Hallo zusammen,
ich habe in den letzten paar Tagen etwas mit dem IC4017 (Dekadenzähler)
experimentiert und auch schon eine Idee was anstellen (aus Spaß an der
Freude).
Unsere Kaffeemaschine liefert ungefähr 10 bis 11 Tassen, bevor Sie
gereinigt werden will und hat leider keine eigene Anzeige. Betrieben
soll das mit einer Spannung von 9V.
Jetzt zu meiner eigentlichen ganz speziellen und vielleicht sehr doofen
Frage. Idealerweise soll die Stromzufuhr ein- und ausschaltbar sein. Wer
braucht schon eine 24/7 Anzeige?
Das Problem liegt logischerweise darin, dass wenn ich die Stromzufuhr
kappe, der Zähler nach Zuführung von Strom wieder bei 0 anfängt zu
zählen.
Gibt es dafür eine "analoge" Lösung ohne gleich einen Mikrocontroller zu
verwenden? Irgend ein Baustein, der sich das "merken" kann?
Oder müsste man abgesehen von den LEDs den IC4017 immer unter strom
halten?
Wo kann ich denn ablesen (in welcher Spalte) wie der Stromverbrauch des
IC4017 ohne Verwendung von LED Beleuchtung ist?
Datenblatt:
http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/1000000-1099999/001015441-da-01-en-IC_10_OUT_DECADE_CO_CD4017BE_PDIP_16_TID.pdf
Danke und Grüße
Ein neuer Hobby-Elektroniker
Neuer-Hobby-Elektroniker schrieb:> Gibt es dafür eine "analoge" Lösung ohne gleich einen Mikrocontroller zu> verwenden? Irgend ein Baustein, der sich das "merken" kann?
Bistabile Relais...
Und da gab es noch die programmierbare Spannungsreferenz, die man dafür
auch nehmen könnte: DS4303
Neuer-Hobby-Elektroniker schrieb:> Wo kann ich denn ablesen (in welcher Spalte) wie der Stromverbrauch des> IC4017 ohne Verwendung von LED Beleuchtung ist?
Es sind nur wenige µA, das kann ich dir auswendig sagen.
Die übrige Beschaltung kann jedoch deutlich mehr verbrauchen, aber für
eine diesbezügliche Aussage müsste man den Schaltplan haben.
Jetzt mal mit Kanonen auf Spatzen geschossen -> wenn man einen
Mikrocontroller nimmt kann man den Wert ins EEPROM schreiben und hat ihn
beim wiedereinschalten wieder, und bevor jetzt sowas kommt wie "mimimi
maximale Anzahl Schreibzyklen mimimi"* ich denke der TO wird das nur als
Einzelstück für sich bauen und wenn die Konstruktion ein paar Jahre hält
ist gut, den Mikrocontroller kann er dann ja austauschen und für ein
paar Cent im Jahr "Verschleiß" ist das meines Erachtens völlig in
Ordnung.
*Es sind durchaus mehr Schreibzyklen möglich, nur das Flashgate entlädt
sich schneller als spezifiziert, aber bei so so häufigen
Wiederbeschreibungen sollte der Zählerstand erhalten bleiben
Also laut Datenblatt zieht der 4017er maximal 10µA bei 10V bei 25°C. Bei
5V max 5µA und drunter vmtl noch weniger.
Per Batterie (3.7 oder 4.5 oder 9 oder oder oder solange >=3V) würde der
schon eine Zeit laufen. Interessant wäre, wie man die Peripherie
"abklemmt" :)
Mampf F. schrieb:> Also laut Datenblatt zieht der 4017er maximal 10µA bei 10V bei 25°C. Bei> 5V max 5µA und drunter vmtl noch weniger.>> Per Batterie (3.7 oder 4.5 oder 9 oder oder oder solange >=3V) würde der> schon eine Zeit laufen. Interessant wäre, wie man die Peripherie> "abklemmt" :)
Je nachdem wie lang überbrückt werden muss reicht evtl. auch ein
Goldcap.
@TO
- bist Du noch dabei?
- kannst Du mal einige Details liefern?
- woher kommen die Zählimpulse, aus der Maschine oder manuell?
- welche Zeit muss max. überbrückt werden?
Neuer-Hobby-Elektroniker schrieb:> Betrieben soll das mit einer Spannung von 9V.
