Mal eine recht blöde Frage:
Was passiert, wenn ich eine Tauchpumpe mit einer max. Förderhöhe von 10m
(also 1bar) so in einen Brunnen hänge, dass sie 10m unter Wasser ist,
die Entnahmestelle aber nochmal 1m über dem Wasserspiegel liegt?
Kommt dann gar nichts mehr raus? Oder bleiben 0.9bar minus Druckverlust
im Schlauch?
Kann mir das jemand einfach erklären?
Vielen Dank!
Loddar
Naja, den Druck brauchst du um das Wasser über die Oberfläche zu heben.
Der gefüllte Schlauch ist ja bis zur Oberfläche des Wassers drucklos.
Oder anders gesagt: Der Ansaugdruck deiner Pumpe ist in 9m Tiefe ca. 0,9
Bar über dem Atmosphärendruck, diese drückt 1 Bar dazu, also ist dein
Förderdruck an der Pumpe 1,9 Bar über Atmosphäre. Also schaffst du 19m
Höhe von der Pumpe aus gesehen. Das einzige was du berücksichtigen musst
ist, dass du durch den längeren Schlauch höhere Druckverluste hast, die
von der Durchflussmenge abhängen.
Loddar schrieb:> Was passiert, wenn ich eine Tauchpumpe mit einer max. Förderhöhe von 10m> (also 1bar) so in einen Brunnen hänge, dass sie 10m unter Wasser ist,> die Entnahmestelle aber nochmal 1m über dem Wasserspiegel liegt?>> Kommt dann gar nichts mehr raus?
Naja, 10+1=11. Allerdings erzeugen die mir bekannten Tauchpumpen
keinen so hohen Druck. Aber dafür gibts ja schliesslich Daten-
blätter. Eine Wasserpumpe meines Grossvater schaffte es bereits
in den 20er Jahren, Wasser aus 60m Tiefe zu holen, aber das war
ein Pumpe, die auf und ab ging.
Hm, also den Luftdruck würde ich an der Wasseroberfläche und 1m darüber
mal vereinfacht als gleich annehmen. Dürfte hierfür also wörtlich egal
sein.
Die Pumpe muss doch nur Arbeit verrichten, um das Wasser gegen die
Erdanziehungskraft anzuheben, wobei das Wasser ja schon bis zum
Wasserspiegel im Schlauch steht. "Kommunizierende Röhren".
Wie kann man diesen Sachverhalt nun in eine Formel packen?
1bar Förderhöhe - 0.1bar Druckverlust durch Förderhöhe - 0.6bar
Druckverlust durch Reibung im Rohr (angenommen 1/2" Schlauch) = 0.3bar
am Austritt?!
Die Pumpe kann 1bar Druck erzeugen. Wenn sie in 10m Tiefe liegt, stehen
diese 1bar schon auf ihrer Arbeitsseite an. Sie wird kein Wasser fördern
können.
Dabei ist es völlig egal, ob diese 10m unter Wasser oder ausserhalb des
Wassers überwunden werden müssen. 10m sind 10m.
Aus die Maus.
Rein rechnerisch und ganz davon abgesehen, dass Tauchpumpen im
Allgemeinen einen deutlich höheren Druck erzeugen können.
Crazy H. schrieb:
>Ich vermute die Pumpe kann max. 10m über den Wasserspiegel fördern egal>wie tief sie selber unter Wasser ist.
Beim saugen gibt es die Grenze von 10m über dem Wasserspiegel,
ahängig vom Luftdruck. Aber beim drücken gibt es theoretisch
keine Grenze, da ist die Grenze nur abhängig von der Leistung
der Pumpe.
Lothar M. schrieb:> Die Pumpe kann 1bar Druck erzeugen. Wenn sie in 10m Tiefe liegt, stehen> diese 1bar schon auf ihrer Arbeitsseite an.
Und wo bleibt der hydrostatische Druck (1bar) in 10m tiefe?!
Ne, der statische druck ist da. Der dynamische Druckverlust durch die
Reibung kommt ja erst dazu, wenn das Wasser fließt, analog zum
elektrischen Widerstand.
Druck ^= Spannung
Wasserfluss ^= Strom
Reibung ^= Widerstand
p1=p0+pp-rho*g*z-Rw*(dV/dt)
p0=Umgebungsdruck der Pumpe
pp=Förderdruck der Pumpe
p1=Wasserdruck am Auslass
rho=dichte Wasser
g=Gravitationskonstante
z=Förderhöhe ab Pumpe
Rw=Widerstandsbeiwert für die Reibung
dV/dt=entnommener Wasserstrom
zitter_ned_aso schrieb:> 10m +1m = 11 Meter Förderhöhe oder nicht?
