Jahrelang habe ich mich vor dem Löten von SMD Bauteilen gedrückt,
insbesondere wegen meiner Sehschwäche. Mit bloßem Auge war für mich
bisher Lochraster das Ende der Fahnenstange.
Doch nach euren Ermunterungen habe ich es dennoch versucht und dabei
richtig Spaß bekommen. Ich möchte mich bei allen Danken, die mich dazu
animiert haben. Für mein Hobby ist das definitiv eine Bereicherung und
für mein Ego auch.
Im folgenden beschreibe ich die Aspekte, die ich hierzu erwähnenswert
finde.
Aufgrund des geringen Budgets habe ich fast alle Arbeitsmittel über
Aliexpress bestellt. Die Lötstation habe ich aber über Amazon von einem
Zwischenhändler in Deutschland bezogen, um Probleme mit dem Zoll zu
vermeiden und sie notfalls zurück geben zu können. Alle Lieferungen sind
angekommen und haben zufriedenstellende Qualität.
Die beiden Lampen sind vom Baumarkt und mit jeweils 20W LED von Osram
bestückt, also brutal hell. Das hilft mir, klar zu sehen, weil sich
durch das Licht meine Pupillen verengen und dadurch die
Hornhautverkrümmung weniger stark wirkt.
Beim Arbeiten war mir die "Rightwell" Lupenbrille (16€ bei Amazon) mit
3,5 facher Vergrößerung eine sehr gute Hilfe. Ich habe sie über meiner
normalen Brille getragen, um meine Lötstellen zu kontrollieren. Einen
interessanten Effekt, den ein anderer User hier beschrieb, kann ich
bestätigen:
Wenn man besser sieht, werden automatisch die Hände ruhiger. Sehr viel
ruhiger sogar - hätte ich nicht erwartet.
Zum Üben habe ich mir eine Übungsplatine bei bestellt, mit allerlei
kleinen und mittelgroßen Bauteilen drauf.
Die Bauteile mit 2-3 Pins konnte ich anfangs besser mit dem gewohntem
Lötzinn und Lötkolben verarbeiten. Nachdem ich die richtige Dosierung
der Lötpaste raus hatte, klappte es aber mit der Paste besser.
Die Handhabung des Heißluft Gerätes stellte sich als sehr einfach
heraus. Zuerst erwärme ich die Platine, weil man dann die Lötpaste
besser in Form von sehr feinen Punkten auftupfen kann. Dann lege ich das
Bauteil drauf und mache es dann richtig heiß. Mir ist dabei nur ein
Widerstand weg geflogen.
Ich hatte befürchtet, dass ich die Platine oder Bauteile verkokeln
würde, aber das passierte nicht. Ich habe das Gerät gemäß Empfehlung auf
350°C und das Gebläse auf Stufe 4 (von 10) eingestellt.
Es ist immer wieder ein faszinierender Anblick, wenn die Paste sich zu
einem Tropfen verwandelt, der von ganz alleine an die richtige Stelle
fließt und auch noch das Bauteil automatisch gerade rückt.
Nur die kleinsten Widerstände im 0402 Format waren mir dann doch zu
klein. Zwei von 10 habe ich verloren und ich hatte Schwierigkeiten, sie
gerade auszurichten. Das ist auf jeden Fall ein Format, dass ich mir
freiwillig nicht nochmal antue.
Für nachträgliche Korrekturen habe ich den Lötkolben, 0,8mm Lötzinn, 1mm
Entlötlitze und Flussmittel verwendet. Ich denke, das braucht man auf
jeden Fall, weil die Lötungen mit der Paste nicht immer auf Anhieb
gelingen.
Weil es so viel Spaß machte, habe ich einige Bauteile (auch die 44pin
Mikrocontroller) mehrfach aus- und wieder eingelötet. Keine Ahnung, ob
sie das überlebt haben, da die Platine leider keine sinnvolle Funktion
hat. Aber sie sehen noch gut aus, und die Platine ebenso.
Ansonsten: Ich bin gerade richtig gut gelaunt, weil die Übungen so gut
geklappt haben - und das trotz des billigen Werkzeuges und meiner
Sehschwäche!
Ich kann das nur weiter empfehlen. Versucht es einfach. Keine Scheu vor
SMD und lasst euch chinesisches Werkzeug nicht schlecht reden. So
schlecht ist das gar nicht.