Kommen die 9 Volt aus der Kaffeemaschine?
René F. schrieb:> bevor jetzt sowas kommt wie "mimimi> maximale Anzahl Schreibzyklen mimimi"* ich denke der TO wird das nur als> Einzelstück für sich bauen und wenn die Konstruktion ein paar Jahre hält> ist gut, den Mikrocontroller kann er dann ja austauschen und für ein> paar Cent im Jahr "Verschleiß" ist das meines Erachtens völlig in> Ordnung.
Der TO bekäme wohl eher einen Herzkasper wegen Koffeinüberdosis bevor
die spezifizierte Zyklenzahl erreicht wird. Wenn man dann noch ein
primitives "Wearleveling" einbaut, überlebt der µC todsicher die
Maschine.
Icke ®. schrieb:> René F. schrieb:>> bevor jetzt sowas kommt wie "mimimi>> maximale Anzahl Schreibzyklen mimimi"* ich denke der TO wird das nur als>> Einzelstück für sich bauen und wenn die Konstruktion ein paar Jahre hält>> ist gut, den Mikrocontroller kann er dann ja austauschen und für ein>> paar Cent im Jahr "Verschleiß" ist das meines Erachtens völlig in>> Ordnung.>> Der TO bekäme wohl eher einen Herzkasper wegen Koffeinüberdosis bevor> die spezifizierte Zyklenzahl erreicht wird. Wenn man dann noch ein> primitives "Wearleveling" einbaut, überlebt der µC todsicher die> Maschine.
Ach, ich bin davon ausgegangen das auch täglich round about 10 Tassen
getrunken werden, muss der TO ja nicht alleine machen ;) und die
maximale Anzahl an Schreibzyklen bei 10 000 liegt (hatte
fälschlicherweise den Wert des Flashs im Kopf) da wäre die Anzahl nach 3
Jahren schon erreicht gewesen, gebe dir aber Recht bei 100 000
Schreibzyklen sind das fast 30 Jahre also Wear Leveling ist auch nicht
mal nötig.
Hallo zusammen,
danke für die zahlreichen Antworten und interessanten Lösungsansätze!
:-)
Zusammenfassend sind bis jetzt folgende Lösungsansätze eingegangen
(hoffe, habe nichts vergessen):
1. Bistabile Relais
2. DS4303
3. Auf Dauer den IC 4017 unter Strom halten ohne Stromabnahme der LEDs
(nur wenige µA) (Ggf. u.a. IC-Strom aufrechterhalten durch Knopfzelle)
4. Mikrocontroller und 8-Pin I²C-EEPROM
5. Keinen Reset beim Einschalten und eine Knopfzelle für den Status
6. Stromerhaltung durch Goldcap
7. Alternative zu LED-Anzeige: Fallblattanzeige
8. Alternative zu LED-Anzeige: Impulszähler
9. Schrittzähler umbauen (@Jobst Quis Unschlagbarer Preis! Danke für
den Tipp! Wird auf jeden Fall einen Verwendungszweck geben (Raspberry
PI, Adruino))
Ich schulde euch noch ein paar Antworten.
Ich verwende eine 9V Block-Batterie und beabsichtige vorerst einen
Taster manuell zu tätigen. Man könnte später die Idee weiter spinnen,
dass man eine Art Geräusch-Erkennung einbaut und automatisch
weiterschaltet, sobald die Maschine anfängt die Bohnen zu mahlen.
Die Vorschläge klingen alle sehr interessant, würde es vorziehen mich
vorerst aus meinem mickrigen Repertoire zu bedienen. Ein Goldcap
klingt auch sehr spannend, den ich natürlich nicht in meiner Sammlung
habe. :)
Die durchschnittliche Überbrückungszeit läge allerhöchstens bei knapp 24
Stunden.
Ich bin gerade darum bemüht meinen ersten Schaltplan von meinem
aktuellen Ist-Zustand vom Bread-Board-Aufbau zu zeichnen. Werde diesen
dann bei Bedarf demnächst nachreichen ohne Gewähr auf Richtigkeit. ;)
@Hp Jörg R. (solar77) & M. (nachtmix)
Über welchen Zeitraum erstreckt sich die Angabe 10µA bei 10V (0-25°)?