Nein. Die Pumpe arbeitet mit ja mit Überdruck.
Wenn sie 10m unter Wasser hat sie 11m Förderhöhe, also muss sie 1,1bar
Überdruck aufbringen. Natürlich herrschen in 10m Tiefe berits 1 bar
Überdruck, und damit muss die Pumpe an sich nur 0,1bar aufbringen.
Egal wie tief man sie taucht, das hebt sich immer auf.
Lothar M. schrieb:> Die Pumpe kann 1bar Druck erzeugen. Wenn sie in 10m Tiefe liegt,> stehen> diese 1bar schon auf ihrer Arbeitsseite an. Sie wird kein Wasser fördern> können.
Das heißt, wenn ich eine Pumpe die 1Bar aufbringen kann 100m tief
absenke, dann verschwindet das Wasser aus dem Schlauch der Pumpe nach
unten. Weil die Pumpe ja keine 10 Bar Druck aufbringen kann.
Eine schräge Logik. Vorsichtig ausgedrückt.
Widerstand ist zwecklos schrieb:> Nein. Die Pumpe arbeitet mit ja mit Überdruck.>> Wenn sie 10m unter Wasser hat sie 11m Förderhöhe, also muss sie 1,1bar> Überdruck aufbringen. Natürlich herrschen in 10m Tiefe berits 1 bar> Überdruck, und damit muss die Pumpe an sich nur 0,1bar aufbringen.>> Egal wie tief man sie taucht, das hebt sich immer auf.
Ja, ich habe übersehen dass das Wasser bis zur Wasseroberfläche bereits
im Schlauch vorhanden ist )))) (vielleicht sogar höher -
Kapillareffekt?)
Aber mit dem letzten Satz bin ich irgendwie nicht einverstanden. Wenn
wir einen 1 Meter und einen 10 Meter langen Schlauch ins Wasser lassen
und ein Taucher von unten reinpustet, dann wird in beiden Fällen die
gleiche Wassermenge nach oben befördert?! Und bei einem 50 Meter langen
Schlauch auch?
zitter_ned_aso schrieb:> Wenn> wir einen 1 Meter und einen 10 Meter langen Schlauch ins Wasser lassen> und ein Taucher von unten reinpustet, dann wird in beiden Fällen die> gleiche Wassermenge nach oben befördert?! Und bei einem 50 Meter langen> Schlauch auch?
Nein, in einen 10m Schlauch passt 10x so viel Wasser wie in einen 1m
Schlauch.
Ausserdem kommt es noch drauf an, wie lang der Schlauch über Wasser ist,
wie er verläuft (horizontal, vertikal), etc.
Läuft der Schlauch über Wasser horizontal, expandiert die Luft, umso
höher sie im Schlauch aufsteigt.
Lothar M. schrieb:> Dabei ist es völlig egal, ob diese 10m unter Wasser oder ausserhalb des> Wassers überwunden werden müssen. 10m sind 10m.
Nein, eben nicht, siehe Kräftegleichgewicht. Wobei man hier auch
"Saugen" und Drücken unterscheiden muss. Der Überdruck kann theoretisch
beliebig hoch sein. Der "Unterdruck" aber nicht.
Eine Pumpe kann nur einen bestimmten "Unterdruck" erzeugen, also im
Idealfall herrschen an der Saugseite 0 Pa und damit kann die Pumpe 10m
saugen, was dem Luftdruck entsprechen würde. Dummerweise gibt es aber
schon vorher eine Kaviation, weil das Wasser ja anfängt zu sieden, was
von der Temperatur abhängt.
Setzt man also den Schlauch tiefer im Wasser an, herrscht dort durch die
Wassermenge drüber ein größerer Druck, sodass sich dieser
Höhenunterschied aufhebt und man erst ab der Wasseroberfläche rechnet.
Die sogenannte Saughöhe.
Dann gibt es noch das Drücken. Unter Wasser muss die Pumpe die
Reibungsverluste überwinden, über der Wasseroberfläche Reibungsverluste
+ Hebearbeit. Na gut, streng genommen kommt da noch die kinetische
Energie des bewegten Wasservolumens hinzu.
zitter_ned_aso schrieb:> Aber das Wasser muss doch aus 10 Meter Tiefe nach oben befördert werden.> Egal ob unter Wasser oder nicht.>> 10m +1m = 11 Meter Förderhöhe oder nicht?
