Welchen Propeller für viel Luftstrom

OP #6209010
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Ich möchte Spaßeshalber einen kleinen aber leistungsstarken 
batteriebetriebenen Staubsauger bauen.

Also nehme ich am besten den Lüfter der am meisten Luftstrom bewegt? Und 
meine Frage ist wird so ein Brushless motor mit einem zwei oder drei 
Blätter Rotor genug Saugkraft entwickeln können? Leider steht nirgends 
welcher Luftstrom entsteht. Ich denke auch das so ein 120mm PC Lüfter zu 
wenig Saugkraft entfaltet?
(Firma: Funkenflug Industries) #6209062
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Für einen Staubsauger brauchst Du keinen Lüfter, sondern das verlangt 
nach einer Art Kompressor, der neben einem recht hohen Luftstrom auch 
eine verhältnismäßig hohe Verdichtung bei niedrigem Ansaugdruck 
erreicht.

Für sowas bieten sich Radialverdichter an, ggf. mehrstufig wenn man 
weniger Drehzahl möchte.
#6209308
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Ben B. schrieb:

> Sowas transportiert Luftmassen ganz gut, erzeugt für einen Staubsauger
> aber zu wenig Druckunterschied.

Ein Staubsauger braucht nur einen geringen Druckunterschied von
Bruchteilen von Bar. Schon zum Aufblasen eines Luftballons benötigt
man mehr Druck. Höhere Druckuntersachiede bei Staubsaugern würden
die abgesaugten Flächen wohl beschädigen.
#6209315
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Wer schon einmal einen Staubsauger geöffnet hat, weiss, dass darin 
üblicherweise ein Radiallüfter verbaut ist. Dieser ist mit einer sehr, 
sehr niedrigen Schnellaufzahl designt - genau aus dem Grund, um bei 
moderatem Luftstrom eine hohe Druckdifferenz erzeugen zu können.

Axiallüfter sind also eher ungeeignet.
#6209394
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Harald W. schrieb:
> Aha, einen solchen Staubsauger habe ich noch nie gesehen. Zeige mir
> doch mal ein Beispiel.

Kein Problem:

https://www.google.com/search?q=staubsauger+l%C3%BCfterrad

Alle Axiallüfter in der Bildsuche auf der ersten Seite sind nur die 
Motorkühlung.

Harald W. schrieb:
> Das ist aber die normalerweise übliche Bauweise.

Beim Kobold. Später nicht mehr.
(Firma: Funkenflug Industries) #6209397
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> Ein Staubsauger braucht nur einen geringen Druckunterschied von
> Bruchteilen von Bar. [..] Höhere Druckuntersachiede bei Staubsaugern
> würden die abgesaugten Flächen wohl beschädigen.
Ja klar, die heben das Fundament aus dem Rasen. :D Ey bist Du wirklich 
so dumm wie das aussieht oder tust Du nur so um mich zu trollen? Ich 
fühle mich geehrt.

>> Axiallüfter sind also eher ungeeignet.
> Das ist aber die normalerweise übliche Bauweise.
Auch Du hattest noch nie einen Staubsauger offen bzw. bist nicht weit 
genug in die Turbine vorgedrungen. Das ist ein Radialverdichter mit 
billigen Laufrädern, oft sogar mit zwei Stufen um das nötige 
Druckverhältnis zu erreichen.

Axialverdichter sind so klein schwierig zu bauen, das ist was für 
größere Anwendungen wie die Verdichter für Flugzeug-Turbinentriebwerke. 
Dort haben sie am Beispiel des GE-90 13 Stufen und ein Druckverhältnis 
von 1:42.
Angehängte Dateien:
#6209459
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Walter T. schrieb:

> Wer schon einmal einen Staubsauger geöffnet hat, weiss, dass darin
> üblicherweise ein Radiallüfter verbaut ist.

Ein Radiallüfter sieht so aus:
https://shop.gev.at/ClientArea/PartsImages/601237.jpg
Sowas ließe sich wohl nur schwer in einem normalen Staubsauger
unterbringen. Ein Axiallüfter dagegen ist ein Lüfter, bei dem
die Lüfterachse und sowohl der Eingangs- als auch der Ausgangs-
luftstrom in die gleiche Richtung wie die Motorachse gehen.
#6209465
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Harald W. schrieb:
> Ein Axiallüfter dagegen ist ein Lüfter, bei dem
> die Lüfterachse und sowohl der Eingangs- als auch der Ausgangs-
> luftstrom in die gleiche Richtung wie die Motorachse gehen.

Dieser Satz stimmt.

Und jetzt wirf mal die Google Bildsuche an, suche nach 
"Staubsaugermotor", und schau Dir mal in Ruhe an, wie ist fast jedem der 
Bilder, auf denen man die Geometrie erkennen kann, ein ein- oder 
mehrflutiges Sprialgehäuse zu sehen ist.