Ist von einer Sekunde die Rede? Ich vermute ja, weil ich sonst 10µAh
erwartet hätte.
Bei einem konstanten Ruhestrom ohne Verwendung anderer Peripherien, wäre
die Lebensdauer der Batterie, sofern die Formel annähernd realistisch
ist bei 4 Jahren?!
Quelle:
http://www.digikey.de/de/resources/conversion-calculators/conversion-calculator-battery-life
Formel: Batterielebensdauer = Batterie-Kapazität in mA pro Stunde /
Laststrom in mA * 0,70(Sternchen)
Sternchen: Der Faktor 0,7 berücksichtigt die externen Faktoren, die die
Batterielaufzeit beeinflussen können.
Batterie: 9V Batterie mit ~500 mAh
Batterielebensdauer = (500mAh / 0,01 mA) * 0,7
Batterielebensdauer = 35000 geschätze Stunden = 1458 Tage = 3,99 Jahre
Ist das realistisch? Denkfehler? Müsste man die 0,01mA = 10µAh auf eine
Stunde umrechnen? Ich bin mir bewusst, dass diese Angabe lediglich
darauf beruht, das die Batterie mit dem IC an Plus und Minus verbunden
ist und sonst mit nichts anderem.
Mir reicht es vollkommen aus, wenn die LED nach dem weiterschalten für
ein paar Sekunden aufleuchtet (z.B. durch Kondensator ausglimmt). Ggf.
zusätzlich ein Taster, der bei Bedarf die LED kurz aufleuchten lässt
ohne weiterzuschalten (Kondensator Aufladung).
Der Tagesbedarf dürfte ganz übertrieben großzügig maximal ungefähr so
aussehen:
1x 24h 0,01 mA Ruhestrom
3x 3 Sekunden lang max. 30mA (Weiterschalten und Anzeige)
2x 3 Sekunden lang max. 30mA (Anzeige)
Sofern ich die Batterie nicht alle 3 Monate wechseln muss, könnte man
die Batterie einfach 24/7 am selbst gebastelten Zähler nuckeln lassen.
Ich tue mir gerade trotz bekannter Formeln schwer auszurechnen, wie
lange die Batterie ungefähr mit den Angaben durchhalten würde.
Die Bedienung soll so sein:
- Ein master Switch (On/Off) "direkt" an der Batterie (Falls man den
Zähler beabsichtigt länger nicht zu benutzen, Urlaub o.ä.)
- Ein Taster -> Reset (Pin 15, Reset)
- Ein Taster -> Weiterschalten und LED kurz aufleuchten lassen (Pin 14
Clock)
- Ein Taster -> LED kurz aufleuchten lassen
Werde am Wochenende mal herumexperimentieren meine geplante
Taster-Schaltung am Breadboard aufzubauen. Das kurze aufleuchten der LED
würde ich mittels kurzfristiger Kondensatorladung und Entladung durch
die LED anstreben.
Theoretisch müsste man die Spannung aufteilen, sodass der IC und die
LEDs eigene kleine Schaltkreise sind? Der IC unter Dauerstrom und der
Schaltkreis der LEDs nur Strom, bei Tasterdruck.
Danke und Grüße
Ein neuer Hobby-Elektroniker
Neuer-Hobby-Elektroniker schrieb:> 3. Auf Dauer den IC 4017 unter Strom halten ohne Stromabnahme der LEDs> (nur wenige µA) (Ggf. u.a. IC-Strom aufrechterhalten durch Knopfzelle)
Das dürfte die einfachste Lösung sein. Eine solche 3V-Knopfzelle
wird sicherlich viele Jahre halten. Beim Entwurf der Schaltung
muss man allerdings darauf achten, das das 4017-IC nicht zusätz-
lich an den Ausgängen belastet wird.
Neuer-Hobby-Elektroniker schrieb:> Über welchen Zeitraum erstreckt sich die Angabe 10µA bei 10V (0-25°)?> Ist von einer Sekunde die Rede? Ich vermute ja, weil ich sonst 10µAh> erwartet hätte.
Nein, der Strom fließt einfach. Es gibt da kein Einheit µA/s.
Der Strom fließt solange Du das IC versorgst. Die dann "verbrauchte"
Ladung (=Batterie-Kapazität) ist dann dieser Strom * dieser Zeit.
