft dann ein "gewöhnlicher" Trabant Fahrer nicht>> mehr.>> Das erinnert mich an die offenen 50 ccm-Kleinkrafträder der Siebziger> und Achtziger Jahre in der "Westzone". Die liefen locker 100 km/h mit> ihren 8 PS aus 10000 Umdrehungen pro Minute.
..unterscheidet sich nicht von "aufgemachten Simsons" in der
Ostzone..Geographie und Besatzungszonen scheinen nicht viel damit zu tun
zu haben.
Interessant bleibt natürlich die Tatsache das hier in der ehemaligen
"Ostzone" ca 80% aller Mopeds immer noch von Simson sind, 30 Jahre nach
der Wende. Irgendwas muß mit den Dingern sein..
Es gab zu DDR Zeiten "Tourenwagen" Rennklassen für den Trabbi, da waren
die 65-70PS der übliche Leistungsschnitt. "Straßentauglich" ist das, wie
schon geschrieben, eher nicht. der 600ccm Trabant Zweitakter geht auf
einen 500ccm DKW Motorradrennmotor zurück und hat den asymmetrischen
doppelten Einlaßdrehschieber von diesem geerbt.
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:>> Interessant bleibt natürlich die Tatsache das hier in der ehemaligen> "Ostzone" ca 80% aller Mopeds immer noch von Simson sind, 30 Jahre nach> der Wende. Irgendwas muß mit den Dingern sein..>
Hauptsächlich wohl die Möglichkeit, ganz legal Tempo sechzig mit kleinem
Schild zu fahren.
Hätte man das damals Zündapp und Hercules auch erlaubt, sähe es
womöglich anders aus.
Percy N. schrieb:> Holm T. schrieb:>>>> Interessant bleibt natürlich die Tatsache das hier in der ehemaligen>> "Ostzone" ca 80% aller Mopeds immer noch von Simson sind, 30 Jahre nach>> der Wende. Irgendwas muß mit den Dingern sein..>>> Hauptsächlich wohl die Möglichkeit, ganz legal Tempo sechzig mit kleinem> Schild zu fahren.
Und "kleinem Mopedführerschein"...
> Hätte man das damals Zündapp und Hercules auch erlaubt, sähe es> womöglich anders aus.
So ist es. Deswegen sind die Dinger mittlerweile wieder heiss begehrt
und die Preise haben ordentlich angezogen.
Und gut eingestellt und halbwegs neuem Kolben laufen die auch
(gemessene) 65-70km/h.
Der Abstand zu den 45km/h der neueren Roller ist schon deutlich.
Dazu sind die Dinger durchaus robust und wartungsfreundlich.
Mir gefiel damals außerdem die Schwalbenform :-)
Percy N. schrieb:> L. H. schrieb:>>>> Denke, das mit dem Leerlauf verhält sich schon eher so:>> Auch dabei bekommt ein Zweitakter Sprit, nur halt weniger, da niedrigere>> Drehzahl. ;)>> Da wurden wohl Leerlauf und Schubbetrieb verwechselt.
Könnte so sein.
Im Zusammenhang mit frisierten Motoren (incl. MoS2-Zusatz im Sprit)
schien es mir aber unlogisch zu sein, daß sie im Leerlauf keinen Sprit
mehr bekommen bzw. nicht mehr richtig geschmiert werden könnten.
Weil die Leerlaufdrehzahl - auch bei frisierten Motoren - jedenfalls so
eingestellt ist/wird, daß der Motor aus jedem Betriebszustand ohne
Gasgebung auf sie zurückfällt, ohne dabei "abzusterben". ;)
Percy N. schrieb:> Holm T. schrieb:>>>> Interessant bleibt natürlich die Tatsache das hier in der ehemaligen>> "Ostzone" ca 80% aller Mopeds immer noch von Simson sind, 30 Jahre nach>> der Wende. Irgendwas muß mit den Dingern sein..>>> Hauptsächlich wohl die Möglichkeit, ganz legal Tempo sechzig mit kleinem> Schild zu fahren.> Hätte man das damals Zündapp und Hercules auch erlaubt, sähe es> womöglich anders aus.
Möglicherweise.
Allerdings hätte sich die von mir erlebte "Qualität" dieser Gefährte in
der Zwischenzeit wohl von selbst aufgelöst.
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:>> Hauptsächlich wohl die Möglichkeit, ganz legal Tempo sechzig mit kleinem>> Schild zu fahren.>> Hätte man das damals Zündapp und Hercules auch erlaubt, sähe es>> womöglich anders aus.>> Möglicherweise.
Ziemlich sicher sogar. Bei allen Gesprächen mit anderen Simsonfahrern
war das der wichtigste Grund für die Anschaffung.
> Allerdings hätte sich die von mir erlebte "Qualität" dieser Gefährte in> der Zwischenzeit wohl von selbst aufgelöst.
Die Zündapp und Hercules aus deutscher Produktion desselben Zeitraumes
fahren durchaus auch noch und gehören auch hier noch zum Straßenbild.
Als die Marken dann übernommen wurden, gab es allerdings nur noch
Schrott.
Ansonsten darf es nicht verwundern, dass noch so viele Simmen
herumknattern: es gab alleine von den Schwalben über 1 Mio. Stück. Und
Konkurrenzprodukte eben kaum :-)
Chris D. schrieb:
[..]