Mein Sohn hat es gerade auch ausprobiert, er kam damit ebenfalls auf
Anhieb zurecht. Nur mit dem Unterschied, dass er keine Lupenbrille
braucht. Für Temperatur der Platine unangenehm, er hätte sich eine
Halteklammer gewünscht.
Irgend wann kommt auch noch ein kleiner Diy-Preheater dazu. Da wuppt das
noch schneller, größere Bauteile machen keinen Ärger, SMD-LEDs nehmen
keinen Schaden...
PS: Weil ich da grad ganze Rolle Lötzinn, inkl. ne Rolle Endlötlitze
sehe. Die leere Rolle Endlötlitze nich wegschmeißen, mit Lötzinn
befüllen. Wiegt weniger und der Draht wird festgehalten. Wirkt wie ne
Dritte-Hand, nur das diese den Lötdraht hält. :)
Teo D. schrieb:> Irgend wann kommt auch noch ein kleiner Diy-Preheater dazu
Habe schon an ein Kühlpack gedacht. Ich habe mal zwei davon in der
Mikrowelle heiß gemacht, und danach ein Smartphone dazwischen gelegt, um
es zu öffnen. So etwas als Unterlage müsste doch schon reichen.
Teo D. schrieb:> Die leere Rolle Endlötlitze nich wegschmeißen, mit Lötzinn> befüllen. Wiegt weniger und der Draht wird festgehalten. Wirkt wie ne> Dritte-Hand, nur das diese den Lötdraht hält.
Danke für den Tipp.
Stefanus F. schrieb:> Nur die kleinsten Widerstände im 0402 Format waren mir dann doch zu> klein. Zwei von 10 habe ich verloren und ich hatte Schwierigkeiten, sie> gerade auszurichten. Das ist auf jeden Fall ein Format, dass ich mir> freiwillig nicht nochmal antue.
Die 0402 kann ich nur unter einem Mikroskop löten. Kauf dir eins.
Und eine ruhige Hand brauchst du.
Teddy schrieb:> Die 0402 kann ich nur unter einem Mikroskop löten. Kauf dir eins.
Nee lass mal, so nötig habe ich es noch nicht. Um SMD komme ich nicht
mehr drumherum da viele spannende Bauteile nur in SMD erhältlich sind.
Aber zu 0402 Bauteilen zwingt mich (noch) keiner.
Selbst die SMD Lötarbeiten werden bei mir eine Ausnahme bleiben, da ich
die meisten Sachen als Einzelstück auf Lochraster löte.
Stefanus F. schrieb:> Habe schon an ein Kühlpack gedacht. Ich habe mal zwei davon in der> Mikrowelle heiß gemacht, und danach ein Smartphone dazwischen gelegt, um> es zu öffnen. So etwas als Unterlage müsste doch schon reichen.
Ich glaube nicht, dass das die Hitze von oben aushält!? Da noch was
isolierendes dazwischen......
Ich mach zwar viel in SMD (*) aber nur selten mit Heißluft. Nehme daher
ein Bügeleisen (noch). Diese schmerzhaften Erfahrungen kannst du dir
aber sparen!
*)Zu faul zum Bohren. 0805er sind mir die liebsten, Astigmatismus vom
feinsten. Nach Gefühl u. 10er Lupe...
Teddy schrieb:> Die 0402 kann ich nur unter einem Mikroskop löten. Kauf dir eins.
Angeregt durch einen anderen Thread hier habe ich mir vor 4 Wochen ein
10x / 20x - Stereomikroskop gekauft. Ich ärgere mich, dass ich das nicht
schon deutlich früher getan habe.
Teo D. schrieb:> Ich glaube nicht, dass das die Hitze von oben aushält!?
Durch die Hitze löst sich der Kleber vom Display. Das Smartphone muss
man schon gut anheizen, mindestens auf 60°C.
Stefanus F. schrieb:> Teo D. schrieb:>> Ich glaube nicht, dass das die Hitze von oben aushält!?>> Durch die Hitze löst sich der Kleber vom Display. Das Smartphone muss> man schon gut anheizen, mindestens auf 60°C.Stefanus F. schrieb:> So etwas als Unterlage müsste doch schon reichen.
Ja, Danke, guter Tipp.
Ich meine als PreHeater zum Löten ungeeignet.