> Formel: Batterielebensdauer = Batterie-Kapazität in mA pro Stunde /
Da machst Du einen Fehler: Batterie-Kapazität wird angegeben in mA *
Stunde (* = multiplizieret, nicht pro = dividiert). Da ist vermutlich
auch die Ursache für das obige Missverständnis.
Allerdings ist Deine weitere Rechnung dann richtig.
Hallo,
wenn ich das aus deinem Beitrag
Beitrag "Re: IC4017 Dekadenzähler letzten Stand "merken" nach Einschaltung" richtig verstehe
ist der Zähler autark, hat also keine Verbindung zur Kaffeemaschine.
Daher habe ich folgenden Lösungsansatz:
CD4017 zum zählen und für die Leds. CD4538 als Monoflop um die
Einschaltdauer der Led automatisch auf x-Sekunden zu begrenzen.
Es muss nichts ein oder ausgeschaltet werden. Mit dem Taster zum
hochzählen wird gleichzeit das Monoflop (4538) gestartet. Nach drücken
des Tasters zählt der 4017 eins hoch und gleichzeitig wird über den 4538
die entsprechende Led für x-Sekunden eingeschaltet. Danach ist alles
wieder im Standby und wartet auf den nächsten Tastendruck. Die
Stromaufnahme liegt im uA Bereich. Für die Dauer von x-Sekunden steigt
sie auf wenige mA. Einer modernen Led reicht 1 mA um hell genug zu
leuchten. Als Stromversorgung würde ich 2 Knopfzellen CR2450 oder CR2477
nehmen. Die haben um die 500 mAh bzw. 950mAh. Alternativ würde ich eine
3,6 Volt Lithium-Zelle nehmen.
http://www.reichelt.de/Lithium-Batterien/LS-14500CNR/3/index.html?ACTION=3&LA=446&ARTICLE=135660&GROUPID=1028&artnr=LS+14500CNR&SEARCH=Saft
Vorteil dieser Batterie ist das sie die Spannung fast bis zum Schluss
konstant hält.
Eine Möglichkeit wäre auch mit einer LCD oder LED 7-Segment Anzeige zu
arbeiten. Im Prinzip wie oben, nur halt andere IC's. 4511 (LED) als
Treiber und ein entsprechender Zähler.
Beispiel für eine LCD-Anzeige:
http://www.reichelt.de/Hintergrund-gruen/LCD-2-0-13/3/index.html?ACTION=3&LA=2&ARTICLE=10179&GROUPID=3005&artnr=LCD+2%2C0-13&SEARCH=%252A
Auch hierfür gibt es Treiber. Die Anzeige wäre vermutlich sogar
permanent möglich.
@Jörg R.
Der IC 4538 klingt, wonach ich suche. Allerdings bin ich damit ein wenig
überfordert. In einem anderem Experiment hatte ich den NE555 verwendet.
Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der 4538 quasi das Selbe, nur
das er genauer ist, mehr Ausgänge hat und weniger Strom verbraucht? Den
IC müsste ich mir zunächst zulegen. Kann man dafür nicht auch den NE555
verwenden oder habe ich einen Denkfehler?
Angenommen ich hätte den IC 4538 und würde ihn verwenden wollen, wäre
dann der folgende Schaltplan, was ich suche? Anstatt der LED wäre das
mein Impuls um den Takt am 4017 weiter zu schalten bzw. die LED ohne
Weiterschaltung für X Sekunden aufleuchten zu lassen?
http://www.electroschematics.com/5628/precision-monostable/
Schaltplan:
http://www.electroschematics.com/wp-content/uploads/2010/04/cd4538-monostable-multivibrator.jpg
Neuer-Hobby-Elektroniker schrieb:> Angenommen ich hätte den IC 4538 und würde ihn verwenden wollen, wäre> dann der folgende Schaltplan, was ich suche?
Hallo,
die verlinkte Schaltung macht keinen Sinn. Die Eingänge 4 und 5 liegen
auf Low und haben daher keine Funktion. Der Taster schließt bei
Betätigung die Versorgungsspannung kurz, verursacht also einen
Kurzschluss.