>> Ansonsten darf es nicht verwundern, dass noch so viele Simmen> herumknattern: es gab alleine von den Schwalben über 1 Mio. Stück. Und> Konkurrenzprodukte eben kaum :-)
SR-1,SR2,KR-50,Spatz,Star,Habicht,(Sperber), S50,S51,S70 SR-50 ..sind
die Konkurrenzprodukte aus eigenem Hause zur Schwalbe (KR-54).
Dann gabs zum Beispiel noch die tschechischen Zwiebacksägen Jawa-21 und
Jawa-50, letztere angeblich konkurrenzlos "powerful" mit ganzen 4 PS.
Meist war der Besitzer froh wenn das Gespei überhaupt ansprang.
Nach dem ich mit eigenen Augen gesehen habe das die "Telegabeln" dieses
Vorkommnisses aus 2 ineinander gleitenden (nicht verschweißten)
gefalzten Rohren mit einem Stück PVC-Schlauch als "Gleitlager"
bestanden, habe ich so ein Viech nie wieder angefaßt. Es war problemlos
möglich das Vorderrad zwische nDire Beine zu nehmen und die Gabel durch
Drehen am Lenker in sich zu verwinden...das bleib dann auch gleich so.
Es ist durchaus möglich das Du Qualitäten "deutscher Wertarbeit" aus der
Westzone kennst die mir hier noch nicht über den Weg gelaufen sind,
allerdings hatte das was mir über den Weg lief eine Anmutung von
fahrender Fischbüchse verglichen mit einer Simson. Letzteres erklärt
auch wieso hier nach der Wende trotz der "viel besseren Westqualität"
solcherart Gehhilfen praktisch überhaupt nicht anzutreffen sind, man
kannte Besseres.
BTW 45 vs. 60Kmh:
Die Simson Moppeds waren Fahrzeuge für den täglichen Gebrauch und es
gehörte sich nicht mit so einem Schleifer den fließenden Verkehr
aufzuhalten. Ich erinnere mich an einen Test mit einem S50 und einer
250er Sport AWO (250ccm, 4 Takter mit 16 PS) bei dem es die AWO nicht
schaffte dem S50 im Stadtverkehr davon zu fahren, an der Ampel war das
Moped schneller weg. (AWO ist heute absoluter Kult).
Welcher Teufel West-Politiker geritten hat 45 oder gar 25 km/h als
Höchstgeschwindigkeit für solche Teile festzulegen sieht man heute zu
Tage. Früher war man froh glatte Straßen zu haben, heute werden extra
inverse Schlaglöcher plaziert um den Abgasaustoß und die Lärmbelastung
durch KFZ in Wohngebieten möglichst hoch zu halten, der Grund aus dem
man auch den Bau von Umgehungsstraßen torpediert. Das Gesundheitswesen
will ja was zu tun haben ..aus dem selben Grund gibts so viele
Krankenkassen...
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:> Dann gabs zum Beispiel noch die tschechischen Zwiebacksägen Jawa-21 und> Jawa-50, letztere angeblich konkurrenzlos "powerful" mit ganzen 4 PS.> Meist war der Besitzer froh wenn das Gespei überhaupt ansprang.
Hier irrst du aber. Die waren nicht so laut.
Die "Zwiebacksäge" war das Mustang.
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/jawa-golden-sport-mustang/1217837215-305-9367
Die hörte man schon meilenweit mit ihrem Gejaule.
Wahrscheinlich fallen die auch unter die Regelung.
Ersatzteile werden da auch neu gefertigt.
Holm T. schrieb:> Chris D. schrieb:> [..]>>>> Ansonsten darf es nicht verwundern, dass noch so viele Simmen>> herumknattern: es gab alleine von den Schwalben über 1 Mio. Stück. Und>> Konkurrenzprodukte eben kaum :-)>> SR-1,SR2,KR-50,Spatz,Star,Habicht,(Sperber), S50,S51,S70 SR-50 ..sind> die Konkurrenzprodukte aus eigenem Hause zur Schwalbe (KR-54).
(Du meinst vermutlich KR-51)
Eben. Ich schrieb ja: alles Simmen. Für die auf 50km/h eingebremste S53
mit Zulassung nach 1990 interessierte sich dann kaum noch einer und so
findet man diese auch nur sehr selten.
> Dann gabs zum Beispiel noch die tschechischen Zwiebacksägen Jawa-21 und> Jawa-50, letztere angeblich konkurrenzlos "powerful" mit ganzen 4 PS.> Meist war der Besitzer froh wenn das Gespei überhaupt ansprang.>> Nach dem ich mit eigenen Augen gesehen habe das die "Telegabeln" dieses> Vorkommnisses aus 2 ineinander gleitenden (nicht verschweißten)> gefalzten Rohren mit einem Stück PVC-Schlauch als "Gleitlager"> bestanden, habe ich so ein Viech nie wieder angefaßt.
Ja, das hab ich oft gehört: Jawa wollte schon damals wohl niemand haben
:-)
> Es ist durchaus möglich das Du Qualitäten "deutscher Wertarbeit" aus der> Westzone kennst die mir hier noch nicht über den Weg gelaufen sind,> allerdings hatte das was mir über den Weg lief eine Anmutung von> fahrender Konservendose verglichen mit einer Simson.> Letzteres erklärt> auch wieso hier nach der Wende trotz der "viel besseren Westqualität"> solcherart Gehilfen praktisch überhaupt nicht anzutreffen sind.
Wenn man ehrlich ist, sind weder Schwalben noch die S51 "Gefährte der
Schönheit". Ganz schlimm ist mMn der Habicht. Die älteren Zündapp und
Vespen hatten schon deutlich mehr Eleganz.
