So rechnen die Kaufleute : Ingenieurssätze

Gast #1730409
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Beispiel aus einer Projektmischkalkulation:

(die Arbeitszeiten sind die Zeiten mit Output ohne allgemeine Orga)

82,- für Entwicklerdienstleistung intern (all-in)
115,- für Entwicklung extern (all-in, PL und TL mitbezahlt)
Angehängte Dateien:
Gast #1730770
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Das sind Berechnungen, um den Aufwand für ein Projekt zu beschreiben und 
Kürzungen zu besprechen. Was dann tatsächlich bezahlt wird, hat mit 
diesen Berechnungen wenig zu tun. Die Gehälter für interne Ingenieure 
und die Sätze für externe Ingenieure liegen tatsächlich um einiges 
tiefer.
Gast #1730773
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Ich bin bei einem größeren Dienstleister tätig und kann die obige 
Kalkulation bestätigen. Je nach Projekt und Vertrag wird eine 
Ingenieursstunde pauschal mit 80€ bis 120€ beim Kunden abgerechnet. 
Dabei spielt keine Rolle ob Jung oder Senior Entwickler beteiligt sind 
oder welche Hardware/Software benötigt wird. Quasi ein allinclusive 
Angebot ;-)
Gast #1731372
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Ich weiss nicht in welcher Welt manche da leben.
Als Beispiel:
Siemens ein Dr. Ing. soll bei uns D840 konfigurieren 15000 für 3 Wochen.
Ingenieur aus der Formenbau: 150 Euro die Stunde.
Cad ACIS Junor-Berater 900Euro für 8 Stunden + Hotel+ Spesen
Aber am frechsten haben die FinnPower abgerechent: Onlinesuport 40 min – 
270 Euro.
Gast #1731422
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Naja, da wurden auch Äpfel mit Birnen verglichen. Sicherlich soll diese 
Tabelle Auskunft über die Personalkosten geben. Was haben dann beim 
Entwickler Posten wie Material Entwicklung, Material Mechanik, 
Entwicklung Elektronik, Entwicklung Mechanik, Entwicklung Software und 
Zukauf externen Dienstleistungen bei der Abrechnung der Personalkosten 
zu suchen?
Gast #1731509
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Ich kann das Problem des Tread-Öffners nicht verstehen. Irgendwie muss 
man die Personal- bzw. Entwicklungskosten ermitteln, damit einem nicht 
irgendwann auf halber Strecke die Jacke brennt. Lebt ihr alle im 
luftleeren Raum, dass ihr nicht begreift, das der 
Entwickler/Teamleiter/Projektleiter Kosten verursacht, die beim Kunden 
oder wo auch immer wieder eingetrieben werden müssen?
Wer soll das machen, wenn nicht der Planer? Die meisten Ings sind 
bereits so abgehoben, dass sie sich um solche Banalitäten wie die 
Herkunft ihrers zumeist überzogenen Gehalts ja nicht kümmern brauchen.
Die obige Liste ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht absolut 
nachvollziehbar, auch wenn es dem in sich selbst verliebten Ing nicht 
gefällt!

Bashing von einem, der auch die wirtschaftliche Seite des Berufs 
erledigen muss.
SCNR
Gast #1731555
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Ich habe kein Problem mit den Zahlen. Im Gegenteil: Es ging darum, zu 
zeigen, wie die Sätze zustandekommen.

Ich sehe ja, wie sich hier mancher wundert, warum er für einen 
Ingenieurtag 900,- berappen soll. Das kostet es eben.

> Ich bin bei einem größeren Dienstleister tätig
> und kann die obige Kalkulation bestätigen.
> Je nach Projekt und Vertrag wird eine
> Ingenieursstunde pauschal mit 80€ bis 120€ beim Kunden abgerechnet.
Soweit ok.

> Dabei spielt keine Rolle ob Jung oder Senior Entwickler beteiligt
> sind
Nicht ganz. Es gibt Mischkalkulationen für durchschnittliche Projekte, 
aber wenn man ein Beratungsprojekt hat, wo lauter Seniors gebunden sind, 
wird es teuer!