Da scheinen elementare Grundlagen zu fehlen.
Die ersten 10m fließt das Wasser von selbst nach oben, weil der
umgebende Wasserdruck es von unten in die Leitung drückt, bis am unteren
Leitungsende der Druck durch die Wassersäule in der Leitung genauso
groß ist, wie der Wasserdruck des umgebenden Wassers außerhalb der
Leitung.
Hänge einfach mal einen Schlauch senkrecht ins Wasser und guck dir an,
bis wo der von selbst vollläuft - ganz ohne Zutun irgendeiner Pumpe.
Da gehen auch 100 oder 1000m.
Loddar schrieb:> Mal eine recht blöde Frage:>> Was passiert, wenn ich eine Tauchpumpe mit einer max. Förderhöhe von 10m> (also 1bar) so in einen Brunnen hänge, dass sie 10m unter Wasser ist,> die Entnahmestelle aber nochmal 1m über dem Wasserspiegel liegt?>> Kommt dann gar nichts mehr raus? Oder bleiben 0.9bar minus Druckverlust> im Schlauch?>> Kann mir das jemand einfach erklären?>> Vielen Dank!>> Loddar
Die Angaben beziehen sich immer auf die Förderhöhe über dem
Wasserspiegel unter dem die Pumpe ihr Fördermedium bekommt bei dem die
Fördermenge 0 wird.
Bei 10m Wassertiefe kommen allerdings die Strömungsverluste des
Schlauches dazu, sie wird dann nicht mehr die 10m über dem Wasserspiegel
schaffen.
Roland
Roland E. schrieb:> Die Angaben beziehen sich immer auf die Förderhöhe über dem> Wasserspiegel unter dem die Pumpe ihr Fördermedium bekommt bei dem die> Fördermenge 0 wird.>> Bei 10m Wassertiefe kommen allerdings die Strömungsverluste des> Schlauches dazu, sie wird dann nicht mehr die 10m über dem Wasserspiegel> schaffen.
Wenn die Ferdermenge 0 wird, gibt es keine Strömungsverluste im
Schlauch, weil das Wasser dann nicht strömt.
Christian S. schrieb:> Die Pumpe ist in der Lage, im Schlauch bis 10m ÜBER die Wasseroberfläche> zu fördern. Auch wenn sie 22000 Meilen unter dem Meer hängt.
Eben!
Und man sollte auch eine möglichst dicke Leitung von der Pumpe
weg (Wasseroberfläche) vorsehen...
Beispiel wäre bei einer Bachlaufpumpe, ein halb Zoll Schlauch
liefert nicht mal bis zu Quelle, ein Zollschlauch aber schon
(eigene Erfahrung), aber Strömungstechniker können das besser
begründen!
Loddar schrieb:>> Kann mir das jemand einfach erklären?>
KSB, Grunfoss etc haben alle “Die kleine Pumpenschule”
auch in offenen hydraulischen Systemen rechtet der Inschinör in Pa und
der GaWaSch’er in mWS - aber nie in bar.
Je tiefer die Pumpe unter der Wasseroberfläche ist, je weniger gross ist
die Kavitatiosgefahr.
Immer den NPSH beachten!
Harald W. schrieb:> Allerdings erzeugen die mir bekannten Tauchpumpen> keinen so hohen Druck. Aber dafür gibts ja schliesslich Daten-> blätter.
Eben. Raus aus dem Baumarkt, hin zum Pumpenfachhandel.
> Eine Wasserpumpe meines Grossvater schaffte es bereits> in den 20er Jahren,
Wärmekraftmaschinen wurden erfunden weil das Wasserpumpen mit den
Laufrädern nicht so dolle war. Newcomens Dampfmaschine war halbgar, Die
von James Watt besser. Ihm zu Ehren messen wir Leisung in Watt. James
ist bald 300 Jahre tot.
> Wasser aus 60m Tiefe zu holen,
Schon der Silberbergbau im Harz (wo Goethe inschinörd hat) war tiefer
>aber das war> ein Pumpe, die auf und ab ging.
Kolbenpumpe mit langen trieb, viel Druck, Kavitationsresistent, aber
halt eine lausige Fördermenge.
Mehr als 10 mWS kann man halt flüssiges Wasser nicht ansaugen, da saugt
man dann nur noch Dampf. “Wasser ist schon ein besonderer Saft”
Druckverlust in Rohrleitungen kann man rechnen. Osborne Reynolds hatte
ein paar schlaue Gedanken. Der ist aber auch schon mehr als 100 Jahre
tot. Ihm zu Ehren rechnet man mit der Reynolds Zahl.