Aber ich mag sie halt trotzdem, die Simmen :-)
Der wichtigste Grund ist aber für die meisten, dass die 60 fahren dürfen
(wobei das bei Schwalben mit diesen "Bremsen" wirklich gewagt ist).
Zu den geringeren Stückzahlen im Westen muss man auch sagen, dass dort
die Mofa/Moped/Mokick-Welle eher den 70er zuzuordnen ist. Als ich in dem
entsprechenden Alter (Mitte der 80er) war, fuhr kaum noch jemand Moped,
wenn überhaupt, dann eher 80er ab 16. Meist wurde in dem Alter aber
schon für's erste Auto gespart.
Haltbarer oder technisch ausgereifter als die Zündapps und Vespen
derselben Zeit finde ich die Schwalben jetzt nicht. Alle hatten/haben
ihre Macken und Konstruktionsfehler. Aber dafür ist/war man ja Bastler
:-)
michael_ schrieb:> Holm T. schrieb:>> Dann gabs zum Beispiel noch die tschechischen Zwiebacksägen Jawa-21 und>> Jawa-50, letztere angeblich konkurrenzlos "powerful" mit ganzen 4 PS.>> Meist war der Besitzer froh wenn das Gespei überhaupt ansprang.>> Hier irrst du aber. Die waren nicht so laut.> Die "Zwiebacksäge" war das Mustang.>> https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/jawa-golden-sport-mustang/1217837215-305-9367>> Die hörte man schon meilenweit mit ihrem Gejaule.> Wahrscheinlich fallen die auch unter die Regelung.> Ersatzteile werden da auch neu gefertigt.
Irre ich mich da? Wahnsinn, und das trotz der Tatsache das die Jawa50
identisch mit dem "Mustang" ist und das Jawa21 und auch Jawa50 den
selben Motor inklusive Auspuff haben..
Nasowas.
Gruß,
Holm
Chris D. schrieb:> Holm T. schrieb:>> Chris D. schrieb:>> [..]>>>>>> Ansonsten darf es nicht verwundern, dass noch so viele Simmen>>> herumknattern: es gab alleine von den Schwalben über 1 Mio. Stück. Und>>> Konkurrenzprodukte eben kaum :-)>>>> SR-1,SR2,KR-50,Spatz,Star,Habicht,(Sperber), S50,S51,S70 SR-50 ..sind>> die Konkurrenzprodukte aus eigenem Hause zur Schwalbe (KR-54).>> (Du meinst vermutlich KR-51)
Ja, ich habe den Text zwar ein paar mal korrigiert, aber den Fipptehler
habe ich übersehen.
>> Eben. Ich schrieb ja: alles Simmen. Für die auf 50km/h eingebremste S53> mit Zulassung nach 1990 interessierte sich dann kaum noch einer und so> findet man diese auch nur sehr selten.
Die sah zudem auch noch häßlich aus mit ihren Plastikkotflügeln.
>>> Dann gabs zum Beispiel noch die tschechischen Zwiebacksägen Jawa-21 und>> Jawa-50, letztere angeblich konkurrenzlos "powerful" mit ganzen 4 PS.>> Meist war der Besitzer froh wenn das Gespei überhaupt ansprang.>>>> Nach dem ich mit eigenen Augen gesehen habe das die "Telegabeln" dieses>> Vorkommnisses aus 2 ineinander gleitenden (nicht verschweißten)>> gefalzten Rohren mit einem Stück PVC-Schlauch als "Gleitlager">> bestanden, habe ich so ein Viech nie wieder angefaßt.>> Ja, das hab ich oft gehört: Jawa wollte schon damals wohl niemand haben> :-)>>> Es ist durchaus möglich das Du Qualitäten "deutscher Wertarbeit" aus der>> Westzone kennst die mir hier noch nicht über den Weg gelaufen sind,>> allerdings hatte das was mir über den Weg lief eine Anmutung von>> fahrender Konservendose verglichen mit einer Simson.>>> Letzteres erklärt>> auch wieso hier nach der Wende trotz der "viel besseren Westqualität">> solcherart Gehilfen praktisch überhaupt nicht anzutreffen sind.>> Wenn man ehrlich ist, sind weder Schwalben noch die S51 "Gefährte der> Schönheit". Ganz schlimm ist mMn der Habicht. Die älteren Zündapp und> Vespen hatten schon deutlich mehr Eleganz.
Was unterscheidet den Star und den Habicht Deiner Meinung nach im
Design?
Vor dem Produktionsbeginn der S50 waren die sehr sehr verbreitet. der
Habicht hatte ein 4 Gang Getriebe, einen größeren Tank und ne
verlängerte Sitzbank, das waren schon alle Unterschiede zum Star und der
Habicht war bis auf den Motor (und Ansaugdämpfer) identisch zum Sperber.
Design? Ich will meinen alten SR-2 wieder haben!!
Hier fehlen die Abdeckbleche am Vergaser:
https://farm4.static.flickr.com/3389/3505208198_42acddeec0_b.jpg
An meinem Motor stand übrigens noch nicht "Simson", sondern
"Rheinmetall",
an der Dichtfläche des Zylinderkopfes fehlten 0,2mm, damit ging das Ding
mit mir Fettkloß über 60...(mit Zweiganggetriebe).
>> Aber ich mag sie halt trotzdem, die Simmen :-)>> Der wichtigste Grund ist aber für die meisten, dass die 60 fahren dürfen> (wobei das bei Schwalben mit diesen "Bremsen" wirklich gewagt ist).
