HF-Durchlässigkeit (2,4 Ghz) von Kunststoffen

OP #2596742
Hallo Leute,

kann mir vielleicht Jemand sagen, welcher Kunststoff am bestes geeignet 
ist, um als Gehäusewerkstoff für ein Bluetoothmodul zu dienen.
Der Kunstsstoff sollte sich gut auf der Drehbank bearbeiten lassen.

1.Polyamid [PA]
2.Polyethylen [PE]
3.Polyetheretherketon [PEEK]
4.Polyethylenterephthalat [PET]
5.Polyacetal [POM]
6.Polypropylen [PP]
7.Polytetrafluorethylen Teflon [PTFE]
8.Polyvinylchlorid [PVC]
9.Polyvinylidenfluorid [PVDF]
  oder .......

Auf welche Datenblattangabe müßte ich denn achten?

Noch Allen einen schönen Frühlingstag
Gruß
Sigges
Gast #2596767
Hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber im Zweifelsfall einfach eine 
Probe in den Mikrowellenherd legen und schauen, ob es warm wird. Aus 
eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass PEEK, PTFE und POM geeignet 
sind.
OP #2596782
Hein Bollow schrieb

> Hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber im Zweifelsfall einfach eine
> Probe in den Mikrowellenherd legen und schauen, ob es warm wird.

Danke Hein, super Idee und Danke für deine Erfahrungswerte.
Gast #2596806
Allgemein nicht leitende Plaste wird schon funktionieren solange sie 
nicht als Dielektrikum betrachtet wird. Frage ist eher wie 
temperaturbeständig sie beim Drehen sein wird.
Gast #2596901
Hallo,
dieses Mikrowellenverfahren nutze ich auch schon seit über 15 Jahren mit 
besten Resultaten. Kunststoffe sind bei 2.4Ghz schnell mal im 
verlustbehafteten Bereich. Ich messse die Temperatur der Probe mit einem 
IR-Messgerät (z.B. Conrad Basetech) und steigere stufig die Einwirkzeit, 
bis die Probe sich merklich erwärmt hat (so ca. 20-30K).

Vorsicht: Manche Kunststoffe halten kaum die 10s aus, ohne kochend heiss 
zu werden. Daher erst messen, dann anfassen.

Wichtig: Keine metallisierten Kunststoffteile in die Mikrowelle legen!

Gruss
OP #2597351
HF-Werkler schrieb:

> dieses Mikrowellenverfahren nutze ich auch schon seit über 15 Jahren mit
> besten Resultaten. Kunststoffe sind bei 2.4Ghz schnell mal im
> verlustbehafteten Bereich. Ich messse die Temperatur der Probe mit einem
> IR-Messgerät (z.B. Conrad Basetech) und steigere stufig die Einwirkzeit,
> bis die Probe sich merklich erwärmt hat (so ca. 20-30K)

Hallo HF-Werkler

Das klingt wirklich gut.
Da der Kunstoffring noch lackiert werden muß, gilt das natürlich auch 
für
den Lack.
Decken sich denn deine Versuchsergebnisse grundsätzlich mit denen von 
Hein?
Ansonsten muß ich halt auch eine Versuchsreihe anlegen, was kein Problem 
darstellen dürfte.

Nochmals vielen Dank für all die hilfreiche Tips.
Ich wünsche Allen ein sonniges Frühlingswochenende

Mit besten Grüssen

Sigges
#2597352
Man kann ja noch zusätzlich ein wenig Dämmmaterial einfügen, damit die 
Anpassung besser wird. Beispielsweise ein klein wenig Wasser. Das 
verhindert dann dass die Mikrowelle kaputt gehen kann. Manche 
Mikrowellen mögen eine zu starke Fehlanpassung nicht.
Gast #2597760
Poste doch einmal eine Skizz deines geplanten Aufbaus, dann können vllt 
ei paar Leute die Zugang zu Simulatoren haben etwas fundiertere 
Ergbnisse liefern:)
#2598872
Es gibt Tabellen zum "Dielektrischen Verlustfaktor". Der wird zwar bei 1 
MHz gemessen, die Werte dürften aber auch bei 2,4 GHz relativ zueinander 
ähnlich liegen.

kurz gegoogled, zum Beispiel:
http://www.centroplast.de/de/030-Anwendungen/010-Anwendungstechnik/030-dielektrischer-verlustfaktor-tabelle.php
dasselbe als Grafik:
http://www.centroplast.de/de/030-Anwendungen/010-Anwendungstechnik/030-dielektrischer-verlustfaktor-grafik.php


je kleiner tan_delta desto verlustärmer.
Gast #2599132
Christoph Kessler (db1uq) schrieb:
> Es gibt Tabellen zum "Dielektrischen Verlustfaktor". Der wird zwar bei 1
> MHz gemessen, die Werte dürften aber auch bei 2,4 GHz relativ zueinander
> ähnlich liegen.