Sebastian L. schrieb:> Mehr als 10 mWS kann man halt flüssiges Wasser nicht ansaugen, da saugt> man dann nur noch Dampf. “Wasser ist schon ein besonderer Saft”
Das kommt drauf an, wo man wohnt ;-)
Mancherorts hat man schon bei 7m oder noch weniger ein Problem.
Loddar schrieb:> Was passiert, wenn ich eine Tauchpumpe mit einer max. Förderhöhe von 10m> (also 1bar) so in einen Brunnen hänge, dass sie 10m unter Wasser ist
Sie geht kaputt. Die üblichen Tauchpumpen, die bis 1bar schaffen, sind
nicht dafür ausgelegt dem Druck in 10m Wassertiefe zu widerstehen,
angefangen von den Gehäuse- und Kabeleinführungs-Dichtungen, bis zu den
Simmerringen an der Welle wird Wasser eindringen.
Näheres verrät das Datenblatt mit der Angabe zur maximalen
Eintauchtiefe.
Ansonsten gilt: Es zählt die Höhe über dem Wasserspiegel. Ich hatte eine
0.7bar Pumpe in einem Brunnen mit etwa -4m Wasserspiegel unter dem
Auslass. Sank der Wasserspiegel, sank der Durchfluss. Die Eintauchtiefe
hatte darauf keinen Einfluss.
Gemeint ist wahrscheinlich eine Kreiselpumpe, Membranpumpen können
anders reagieren.
Wolfgang schrieb:> Sebastian L. schrieb:>> Mehr als 10 mWS kann man halt flüssiges Wasser nicht ansaugen, da saugt>> man dann nur noch Dampf. “Wasser ist schon ein besonderer Saft”>> Das kommt drauf an, wo man wohnt ;-)
nemlig, Schön das man nicht nur für taube Augen schreibt.
> Mancherorts hat man schon bei 7m oder noch weniger ein Problem.
Schiffspropeller haben sogar unter Höhe Meeresspiegel ein
Kavitationsproblem und die saugen sogar nur horizontal.
Sebastian L. schrieb:> Mehr als 10 mWS kann man halt flüssiges Wasser nicht ansaugen, da saugt> man dann nur noch Dampf. “Wasser ist schon ein besonderer Saft”
Das hat nichts mit dem Wasser zu tun. Das liegt einfach an der
unerträglich hohen Gravitation auf diesem Felsklumpen. Hast Du mal
versucht Einkäufe in den 2. Stock hoch zu tragen? Ist Dir die Kraft
aufgefallen mit der die Taschen nach unten ziehen? Es ist mir
schleierhaft wie sich überhaupt Leben entwickeln und dann auch noch aus
dem Wasser steigen konnte unter diesen widrigen Bedingungen.
Bernd K. schrieb:> Das liegt einfach an der> unerträglich hohen Gravitation auf diesem Felsklumpen.
Ich bin froh über die Gravitation :-) Ohne sie würde sich unsere
Atmosphäre sehr schnell aus dem Staub (vom Felsklumpen) machen ;-)
Bernd K. schrieb:> Sebastian L. schrieb:>> Mehr als 10 mWS kann man halt flüssiges Wasser nicht ansaugen, da saugt>> man dann nur noch Dampf. “Wasser ist schon ein besonderer Saft”>> Das hat nichts mit dem Wasser zu tun. Das liegt einfach an der> unerträglich hohen Gravitation auf diesem Felsklumpen. Hast Du mal> versucht Einkäufe in den 2. Stock hoch zu tragen? Ist Dir die Kraft> aufgefallen mit der die Taschen nach unten ziehen? Es ist mir> schleierhaft wie sich überhaupt Leben entwickeln und dann auch noch aus> dem Wasser steigen konnte unter diesen widrigen Bedingungen.
Na ja, wenn man explizit vom Saugen spricht, dann hat es auch sehr viel
mit dem Wasser oder dem jeweiligen Fluid zu tun. Das hat nun mal einen
bestimmten Dampfdruck und damit eine Siedetemperatur abhängig vom Druck.
Ganz praktisch heißt es, dass wenn der Druckverlust durch die Ansaugung
so groß wird wie der Umgebungsdruck, dann siedet das Wasser. Die Pumpe
saugt also dieses Gas statt das Wasser.