Stefanus F. schrieb:> Selbst die SMD Lötarbeiten werden bei mir eine Ausnahme bleiben, da ich> die meisten Sachen als Einzelstück auf Lochraster löte.
Bei Lochraster passt 0603 übrigens wunderbar zwischen zwei Lötinseln,
das habe ich schon häufiger mit 100nF-Kondensatoren gemacht.
Juergen schrieb:> Bei Lochraster passt 0603 übrigens wunderbar zwischen zwei Lötinseln,
Ja, genau dies und kleine MOSFET Transistoren sind mein Einstieg dazu
gewesen.
Hallo Stefanus,
kannst du inzwischen etwas zu deinem Amazon-Schnäppchen sagen, dass du
mal in einem anderen Thread, ich sage mal vorgestellt hast (naja,
eigentlich nur Link gepostet ;))? Ich spiele nämlich noch immer mit dem
Gedanken, mir das Ding zu kaufen :)
Gruß
Für Leute, die es mir nachmachen wollen, schreibe ich mal auf, was man
dazu braucht:
- Heißluftgerät für SMD "Rework"
- Lötstation mit mindestens 50W
- eine sehr dünne spitze in Bleistiftform <1mm
- eine schräg abgeflachte Lötspitze mit 1,5 bis 2mm
- Ein kleiner schwacher Ventilator
- Helle Beleuchtung, am besten schwenkbar
- Lupenbrille 3,5-Fach
- Eine sehr spitze Pinzette aus Stahl
- Ein kleiner Seitenschneider
- Zahnbürste
- Baumwolltuch
- Holzbrett als Arbeitsunterlage (kein Plastik!)
- Lötpaste 1)
- Lötzinn 0,5 bis 0,8mm mit Flussmittel
- Eine Fläschchen Flux (Flussmittel) 2)
- Entlötlitze 1mm
- Spiritus
Das alles zusammen kann man für ca. 200€ bekommen, wenn man die meisten
Sachen über Aliexpress bezieht.
1) Ich habe bleihaltige Lötpaste in einer Spritze gekauft, weil man
diese gerade günstig bekommt. Zum Verschließen benutze ich einen Knubbel
Knete und stecke das Ganze in einen ZIP-Beutel. Auch günstig bekommt man
derzeit bleifreie Lötpaste in Dosen mit Wismut, welche schon bei 140°C
schmilzt. Ob die gut ist, weiß ich allerdings (noch) nicht.
2) Bei Youtube sieht man überwiegend die wesentlich teureren
Flux-Stifte. Die Fläschchen haben eine Dosieröffnung, die meiner Meinung
nach auch gut geeignet ist.
klingelton schrieb:> kannst du inzwischen etwas zu deinem Amazon-Schnäppchen sagen, dass du> mal in einem anderen Thread, ich sage mal vorgestellt hast
Du meinst die Lötstation? Läuft tadellos und sieht innen drin auch
sauber verarbeitet aus.
Aber überlege Dir, ob du mit dem eingebauten Netzteil/Voltmeter etwas
anfangen kannst. Denn es gibt derzeit sehr ähnliche Modelle ohne dieses
Gimmick für 10-20€ weniger und kompakter.
Technisch ist das Netzteil jedenfalls auch völlig OK. Es hat allerdings
keine einstellbare Strombegrenzung (nur fest 1,5A).
Ich habe noch ein Werkzeug vergessen: Zum Kontrollieren der Lötstellen
empfehle ich ein LCD oder USB Mikroskop. Vergrößerungsfaktor 30 genügt.
Wer viel Geld hat, wird wohl ein Stereomikroskop bevorzugen.
Stefanus F. schrieb:> Selbst die SMD Lötarbeiten werden bei mir eine Ausnahme bleiben, da ich> die meisten Sachen als Einzelstück auf Lochraster löte.
Mache ich auch auf Lochstreifenraster mit SMD. 0805 und 1206 (0Ohm) um
Leiterbahnen zu überbrücken.
Für Controller gibt es Adapterplatinen für wenig Geld, die du dann
integrieren kannst.
Teo D. schrieb:> Irgend wann kommt auch noch ein kleiner Diy-Preheater dazu. Da wuppt das
Wie viel Grad sollte der haben?
> PS: Weil ich da grad ganze Rolle Lötzinn, inkl. ne Rolle Endlötlitze> sehe. Die leere Rolle Endlötlitze nich wegschmeißen, mit Lötzinn> befüllen. Wiegt weniger und der Draht wird festgehalten. Wirkt wie ne> Dritte-Hand, nur das diese den Lötdraht hält. :)
Gute Idee.