Also, so "ähnlich" müssen die Werte nicht sein, da eine 
Frequenzabhängigkeit durchaus im Bereich über 1 GHz vorhanden sein kann 
(je nach Werkstoff). Auch der Wasseranteil und die 
Wasserabsorbtionsfähigkeit mancher Kunststoffe kann da eine interesante 
Erfahrung ergeben...
Gast #4638725
Hi Zusammen,

ich weiss, der Thread ist etwas älter, aber vielleicht kann mir jemand 
das Verfahren mit der Mikrowelle näher erläutern.

Was kann man daraus schließen, wenn das Material warm/heiss wird? Und 
was bedeutet es, wenn das Material nicht warm wird?

Danke im Voraus
Gruß Spice
Gast #4638744
Christoph K. schrieb:
> Es gibt Tabellen zum "Dielektrischen Verlustfaktor". Der wird zwar bei 1
> MHz gemessen, die Werte dürften aber auch bei 2,4 GHz relativ zueinander
> ähnlich liegen.

Hahahahahahaha !

Ich messe so etwas selber aus.
Die Hersteller von dem Material wissen das i.d.R selbst nicht.
#4638745
> Was kann man daraus schließen, wenn das Material warm/heiss wird? Und
> was bedeutet es, wenn das Material nicht warm wird?

Das Material soll für die Eignung für verlustarme Durchdringung von 
Hochfrequenz(hier 2,4GHz) untersucht werden.

Der Verlust im Material hat 2 Folgen:
 - die Verlustleistung wird im Material umgesetzt(es erwärmt sich)
 - das Material dämpft das Hochfrequenzsignal

Erwärmt sich das Material spürbar, dann ist es nicht für 
Hochfrequenzanwendungen geeignet, da der Verlust im Material hoch ist.
Ein Material, das nicht warm wird, kann dagegen verwendet werden.

Das Material erwärmt sich, da mit hoher Sendeleistung in der Mikrowelle 
gearbeitet wird. In der eigentlichen Anwendung(hier Bluetooth mit 
wenigen hundert Milliwatt) würde man es dagegen thermisch nicht merken, 
wohl aber an der Dämpfung des HF-Signals - dies ist aber nicht so 
einfach zu messen.
#4638749
hbl333 schrieb:
> Christoph K. schrieb:
>> Es gibt Tabellen zum "Dielektrischen Verlustfaktor". Der wird zwar bei 1
>> MHz gemessen, die Werte dürften aber auch bei 2,4 GHz relativ zueinander
>> ähnlich liegen.
>
> Hahahahahahaha !
Halt mal die Füße flach, er hat sich doch schon sehr zurückhaltend 
("dürfte ... ähnlich liegen") geäußert.

> Ich messe so etwas selber aus.
Kannst du das uns zur Verfügung stellen? Wie du schon sagst, belastbare 
Werte sind rar gesät.

Beschreib' am besten auch mal deinen Aufbau, das interessiert mich.
Gast #4639704
Spice schrieb:
> Was kann man daraus schließen, wenn das Material warm/heiss wird? Und
> was bedeutet es, wenn das Material nicht warm wird?

Rate mal.

Woher wird die Temperaturerhöhung kommen, wenn der Kunststoff in der 
Mikrowelle warm wird? Na, das wird wohl an der Absorption der 
Mikrowellenstrahlung liegen. Und was will man nicht, wenn die Funkwellen 
durch das Gehäuse gehen sollen: Absorption.

Na, klingelts?
#4640530
Oscar K. schrieb:
> Auf welche Datenblattangabe müßte ich denn achten?

Auf den Preis wahrscheinlich.
PEEK z.B. ist sehr gut bearbeitbar, bei 2,45GHz verlustarm, auch bei 
hohen Temperaturen fest und formstabil, aber beim kg-Preis wird dir die 
Luft wegbleiben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochleistungskunststoffe

http://www.technoplast-onlineshop.de/gruppe,mein_shop,de/Platten,plattenpeek,45201,PEEK-natur
(Firma: www.ltspiceusers.ch) #5931559
Ich hänge mich mal an diesen uralten Thread ^^ Der ist aber am 
passendsten.
Habe einen Kasten:
https://www.bastelgarage.ch/kunststoffgehause-gehause-ip66-transparent-l?search=420017
In der Mikrowelle wird der Deckel nicht warm. Aber dieser dämpft mir das 
Wlan Signal (ESP8266 im Innern) extrem.
Was könnte das für Material sein.
Und wenn der MW Trick nicht funzt, was dann?

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