Frage zur Elektrolyse

OP #4778947
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Hallo,

ich habe zwei Elektroden aus Edelstahl testweise in eine Bonsaischale 
eingesteckt.

Mit dem NE555 will ich eine Feucht / Trocken Anzeige realisieren.

Die Elektroden stecken 30mm tief in der Erde und sind 50 mm entfernt.

An den Elektroden liegen bei feuchtem Erdreich 2V an und es fliessen 
maximal 11 Microampere.


Muss ich bei diesem geringen Strom schon mit Zersetzung der Elektroden 
rechnen?


Danke


Tom
#4778984
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Gibt es da nicht so ein Projekt "Gieß-o-Mat" oder so ähnlich.
Ich habs nie gebaut, aber ich weiss, dass der Messfühler kapazitiv 
arbeitet, und es keinen metallischen Kontakt zwischen Blumenerde und 
Sensor gibt.

Ein Metallischer Sensor vergiftet die Erde auch bereits ohne Stromfluss.
Gast #4779093
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>>> Schnelle Platin (sehr teuer) oder Graphit ein.
>>
>> Bleistift-Minen

> Also Graphit. Danke für die Wiederholung :-)

Das war keine Wiederholung, sondern der Transfer von der grauen Theorie 
in die lebensnahe Praxis  :-)
OP #4779101
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Danke für Eure Antworten.

Das mit dem kapazitiven Messen ist mir zu kompliziert und zu aufwendig.

Aber die Idee mit den Minen ist gut.

Wie bekommt man so eine Bleistiftmine am besten kontaktiert?

Früher gab es doch mal diese Kohlestäbe aus den Zink-Kohle Batterien, 
die hatten, glaube ich jedenfalls, so eine Lötbare "Kappe".

Ich habe mal nach Kohlebürsten gegoogelt, aber da finde ich nur ziemlich 
dicke Dinger.


Tom
Gast #4779141
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> Da wird man aber schon zu einem extradicken 3.15mm Exemplar greifen
> müssen, sonst ist der Mine IMHO wegen Bruchgefahr keine allzu große
> Lebensdauer beschieden.

Man kann das Holz des Bleistifts ja als Stabilisierung drumrum lassen.

> Wie bekommt man so eine Bleistiftmine am besten kontaktiert?

Am unangespitzten Ende des Bleistifts eine Stecknadel zwischen Holz und 
Mine treiben und an deren anderes Ende einen Cu-Draht wirewrappen.
#4779151
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Neandertaler schrieb:
> Man kann das Holz des Bleistifts ja als Stabilisierung drumrum lassen.

Ja.

>
>> Wie bekommt man so eine Bleistiftmine am besten kontaktiert?
>
> Am unangespitzten Ende des Bleistifts eine Stecknadel zwischen Holz und
> Mine treiben und an deren anderes Ende einen Cu-Draht wirewrappen.

Oder eine winzige Schraube 8a.k.a Spax 1.2 mm) reindrehen und damit den 
Cu-Draht festlegen.

Etc.

Mit etwas Kreativität fallen einem da viele gute Sachen ein.
Gast #4779330
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Trotz allem bilden sich an den Elektroden bei GLeichspannung durch 
Elektrolyse die entsprechenden Stoffe aus. Bei Ka+ und Cl- Ionen würde 
z.B. Kalium abgeschieden, das sich mit Feuchtigkeit zu Kalilauge 
verbindet. Auf der anderen Seite würde elementares Chlor entstehen.
Bei Sulfationen wird im Endeffekt elementarer Sauerstoff frei, der ein 
perfektes Oxidationsmittel ergibt (Bleichmittel) bzw. sich mit 
Sauerstoff zu Ozon weiterverbindet.

Alles nichts was deine Bonsaiwurzeln wirklich mögen.
OP #4779369
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Oh man, ist das alles kompliziert.

Lässt sich die Wechseslpannungsmessung auch mit dem N555 realisieren?

Wie könnte ich das denn einigermaßen unkompliziert machen?


In meiner jetzigen Schaltung habe ich am Ausgang des N555 zwei LED, eine 
leuchtet bei feuchter Erde, die andere bei trockener.


Ich würde gern dass diese Anzeige so bleibt.


Wäre nett wenn mir jemand helfen könnte.



Tom
Gast #4779436
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Hp M. schrieb:
> Probier es doch einfach aus.

Denk ich auch!