René H. schrieb:> Wo hast du die verbleite Lötpaste her? Und wie dosierst du?
Von Aliexpress. Als ich die vor zwei Monaten bestellte, gab es kaum
andere im Angebot - hat mich ein bisschen gewundert.
Momentan sind Dosen mit Zinn+Wismut im Angebot.
> Und wie dosierst du?
Anders als geplant :-)
Zuerst heize ich den Arbeitsbereich der Platine mit Heißluft auf
geschätzte 50-100°C vor - auf jeden Fall unter dem Schmelzpunkt des
Lotes!
Dann drücke ich eine 1mm "Wurst" Lötpaste aus der Spritze heraus und
lasse sie dort heraus hängen. Damit tupfe ich ganz vorsichtig die
Lötstellen ab. Ein Teil von der "Wurst" schmilzt bei jedem Tupfer und
bleibt an der Platine hängen.
Jemand schrieb hier im Forum, dass man die Lötpaste aus den Dosen gut
mit einem Zahnstocher auftragen kann.
Stefanus F. schrieb:> Für Leute, die es mir nachmachen wollen, schreibe ich mal auf, was man> dazu braucht:>> - Heißluftgerät für SMD "Rework"
Das ist schon "Luxus" bzw. sehr fortgeschritten. Heißluft braucht man
nur zum Auslöten vielpoliger ICs oder Einlöten von QFN oder ählich
problematischer Gehäuse. "Normale" SMD-Gehäuse ala SOIC oder QFP bis
runter auf 0,5mm Pitch kann man einfach und preiswert mit einem
Lötkolben löten.
> - Lötstation mit mindestens 50W> - eine sehr dünne spitze in Bleistiftform <1mm
Wofür meinst du das zu brauchen? Außer zum Anlöten SEHR dünner Drähte an
eine SMD-Pin bei 0,5mm Pitch braucht man sowas gar nicht.
> - eine schräg abgeflachte Lötspitze mit 1,5 bis 2mm
Definitiv! Das ist DIE empfehlenswerte Spitze schlechthin! Ich löte
praktisch nur mit so einem Teil, sei es privat oder in der Firma. Damit
geht von Fine Pitch SMD bis 1,5mm^2 Kabel alles! Sogar kleinere
Masseflächen.
> - Ein kleiner schwacher Ventilator
Wozu? Als Miefquirl zur besseren Verteilung des Dampfes?
> - Lötpaste 1)> - Lötzinn 0,5 bis 0,8mm mit Flussmittel
0,5mm ist Standard und reicht.
> - Eine Fläschchen Flux (Flussmittel) 2)
Naja, hier sollte man eher auf Flußmittelgel gehen, das ist für SMD
deutlich besser. Denn es darf nicht so schnell verdampfen, wenn man eine
Reihe Pins anlötet. Nicht alle Flußmittel sind dafür gut geeignet.
> - Entlötlitze 1mm
Fast schon zu schmal, ich würde eher in Richtung 2mm und mehr tendieren.
> - Spiritus
Nö, Isopropanol, denn Spiritus hinterläßt weiße Flecken vom
ausfallenenden VErgällungsmittel. Selbst Isopropanol ist manchmal nicht
ausreichend, daß man 2 mal reinigen muss..
> 1) Ich habe bleihaltige Lötpaste in einer Spritze gekauft, weil man
Damit hab ich auch mal gespielt, ist aber für die meisten Sachen
entbehrlich und wird eher schnell "alt". Für die einzelne Lötung von SMD
ohne Schablone braucht man es nicht. Da kann man sinnvoll Geld sparen.
F. F. schrieb:> Teo D. schrieb:>> Irgend wann kommt auch noch ein kleiner Diy-Preheater dazu. Da wuppt das> Wie viel Grad sollte der haben?
Bis zu 150°C sollte er schon schaffen. Wenn die Umstände das nicht
erlauben, ist selbst <80°C, noch recht hilfreich.
>> leere Rolle Endlötlitze nich wegschmeißen, mit Lötzinn>> befüllen.> Gute Idee.
"Nimm 2"
Lassen sich ja zusammenstoppeln, zB: 1mm, 0,5mm.... :)
Falk B. schrieb:> Eine Lupe x10 reicht, kostet keine 10 Euro.