Die Bremsen haben sich von Star über Schwalbe Habicht und Sperber bis
zum S51 nicht verändert. Beim S70 weiß ich das nicht, war aber schon
beim ersten Mal als Du mir das um die Ohren gehauen hast der Meinung das
Du Unfug erzählst.
Die Bremsen waren in Ordnung, allerdings gab es später Asbestfreie
Bremsbeläge..
Wenn Du die Bremsen der Simmen für unmöglich hältst, erzähle doch mal
was über die der Jawa..
>> Zu den geringeren Stückzahlen im Westen muss man auch sagen, dass dort> die Mofa/Moped/Mokick-Welle eher den 70er zuzuordnen ist. Als ich in dem> entsprechenden Alter (Mitte der 80er) war, fuhr kaum noch jemand Moped,> wenn überhaupt, dann eher 80er ab 16. Meist wurde in dem Alter aber> schon für's erste Auto gespart.
Führerschein für 50er habe ich mit 14 gemacht, für Motorräder bis 150ccm
mit 16, der war dann automatisch ab 18 nach oben offen.
Heute macht man Probebetrieb fürs Mopped mit 15..dann bis 45 km/h (OMG).
Ab 16 hatte ich ne ES150/2, später eine 175er die auf wundersame Weise
zu einem 250er Topf kam, danach ne TS250 (umbau auf /1) bis zur Wende
..dann aber schon mit EM250 Motor, danach Neuaufbau einer Schrott GS750D
und bis heute eine GS1000E.
>> Haltbarer oder technisch ausgereifter als die Zündapps und Vespen> derselben Zeit finde ich die Schwalben jetzt nicht. Alle hatten/haben> ihre Macken und Konstruktionsfehler. Aber dafür ist/war man ja Bastler> :-)
"Vespen" und "Zündapps" nerven mich von Motorengeräusch genauso wie
damals die Jawa 50 aka Mustang. Von was ich sprach war nicht die
Haltbarkeit oder Ausgereiftheit sondern die Anmutung des Gefährts:
Fischbüchse auf Rädern.
Simmen waren alltagstauglich, Millionen fuhren damit Sommer wie Winter
in der DDR zur Arbeit (ich mit der 250er auch bei 22° Nassen). Das traue
ich den Westbüchsen nicht zu, auch einer Vespa nicht.
Die Jawa konnte man übrigens problemlos rückwärts anschieben, wir haben
versucht damit zu fahren, aber mehr als 3 Meter gehen nicht.
Gruß,
Holm
Matazickl schrieb im Beitrag #5988934:
> Holm T. schrieb:>>> Die Jawa konnte man übrigens problemlos rückwärts anschieben, wir haben>> versucht damit zu fahren, aber mehr als 3 Meter gehen nicht.>> Darum hieß es ja auch: "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!">> :)>> Die Jawa Mustang hatte auch den schönen Beinamen: Indianer-Fahrrad
ja, ..wegen "Mustang" halt.
Im DDR Fernsehen gabs sogar mal Werbung für den Bock, da waren
irgendwelche Truppenteile zu sehen die damit durchs Gelände hämmerten
(bei dem Fahrwerk!!) ..man hatte sich aber verkniffen den Spot mit dem
Originalsound der Zwiebacksäge zu hinterlegen, da lief irgendwas
Großvolumiges...
Ansonsten erinnere ich mich noch an die Aussage "sportlich und
leistungsstark" :-)
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:> Es gibt doch leistungssteigernder Zündkerzen (10% Leistung),> leistungssteigernder Luftfilter (10-15%), sicher gibts auch> leistungssteigerndes Motorenöl, evtl. mit Molybdändisulfid?> Wenn man dann noch leistungssteigernden Sprit verwendet (E100?)> klappts dann sicher...
Man braucht noch die leistungsteigernden Magneten an der Benzinleitung,
die den "Fluss stabilisieren" sollen.
Holm vermutete:
> sicher gibts auch> leistungssteigerndes Motorenöl, evtl. mit Molybdändisulfid?
Ja, gibt es. Von Liqui Moly als 10W40
https://shop.liqui-moly.de/mos2-leichtlauf-10w-40-3.html
Sehr schmackhaft und bekömmlich! Hat meinem vorhergehenden Auto zu
256TKm verholfen, bever ich es in Zahlung gab. Läuft mit anderem Fahrer
nach 19 Jahren immer noch.
Holm T. schrieb:> Letzteres erklärt> auch wieso hier nach der Wende trotz der "viel besseren Westqualität"> solcherart Gehhilfen praktisch überhaupt nicht anzutreffen sind, man> kannte Besseres.
Njet.
Diese Westmoppeds waren nach der "Wende" im Osten nicht anzutreffen,
weil sie es zu diesem Zeitpunkt im Westen auch schon kaum noch waren.
Oder anders ausgedrückt: es gab kaum noch welche. Und was noch
produziert wurde, hat kaum jemanden interessiert. Aber nicht wegen
Qualität nicht, sondern wegen Mode.
L. H. schrieb:> Denke, das mit dem Leerlauf verhält sich schon eher so:> Auch dabei bekommt ein Zweitakter Sprit, nur halt weniger, da niedrigere> Drehzahl. ;)
Ja schon, aber Du hast doch bestimmt auch schonmal mit dem Motor
gebremst. :-b
Achim B. schrieb:>> Oder anders ausgedrückt: es gab kaum noch welche. Und was noch> produziert wurde, hat kaum jemanden interessiert. Aber nicht wegen> Qualität nicht, sondern wegen Mode.
