LWL sind kompliziert zu verbinden
a.) spleißen (beste Möglichkeit)
b.) kleben
c.) crimpen
Alles erfordert Fachwissen und extrem teures Werkzeug. Nimm ein fertiges
LWL-Außenkabel mit Steckern.
Hugo,
befass Dich mal bitte ausgführlicher mit LWL und wie man diese benutzt!
Natürlich würde die Crimpzange einen SC-Stecker, wie Du ihn oben
verlinkt hast, an ein LWL-Patchkabel(!) ancrimpen können. Du hast oben
allerdings ein VERLEGEkabel (sogar für Erdverlegung) ausgesucht! Dieses
spleisst man üblicherweise an ein Patchfeld an und erst an dieses kommen
die Patchkabel, welche du mit der Crimpzange bearbeiten könntest.
Das Verlegekabel hat ja sogar 4 Fasern, wovon jede auf eine eigene
Buchse im Patchfeld gespleisst werden müsste.
Einen SC-Stecker wirst Du daran nicht befestigen können, denn es fehlt
der Mantel um die Einzelfaser, welcher das ganze am Stecker (mit Hilfe
der zu crimpenden Hülse) befestigt.
Selbst, wenn Du die Crimpzange hast, so hast Du noch nicht das Problem
gelöst, wie Du die Faser fachgerecht(!) abschneidest und in der Ferrule
befestigst.
Lass es lieber und höre auf "franz b".
franz b schrieb:> Alles erfordert Fachwissen und extrem teures Werkzeug. Nimm ein fertiges> LWL-Außenkabel mit Steckern.Thomas schrieb:> Lass es lieber und höre auf "franz b".
Würde ich gerne machen, das Problem ist nur, dass die Stecker zu groß
sind und ich die Löcher entsprechen vergrößern müsste und fertig
konfektionierte Längen haben.
@Thomas, wenn Du in einer Wohnung ein Kabel für eine Steckdose verlegst,
den Schlitz in die Wand gestemmt hast - kaufst Du dann ein fertig
abgelängtes Kabel? Was ist, wenn es genau 5cm zu kurz ist oder 10m zu
lang? Wo soll dann der Rest vom Kabel rein? Ich zumindest kaufe mir
50/100m Rollen oder wenn ich eine größere Menge brauche, dann greif ich
sogar auch schon mal zu einer ganzen Trommel mit 500/1000m, wenn ich
mehr Steckdosen, Schalter, Lampen etc. neu machen muss.
Thomas schrieb:> Das Verlegekabel hat ja sogar 4 Fasern
Es gibt sogar Kabel mit 12 und 24 Fasern - habe ich gesehen. Man kann
auch die Adern einzeln rausführen und an mehrere Stecker ancrimpen,
warum sollte das nicht gehen?
Hugo schrieb:> Man kann> auch die Adern einzeln rausführen und an mehrere Stecker ancrimpen
Das Problem ist, dass du überhaupt nicht verstehst wie Glasfasern
miteinander gekoppelt werden. Am Ende mit dem Crimpwerkzeug die
Zugentlastung anzubringen ist völlig nebensächlich.
Bei einem 50µ-Kabel müssen die Faserenden auf wenige µ genau
positioniert werden - glaubst du im Ernst, die von dir ausgesuchte
Knipex-Zange arbeitet so genau?
Als Fachmann wird man nicht geboren, das kann man werden, aber nur wenn
man sich drum bemüht. Und in dem Fall kommt noch der Aufwand für
geeignetes Werkzeug dazu.
Georg
Hugo schrieb:> Würde ich gerne machen, das Problem ist nur, dass die Stecker zu groß> sind und ich die Löcher entsprechen vergrößern müsste und fertig> konfektionierte Längen haben.
