Hallo zusammen,
ich wollte mal nach eurer Meinung Fragen...
Und zwar arbeite ich jetzt seit ca. 2 Jahren in Italien bei einem
Konzern und möchte auhc in Italien weiter leben. Nun besteht das Risiko,
dass der Laden in Italien dicht macht, daher habe ich ein paar
Bewerbungen (letzte Woche) rausgehauen und bis jetzt noch keine
Rückmeldung bekommen (waere ja eigentlich auch zu früh für eine
Rückmeldung).
Nun zu meinem Anliegen: In Italien werden die meissten Jobs (90%) durch
das persönliche Netzwerk der Mitarbeiter der einstellenden Firma
besetzt. Kompetenz und fachliche Eignung kommen an 3. oder 4. Stelle. Da
ich in Italien kein allzu großes Netzwerk habe, hab ich mir gedacht, ich
druck meine Bewerbung aus und latsche einfach zu der Firma bei der ich
mich bewerben möchte. Da der Unternehmenssitz kein 'Kampus' und auch
keine 'Produktionsstaette' ist, sondern einfach nur 2-3 Etagen in einem
Geschaeftshaus, sehe ich (wenn auch nur eine geringe) schon Chancen an
einen Ansprechpartner zu kommen.
Was glaubt ihr, wie kommt das rüber? Würdet ihr euch denken was für ein
Vogel oder die Aktion eher positiv aufnehmen?
Grüsse,
Eddy
Eddy schrieb:> Kompetenz und fachliche Eignung kommen an 3. oder 4. Stelle.
Das ist nicht nur in Italien so, sondern überall. Willkommen in der
Realität.
Eddy schrieb:> Also nochmal: Was haltet ihr von meiner Idee, einfach anzuklopfen?
Also nochmal: Wie bist du an deinen jetzigen Job in Italien gekommen?
Eddy schrieb:> Also nochmal: Was haltet ihr von meiner Idee, einfach anzuklopfen?
Hmm, wenn du die Firma kennst, ruf halt mal und versuch mit der
Persa-Tante verbunden zu werden.
Wenn die was suchen was du kannst, kann sein das die dann sagt: "Komm
mal rüber!"
Kommt aber auch auf den Job an.
Facharbeiter und Helfer können durch Kingelputzen schon zu einen Job
kommen. Vorallem in Großstädten würde ich sowas machen.
In der Pampa ist es besser mal die Wochenanzeiger mal zu filzen.
Wohlgemerkt für Facharbeitertätigkeiten!
> In Italien werden die meissten Jobs (90%) durch> das persönliche Netzwerk der Mitarbeiter der einstellenden Firma> besetzt. Kompetenz und fachliche Eignung kommen an 3. oder 4. Stelle.
In Deutschland ist es auch nicht anders
Eddy schrieb:> Was glaubt ihr, wie kommt das rüber?
Wie gut ist dein Italienisch ? Falls nicht verhandlungssicher, waere
die erste Prioritaet entsprechende Sprachkenntnisse aufzubauen um bei
einem Vorstellungsgespraech ueberhaupt eine Chance zu haben
(Sprachschule - jetzt, auch in Suedtirol!).
Ebenfalls sinnvoll: Lass' dich von ansassigen Bewerbungsbueros beraten,
um einen italienischen Lebenslauf hinzubekommen und ein
Bewerbungsgespraech in Italienisch zu simulieren.
Es ist etwas verwunderlich, dass du in einem deutschen Forum ueber
Bewerbungsformalitaeten in Italien nachfraegst. Waere es nicht
erfolgsversprechender in einem italienischen Forum nachzufragen ?
Monster ist zur Arbeitssuche in Italien ziemlich bekannt:
https://www.monster.it/
Eddy schrieb:> Also nochmal: Was haltet ihr von meiner Idee, einfach anzuklopfen?
Telefon.
Am Telefon den Entscheider ermitteln. Fahrstuhlvortrag vorbereiten immer
mit dem Ziel ein Gespräch zu vereinbaren.
Ist auch ein "anklopfen" und ist nicht ganz so Staubsaugervertreter bei
Hoppenstedts. Wenn in Italien die Staubsaugervertreter ein weniger
schlechtes Image hat, kann man das auch machen.
nennt sich "cold call canvas sale" - strategien bis hin zu
Formulierungen wo der Gesprächspartner nicht "nein" sagen kann, gibt es
zu Hauf.
und: Übung macht den Meister.
Mit Vorteil kann man erst mal bei Firmen anrufen, bei denen man ganz
bestimmt nicht arbeiten will. Nach ca 50 Anrufen hat man dann auch die
Einwendungsbehandlung und Abwimmelgegenstrategien parat.
PA der Direktion ist dein Freund und Helfer.
Auf der Embedded World tummeln sich immer einige italienische Firmen
rum.
Dort einfach mal hingehen, mit den Leuten quatschen, auf ein Espresso
einladen und sagen, wie cool das doch alles ist, was die dort machen.