Kommt darauf an, was man darunter versteht. Spätestens an 1968 konnte
man sich mit zB einer Vespa nirgends sehen lassen, wenn einem sein Ruf
etwas wert war. Dabei waren die Dinger recht flott, wenn man damit
umgehen konnte.
Aber der Untergang der westlichen Drossel-50er hatte zwei Gründe: zum
einen die Demographie - Geburtsjahrgänge ab 1963 hatten quasi nicht
stattgefunden, so dass es kaum noch einen Markt für Neufahrzeuge gab.
Und spätestens ab 18 wollte die keiner mehr fahren, weil die kaum
schneller als 40 liefen. Und im Unterhalt war der 2 CV oder der R4
deutlich erträglicher als ein Kleinkraftrad; diese Karren konkurrierten
dann mit altersschwachen 125ern, die wirtschaftlich kaum ins Gewicht
fielen.
Hätte man damals mit kleinem Kennzeichen 60 fahren dürfen, dann hätte es
auch im Westen entsprechende Fahrzeuge gegeben; die Nachfrage hätte es
zumindest in den Städten gegeben.
Ob es sinnvoll gewesen wäre, Halbwüchsigen auf dem Höhepunkt ihrer
Sturm- und Drangzeit zulassungsfreie Fahrzeuge zu überlassen, die ohne
regelmäßige technische Überprüfung die nächsten Jahrzehnte mit 60 durch
die Gegend kariolen, ist eine andere Frage. Ich bon seit vierzig Jahren
dafür, die Höchstgeschwindigkeit auf minimal 50 anzuheben, verstehe aber
die Bedenken wegen der zu gewärtigenden technischen Vernachlässigung.
Und das gilt auch hier und heute für die 60er Mopeds aus der DDR; die
tw ab Werk schon fragwürdigen Bremsen waren oben ja schon erwähnt
worden.
Antoni Stolenkov schrieb:> Gabs da nich auch was mit Graphit? Was ist, außer der Temperatur, der> Vorteil gegenüber Graphit?
Geheimtipp in den sechzigern war Rizinusöl als Zusatz zum Sprit.
Geheimwaffe für mehr Leistung die man sofort roch.
Dachten welche.
Aber wenn die Karre genauso roch wie ein Rennmotorrad von 1930,
schneller führ es trotzdem nicht.
In den Rennmotorrädern hatte das eine andere Funktion.
Vielleicht bessere Schmierung wie Molybden.
Percy N. schrieb:> Ich bon seit vierzig Jahren> dafür, die Höchstgeschwindigkeit auf minimal 50 anzuheben,
War das nicht in Westdeutschland auch erst 50?
Und ist mal im Rahmen einer europäischen Regelung auf 45 abgesenkt
worden?
Antoni Stolenkov schrieb:> Was ist, außer der Temperatur, der> Vorteil gegenüber Graphit?
Bei Mo habe ich nie erlebt, daß sich Fäden zwischen den Elektroden der
Zündkerzen gebildet haben.
michael_ schrieb:> War das nicht in Westdeutschland auch erst 50?> Und ist mal im Rahmen einer europäischen Regelung auf 45 abgesenkt> worden?
In Deutschland waren ursprünglich Mofa mit 25km/h führerscheinfrei und
Moped mit Führerschein Klasse 5 und 40 km/h vorhanden. Für Beide maximal
50 ccm Hubraum.
50 km/h könnte es in Österreich gegeben haben.
In der DDR waren 50 ccm mit 60 km/h zugelassen.
Eine Anhebung hat es durch die EU gegeben, Moped mit 45 km/h und neuen
Führerscheinklassen, wo mir der Durchblick des Chaos fehlt.
Ich hasse dieses komische Möchtegernlexikon, aber ausnahmsweise hat es
mal eine sinnvolle Historie: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinkraftrad
Michael B. schrieb:> Bei Mo habe ich nie erlebt, daß sich Fäden zwischen den Elektroden der> Zündkerzen gebildet haben.
Der angebliche Bleifaden in der Zündkerze tritt mit ordentlichem
Zweitaktöl generell nicht auf, dafür braucht man keinen Montag.
Antoni Stolenkov schrieb:> L. H. schrieb:>> Denke, das mit dem Leerlauf verhält sich schon eher so:>> Auch dabei bekommt ein Zweitakter Sprit, nur halt weniger, da niedrigere>> Drehzahl. ;)>> Ja schon, aber Du hast doch bestimmt auch schonmal mit dem Motor> gebremst. :-b
Auch dann bekommt ein Sauger noch Sprit.
Unglaublich, wie sich so ein Beitrag zum Zweitakt Spezial entwickeln
kann.
Wir hatten damals in Essen einen Typen, Kreidler hat seinen Auspuff
später einfach abgekupfert, die Kreidler Flory 3-Gang fürchterlich
frisiert.
Angeblich hatten sie ihn mit 120 km/h geblitzt.
Glaube ich eher nicht, aber schnell waren seine Teile.
Hatte mir auch bei meinem Getriebe geholfen.
Der war echt ein begnadeter Schrauben.
Allerdings haben sie ihn weg gesperrt. Ob wegen der Frisiererei oder
eher wegen der "Ersatzteilbeschaffung", das entzieht sich meinem Wissen.
Soll 2 Jahre Jugendknast bekommen haben.
Denke eher, dass das an der Beschaffung lag.