Wenn man gute Augen hat, mag ich das gerne glauben. Meinem Sohn reichen
sogar die bloßen Augen für 0,8mm.
Falk B. schrieb:>> - eine sehr dünne spitze in Bleistiftform <1mm>> Wofür meinst du das zu brauchen? Außer zum Anlöten SEHR dünner Drähte an> eine SMD-Pin bei 0,5mm Pitch braucht man sowas gar nicht.
Genau dafür. Habe ich schon mehrmals machen müssen, um irgendwelche
fertigen Boards zu modifizieren.
Falk B. schrieb:> Wozu? Als Miefquirl zur besseren Verteilung des Dampfes?
Ja, und es hilft gegen schwitzende Hände. Macht das Arbeiten einfach
angenehmer - für mich jedenfalls.
Falk B. schrieb:> Das ist schon "Luxus" bzw. sehr fortgeschritten.
Falk, meine Heißluftstation hatte vor Jahren um die 50 Euro gekostet,
aber die hatte ich dann auch für ca. 25 Euro gesehen.
Glaube nicht, dass das bei dir Luxus ist.
Unterdruckpumpe zum Bauteile platzieren ist sicher schon eher Luxus,
aber sehr hilfreich.
Teo D. schrieb:> Bis zu 150°C sollte er schon schaffen. Wenn die Umstände das nicht> erlauben, ist selbst <80°C, noch recht hilfreich.
Bin jetzt erstmal weg, aber ich habe schon einen auf Ebay raus gesucht.
Kostet um die 100 Euro. Kann ich dann auch mal mit zur Arbeit nehmen, um
Lager aufzuschrumpfen.
Wird bestellt, wenn ich wieder zurück bin.
Danke Theo, für den Tipp.
Das geht sicher deutlich besser mit Heater.
Übrigens, das Lot aus der Spritze ist dann schon zu viel. Ich nehme
immer von der Spitze der Spritze etwas mit so einen kleinen Spartel ab
und tupfe das auf die Stellen.
Falk B. schrieb:> Das ist schon "Luxus" bzw. sehr fortgeschritten. Heißluft braucht man> nur zum Auslöten vielpoliger ICs
Nur zum Recyceln, ansonsten Seitenschneider o. mit gebührender Vorsicht
Cuttermesser.
Stefanus F. schrieb:> Falk B. schrieb:>> Eine Lupe x10 reicht, kostet keine 10 Euro.>> Wenn man gute Augen hat, mag ich das gerne glauben. Meinem Sohn reichen> sogar die bloßen Augen für 0,8mm.
Die VERGRÖßERUNG hat erstmal gar nichts mit SEHSCHÄRFE zu tun!
Und selbst wenn es für Leute wie dich, die mit deutlichen Sehproblemem
zu kämpfen haben, besser sein sollte, mit einer x30 USB-Kamera oder
ähnlichem zu hantieren, dann sollte man das auch so sagen. Der Rest der
Leute ohne massive Sehstörungen braucht es eben nicht.
Stefanus F. schrieb:> Falk B. schrieb:>> Wozu? Als Miefquirl zur besseren Verteilung des Dampfes?>> Ja, und es hilft gegen schwitzende Hände. Macht das Arbeiten einfach> angenehmer - für mich jedenfalls.
Oh je, jetzt auch noch schwitzende Hände beim LÖTEN? Du scheinst ja mit
verdammt vielen Problemen gesegnet zu sein . . .
F. F. schrieb:> alk B. schrieb:>> Das ist schon "Luxus" bzw. sehr fortgeschritten.>> Falk, meine Heißluftstation hatte vor Jahren um die 50 Euro gekostet,> aber die hatte ich dann auch für ca. 25 Euro gesehen.
Das ist selbst für ein Chinaprodukt EXTREM billig und kein normaler
Preis.
> Glaube nicht, dass das bei dir Luxus ist.
Nein. Aber ich wollte damit sagen, daß man definitiv KEINE
Heißluftstation braucht, wenn man mit SMD ANFÄNGT! Hey, selbst in der
Firma nutzen wir das Ding sehr selten und machen den ganzen Tag mit SMD
Kram rum!
> Nein. Aber ich wollte damit sagen, daß man definitiv KEINE> Heißluftstation braucht, wenn man mit SMD ANFÄNGT! Hey, selbst in der> Firma nutzen wir das Ding sehr selten und machen den ganzen Tag mit SMD> Kram rum!