Eingang 4 bzw. 12 triggert von Low nach High
Eingang 5 bzw. 11 triggert von High nach Low
Du benötigst jeweils nur einen der Eingänge. Beachte bitte das nicht
benutzte Eingänge (auch die Reseteingange) nicht offen bleiben dürfen.
Benutzte Eingänge die im Normlfall offen sind (Tastereingang) sollten
über einen entsprechenden Widerstand abgeschlossen werden.
Beim 555 weiß ich jetzt nicht was er an Strom aufnimmt, aber vermutlich
deutlich mehr als der 4538. Wobei, das müsste ich jetzt selbst
nachschauen, gibt es den 555 auch als CMOS-Variante.
Der 4538 hat einen entscheidenden Vorteil. Er beinhaltet 2 Monostabile
Kippstufen. Mit einer kannst Du den Zählimpuls auslösen und mit der
anderen die Led nach x Sekunden wieder ausgehen lassen. Die Zweite Stufe
wird also durch die erste ausgelöst.
http://www.nxp.com/documents/data_sheet/HEF4538B.pdf
Gruß
Jörg
Hallo Jörg,
ich habe mal einen Schaltplan hochgeladen. Rechts in rot ist mein
aktueller Zustand. Komme aber nicht klar, wie ich den Rest verbinden
muss. Zusätzlich habe ich den Schaltplan 4017_4538.sch anbei.
Abgesehen von diesem IC, habe ich mich mit der Materie beschäftigt
(https://de.wikipedia.org/wiki/Monostabile_Kippstufe). "Komplizierter"
wird es, weil es gleich zwei sind in einem IC. Soweit die Theorie, die
ja logisch klingt. Aber so richtig ist der Groschen noch nicht gefallen.
Ich müsste in der Schaltung nun 3 Taster besitzen. Einer soll den 4017
resetten (S4 fehlt im Plan). Der andere eins weiter schalten, dass in
meinem Plan der S2 wäre. Und S3 (ebenfalls nicht im Plan) der die LED
ohne Weiterschaltung aufleuchten lässt.
S2 müsste also zum IC 4538 umgebogen werden um den 1. trigger
auszulösen. An welche zwei PINs müsste der Taster S2?
Wenn ich das richtig verstanden habe, müsste für den 1. Trigger, an PIN
1 ein Kondensator und an PIN 2 für den 2. Trigger? Jeweils 0 V?
An welche Pins müssten die Widerstände?
Kann mir vielleicht jemand anhand meinem Schaltplan zeigen, wie das
verkabelt werden müsste? Vielleicht verstehe ich das ganze dann besser.
Danke und Grüße
Hobby-Elektroniker
Hallo,
auf die schnelle erst mal nur eine kurze Antwort...
Auf Seite 5 des von mir verlinkten Datenblatts siehst Du in Fig. 5 die
Beschaltung des Monoflops sowie die Formel zur Zeitberechnung.
Der 4017 bekommt seinen Zählimpuls von einen der Monopflops des 4538.
Damit ist dann auch gleichzeitig der Taster entprellt. So wie Du den
Taster derzeit angeschlossen hast würde der 4017 unkontrolliert
"zählen". Das andere Monoflop bestimmt die Einschaltzeit der Led.
Für die Leds reicht ein Vorwiderstand da immer nur eine Led leuchtet.
Die 3 Taster kannst Du so machen, theoretisch reicht einer.
Rest folgt....
Gruß Jörg
Hallo Jörg,
> So wie Du den Taster derzeit angeschlossen hast würde der 4017 unkontrolliert> "zählen"
weil kein Kondensator zum entprellen angeschlossen ist (oder ein
Widerstand fehlt)? Auf meinem Breadboard steckt einer drin, weiß aber
grad nicht mit wie viel nF.
Was ist denn im Schaltplan Fig 5. denn nA und nB?
nQ1(Pin 10?) und nQ2(Pin 8?) wären die integrierte Transistoren am IC
für die 0V Leitung, damit die LED nicht dauerhaft brennt? Wie ist denn
nQ1 im "Grundzustand" offen oder geschlossen?
Ich tue mir ein wenig schwer, da FIG 5. keine beispielhafte Pin-Nummern
darstellen und kann es mir nur grob zusammenreimen durch FIG 3.
Hatte den NE555 Timer einmal erfolgreich nachgebaut und erst danach
sukzessive richtig erkunden können und immer mehr verstanden. Und einen
zuvor in den Himmel geschickt.