Aber meine Kreidler Florett lief auch 100 laut Tacho.
War aber keine offene.
Die offenen konntest du, mit genügend Geld, ordentlich frisieren.
Ein Klassenkamerad hatte einen anderen Vergaser und sicher auch noch ein
paar andere Sachen. Der hat sich mit 250ccm Moppeds Rennen geliefert.
Das Teil war irre schnell.
Was ich damit sagen will, die Zweitakter konnte man schon richtig
schnell machen. Allerdings auch mit viel Anlauf.
michael_ schrieb:> Percy N. schrieb:>> Ich bon seit vierzig Jahren>> dafür, die Höchstgeschwindigkeit auf minimal 50 anzuheben,>> War das nicht in Westdeutschland auch erst 50?> Und ist mal im Rahmen einer europäischen Regelung auf 45 abgesenkt> worden?
Nein, das waren 40.
Und dieses Tempi galt für Mopeds (Fahrräder mit Hilfsmotor) wie auch für
Mokicks (gedrosselte Kleinkrafträder).
Fahrräder mit Hilfsmotor waren btw zunächst tatsächlich solche; sie
hatten zB einen kleinen Motor, der auf der Vorderradgabel montiert war
uud über ein Reibrad über die Lauffläche das Vorderrad antrieb, etwa
Velo Solex (klein, schwarz, hässlich. Bei Regen ging kaum noch etwas.
Einer meiner Ausbilder ist angeblich als Student mit so einem Gerät bei
Schnee über die Alpen nach Italien gefahren ...).
Zu Zeiten, als der normale Pkw 30 Sekunden von 0 bis 50 gebraucht hat,
mag das Limit con 40 nicht weiter gestört haben. Spätestens seit 1960
war dieses Limit aber nicht nur eine Spaßbremse, sondern von Jahr zu
Jahr gefährlicher.
Seit 1998 gilt EU-weit max 45, nachdem zwischendurch ganz kurz
tatsächlich Tempo 50 erlaubt gewesen war. Über letzteres wissen aber
vermutlich ex DDR Bürger sowie jüngere Zeitgenossen besser Bescheid.
Mich hat es nicht betroffen, da auf westdeutschen Straßen damals
allenfalls Mofas unterwegs waren. Roller als Alltagsfahrzeug aller
Altersklassen sind eine recht junge Erscheinung, jedenfalls nach
Überwindung der Nachkriegszeit, wo man sich über jedes Fahrzeug freuen
konnte.
Holm T. schrieb:>> Es gab zu DDR Zeiten "Tourenwagen" Rennklassen für den Trabbi, da waren> die 65-70PS der übliche Leistungsschnitt.
So richtig exorbitant ist das auch noch nicht. In den frühen 70ern gab
es eine Harley-Davidson GP 250 (eigentlich eine umgespritzte Aermacchi),
die aus einem Viertelliter Hubraum 55 bis 58 PS herausholten.
Alltagstauglich dürften die eher nicht gewesen sein.
Meinen Lappen Klasse 5 habe ich Anfang der 70er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts in der Schule gemacht. (Ja, ich bin mal zur Schule
gegangen!) Hat, wenn ich mich recht erinnere, 3,50 Mark (West) gekostet.
Ein dazu passendes Fahrzeug hatte ich aber nie. Hat mich nicht
interessiert.
Wird jetzt doch arg OT:
Holm T. schrieb:> Was unterscheidet den Star und den Habicht Deiner Meinung nach im> Design?
Beide sind furchtbar ;-)
Dabei gab es Anfang der 70er sehr schöne Prototypen von Simson. Wurden
wegen Materialmangel leider nie gebaut.
Dazu kommen natürlich noch die schlechten Lacke und Farbtöne, die die
Fahrzeuge nicht gerade aufwerten. Der Vorarbeiter, der damals (2002?)
die Führung durch das sterbende Simsonwerk leitete, meinte, dass das an
Farben lackiert wurde, was da war. Man mischte so an, dass es halbwegs
passte. Dementsprechend unterschiedlich waren die einzelnen Farbtöne an
verschiedenen Fahrzeugen.
So sehr ich meine Schwalbe mag, aber das originale Saharabraun ging gar
nicht. Gerade die schönen gekrümmten Oberflächen der Schwalbe verlangen
doch nach einem schönen Metallic-, oder Perlmutteffekt. Jetzt sieht sie
schick aus und ist ein echter Hingucker :-)
>> Der wichtigste Grund ist aber für die meisten, dass die 60 fahren dürfen>> (wobei das bei Schwalben mit diesen "Bremsen" wirklich gewagt ist).>> Die Bremsen haben sich von Star über Schwalbe Habicht und Sperber bis> zum S51 nicht verändert.
Eben. Zusätzlich ist die Vorderradaufhängung bei der Schwalbe
"suboptimal" - muss man kennen und lieben. Eine S51 fährt sich auch ganz
anders.
> Beim S70 weiß ich das nicht, war aber schon> beim ersten Mal als Du mir das um die Ohren gehauen hast der Meinung das> Du Unfug erzählst.> Die Bremsen waren in Ordnung, allerdings gab es später Asbestfreie> Bremsbeläge..
In Kombination mit der Schwinge sind sie grausam, ob Asbest oder anderes
Zeug (anfangs hatten meine noch Asbestbeläge).
> Wenn Du die Bremsen der Simmen für unmöglich hältst, erzähle doch mal> was über die der Jawa..
Darüber kann ich nichts sagen - ich bin die nie gefahren.