Dann verlege ein normales LWL Kabel und hole dir einen Elektriker mit
Wissen im netzwerktechnikbereich (Spleißen) - rechne allerdings mit etwa
600-800€ für 4 x spleißen inkl. OTDR und 2x Spleißbox+Pigtails
LG
Hugo schrieb:> Würde ich gerne machen, das Problem ist nur, dass die Stecker zu groß> sind und ich die Löcher entsprechen vergrößern müsste und fertig> konfektionierte Längen haben.
Entweder lebst Du damit und bohrst größere Löcher und legst die
Überlänge irgendwo im Kreis oder Du lässt einen Dienstleister mit
Fusionsspleißgerät kommen der Dir Deine Kabel vor Ort spleißt.
> @Thomas, wenn Du in einer Wohnung ein Kabel für eine Steckdose verlegst,> den Schlitz in die Wand gestemmt hast - kaufst Du dann ein fertig> abgelängtes Kabel? Was ist, wenn es genau 5cm zu kurz ist oder 10m zu> lang? Wo soll dann der Rest vom Kabel rein? Ich zumindest kaufe mir> 50/100m Rollen oder wenn ich eine größere Menge brauche, dann greif ich> sogar auch schon mal zu einer ganzen Trommel mit 500/1000m, wenn ich> mehr Steckdosen, Schalter, Lampen etc. neu machen muss.
Das ist bei 3x1,5er-Kabel auch kein Problem. Das kannst Du zur Not mit
nem Taschenmesser abisolieren.
Jetzt stell Dir vor man könnte dieses Kabel nur mit einer ganz
speziellen Abisolierzange, bei der die billigsten Modelle ab 5000 EUR
kosten, abisolieren.
Der Preis kommt hin, wenn das Kabel schon liegt und nur noch gespleißt
werden muss. Aber vergiss nicht eine gewisse Bevorratung an beiden
Kabelenden, falls mal neu gespleißt werden soll!
Alternativ gibt es Kabel fester Länge mit Pigtails schon dran zu kaufen
- die kann man gut geschützt auch einziehen und sind nicht so viel
dicker als das Kabel. Ist ja kein CEE-Stecker bei LWL...
Georg schrieb:> Bei einem 50µ-Kabel müssen die Faserenden auf wenige µ genau> positioniert werden - glaubst du im Ernst, die von dir ausgesuchte> Knipex-Zange arbeitet so genau?
Und warum gibt es dann so eine Crimpzange für LWL-Kabel, wenn das nicht
gut funktionieren soll?
Georg schrieb:> Das Problem ist, dass du überhaupt nicht verstehst wie Glasfasern> miteinander gekoppelt werden
Doch, das weis ich schon, nur hast Du anscheinend nicht verstanden, dass
ich nicht zwei Glasfasern miteinander fest verbinden will, sondern ein
Glasfaserkabel an eine Buchse anbringen möchte, um am anderen Ende einen
Stecker dort einzuführen, den ich dann mit meinem Switch verbinde. Wenn
ich zwei Kabel aneinander bringen möchte, dann gebe ich Dir recht, sie
müssen irgendwie aneinandergeklebt oder mit Wärme zusammengeschmolzen
(also geschweisst) werden.
Es kann doch nicht so schwierig sein, ein solches Kabel irgendwie
abzuschneiden, in den Stecker reinzuführen, mit der Crimpzange alles zu
verpressen und in die Wand-Dose einsetzen.
Gerd E. schrieb:> Das ist bei 3x1,5er-Kabel auch kein Problem. Das kannst Du zur Not mit> nem Taschenmesser abisolieren.
Ich habe auch schon 5x4,0er verlegt, nicht nur 3x1,5er.
Gerd E. schrieb:> Jetzt stell Dir vor man könnte dieses Kabel nur mit einer ganz> speziellen Abisolierzange, bei der die billigsten Modelle ab 5000 EUR> kosten, abisolieren.