Es gibt hier halt Leute, denen es Spass macht, andere in Angst und 
Schrecken zu versetzen.

Bei den maximal 11 Microampere wird aus der Bonsaischale sicherlich 
keine brodelnde Giftküche werden.

Zur Beruhigung, falls alle Stricke reissen:
mit Analogschalter (z.B. CD4053) einen 2-poligen Wechselschalter bauen,
der die 2 Elektroden und die 2 Eingänge der NE555-Schaltung periodisch 
vertauscht.
(Du bräuchtest dann noch einen Multivibrator als Taktgeber)
Gast #4780320
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Neandertaler schrieb:
> Es gibt hier halt Leute, denen es Spass macht, andere in Angst und
> Schrecken zu versetzen.

Und es gibt Leute die weiter denken. Dir ist es dann völlig egal, ob dem 
armen TO irgendwann der Bonsai eingeht. Ist ja nicht dein Problem.

Neandertaler schrieb:
> Bei den maximal 11 Microampere wird aus der Bonsaischale sicherlich
> keine brodelnde Giftküche werden.

Die Menge an entstehenden Stoffen hängt proportional vom Strom UND von 
der Zeit ab die dieser Strom fliesst.
Und der soll über Monate dauerhaft fliessen.

Der Selbstentladestrom einer Alkali-Primärbatterie ist auch extrem 
gering, trotzdem habe ich hier Batterien die nie benutzt wurden aber 
völlig zerfressen und ausgelaufen sind.


ich schrieb:
> Kalium wird nicht abgeschieden. Sicher nicht.
> Kalilauge erhältst du trotzdem.

Es entsteht elementares Kalium, das natürlich sofort mit Feuchtigkeit 
reagiert.
Gast #4780336
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Tom B. schrieb:
> Nein, mit kompliziert meine ich die Sache mit der Wechselspannung
> Messung.

Um die wirst du aber nicht runkommen. Und im Gegensatz zu dem was einige 
immer wieder behaupten, hat das nichts mit Elektrolyse zu tun. Auf Grund 
der begrenzt beweglichen Ladungsträger in einem Elektrolyten bildet sich 
ein Gegenfeld zu Messspannung heraus, das die Messung komplett 
verfälscht. Und das auch dann, wenn gar keine Elektrolyse möglich ist. 
Also selbst wenn deine Elektroden sich nicht zersetzen, kannst du nichts 
reproduzierbares mit Gleichstrom messen.

MfG Klaus
OP #4780405
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Hallo Klaus,

danke für die Erklärung.

Ich will ja eigentlich nicht direkt was messen, sondern nur zwischen 
Feucht und Trocken unterscheiden.

In meiner Test-Bonsai Schale funktioniert das ja auch, zumindest reicht 
mir das Ergebnis.

Habe das Erdreich mit dem Fön getrocknet und die Anzeige-LED für Trocken 
leuchtet auf.

Sofort beim gießen erlischt diese  LED und und eine zweite LED für 
Feucht leuchtet.

Das funktioniert schon, nur mache ich mir halt Gedanken wegen der 
Zersetzung der Elektroden und daraus folgenden Schäden des Bonsai.

Allerdings werden meine Bonsai jedes Frühjahr umgetopft und bekommen 
dabei auch neue Erde.

Tom
#4780490
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Jetzt muss der Bonsai eben wegen einen duennen Furz gekillt werden.
Dann nimm wenigstens einen Gunstigen, der erst ein Jahr oder so alt ist.
Vielleicht dann beim Naechsten...

Wenn die richtige Loesung kapazitive Messung heisst, die aber zu 
schwierig erscheint, ohwohl es dafuer fertige Chips gibt ...
Obwohl ein Kollege hat das auch mal mit einem 555 geloest.
Wichtig ist einfach sehr niedrig mit der Spannung zu bleiben, weit 
unterhalb von Elektrolysespannungen
Gast #4780509
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Wolfgang schrieb:
> Da wird man aber schon zu einem extradicken 3.15mm Exemplar greifen
> müssen, sonst ist der Mine IMHO wegen Bruchgefahr keine allzu große
> Lebensdauer beschieden.

1mm HB Minen dürften schon ausreichend stabil sein - gibt es in fast 
jedem Schreibwarenladen bei Zubehör für Druckbleistifte/Minenschreiber.