Aber ich erahne die Brems"leistung" ;-)
Sehr gut finde ich bei der Schwalbe die Motoraufhängung in der Mitte.
Das ist deutlich besser als bei den Italienern und viel
wartungsfreundlicher. Dafür sehen die "Vespatypen" natürlich filigraner
aus.
> Simmen waren alltagstauglich, Millionen fuhren damit Sommer wie Winter> in der DDR zur Arbeit (ich mit der 250er auch bei 22° Nassen). Das traue> ich den Westbüchsen nicht zu, auch einer Vespa nicht.
Du kannst gerne die Meinung haben, aber hier fuhren in den 70ern
ebenfalls sehr viele Azubis täglich zur Arbeit etc., auch Sommer wie
Winter.
Die Mopeds waren natürlich genau so alltagstauglich und liessen sich
auch so leicht reparieren.
Aber hier war für die meisten mit 18 Schluss mit Moped - man wollte ein
Auto, konnte sich eine alte, gebrauchte Kiste leisten und vor allem eins
kaufen.
Wie Achim schrieb, kam dazu, dass die "Moped-Welle" in den 80ern hier
stark abebbte. Hauptsächlich fuhren die Dinger dann Studenten. Aber auch
das liess dann zum Ende des Studiums hin nach.
Heute sehe ich hier nur noch einige Zündapps und Herkules nebst zwei
Schwalben und einer S51. Man kennt und grüßt sich :-)
Chris D. schrieb:> Wird jetzt doch arg OT:
Ist doch Wurscht. Die Fettfrage ist hinlänglich geklärt, und eure
Beiträge über Moppeds sind durchaus lesenswert.
Matazickl schrieb im Beitrag #5989553:
>> Dazu kommen natürlich noch die schlechten Lacke und Farbtöne, die die>> Fahrzeuge nicht gerade aufwerten. Der Vorarbeiter, der damals (2002?)>> die Führung durch das sterbende Simsonwerk leitete, meinte, dass das an>> Farben lackiert wurde, was da war. Man mischte so an, dass es halbwegs>> passte. Dementsprechend unterschiedlich waren die einzelnen Farbtöne an>> verschiedenen Fahrzeugen.>> Dummes Zeug!
Ich denke, der Mann wusste, wovon er sprach. Der war dort mehrere
Jahrzehnte.
> Die Farben waren genormt
Sicherlich. Aber eine Norm ist nur ein Stück Papier und wenn lackiert
werden muss, aber nicht die Lackkomponenten in entsprechender Menge
vorhanden waren, dann wurde offenbar eben ungefähr angemischt.
> und es gab Reparaturlack in kleinen Dosen, der> exakt den gleichen Farbton hatte.> Das wäre bei einer wahllosen Mischung gar nicht möglich gewesen.
Das kann sein. Allerdings habe ich auf den Treffen keine zwei Schwalben
mit demselben originalen Farbton angetroffen. Die Farbtöne haben sich
sichtbar unterschieden (auch an den nicht ausgebleichten Stellen).
Aber wie auch immer: schön waren die nicht.
michael_ schrieb:> Chris D. schrieb:>> Der Vorarbeiter, der damals (2002?)>> die Führung durch das sterbende Simsonwerk leitete>> 1992!
Nein, das war schon 2002 oder 2003 - meine Schwalbe hab ich erst seit
2000 ;-)
Da gab es Simson noch, aber das Werk lag in den letzten Zuckungen :-/
Die Kantine war übrigens sehr gut :-)
Ich hab gerade nochmal in den Büchern nachgeschaut.
Der schicke Prototyp/die Studie nannte sich "supra" und wurde offenbar
1969 vorgestellt.
2002 sollte es noch einen "Raven" geben, aber das hatte sich dann
erledigt.
michael_ schrieb:> Geheimtipp in den sechzigern war Rizinusöl als Zusatz zum Sprit.> Geheimwaffe für mehr Leistung die man sofort roch.
...am "Auspuff" des Fahrers?
michael_ schrieb:> Antoni Stolenkov schrieb:>> Gabs da nich auch was mit Graphit? Was ist, außer der Temperatur, der>> Vorteil gegenüber Graphit?>> Geheimtipp in den sechzigern war Rizinusöl als Zusatz zum Sprit.> Geheimwaffe für mehr Leistung die man sofort roch.>> Dachten welche.> Aber wenn die Karre genauso roch wie ein Rennmotorrad von 1930,> schneller führ es trotzdem nicht.> In den Rennmotorrädern hatte das eine andere Funktion.> Vielleicht bessere Schmierung wie Molybden.
..nein. Rizinusöl ist temperaturstabiler als die allermeisten
Mineralöle,
hinzu kommt das es sich als einziges brauchbares Öl mit Alkohol mischt.
Diese beiden Eigenschaften sind die Ursache für den Einsatz im
Rennsport,
auch heutige Rennöle enthalten meist noch einen Rizinus Anteil.
Gruß,
Holm
Percy N. schrieb:
[..]
> die> tw ab Werk schon fragwürdigen Bremsen waren oben ja schon erwähnt> worden.
Plapperst Du nach oder weißt Du was?
Es war mit beiden Bremsen (Front und Hinterrad) problemlos möglich die
Räder zum Blockieren zu bekommen. Das sind gewöhnliche
selbstverstärkende Backenbremsen wie in den meisten Zweirädern verbaut
udn vom Durchmesser her müssen die sich auch nicht verstecken.
Woher kommt die Urban Legend das die nicht funktioniert hätten?