Hier gibts ein Abisolierwerkzeug schon für knapp 60 Euro für LWL-Kabel,
das ist günstiger als die 5000 Euro für eine Abisolierzange.
https://www.werkzeuggigant.com/item.php5?id=98852483&ref=froogle
Und wenn ich nur ein paar Kabel abisolieren müsste, was spricht gegen
ein scharfes Skallpell oder so? Ich habe auch ein kleines USB-Mikroskop,
mit dem ich arbeiten kann.
Probier es aus, wird schon klappen. Muss ja nicht industriequalität sein
und ist doch nur für ein mal - da darf es eben nicht 5000€ kosten. Beim
Ali gibt es außerdem Spleißgeräte für 1-2k$.
Das worauf es ankommt ist am Ende die Dämpfung - kommt genug Licht durch
haste glück, wenn nicht - pech. Dann kannste immer noch den teuren Profi
rufen der sich dann über den Amateur-Versuch amüsiert.
Hugo schrieb:> Gerd E. schrieb:>> Jetzt stell Dir vor man könnte dieses Kabel nur mit einer ganz>> speziellen Abisolierzange, bei der die billigsten Modelle ab 5000 EUR>> kosten, abisolieren.>> Hier gibts ein Abisolierwerkzeug schon für knapp 60 Euro für LWL-Kabel,
das war als Analogie gedacht.
Die Werkzeuge zum richtigen Verarbeiten von LWL kosten > 5000.
Hugo schrieb:> Es kann doch nicht so schwierig sein, ein solches Kabel irgendwie> abzuschneiden, in den Stecker reinzuführen, mit der Crimpzange alles zu> verpressen und in die Wand-Dose einsetzen.
Doch, ist es!!!
Ich habe das vor jahren selber in der Ausbildung gemacht - draußen
Leitungen gespleißt und auch die Anschlüße bei den Kunden eingerichtet.
https://www.youtube.com/watch?v=fUp7yWLBRis
Ab 1:11 siehst Du wie das Erdkabel ins Haus kommt, dann die Fasern in
die Kassette "gelegt" werden, an die Fasern werden dann kurze
Pigtail-Kabel mit fertigen Verbindern angespleißt, über die dann später
die Verbindung hergestellt wird... bei mehreren Fasern ist das dann halt
ein Patchfeld, wo hinten in der Kassette die Fasern liegen und kurzen
Enden mit den Buchsen angeschlossen werden...
Was man selber machen kann, siehst Du hier:
https://www.youtube.com/watch?v=B1BRStAes7w
Das sind aber nur die LWL-Patchkabel - und selbst das würde ich lassen
und mir fertige Kabel kaufen...
Der Umgang mit LWL-Kabel erfodert mehr Wissen und auch spezielles
Werkzeug im Vergleich zu Kupfer...
Multiboot schrieb:> Das worauf es ankommt ist am Ende die Dämpfung - kommt genug Licht durch> haste glück, wenn nicht - pech. Dann kannste immer noch den teuren Profi> rufen der sich dann über den Amateur-Versuch amüsiert.
Man kann auch das Kabel etwas länger machen und wenn es nicht klappt,
dann schneidet man den mißratenen Versuch ab und beseitigt alle Spuren.
Aber nicht jeder, der sich Profi nennt, arbeitet auch professionell. Ich
habe mir mal Fenster neu machen lassen und eins davon öffnet sich nicht
richtig, aber der Fensterbauer hat mir lieber 500 Euro Geld
zurückbezahlt als das Fenster ordentlich nachzubearbeiten.
Gute Handwerker sind Gold und auch ihr Geld wert, aber sagt mir, dass
ein Elektriker die Kabel ordentlich für 500 Euro oder so anbringt und es
dann auch richtig funktioniert? Wir hatten im Ort schon mal einen Fall
gemacht, dass ein Kanalbauer einen falschen Film von einer
Kanal-Kameraaufnahme dem Kunden zeigte, wie kann ich sicher sein, dass
mir kein falsches Messprotokoll bei der Dämpfungsmessung untergejubelt
wird?
Skyper schrieb:> Ich habe das vor jahren selber in der Ausbildung gemacht - draußen> Leitungen gespleißt und auch die Anschlüße bei den Kunden eingerichtet.