Die Schwerkraft hat also speziell hier einen positiven Effekt, da diese
ja den Umgebungsdruck erzeugt. Wenn man dabei einen Höhenunterschied h
überwinden will, dann kommt natürlich die Gravitation mit m*g*h dem
negativ entgegen.
Bei vielen Pumpen ist bei der maximalen Förderhöhe die Förderleistung
gleich 0 (wenn das nicht gar die Definition des Begriffs ist.) Man kann
sich also statt der Pumpe einfach einen zugeknoteten Schlauch hinhängen
und einmal mit Wasser füllen, braucht viel weniger Strom als die Pumpe.
Wobei die immerhin die Verdunstungsverluste am oberen Schlauchende
ausgleicht. :)
Joe G. schrieb:> Bernd K. schrieb:>> Das liegt einfach an der>> unerträglich hohen Gravitation auf diesem Felsklumpen.>> Ich bin froh über die Gravitation :-) Ohne sie würde sich unsere> Atmosphäre sehr schnell aus dem Staub (vom Felsklumpen) machen ;-)
Wie beim Mars! Man stelle sich Terraforming vor: Die Temperatur steigt
und damit die Teilchengeschwindigkeit. Schon jetzt bei durchschnittlich
-55°c oder so kann er nur eine Atmosphäre wie die Erde in 90km Höhe
halten. Bei erdähnlichen Temperaturen wäre das Gleichgewicht noch
dünner, praktisch Weltraum.
Wolfgang schrieb:> Hänge einfach mal einen Schlauch senkrecht ins Wasser und guck dir an,> bis wo der von selbst vollläuft - ganz ohne Zutun irgendeiner Pumpe.> Da gehen auch 100 oder 1000m.
Ja, wir wissen das.
Leider scheint sich der Rest des Forums uneinnig zu sein, über simpelste
physikalische Tatsachen.
Mir macht das diskutieren hier langsam keinen Spass mehr, wenn selbst
simpelste physikalische Fakten permanent von irgendwelchen Dummbatzen in
Frage gezogen werden, und zwar OHNE jedes Argument. Da werden Meinungen
einfach als Fakten dargestellt, und man beharrt darauf bis zum bitteren
Ende.
Auch in der Arbeit passiert es inzwischen öfter, dass Leute Berechnungen
und Application-Notes in Frage gestellt haben, weil ihr Bauchgefühl
sagt, das stimme nicht. Ich akzeptiere Einwände gerne, aber bitte muss
man auch einen Grund nennen, warum etwas falsch sein soll. Eine Meinung
ist kein Grund. In der Physik und Elektrotechnik lassen sich die meisten
Dinge gut berechnen, und es gibt viele Quellen.
Es scheint keinerlei Bereitschaft mehr gegeben zu sein, sich
tiefergehend mit Dingen auseinanderzusetzen, und Fakten werden mit
Meinung vermischt.
Dass das so häufig vorkommt ist neu, und betrifft nicht nur junge Leute.
Was kann man tun?
Kann man etwas tun?
Wollvieh W. schrieb:> Man kann> sich also statt der Pumpe einfach einen zugeknoteten Schlauch hinhängen> und einmal mit Wasser füllen, braucht viel weniger Strom als die Pumpe.
Das nennt sich landläufig auch Barometer. Oben verdampft das Wasser,
wenn man das geschlossene Schlauchende höher als 10 m (auf N.N.) über
dem Wasserspiegel hält.
Das ist aber mal wieder ein lustiger Thread. Also wenn ich meine
Physikkenntnisse aneinanderreihe, komme ich zu folgendem Ergebnis
(Reibungsverluste im Schlauch vernachlässigt):
Die Pumpe schafft 1 bar. Damit ist die Druckdifferenz zwischen Eingang
und Ausgang der Pumpe gemeint. Alles andere macht (aus physikalischer
Sicht) nicht so viel Sinn.
In 10 m Wassertiefe herrscht ein Druck von 1 bar zzgl. dem Luftdruck an
der Wasseroberfläche (absolut gesehen).
Läuft die Pumpe nicht und der Schlauch ist mit Wasser gefüllt, ist der
Druck am Eingang der Pumpe genauso groß wie am Ausgang der Pumpe;
Druckdifferenz also Null. Logisch. Statische Verhältnisse. An beiden
Seiten der Pumpe lasten hydrostatisch die 10 m Wassersäule zzgl.
Luftdruck.
Wird die Pumpe jetzt angeschaltet, haben wir dynamische Verhältnisse und
sie muß das über ihr liegende Wasser im Schlauch verdrängen. Bei 10 m
Wassersäule sind das wegen dem hydrostatischen Druck 1 bar. Im Schlauch
herrscht an der Wasseroberfläche also kein Druck mehr und ergo wird
nichts aus dem Schlauch herausbefördert.