Yep, das sehe ich auch so. Ich nutze Heissluft nur beim abloeten oder
bei Bauteilen die unter dem DFN ein extra Massepad haben. Ausserdem
natuerlich bei BGA, aber BGA wuerde ich privat nicht verwenden weil die
Platinen dann halt teuer werden.
Noch was zur Bauteilgroesse. Ich kann alles loeten von 0201 bis MELF
oder gar bedrahtet. Es geht! Aber 0603 ist am angenehmsten und geht am
schnellsten. Das ist auch das was ich privat verwende weil das nun mal
ein einfachsten geht und die Bauteile schoen preiswert sind.
Am wenigsten mag ich im uebrigen Micromelf. Entweder rollen die sonstwo
hin oder springen aus der Pinzette. Aber klar, wenn man muss dann gehen
die auch!
Aber die werdet ihr privat sowieso nicht nutzen.
Olaf
Stefanus F. schrieb:> Ich kann das nur weiter empfehlen. Versucht es einfach. Keine Scheu vor> SMD und lasst euch chinesisches Werkzeug nicht schlecht reden. So> schlecht ist das gar nicht.
Dem kann ich mich nur anschließen. Ich löten nur mit Lötkolben.
Heissluft wäre auszuprobieren.
Vorteile bei SMS :
- Bauelemente meist preiswerter
- weniger Lötzinn und Flussmittel
- weniger Rauch !!!
- raschere Anfertigung, da nicht gebogen, durchgesteckt und gekürzt
werden muss
- kompakteres Bauelementelager
alles im Allem, mehr Vorteile als Nachteile
F. F. schrieb:> Falk B. schrieb:>> Das ist selbst für ein Chinaprodukt EXTREM billig und kein normaler>> Preis.>> https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F182854309285>> Brauchst du nicht unbedingt,
Meine Rede.
SO ein Ding haben wir auch in der Firma, hat damals um die 70 Euro
gekostet. Immer noch spottbillig, vor allem wenn es direkt neben einer
großen Weller Lötstation steht ;-)
> aber gerade im Anfang ist es damit> leichter.
Entbehrlich.
> Zu der Lupe: zehnfach finde ich sogar schon sehr stark.> Für das meiste reicht 2,5-3,5 fache Vergrößerung.
Geschmackssache. Ich hab beim Kollegen auch eine x20 rumliegen, das ist
DEFINITIV zuviel!
GEKU schrieb:> Vorteile bei SMS :
SMS ist doch out im whatsapp Zeitalter ;-)
> - Bauelemente meist preiswerter>> - weniger Lötzinn und Flussmittel
Vollkommen nebensächlich.
>> - weniger Rauch !!!
Unsinn, dann dann machst du was falsch. Sowohl THT als auch SMD läßt
sich gleichermaßen "raucharm" löten. Das ist eine Frage der richtigen
Lötspitzentemperatur und ausreichend großer Lötspitze.
Falk B. schrieb:> SMS ist doch out im whatsapp Zeitalter ;-)
Sorry, sollte SMD heißen.
Falk B. schrieb:>> - Bauelemente meist preiswerter>>>>> - weniger Lötzinn und Flussmittel>> Vollkommen nebensächlich
Warum nebensächlich? Da sollten schon noch Argumente folgen.
Falk B. schrieb:>>>> - weniger Rauch !!!>> Unsinn, dann dann machst du was falsch. Sowohl THT als auch SMD läßt> sich gleichermaßen "raucharm" löten. Das ist eine Frage der richtigen> Lötspitzentemperatur und ausreichend großer Lötspitze.Weniger Flussmittel bedeuten eben weniger Rauch.
Für die Umwelt ist SMD besser, oder?
GEKU schrieb:>>> - weniger Lötzinn und Flussmittel>>>> Vollkommen nebensächlich>> Warum nebensächlich? Da sollten schon noch Argumente folgen.
Weil die Gesamtmenge und damit Kosten so oder so sehr klein sind. Kein
Hobbybastler verbraucht literweise Flußmittel!
> Weniger Flussmittel bedeuten eben weniger Rauch.
Ja wieviel weniger denn? 1%, 10% 50%?
> Für die Umwelt ist SMD besser, oder?