Ich will es ja nicht draußen machen, sondern drinnen bei mir. Da sind
die äußeren Einflüsse nicht so wie draußen, wo viel Dreck ist, Wind weht
und die Lichtverhältnisse schwierig sind.
Damals gab es sicherlich noch nicht so komfortable Steckverbinder. Es
müsste doch heute einfache schnelle Klick-Verbinder geben nach 20-30
Jahren Entwicklungszeit. Und so ein Klickverbinder müsste doch
Massenware sein nud vlt. 3-5 Euro pro Stück kosten.
Multiboot schrieb:> Deshalb messe ich jedes Kabel (LWL und Kupfer) selber nach das wir> verlegen lassen...
Du scheinst das schon ein paar mal gemacht zu haben mit dem Verlegen von
solchen Kabeln? Was für eine Schneidzange nimsst Du und welche
Stecker/Kupplungen werden von Dir verwendet?
Hugo schrieb:> Damals gab es sicherlich noch nicht so komfortable Steckverbinder. Es> müsste doch heute einfache schnelle Klick-Verbinder geben nach 20-30> Jahren Entwicklungszeit. Und so ein Klickverbinder müsste doch> Massenware sein nud vlt. 3-5 Euro pro Stück kosten.
LWL-Technik ist halt kein Massenmarkt... dafür gab/gibt es POF (Polymere
optische Fasern) für den Heimbereich, Toslink etc... gibt es auch für
Ethernet...
Hugo schrieb:> Es müsste doch heute einfache schnelle Klick-Verbinder geben nach 20-30> Jahren Entwicklungszeit.
Müsste. Gibt es aber nicht. Und deswegen ist Glasfaser etwas, was man
auch nur nutzt, wenn es wirklich unumgänglich ist.
Wünschen kann man sich natürlich vieles.
Hugo schrieb:> Gute Handwerker sind Gold und auch ihr Geld wert, aber sagt mir, dass> ein Elektriker die Kabel ordentlich für 500 Euro oder so anbringt und es> dann auch richtig funktioniert?
Dafür gibts Messungen und deren Protokolle.
> Wir hatten im Ort schon mal einen Fall> gemacht, dass ein Kanalbauer einen falschen Film von einer> Kanal-Kameraaufnahme dem Kunden zeigte, wie kann ich sicher sein, dass> mir kein falsches Messprotokoll bei der Dämpfungsmessung untergejubelt> wird?
Sei dabei und schau zu. Lass es dir erklären.
Zum Thema: Wie willst du die Glasfasern (mit Umantelung 250µm) denn
stabil in Stecker bekommen? Sollen die dünnen Fasern dann einfach so
rumbaumeln?
Ich kenn die Crimpzange nicht, es gibt aber auch Innenkabel, die etwas
dicker ummantelte Glasfasern haben, die eben genau dafür gedacht sind,
direkt Stecker dranzufriemeln.
Gerd E. schrieb:> Hugo schrieb:>> Gerd E. schrieb:>>> Jetzt stell Dir vor man könnte dieses Kabel nur mit einer ganz>>> speziellen Abisolierzange, bei der die billigsten Modelle ab 5000 EUR>>> kosten, abisolieren.>>>> Hier gibts ein Abisolierwerkzeug schon für knapp 60 Euro für LWL-Kabel,>> das war als Analogie gedacht.>> Die Werkzeuge zum richtigen Verarbeiten von LWL kosten > 5000.
Das Werkzeug, um ein Kabel bis runter auf die Glasfaser abzumanteln ist
noch ziemlich Standard. Teuer wirds, wenn du die Glasfasern dann
verbinden willst, dann kommt deine Schätzung hin. Zumindest im
FTTH-Bereich ist es auch üblich, Glasfasern mit fertigen Steckern zu
verwenden und dann mit den Fasern aus dem Kabel im Haus zu verbinden.