1mm 2H dürfte noch mal stabiler sein, 2B ist dagegen sehr weich und 
bruchanfällig.
Gast #4780602
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Man könnte übrigens auch mit einer Waage arbeiten. Der Bonsai steht 
dabei samt Schale dauerhaft auf einer einfachen Waage. Wird das Gewicht 
unterschritten, weil das Wasser verbraucht ist, wird ein Signal 
ausgegeben.

Der Bonsaiwachstum muss man natürlich hin und wieder "einkalibrieren"!
Gast #4780787
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Tom B. schrieb:
> Das funktioniert schon, nur mache ich mir halt Gedanken wegen der
> Zersetzung der Elektroden und daraus folgenden Schäden des Bonsai.

Was glaubst du, was da chemisch abgeht, wenn in freier Natur ein 
Vogelkadaver unter einem Busch verrottet und Fuchs und Dachs da ihr 
Revier markieren. Da ist das bisschen Elektrolyse doch nur ein 
Fliegenschiss dagegen.

MfG Klaus
Gast #4781108
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Tom B. schrieb:
> Wenn ich mit einem NE555 eine Rechteckspannung von, sagen wir mal, 1Khz
> erzeuge kann ich diese doch mit einem zweiten NE555 zum Messen nutzen.

Als nächstes wird hier einer behaupten, dass der Bonsai bei 1Khz in 
Resonanz gerät, seine Blätter abschüttelt und aus der Schale hüpft...

Mal im Ernst:
1. Du hast eine funktionierende Schaltung
2. Du weisst jetzt, welche Art Elektroden sich nicht zersetzen
3. Dein Bonsai kann sich freuen,
dass er immer dann, wenn er's braucht, gegossen wird


Was die Gegenspannung betrifft: die bildet sich in der Tat.
ca. 30min nach Inbetriebnahme sind ca. 0,4V erreicht,
die dann auch bleiben.
Deine 2V an den Elektroden werden also um 0,4V reduziert.
Ist dasselbe als wenn du 1,6V hättest ohne Gegenspannung.
So what?
Dich interessiert ja nur ein Schwellwert.


Was Rechteckspannung betrifft, hatte ich hier schon beschrieben:

Neandertaler schrieb:
> mit Analogschalter (z.B. CD4053) einen 2-poligen Wechselschalter bauen,
> der die 2 Elektroden und die 2 Eingänge der NE555-Schaltung periodisch
> vertauscht.
> (Du bräuchtest dann noch einen Multivibrator als Taktgeber)
Einen 2. NE555 also mit 50% Tastverhältnis.

Dies nur zum Verständnis.
Ich würde mir die zusätzlich Arbeit aber nicht machen.
Es funktioniert doch schon so.
Gast #4783041
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Alternative zu Graphit wäre gold.
Blattgold kann man in Läden für Künstlerbedarf oft auch einzeln kaufen.
Davon nen streifen abschneiden diesen auf auf nen Träger zB Glas kleben 
obenkannst du deinen Draht anlöten. Und ab damit in die Erde.
Die Messung nicht kontinuierlich sondern stündlich oder wie schon gesagt 
nur auf Abruf reicht völlig.
Gast #4783396
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Oh mann, mach dir keine Muehe mit der Elektrode.
Bis 1 Mol Material in Loesung geht dauert es bei 10 Mikroampere ein paar 
hundert Jahre.

Und natuerlich kann man (wenns primaer um den Spass am Basteln geht) mit 
Gleichstrom messen, wuerde ich definitiv so machen und nicht mit 
irgendwelchen megakomplexen Schnapsideen anfangen.
Gast #4785148
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vorticon schrieb:
> (wenns primaer um den Spass am Basteln geht) mit
> Gleichstrom messen, wuerde ich definitiv so machen und nicht mit
> irgendwelchen megakomplexen Schnapsideen anfangen.

Auch ein Bastler sollte nicht nur irgendwie rumbasteln, sondern vor 
allem nach den allg. gültigen Wissensstand basteln.
Gast #4785308
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Mal im Ernst.
Es wurde jetzt schon zig mal auf den Giesomaten und deren Sensor 
verwiesen.

https://www.mikrocontroller.net/articles/Giess-o-mat

Das Ding funktioniert.
Also warum das Rad neu erfinden?

Es ist schön, dass man sich über einiges im Leben Gedanken macht und man 
es nachbauen will.
Aber wirklich alles neu erfinden, ist doch schon übertrieben.

Danach gibt es im Forum wieder Gebläre, weil irgendwas panales nicht 
funktioniert.

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