> Quasi ein allinclusive Angebot
Wie gesagt Mischkalkulation
Gast #1731590
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Bürovorsteher schrieb:
> Die obige Liste ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht absolut
> nachvollziehbar

Ich bin in der Maschinenbaubranche tätig und wir rechnen mit fast 
identischen Stundensätzen. Und nein:
- uns droht trotz oder wegen dieser Kalkulation nicht die Pleite
- hier stapeln sich auch keine Geldsäcke und
- wir halten uns auch keine Heerscharen von Betriebswirten, um an diese 
Zahlen kommen.

Mike Hammer schrieb:
> Erst wenn nachkalkuliert wird, kommt man auf den Trichter
> das BWLer nur Idioten sind die unsere Jobs kaputt rechnen.

Eigentlich ist der Controller der beste Freund des Ings. Es hilft 
ungemein die Planung auf Basis von Arbeitsstunden zu realisieren und 
nicht ständig zwischen und € und h hin und her rechnen zu müssen. Wenn 
ich mich als Ingenieur um alle Details der Angebots- bzw. 
Projektkalkulation kümmern müsste, wäre das ein Vollzeitjob. Einfach 
alle Gemeinkosten auf die Arbeitsstunden zu schlagen ist zwar nicht die 
eleganteste Lösung, aber sie funktioniert und hält mir den Rücken frei.

Denn was wäre die Alternative?
Nur tatsächlich angefallene und direkt zurechenbaren Kosten 
berücksichtigen? Der PC und die Lizenzen kosten schließlich auch bei 
Nichtbenutzung was.

Wer sich mit dem Controlling anlegt hat es einfach nicht kapiert.
Gast #1732166
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Ich meine nur, dass in der Maschinenbau werden die Sätze noch höher 
gelegt. Und es meckert keiner. Die Firma, wo ich arbeite verlangt für 
"normalen" Außendienst-Techniker auch 140 Euro die Stunde. Für eine 
komplette Maschinenrevision brauchen zwei Techniker 8-10 Tage. Und es 
werden mit Materialkosten und Spesen auch mal 35-40 Teuro verlangt.
Moderator Persönliche Seite #1732190
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Russe schrieb:
> Ich meine nur, dass in der Maschinenbau werden die Sätze noch höher
> gelegt. Und es meckert keiner. Die Firma, wo ich arbeite verlangt für
> "normalen" Außendienst-Techniker auch 140 Euro die Stunde. Für eine
> komplette Maschinenrevision brauchen zwei Techniker 8-10 Tage. Und es
> werden mit Materialkosten und Spesen auch mal 35-40 Teuro verlangt.

Sehe ich auch so.
Für ein größeres Unternehmen empfinde ich die Sätze der Tabelle sogar 
noch recht niedrig.

Selbst wir als Zweimann"klitsche" nehmen schon 100€/h. Und uns fehlt 
noch die Verwaltung und der Controller, die bezahlt werden wollen.

Hängt aber auch etwas von der Branche ab. Wenn es um wichtige Maschinen 
geht, dann fallen die Stundenkosten gegenüber den Verlusten der 
Standzeit nicht ins Gewicht.

Das ist wie jetzt mit BP: die würden sicherlich 10 Mio./h zahlen, wenn 
dafür das Loch Ende der Woche dicht ist - leider fehlt uns da noch die 
passende Lösung :-}

Chris D.
Gast #1732196
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Das sind ja auch interne Verrechnungssätze. Das kostet es die Firmen 
einen Ingenieur in der Firma vor Ort einzusetzen. Mit Schreibtisch, 
durchschnittlichem Arbeitsmaterialeinsatz, Miete, Strom usw.
Fahrtkosten, Übernachtungen u.ä. sind in der Kalkulation nicht 
aufgeführt. Und ganz wichtig: Der Deckungsbeitrag fehlt. Mit anderen 
Worten: der interne Verrechnungssatz sagt aus wie produktiv ein 
Mitarbeiter sein muss, damit er seinen Arbeitsplatz trägt und die Firma 
mit ihm keinen Verlust fährt.

Was dem Kunden dann in Rechnung gestellt wird, steht auf einem ganz 
anderem Blatt.

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