Die Pumpe muß das Wasser 10 m nach oben befördern, und das benötigt nun
mal Energie. Und diese Energie wird in Form von Druck unten eingespeist.
Die Energie reicht aber nicht, "um das Wasser mehr als 10 m anzuheben".
Tja, schon erstaunlich, dass "Druck" für viele Menschen eine so schwer
fassbare Größe ist...
Hier ein anderes prima Beispiel, über das sich hier ohne Anschauung
vermutlich ähnlich diskutieren ließe:
https://www.youtube.com/watch?v=-F8NDmFrZCk
Wenn eine Pumpe das Wasser 10m hoch drücken kann, gilt daß immer
ab der Wasseroberfläche, egal wo sich die Pumpe befindet.
Ob die Pumpe nun 1m oder 100m unter der Wasseroberfläche ist
spielt rein physikalisch gesehen dabei keine Rolle.
Ob bei 100m, die Gehäusedichtungen der Pumpe das aushalten
ist eine andere Sache.
Günter Lenz schrieb:> Wenn eine Pumpe das Wasser 10m hoch drücken kann, gilt daß immer> ab der Wasseroberfläche, egal wo sich die Pumpe befindet.> Ob die Pumpe nun 1m oder 100m unter der Wasseroberfläche ist> spielt rein physikalisch gesehen dabei keine Rolle.> Ob bei 100m, die Gehäusedichtungen der Pumpe das aushalten> ist eine andere Sache.
Richtig, was allerdings bei zunehmender Schlauchlänge ins Gewicht fällt
ist der Durchflusswiderstand, der ist auch unter der Wasseroberfläche
wirksam.
Lutz schrieb:> Das ist aber mal wieder ein lustiger Thread. Also wenn ich meine> Physikkenntnisse aneinanderreihe, komme ich zu folgendem Ergebnis> (Reibungsverluste im Schlauch vernachlässigt):>> Die Pumpe schafft 1 bar. Damit ist die Druckdifferenz zwischen Eingang> und Ausgang der Pumpe gemeint. Alles andere macht (aus physikalischer> Sicht) nicht so viel Sinn.>> In 10 m Wassertiefe herrscht ein Druck von 1 bar zzgl. dem Luftdruck an> der Wasseroberfläche (absolut gesehen).> Läuft die Pumpe nicht und der Schlauch ist mit Wasser gefüllt, ist der> Druck am Eingang der Pumpe genauso groß wie am Ausgang der Pumpe;> Druckdifferenz also Null. Logisch. Statische Verhältnisse. An beiden> Seiten der Pumpe lasten hydrostatisch die 10 m Wassersäule zzgl.> Luftdruck.>> Wird die Pumpe jetzt angeschaltet, haben wir dynamische Verhältnisse und> sie muß das über ihr liegende Wasser im Schlauch verdrängen. Bei 10 m> Wassersäule sind das wegen dem hydrostatischen Druck 1 bar. Im Schlauch> herrscht an der Wasseroberfläche also kein Druck mehr und ergo wird> nichts aus dem Schlauch herausbefördert.>> Die Pumpe muß das Wasser 10 m nach oben befördern, und das benötigt nun> mal Energie. Und diese Energie wird in Form von Druck unten eingespeist.> Die Energie reicht aber nicht, "um das Wasser mehr als 10 m anzuheben".
Also ... Wasseroberfläche Druck ~ 1 Bar Atmosphäre, +10m Wassersäule = 2
Bar Absolut Pumpe eingangsseitig. Pumpe Ausgangsseitig gegen
Wassseroberfläche 0 Bar + Atmosphäre = ~ 1 Bar absolut? AHA, also
Druckabfall in der Pumpe um 1 Bar? Und was hindert das Wasser daran
durch die Pumpe zu strömen und den Druck auszugleichen? ....
kommunizierende Röhren sag ich mal dazu.
Setzen 6
Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?
Wasseroberfläche: 1 bar Luft
10 m Tiefe: 1 bar Luft + 1 bar Wasser = 2 bar
Also sind in 10 m Tiefe 1 bar mehr. Um jetzt Wasser 10 m nach oben zu
bekommen, wo 1 bar ist, müssen 1 bar "aufgebracht" werden.
Wie geschrieben; es ist nicht ab der Wasseroberfläche. Das kann der
eine oder andere gerne immer wieder wiederholen, deshalb wird sich daran
nichts ändern.