Danach drückst du denen deine Bewerbungsunterlagen in die Hand.
Warum will man unbedingt im EU-Armenhaus (=Südeuropa) arbeiten? Da gibts
doch schon für die Einheimischen nicht genügend Jobs. Dazu eine hohe
Jungendarbeitslosigkeit. Welche Perspektiven hat man denn da langfristig
und dann noch evt. mit Familienplanung? Warum orientiert man sich
absichtlich nach unten, anstatt nach oben (d.h. Schweiz, Nordeuropa,
Skandinavien usw.) wo der Lebensstandard nachweislich höher ist?
Cyblord -. schrieb:> Warum will man unbedingt im EU-Armenhaus (=Südeuropa) arbeiten? Da gibts> doch schon für die Einheimischen nicht genügend Jobs. Dazu eine hohe> Jungendarbeitslosigkeit. Welche Perspektiven hat man denn da langfristig> und dann noch evt. mit Familienplanung? Warum orientiert man sich> absichtlich nach unten, anstatt nach oben (d.h. Schweiz, Nordeuropa,> Skandinavien usw.) wo der Lebensstandard nachweislich höher ist?
Norditalien ist in der hinsicht gar nicht so schlimm.
Nach Süditalien würde ich aber auch nicht wollen. Da gibts aber auch nix
an Firmen, wo ich arbeiten würde.
Vielleicht mag er es etwas wärmer? Oder hat dort Familie? Jeder hat da
so seine Gründe...
G. P. schrieb:> Norditalien ist in der hinsicht gar nicht so schlimm.
"Gar nicht so schlimm" ist ziemlich weit weg von "gut" wie ich finde.
> Vielleicht mag er es etwas wärmer? Oder hat dort Familie? Jeder hat da> so seine Gründe...
Alles kein Grund seine Zukunft und die seiner Nachkommen zu ruinieren.
Der einzige Grund in Italien zu arbeiten wäre der Italiener zu sein.
Cyblord -. schrieb:> Warum will man unbedingt im EU-Armenhaus (=Südeuropa) arbeiten? Da gibts> doch schon für die Einheimischen nicht genügend Jobs. Dazu eine hohe> Jungendarbeitslosigkeit. Welche Perspektiven hat man denn da langfristig> und dann noch evt. mit Familienplanung? Warum orientiert man sich> absichtlich nach unten, anstatt nach oben (d.h. Schweiz, Nordeuropa,> Skandinavien usw.) wo der Lebensstandard nachweislich höher ist?
Schon mal was von Südtirol oder Katalonien gehört? Dort ist die
Arbeitslosenquote niedrig(er). Du vergleichst ja auch nicht Oberbayern
mit Mecklenburg-Vorpommern.
Mark B. schrieb:> Schon mal was von Südtirol oder Katalonien gehört? Dort ist die> Arbeitslosenquote niedrig(er).
Im Vatikan sicher noch niedriger. Und jetzt?
Cyblord -. schrieb:> Mark B. schrieb:>> Schon mal was von Südtirol oder Katalonien gehört? Dort ist die>> Arbeitslosenquote niedrig(er).>> Im Vatikan sicher noch niedriger. Und jetzt?
Was soll das für ein Argument sein?
Ein guter Job in Norditalien ist immer noch besser als ein schlechter
Job anderswo. Freilich wird jemand, der die Dinge so einseitig sieht wie
Du, das wohl kaum verstehen wollen.
Mark B. schrieb:>> Im Vatikan sicher noch niedriger. Und jetzt?>> Was soll das für ein Argument sein?
Eine regional niedrige Arbeitslosigkeit sagt nichts aus. Deshalb will
ich noch lange nicht Kardinal werden und im Vatikan arbeiten. Genau so
wenig will ich in Italien arbeiten, mit einem niedrigen Lebenstandard,
nur weil in Südtirol oder Barcelona (was nicht mal in Italien liegt) ne
niedrige AL herrscht.
Cyblord -. schrieb:> mit einem niedrigen Lebenstandard,
Man kann dort gut leben, wesentlich besser wie in Skandinavien oder der
Schweiz. Aber klar, wenn man seine Kontoauszuege als Nachtlektuere
braucht, dann ist Italien sicher nicht erste Wahl.
Hallo nochmal,
Geld ist doch nicht alles und man verdient hier genug um gut zu leben.
Gut ist natürlich ein dehnbarer Begriff daher würde ich sagen mir fehlt
es hier an Nichts. Ich mag die Mentalitaet, das Wetter, die Menschen,
das gesamtpaket ist einfach besser (finde ich). Habe hier durch das
schöne Wetter einen viel viel schöneren Alltag mit meiner Familie. Das
meine Frau halbe Italienerin ist und hier auch Verwandtschaft hat, passt
natürlich auch. Ich finde Deutschland langweilig daher möchte ich auch
weiterhin hier bleiben.
PS: Telefonieren war ein guter Tipp. Habe naechste Woche ein Gespraech
;)
Grüsse,
Eddy