Staubsaugerventilatoren sind noch nicht einmal im Übergangsbereich 
radial/diagonal. Die sind so heftig radial, mit Schnelllaufzahlen unter 
1, dass das unstrittig ist. Zumindest unter Leuten, die sich mit 
Ventilatoren und Turbinen auskennen.
(Firma: Funkenflug Industries) #6209960
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Axialkompressoren haben Rotorblätter, die wie Tragflächen eines 
Flugzeuges geformt sind. Daher brauchen sie Leitschaufeln für den 
korrekten Anströmwinkel. Bei Triebwerken mit höherer Leistung sind die 
Leitschaufeln der unteren Stufen verstellbar, ihr Winkel wird an die 
Drehzahl und den Luftdurchsatz des Verdichters angepasst. Man kann sich 
das so vorstellen, daß die Luft von den drehenden Schaufeln beschleunigt 
wird und sich in den Leitschaufeln wieder verlangsamt, wodurch der 
Druckaufbau entsteht. Die Luft nimmt also zuerst kinetische Energie auf, 
die in Druck umgewandelt wird. Sieht sehr einfach aus, aber die Dinger 
sind hoch komplexe Maschinen und recht empfindlich auf Strömungsabrisse 
(compressor stall bei Triebwerken) wenn irgendwas ihren Betrieb stört.
Persönliche Seite #6210127
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Das Kompetenzgerangel ist schon lustig mit anzuschauen ;-)
Traditionell werden Staubsauger mit Radiallüftern ausgestattet. Früher 
oft auch mehrstufig. Ob Leitschaufeln oder nicht ist natürlich kein 
unmittelbares Kriterium für eine Strömungsmaschine. Zudem hat man 
Radiallüfter früher ausschließlich mit Spiralgehäusen [1] ausgestattet 
(PROTOS von Siemens und Schuckert). Um Geräte kompakter zu bauen, wurde 
dann auf Leitschaufeln, zur Umwandung von dynamischen in statischen 
Druck, übergegangen. Da die Strömungswiderstände mit zunehmenden 
Filtermaßnahmen auch größer wurden, kamen mehrstufige Radialgebläse auf 
den Markt. Mit Dyson etablierten sich sehr hochdrehende Diagonalgebläse, 
ähnlich der Turbolader. Axialgebläse (z.B. wie PC Lüfter) sind für 
Staubsauger, bis auf Ausnahmen, ungeeignet. Der TO sprach eingangs von 
„Saugkraft“. Was ist damit gemeint? Sicherlich das Vermögen, um Staub 
aufzunehmen und zu transportieren. Dazu benötigt es Saugleistung, also 
das Produkt aus Volumenstrom UND Druckdifferenz! Beide Größen müssen in 
einem Staubsauger optimal aufeinander angestimmt werden, da sich der 
tatsächliche Arbeitspunkt aus dem Schnittpunkt der Gebläsekennlinie mit 
der Kennlinie der Strömungswiderstände ergibt. Wer damit experimentieren 
möchte, dem sei z.B. LT-Spice dazu empfohlen. Auf Wunsch stelle ich 
entsprechenden Modelle zur Verfügung.

[1] https://www.pinterest.de/pin/547398529699103585/
#6210149
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Die Links von Winne sind sehr interessant.
Das englische Wiki ist manchmal viel ergiebiger als das deutsche, man 
muß wohl beide anschauen, wenn man sich informieren will...

Billige Serienartikel wie PC-Lüfter fallen ja in größerer Zahl an. Für 
Experimente damit ist der Wiki-Artikel "Ventilatorkennlinie" 
empfehlenswert.
Damit kann man abschätzen, was eine Parallel- oder Serienschaltung 
bringt.
Bei einer Serienschaltung zur Druckerhöhung kann man das Gehäuse eines 
defekten Lüfters als Kuppelstück verwenden. Die Verbindung mit 
Gewindestangen macht das einfach. Mehr als 2 in Serie habe ich noch 
nicht probiert.

Gruß - Werner
#6210154
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Also aus der Praxis kann ich vermelden daß Industriestaubsauger zwischen 
0,2 und 0,3 bar unterdruck "machen", Haushaltssauger eher in der 0.15bar 
Gegend.

Und ALLE staubsauger die ich beis jetzt zerlegt habe hatten ein 1 oder 2 
stufiges Radialgebläse. Nix "Propeller".

Ohne jetzt dem OP was unterstellen zu wollen würde ich sagen daß das 
seine Gründe hat und nicht gemacht würde wenns mit einem deutlich 
simpler herzustellenden Propeller gehen würde.