Wenn man freilich die Vorderbremse vernachlässigt und die ungenutzt
vergammelt, muß man sich nicht wundern das sie einen im Stich läßt wenn
man ihren Service mal benötigt, das ist aber bei jeder Bremse so.
Ich verstehe das man sich als Wessi über technische Unzulänglichkeiten
von DDR Fahrzeugen köstlich echauffiert *1), aber dann doch bitte z.B.
der im Motoraum des Trabbi eingebaute Tank mit nahezu unerreichbarem
Benzinhahn, aber nicht die Simson Bremsen, das ist definitiv
unzutreffender Blödsinn, den ich bisher nur vom forgeblich fairen
Pinguin gehört habe (wundert mich nicht das Dus nachplapperst, auch wenn
Du nie so ein Ding unter dem Hintern hattest).
*1).. man sollte sich aber darauf gefaßt machen das Nörgelei am Trabant
sofort durch lautes Gelächter über die Isetta vom bundesdeutschen
"Premiumhersteller" aus dem selben Konstruktionszeitaum beantwortet
wird.
Gruß,
Holm
Holm T. schrieb:> Die Jawa konnte man übrigens problemlos rückwärts anschieben, wir haben> versucht damit zu fahren, aber mehr als 3 Meter gehen nicht.
Das geht prinzipiell mit allen 1-Zylinder 2-Taktern. Man muss die
Zündung nur exakt auf OT stellen. Je nachdem, in welche Richtung man den
Motor startet, in die dreht er sich dann. Selbst gesehen an einer
MZ150-er. Keine Ahnung, welche das genau war, mich haben 2 Räder mit
Motor nie wirklich interessiert. Den Führerschein dafür hab ich nie
gemacht, weil ich mich damit mit Sicherheit umgebracht hätte. Aber mein
Bruder und meine Bekannten damals hatten einige von den Dingern.
Manfred schrieb:> michael_ schrieb:>> War das nicht in Westdeutschland auch erst 50?>> Und ist mal im Rahmen einer europäischen Regelung auf 45 abgesenkt>> worden?>> In Deutschland waren ursprünglich Mofa mit 25km/h führerscheinfrei und> Moped mit Führerschein Klasse 5 und 40 km/h vorhanden. Für Beide maximal> 50 ccm Hubraum.>> 50 km/h könnte es in Österreich gegeben haben.
Und zwischen "ursprünglich" und "EU" auch in Deutschland - laut deinem
Wikipedia-Link:
> Am 1. April 1986 wurde in der Klasse der Kleinkrafträder die> Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 auf 50 km/h angehoben.[29] Dies galt> für Kleinkrafträder, die bis zum 31. Dezember 2001 zugelassen wurden.[30]
MfG, Arno
Christian B. schrieb:> Das geht prinzipiell mit allen 1-Zylinder 2-Taktern. Man muss die> Zündung nur exakt auf OT stellen. Je nachdem, in welche Richtung man den> Motor startet, in die dreht er sich dann.
Sowas war m.W. im sog. Kabinenroller serienmäßig verbaut. Man ersparte
sich dadurch ein Getriebe mit Rückwärtsgang.
Holm T. schrieb:>> Plapperst Du nach oder weißt Du was?
Kannst Du noch Texte im Zusammenhang verstehen oder wirst Du schon
wieder überfordert?
>> Wenn man freilich die Vorderbremse vernachlässigt und die ungenutzt> vergammelt, muß man sich nicht wundern das sie einen im Stich läßt wenn> man ihren Service mal benötigt, das ist aber bei jeder Bremse so.>Percy N. schrieb:> Ob es sinnvoll gewesen wäre, Halbwüchsigen auf dem Höhepunkt ihrer> Sturm- und Drangzeit zulassungsfreie Fahrzeuge zu überlassen, die ohne> regelmäßige technische Überprüfung die nächsten Jahrzehnte mit 60 durch> die Gegend kariolen, ist eine andere Frage. Ich bon seit vierzig Jahren> dafür, die Höchstgeschwindigkeit auf minimal 50 anzuheben, verstehe aber> die Bedenken wegen der zu gewärtigenden technischen Vernachlässigung.
Christian B. schrieb:> Holm T. schrieb:>> Die Jawa konnte man übrigens problemlos rückwärts anschieben, wir haben>> versucht damit zu fahren, aber mehr als 3 Meter gehen nicht.>> Das geht prinzipiell mit allen 1-Zylinder 2-Taktern.
Nein, mach das mal mit einem Motor mit asymetrischem
Kurbelwellendrehschieber..
> Man muss die> Zündung nur exakt auf OT stellen.
Das Spezielle an dem Indianerteil war das man sich den Part mit der
Zündeinstellung kneifen konnte, das ging bei den Dingern auch ohne.
Chris hat immer Recht auch wenn sein "Wissen" nur von Hörensagen her
rührt, wenn 10000e Mopeds mit der selben Bremse produziert wurden sind
die "schlecht" weil er nicht in der Lage ist seine eigene Karre zu
reparieren.
Er betrachtet eine Schwinge an der Schwalbe als Radaufhängung suboptimal
aber alle (doch sehr beliebten) Simson Mopeds bis zum Erscheinen der
Schwalbe hatten diese und keine Telegabel, selbst der mit 80km/h
zugelassene Sperber (5,6PS) hatte die exakt gleiche Schwinge und die
exakt gleichen Bremsen.
Gegen so Borniertheit kommt ma nin dem verlogenen Forum nicht an.
Tschüß dann..