Danke und Grüße
Hobby-Elektroniker
Hallo,
so, nun hatte ich etwas Zeit und habe die Schaltung mal aufgebaut und
aufgezeichnet (KiCAD, mein erster Versuch mit der SW). Ich hoffe das
Schaltbild ist korrekt.
Mit Ta1 wird "eine Tasse" hochgezählt. Durch drücken von Ta1 geht
Ausgang Q (Pin 6, U1A) für ca. 1 Sekunde auf H und lässt den 74HC4017 um
Eins hochzählen. Gleichzeitig wird U1B über Pin 12 (CLK+) getriggert und
lässt die entsprechende Led für ca. 5 Sek. aufleuchten.
Um nur den Status abzufragen, ohne zu zählen, kann Ta2 gedrückt werden.
Die Schaltung basiert auf 74HC4538 und 74HC4017.
Die Stromaufnahme beträgt im Ruhezustand ca. 40uA bzw. 0,04mA. Für die
Dauer bei der die Led leuchtet beträgt die Stromaufnahme in der
aktuellen Schaltung ca. 1mA.
Die von mir verwendeten Leds sind klare grüne mit 10 mm Durchmesser. Die
wären auch bei 0,5 mA schon recht hell.
Als Stromversorgung habe ich eine 3,6 Volt Zelle mit einer Kapazität von
1,2 Ah von Saft genommen. Damit sollte die Schaltung lange laufen, ca. 3
Jahre wären es mit der 1,2 Ah Zelle - wenn die Schaltung nur im Leerlauf
wäre. Mit eingeschalteter Led müsste man es ausrechnen. Dazu müsste man
aber wissen wieviele Tassen am Tag getrunken werden. Die Zellen gibt es
auch z.B. mit 2,6 Ah. Vorteil dieser Zellen ist das sie die Spannung
nahezu bis zum Schluß konstant halten. Die Leds werden im laufe der
Batterielebensdauer also nicht dunkler.
Die Pins für die Stromversorgung der IC's und die Batterie sind nicht
auf dem Schaltplan eingezeichnet.
Ich hoffe ich konnte Dir helfen.
Hallo Jörg,
WOW! Ich bin sprachlos. Das sieht genial aus! Das nenne ich mal 1A
kompetente Hilfe! Vielen Dank für Deine Mühe! Das ist ja ein richtiges
Tutorial geworden! :)
Ich würde die Schaltung gerne sofort nachbauen, allerdings fehlt mir
noch der passende IC CD4538. Die Bilder zusammen mit dem Schaltplan sind
sehr hilfreich, leicht verständlich und nachvollziehbar.
Interessehalber würde mich noch interessieren, wie denn Deine Schaltung
ohne die Taster reagiert? Ich vermute mal, immer wenn die Sekunden
verstrichen sind, springt es "eins weiter" wie, wenn man die ganze Zeit
die Taster gedrückt lassen würde?
Meine Hausaufgaben sind als nächstes den IC zu organisieren, die
Schaltung nachzubauen und anschließend die Taster an PIN 5 und PIN 11
dazwischen zu stecken.
Schon mal ein sehr herzliches Dankeschön im voraus und es hat mich sehr
gefreut den fertigen Versuchsaufbau mit Bebilderung zu sehen. :-)
Sobald ich die Schaltung nachgebaut habe, gebe ich Feedback zu meinem
Nachbau. Danach werde ich versuchen das ganze auf eine Lochrasterplatine
zu braten und in irgendein Gehäuse zu stecken.
Das kann aber noch ein bisschen dauern, da ich beruflich zur Zeit sehr
stark eingespannt bin.
Ich bleibe auf jeden Fall dran und melde mich wieder! :-)
PS: Zu deiner Frage bezüglich der Tassen: Es sind ca. 2-3 Tassen am Tag.
Viele Grüße und nochmals herzlichen Dank für die Mühe
Neuer-Hobby-Elektroniker
Neuer-Hobby-Elektroniker schrieb:> Interessehalber würde mich noch interessieren, wie denn Deine Schaltung> ohne die Taster reagiert? Ich vermute mal, immer wenn die Sekunden> verstrichen sind, springt es "eins weiter" wie, wenn man die ganze Zeit> die Taster gedrückt lassen würde?