OMG! Jetzt geht der Tanz um's goldene Kalb auch hier los! Was kommt
noch? Veganes Löten?
Falk B. schrieb:> wenn es für Leute wie dich, die mit deutlichen Sehproblemem> zu kämpfen haben, besser sein sollte, mit einer x30 USB-Kamera oder> ähnlichem zu hantieren, dann sollte man das auch so sagen.
Natürlich. Ich dachte, ich hätte das im Eröffnungsbeitrag deutlich genug
geschrieben.
> OMG! Jetzt geht der Tanz um's goldene Kalb auch hier los! Was kommt> noch? Veganes Löten?
Noch 20Jahre und die ersten Ingenieure werden wieder als Hexen
verbrannt.
Olaf
Falk B. schrieb:> OMG! Jetzt geht der Tanz um's goldene Kalb auch hier los! Was kommt> noch? Veganes Löten?
Leider geht das wohl in allen Beiträgen so. Aber nicht nur hier. Ob das
an diesen ganzen Umweltdiskussionen liegt?
War gestern ne kleine Runde mit dem Mopped weg; eben was essen.
Am Moppedtreff alle in Leder und Textil und sogar Handschuhe hatten sie
an.
Ich meinte nur auf die Bemerkungen: ist doch Schutzkleidung, gegen
Wärme.
Kurze Hose, T-Shirt und winddichte Weste drüber.
War immer noch zu warm.
Hallo
Stefanus F. schrieb:> Beim Arbeiten war mir die "Rightwell" Lupenbrille (16€ bei Amazon) mit> 3,5 facher Vergrößerung eine sehr gute Hilfe. Ich habe sie über meiner> normalen Brille getragen, um meine Lötstellen zu kontrollieren.
Scheinbar hat Amazon Deinen Beitrag gelesen und den Preis auf 20,99€
gesetzt. Natürlich gibt's das Ding dort von anderen Händlern auch
günstiger.
Allerdings gibt's das Teil seit heute auch bei "Norma" für etwa 8€.
MfG
Schöner Bericht.
Noch als Anmerkung: Ich löte von Hand eigentlich alles mit feinem
Lötzinn von der Rolle. Ist auf Dauer irgendwie gutmütiger (weniger
kritisch was Temperatur und Lagerung angeht). ABER: Kauf gutes
Lötzinn. Grad bei dem dünnen Draht ist bei billigen Erzeugnissen gern
der Flussmittel-Kern etwas unausgeglichen...
Notfalls hilft so ein "Flussmittel-Edding".
Und noch wichtiger: Diese rote, pyramidenförmige Lötstation bei dir
hinten rechts in der Ecke auf dem Bild...
Schmeiß die weg, die ist kacke. Die ist wirklich kacke, hatte ich auch
mal.
Stefanus F. schrieb:> Jahrelang habe ich mich vor dem Löten von SMD Bauteilen gedrückt,> insbesondere wegen meiner Sehschwäche.
Ich bin jetzt 40.
Vor 25 Jahren hab ich mit SMD angefangen (1206).
Wie alt bist du jetzt?
85?
Sven P. schrieb:> Diese rote, pyramidenförmige Lötstation bei dir> hinten rechts in der Ecke auf dem Bild...> Schmeiß die weg, die ist kacke.
Das ist halt mein altes Schätzchen, das mich 25 Jahre lang begleitet
hat. Vielleicht rahme ich sie ein und hänge sie an die Wand :-)
Manfred schrieb:> Kann jemand eine Aussage zum Arbeitsabstand machen?
Gefühlt 3 bis 5 cm bei mir. Aber ich bin kurzsichtig, bei Normalos ist
es daher vielleicht anders.
Stefanus F. schrieb:>> Kann jemand eine Aussage zum Arbeitsabstand machen?> Gefühlt 3 bis 5 cm bei mir.
Danke, damit betrachte ich es für mich als unbrauchbar.
Manfred schrieb:> Danke, damit betrachte ich es für mich als unbrauchbar.
Was hatetst du vor? Mit der Brille löten? Das geht jedenfalls nicht gut.
Mir hilft sie aber, meine Arbeiten zu Kontrollieren weil ich trotz
Brille nie 100% scharf sehe.
Hallo
Manfred schrieb:> Stefanus F. schrieb:>>> Kann jemand eine Aussage zum Arbeitsabstand machen?>> Gefühlt 3 bis 5 cm bei mir.>> Danke, damit betrachte ich es für mich als unbrauchbar.