Noch etwas Klugschiß zum Feiertag oben drauf: Physikalisch gesehen gibt
es "Saugen" auch gar nicht. Beim "Saugen" wird der Druck auf der
"Saugseite" reduziert, womit eine Druckdifferenz erzeugt wird. Und der
Umgebungsdruck "drückt" dann in die "Saugseite" hinein. Das ist auch die
Begründung, warum man Wasser in der freien Natur theoretisch nur 10 m
hoch "saugen" kann: Wenn auf der "Saugseite" ein Vakuum ist, hat der
Luftdruck auf der anderen Seite 1 bar. Und Rho*g*h bei Wasser ist nun
mal 1 bar, wenn h 10m ist. Größer kann der Druckunterschied in der
freien Natur also nicht werden. In der Praxis siedet das Wasser
natürlich vorher usw..
Lutz schrieb:> Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?>> Wasseroberfläche: 1 bar Luft> 10 m Tiefe: 1 bar Luft + 1 bar Wasser = 2 bar> Also sind in 10 m Tiefe 1 bar mehr. Um jetzt Wasser 10 m nach oben zu> bekommen, wo 1 bar ist, müssen 1 bar "aufgebracht" werden.>> Wie geschrieben; es ist nicht ab der Wasseroberfläche. Das kann der> eine oder andere gerne immer wieder wiederholen, deshalb wird sich daran> nichts ändern.
Schwachfug^2.
Probiers doch bitte einer aus und mach ein Video davon. Mir fehlen dafür
Gerade leider leider die Zutaten.
Lutz schrieb:> Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?>> Wasseroberfläche: 1 bar Luft> 10 m Tiefe: 1 bar Luft + 1 bar Wasser = 2 bar> Also sind in 10 m Tiefe 1 bar mehr. Um jetzt Wasser 10 m nach oben zu> bekommen, wo 1 bar ist, müssen 1 bar "aufgebracht" werden.
Unsinn, der Druck liegt schon an, muss also eben nicht "aufgewendet"
werden. Um Wasser innerhalb von Wasser anzuheben, muss eben KEINE
Hebearebeit m*g*h aufgewendet werden, weil jedem Volumenelement Wasser
immer und exakt genau so viel Auftriebskraft wie Gewichtskraft
entgegensteht. Beide sich also exakt aufheben, alles andere wäre
offensichtlicher Unsinn.
Was aber in einem Schlauch aufgebracht werden muss ist natürlich die
Reibungsarbeit des Fluids. Dazu die Beschleunigungsarbeit mpunkt*0,5*v²,
wobei v die Strömungsgeschwindigkeit des Fluids ist.
Lutz schrieb:> Um jetzt Wasser 10 m nach oben zu> bekommen, wo 1 bar ist, müssen 1 bar "aufgebracht" werden.
Ach soooo.... Wenn ich einen Strohhalm in ein Glas Wasser stelle, dann
bleibt der trocken, weil ja im Strohhalm immer 1 bar Luftdruck
herrscht?!
Deshalb sollen die auch verboten werden, weil die nämlich gegen die
Gesetze der Physik verstoßen. Gar nicht so doof, diese EU.
Lutz schrieb:> nach oben zu bekommen, wo 1 bar ist, müssen 1 bar "aufgebracht" werden.
Und wie groß ist der Druck am Einlass der Pumpe? Den hast du vergessen.
Lutz schrieb:> 10 m Tiefe: 1 bar Luft + 1 bar Wasser = 2 bar> Also sind in 10 m Tiefe 1 bar mehr. Um jetzt Wasser 10 m nach oben zu> bekommen, wo 1 bar ist, müssen 1 bar "aufgebracht" werden.>> Wie geschrieben; es ist nicht ab der Wasseroberfläche. Das kann der> eine oder andere gerne immer wieder wiederholen, deshalb wird sich daran> nichts ändern.
Verbunden mit der Ausgangsfrage: Welcher Druck herrscht denn an der
Entnahmestelle? (Druckverlust im Schlauch vernachlässigt)
Max Pollin schrieb:> Deshalb sollen die auch verboten werden, weil die nämlich gegen die> Gesetze der Physik verstoßen. Gar nicht so doof, diese EU.
Da muss die Energielobby hinterstehen! Wo kämen wir denn hin, wenn auf
einmal alle Leute ihre Energie aus Strohhalmen beziehen?