Hallo,
vielen Dank für die freundliche Rückmeldung? Dann hat sich die Mühe ja
gelohnt.
Ich hatte keine Taster die auf das Breadbord passen. Deshalb sind es nur
2 Drähte die die Taster ersetzen. Es sind die beiden grauen, unten links
im Bild, neben den 2 roten Drahtbrücken. Der Eine ist fürs zählen und
der andere ist nur um den aktuellen Zählerstand anzuzeigen. Um die
Funktion auszulösen stecke ich sie nur kurz auf L und wieder zurück auf
H.
Bei 2 - 3 Tassen am Tag hält die Batterie über 2 Jahre, in der von mir
aufgebauten Konstellation - ohne das die Leds dunkler werden. Wie
geschrieben steuere ich sie mit nur 1 mA an. Die Einschaltzeit der Led
kann aber nahezu nach belieben durch Änderung von C2/R3 angepasst
werden. Wobei 5-10 Sekunden ausreichend sein sollten. Aktuell sind es
ca. 5 Sekunden.
Ich habe übgrigens 74HC4538 und 74HC4017 verwendet. Wenn ich die IC's
noch in der 4000'er Reihe habe teste ich das auch noch.
Gruß Jörg
Jörg R. schrieb:> Ich habe übgrigens 74HC4538 und 74HC4017 verwendet. Wenn ich die IC's> noch in der 4000'er Reihe habe teste ich das auch noch.
Ich habe die Schaltung etwas modifiziert:
- CD4017 und CD4538 anstatt 74HC..
- Austausch der Leds gegen 5mm im diffusen Gehäuse
- Änderung Widerstand R5 auf 10K
- Änderung der Stromversorgung auf Knopfzelle CR2032
Die Schaltung benötigt im Ruhezustand < 20nA (nano Ampere!)
Mit eingeschalteter Led sind es ca. 120uA. Der Wert ließe sich durch
erhöhen von R5 weiter verringern und die Led wäre immer noch hell genug.
Anders gesagt, die Batterie hält länger als die Kaffeemaschine :-)
Die Ruhestromaufnahme ist so gering das ein Messgerät mit einem Ri von
10M das Messergebnis verfälscht.
Interessant während der Messungen war folgendes Phänomen: Die
Stromaufnahme ist so gering das sich eine Änderung der
Umgebungshelligkeit auf die Stromaufnahme auswirkt. Der Effekt war mit
den klaren Leds noch größer. Grund ist das sich die Leds wie Photodioden
verhalten.
Gruß Jörg
Mit den 4000er IC's und der 3,6 Volt Batterie mit 1,2 Ah würde die
Schaltung selbst mit dauernd leuchtender LED über 1 Jahr funktionieren.
Es gibt auch Knopfzellen mit 950 mAh, Typ CR2477. Die ist deutlich
preiswerter und hält auch lange durch. Und, wie schon geschrieben,
könnte der Strom durch die LED noch deutlich reduziert werden.
Unabhängig vom Stromverbrauch, interessantes Thema, würde ich die
Schaltung mit 2 Stück LED-7-Segmentanzeigen aufbauen.
Hallo Jörg,
danke für Deine Mühe! Du hast die Werte mit dem Oszilloskop gemessen? :)
Ich hätte sogar 3mm LEDs, weiß nur nicht ob die schon zu "klein" für
eine schöne Ästhetik wären. Damit sind sicher nochmal Stromsparmaßnahmen
möglich, oder? Wobei man sich mit der Schaltung erlauben kann,
"verschwenderisch" zu sein. ;) Hätte anfangs echt nicht gedacht, solch
geniale und brauchbare Endergebnisse zu erhalten.
Ich folgende Änderungen werde ich definitiv berücksichtigen
> - CD4017 und CD4538 anstatt 74HC..> - Austausch der Leds gegen 5mm im diffusen Gehäuse> - Änderung Widerstand R5 auf 10K> - Änderung der Stromversorgung auf Knopfzelle CR2032
Entwickelt sich langsam zu einem Premiumprodukt. ;)
Ich habe selbst noch nicht genau nachgeschaut, gibt es denn große
preisliche Unterschiede zwischen CR2477 und CR2032? So ganz grob
überflogen scheint es vom persönlichen Einkauf-Talent der Anbieter
abhängig zu sein.