Da ich bisher selten Probleme mit kleinen Bauteilen hatte und daher noch
keine Lupenbrille besitze, habe ich mir die mal geholt und ausprobiert.
Bei mir (normalsichtig) geht der Arbeitsabstand von 45cm für die am
wenigsten vergrößernde Linse bis 18cm für die am stärksten vergößernde
Linse. Für die seltenen Fälle, wo ich dir Brille mal nutzen werde, ist
das ok.
MfG
M.M.M schrieb:> bis 18cm für die am stärksten vergößernde Linse
Habe ich mir schon gedacht, dass meine Kurzsichtigkeit darauf einen
erheblichen Einfluss hat.
Stefanus F. schrieb:> Manfred schrieb:>> Danke, damit betrachte ich es für mich als unbrauchbar.> Was hatetst du vor? Mit der Brille löten? Das geht jedenfalls nicht gut.
Ja, für das Löten größerer SMDs käme sie in Frage.
> Mir hilft sie aber, meine Arbeiten zu Kontrollieren
Da komme ich mit einer kleinen Handlupe hervorragend zurecht.
Stefanus F. schrieb:> M.M.M schrieb:>> bis 18cm für die am stärksten vergößernde Linse> Habe ich mir schon gedacht, dass meine Kurzsichtigkeit darauf einen> erheblichen Einfluss hat.
Ja sch****, einen so starken Einfluß hätte ich nicht erwartet. Egal, der
nächste Norma ist für mich rund 45km entfernt, da braucht es einen sehr
guten Grund, zu Fahren.
@Stefanus: Danke für den Bericht, die Diskussion öffnet mir die Augen OO
OT mein philosophisches geschwätz zum Faden:
Stefanus F. schrieb:> weil ich trotz> Brille nie 100% scharf sehe.
Das bekommt selbst ein Adler nicht hin. Wir Alder sowieso nicht. Und
solange es ausreicht satt zu werden (aka die Maus zu fangen) merkt das
auch keiner, weder der Adler, noch der Mensch. Gedanken macht man sich
erst wenn etwas "fehlt". Und dann: umso mehr.
Alder, Prost!
Manfred schrieb:> Ja sch****, einen so starken Einfluß hätte ich nicht erwartet. Egal, der> nächste Norma ist für mich rund 45km entfernt, da braucht es einen sehr> guten Grund, zu Fahren.
Deine Entscheidung 45km. Jammer nicht nachher "hätte ich doch früher" :P
Allesgute! Einwort! Gutebutter!
Stefanus F. schrieb:> - Eine sehr spitze Pinzette aus Stahl
Ich habe mir nach anfänglichen Schwierigkeiten beim platzieren der
Bauteile eine Kreuzpinzette zugelegt. Das bringt meiner Meinung nach
extrem viel, weil man das Bauteil platzieren kann ohne Kraft in den
Fingern aufwenden zu müssen. Dadurch sind meine Hände deutlich ruhiger
und ich bekomme die Bauteile entsprechend schneller ordentlich
platziert. Gerade bei den fine-pitch ICs gibt das dann nicht so ein
Gepansche und entsprechend weniger Lötbrücken ;)
Christopher J. schrieb:> Dadurch sind meine Hände deutlich ruhiger> und ich bekomme die Bauteile entsprechend schneller ordentlich> platziert.
Versuch mal, die Handballen auf dem Tisch aufliegen und die Ellbogen
herunterhängen zu lassen. Das Ende der Pinzette geht dann zwischen
Daumen und Zeigefinger hindurch.
Zittern sehe ich meistens bei Menschen, die die Ellenbogen oben und/oder
die Hand von außen nach innen geneigt halten.
Ich hatte weiter oben angekündigt, dass ich mich nochmal melden würde,
um zu berichten, wie ich mit Bismut-haltiger Lötpaste klar komme.
Leider ist die Lieferung beim Versand (aus Deutschland!) verloren
gegangen. Da ich mit meiner Spritze bleihaltiger Lötpaste vermutlich
noch sehr lange auskommen werde, habe ich mich entschlossen, keine
zweite Dose zu bestellen.
Also wird aus diesem Test nichts.
Ich würde mich allerdings über Erfahrungsberichte anderer freuen, wie
sie mit Bismut-haltiger Lötpaste klargekommen sind.