Nur so als Denkanstoß.
#6210216
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Michael B. schrieb:
> Und ALLE staubsauger die ich beis jetzt zerlegt habe hatten ein 1 oder 2
> stufiges Radialgebläse.

Das wiederum wundert mich. Ich habe schon Staubsauger mit mehrflutigem 
Gebläse, aber noch keine mit mehrstufigem Gebläse gesehen. Aber ich 
hatte auch noch keinen Dyson offen.

Michael B. schrieb:
> [...] wenns mit einem deutlich
> simpler herzustellenden Propeller gehen würde.

Das sehe ich gegenteilig. Dieser winzige Radiallüfter mit billigen 
nicht-konturierten Blechschaufeln kann 1kW Wellenleistung bei 
akzeptablem Wirkungsgrad umwandeln. Faierweise müssen wir den 
Durchmesser des Diffusorgehäuses bei der Größe noch dazurechnen. Aber 
ein Axialventilator für Luft in der Leistungsklasse (hier eben mehr 
Volumenstrom bei niedrigerem Druck) bei gleichem Durchmesser ist alles 
andere als trivial. Um genau zu sein: Ich kenne keine einzige technische 
Realisierung.
Persönliche Seite #6210340
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Walter T. schrieb:
> Das wiederum wundert mich. Ich habe schon Staubsauger mit mehrflutigem
> Gebläse, aber noch keine mit mehrstufigem Gebläse gesehen.

Hier zwei meiner zweistufigen Gebläse. Bei einer Variante habe ich mal 
die Kappe abgenommen. man sieht sehr gut die erste Stufe mit dem 
Leitsystem zur Umlenkung in die Zweite Stufe. Die Druckmessstutzen im 
zweiten Bild habe ich nur für Versuchszwecke implementiert.
Angehängte Dateien:
Persönliche Seite #6210368
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#6210684
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Harald W. schrieb:
> Ein Staubsauger braucht nur einen geringen Druckunterschied von
> Bruchteilen von Bar. Schon zum Aufblasen eines Luftballons benötigt
> man mehr Druck. Höhere Druckuntersachiede bei Staubsaugern würden
> die abgesaugten Flächen wohl beschädigen.

Nö.
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden Staubsauger mit der Angabe 
der Saugleistung in "mm Wassersäule" beworben  und das waren regelmäßig 
recht viele Bruchteile eines Bar.

Und auch damals hat niemand versehentlich die Nägel aus dem Parkett 
gesaugt.
#6210710
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Mit so einem Brushless-Impeller für Modellflugzeuge habe ich mal einen 
Laubbläser gebaut. Wirklich beeindruckend wie da die Luft bewegt wird. 
Selbst in einigen Metern Entfernung flogen da noch die Blätter 
(logisch,wenn so ein Teil fast 1kg Schub erzeugen soll).  Allerdings 
sind die Teile irre laut. Ob das für einen Staubsauger taugt weiß ich 
allerdings nicht. Könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es gehen 
könnte.

https://www.ebay.de/sch/i.html?_osacat=0&_odkw=brushless+jet+&_from=R40&_trksid=m570.l1313&_nkw=brushless+impeller&_sacat=0

Als Ansteuerung empfielt sich dann ein Brushlessregler für Modellbau + 
ein Servotester. Dann kannst du am Servotester-Poti gleich die Leistung 
einstellen. So hab ich das mit dem Laubbläser realisiert.
#6212381
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Oliver S. schrieb:
> Leistungsstarke Akkusauger mit Brushlessmotoren oder auch Staubsauger an
> sich gibt es ja nun nicht erst seit gestern.

Naja, ich habe mal nach etwas in der Art gesucht.
Was der Markt da so hergibt war ( gemessen an dem was ich gerne gekauft 
hätte ) eher sehr ernüchternd.

Mit der Technik aus dem Modellbau lässt sich da erheblich mehr machen.
Es gibt Modellflugzeuge mit Impellerantrieb im kW Bereich.

Ein Akkusauger der mit einer Akkuladung "nur" 15 Minuten läuft, dafür 
aber soviel Saugleistung entwickelt wie ein 230V Sauger... das stelle 
ich mir vor.

Das Kernproblem ist nicht die Machbarkeit, sondern die Tatsache, dass 
man auf dem Markt für Jedermann keine Hochleistungsakkus ( LiPo ) mit 
den nötigen Amperestunden verbauen kann.
Es gibt ja gewisse Sicherheitsvorgaben...
Ausserdem wäre ein Sanftanlauf Pflicht, sonst würde der Drehmoment den 
Sauger sofort aus Oma Meiers Hand reissen.

Aber ja, ich wäre ein Kunde für so ein kompromissloses Gerät.

P.S.: Ich spreche hier von einem kleinen Handsauger ohne Schlauch.

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