> Unabhängig vom Stromverbrauch, interessantes Thema, würde ich die> Schaltung mit 2 Stück LED-7-Segmentanzeigen aufbauen.
Wie wäre da grob die Idee in der Umsetzung, diese anzusteuern? Dazu
bräuchte man dann einen digitalen Mikrochip? Mein Wissensdurst ist noch
lange nicht gestillt aber leider noch begrenzt. Das man einen
Anzeige-Treiber benötigt, ist mir aber soweit schon geläufig. :)
Was ich mich noch so im stillen als "gespinne" gefragt habe, ob man
"rein analog" irgendwie zuverlässig den Krach während der Zubereitung
ohne viel Schnick-Schnack (ist nicht gerade leise) als Impuls verwenden
kann um automatisch weiter zu zählen. Also über Mikrofon,
Vibrationserkennung oder so ähnlich. Sehr kompliziert dürfte es werden,
Fehlzählungen zu eliminieren. Z.B. Musik im Hintergrund, "gebrüll" oder
wenn allgemein großer Lärm in der Nähe existiert. Naja, eins nach dem
anderen. :)
Viele Grüße
Neuer-Hobby-Elektroniker
Patrick J. schrieb:> Hi>> Schon verbaut oder noch 'im Labor'?>> MfG
Mir fehlt leider immer noch der IC, sobald er da ist, baue ich die
Schaltung auf dem Breadboard nach und danach plane ich eine
Lochrasterplatine und überlege mir noch was bezüglich Gehäuse oder
ähnlichem.
Ich werde versuchen sukzessive regelmäßig Updates zu geben.
> Netter Nebeneffekt: Du könntest noch die Anzahl der Besucher zählen ;)
Lieber nicht, das schaffe ich nicht, dann muss ich Jörg um Rat fragen
und er bringt es noch fertig einen einmaligen zuverlässigen Ghostcounter
zu entwickeln... dann wird es unheimlich. :D
Grüße
Neuer-Hobby-Elektroniker
H. E. schrieb:> Du hast die Werte mit dem Oszilloskop gemessen?
Nein, die Werte sind mit einem Digitalmultimeter gemessen.
#####
H. E. schrieb:> Ich hätte sogar 3mm LEDs, weiß nur nicht ob die schon zu "klein" für> eine schöne Ästhetik wären.
3 mm LEDs sind kein Problem und sollten für Deinen Anwendungszweck groß
genug sein. Es müssen halt LEDs sein die mit wenig Strom hell genug
sind.
#####
> Damit sind sicher nochmal Stromsparmaßnahmen möglich, oder?
Nein, sparen kannst Du da nichts:-)
#####
H. E. schrieb:> Ich habe selbst noch nicht genau nachgeschaut, gibt es denn große> preisliche Unterschiede zwischen CR2477 und CR2032
CR2032 sind deutlich preiswerter weil sie mehr Anwendung finden und
natürlich weil sie nur ca. ein viertel der Kapazität im Vergleich zur
2477 haben. Es gibt auch noch eine mit 560 mAh, die CR2450. Ich
persönlich tendiere zur Batterie aus meinen ersten Bildern, die mit 3,6
Volt. Die Spannung bleibt bis zum Schluß stabil. Sie ist allerdings
recht teuer.
#####
> Unabhängig vom Stromverbrauch, interessantes Thema, würde ich die> Schaltung mit 2 Stück LED-7-Segmentanzeigen aufbauen.H. E. schrieb:> Wie wäre da grob die Idee in der Umsetzung, diese anzusteuern? Dazu> bräuchte man dann einen digitalen Mikrochip?
Das Problem lässt sich auch mit 4000er oder 74xx lösen. Der Aufwand ist
größer als mit einem uC. Die Stromaufnahme der 7-Segmentanzeigen wird
aber um ein Vielfaches höher sein wie mit der LED-Lösung.
#####
H. E. schrieb:> und überlege mir noch was bezüglich Gehäuse oder ähnlichem.
Wenn Du dir Mühe gibts würde ich es in ein kleines Plexiglasgehäuse
einbauen. Ansonsten gibt es bei den gängigen Elektronikhändlern Gehäuse
in unzähligen Varianten.
Gruß Jörg