Lutz schrieb:> Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?>> Wasseroberfläche: 1 bar Luft> 10 m Tiefe: 1 bar Luft + 1 bar Wasser = 2 bar> Also sind in 10 m Tiefe 1 bar mehr. Um jetzt Wasser 10 m nach oben zu> bekommen, wo 1 bar ist, müssen 1 bar "aufgebracht" werden.
Noch besoffen? :D
Wenn wir dieser Logik folgen, dann müsste man ja auch bei einer
Gasflasche mit sagen wir mal 10bar Pü und einem Leck, diesen Überdruck
aufbringen, damit das Gas aus der Flasche ausströmen kann? Natürlich
nicht, dieser Überdruck steht schon an und wurde davor als
Volumenänderungsarbeit in der Flasche gespeichert.
Wollten wir dagegen Gas in die Flasche reinpressen, ja dann müssten wir
gegen diese 10bar ankämpfen. Schwenk zu 10m Wassertiefe: Wollen wir in
10m also 1bar Pü Gas reinblasen, wie in einem Reaktor z.B., dann müssten
wir >1bar aufwenden, damit etwas unten an Gas rausströmt. Bei Wasser
aber nicht, durch seine Gewichtskraft die exakt der Gewichtskraft eines
gleichen Volumenelements Wasser der Umgebung entspricht, würde es durch
diese Gewichtskraft diesen Überdruck selber erzeugen und man müsste nur
die Reibungsarbeit + Beschleunigungsarbeit aufwenden.
Weingut P. schrieb:
> was allerdings bei zunehmender Schlauchlänge ins Gewicht fällt>ist der Durchflusswiderstand,
Dies kann man duch dicke Leitungen entschärfen.
Lutz schrieb:
>Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?
Du hast da leider einen Denkfehler.
>Wasseroberfläche: 1 bar Luft>10 m Tiefe: 1 bar Luft + 1 bar Wasser = 2 bar
Die 1 bar Wasserdruck drücken aber auch in die
Ansaugöfnung der Pumpe hinein und entlasten die
Pumpe wieder um 1 bar.
Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?
Die Diskussion ist doch sowieseo sinnlos. Wenn ich eine Tauchpumpe mit
10 m Förderhöhe habe, gibt es keinen Grund, sie tiefer als 10 m unter
dem Auslaß einzutauchen, selbst wenn sie es aushielte. Sobald der
Wasserspiegel tiefer als -10 m sänke, könnte sie nicht mehr fördern.
Sinkt der Wasserspiegel nicht so tief, gibt es auch keinen Grund, die
Pumpe so tief zu montieren.
Walter T. schrieb:> Die Diskussion ist doch sowieseo sinnlos. Wenn ich eine Tauchpumpe mit> 10 m Förderhöhe habe, gibt es keinen Grund, sie tiefer als 10 m unter> dem Auslaß einzutauchen, selbst wenn sie es aushielte. Sobald der> Wasserspiegel tiefer als -10 m sänke, könnte sie nicht mehr fördern.> Sinkt der Wasserspiegel nicht so tief, gibt es auch keinen Grund, die> Pumpe so tief zu montieren.
Dem halte ich entgegen, dass es durchaus Brunnen gibt, in denen der
Wasserspiegel regelmäßig um 10m und mehr schwankt. Oder die zuwenig
"leisten", und bei denen das Brunnenrohr als Puffer genutzt wird.
Oder Wasserproben, die aus Peilrohren wie sie überall im Land stecken,
entnommen werden.
Oder Wasserproben, die aus Gewässern in bestimmten tiefen entnommen
werden sollen.
Max Pollin schrieb:> Dem halte ich entgegen, dass es durchaus Brunnen gibt, in denen der> Wasserspiegel regelmäßig um 10m und mehr schwankt.
Und bei einem solchen Brunnen hast Du bei Tauchpumpe mit einer
Förderhöhe von 10 Metern eben keine Chance, ganzjährig Wasser zu
fördern. Was nicht schlimm ist. Es gibt auch größere Pumpen.
Walter T. schrieb:> Und bei einem solchen Brunnen hast Du bei Tauchpumpe mit einer> Förderhöhe von 10 Metern eben keine Chance, ganzjährig Wasser zu> fördern. Was nicht schlimm ist. Es gibt auch größere Pumpen.
Ja - man muss nur erkennen, dass Förderhöhe begrenzt ist und
entsprechend der max. Eintauchtiefe verfahren. Hier ist es gut
beschrieben:
https://tauchpumpe-schmutzwasserpumpe-shop.de/gute-tiefbrunnenpumpen-fuer-tiefe-brunnen