Ist deutlich einfacher.
Rufus Τ. F. schrieb:> Müsste. Gibt es aber nicht. Und deswegen ist Glasfaser etwas, was man> auch nur nutzt, wenn es wirklich unumgänglich ist.> Wünschen kann man sich natürlich vieles.
Glasfaser ist doch jetzt das non-plus-ultra? Bei mir an der Arbeit in
den Büros sind auch überall Glasfasern verlegt. An jedem Punkt ist dann
eine Art Switch mit 8 RJ-45-Steckern, die das Glasfasersignal in ein
Ethernet-RJ45-Signal umwandeln. So ein fertiges Switch hätte ich mir
dann in die Wand reingebaut. Es muss doch einen Sinn haben, dass überall
die Glasfaserkabel heute verlegt werden und man auf Cu-Kabel verzichtet
und diese veraltete Technik mit Glasfaserleitungen ersetzt?
so welche meinte ich:
http://www.ubf.de/shop/index.htm?kabelkanal-bodentank-installations-switch.shtml
Ich suche dann nur welche, die nicht 400-800 Euro kosten, sie sollten so
30-50 Euro pro Stück kosten. Der in dem Link der kann sogar PoE, ist mir
zwar ein Rätsel, wie der Strom über das LWL-Kabel geleitet wird, aber
die Technik machts möglich.
Hugo schrieb:> so welche meinte ich:>> http://www.ubf.de/shop/index.htm?kabelkanal-bodentank-installations-switch.shtml>> Ich suche dann nur welche, die nicht 400-800 Euro kosten, sie sollten so> 30-50 Euro pro Stück kosten. Der in dem Link der kann sogar PoE, ist mir> zwar ein Rätsel, wie der Strom über das LWL-Kabel geleitet wird, aber> die Technik machts möglich.
Lesen machts möglich. Laut Artikelbeschreibung braucht der ein externes
Netzteil. Es gibt den auch mit Kupfer-Uplink, dann kann man den auch
fernspeisen, vermute ich. Power over Fiber ist bisher nicht im Stil von
PoE möglich.
Hugo schrieb:> Rufus Τ. F. schrieb:>> Müsste. Gibt es aber nicht. Und deswegen ist Glasfaser etwas, was man>> auch nur nutzt, wenn es wirklich unumgänglich ist.>> Wünschen kann man sich natürlich vieles.>> Glasfaser ist doch jetzt das non-plus-ultra?
Sicher, aber dann bitte als Singlemode und ordentlich verarbeitet. Und
das kostet. Mit Multimode hast du Längenbegrenzungen (okay, 500m bei 10
GBit/s) und brauchst dafür halt etliche Fasern mehr. Dafür ist die
aktive Technik billiger.
> Es muss doch einen Sinn haben, dass überall> die Glasfaserkabel heute verlegt werden und man auf Cu-Kabel verzichtet> und diese veraltete Technik mit Glasfaserleitungen ersetzt?
Nicht alles, was gemacht wird, muss Sinn ergeben. Als Zuführung zum Haus
ist Glasfaser sehr sinnvoll (FTTB/FTTH), im (Privat-)Haus noch nicht so
ganz.
Hugo schrieb:> Georg schrieb:>> Bei einem 50µ-Kabel müssen die Faserenden auf wenige µ genau>> positioniert werden - glaubst du im Ernst, die von dir ausgesuchte>> Knipex-Zange arbeitet so genau?>> Und warum gibt es dann so eine Crimpzange für LWL-Kabel, wenn das nicht> gut funktionieren soll?
Die Crimpzange ist nur dafür da, die Zugentlastung zu vercrimpen. Dazu
werden die Aramid-Fasern aus dem Kabel mit einer Metallhülse auf den
Stecker gepresst.
Die eigentliche Faser wird von ihrer schützenden Kunststoffummantelung
(250 µm Durchmesser) befreit. Die Zangen dafür beginnen ab 100 Euro und
müssen entsprechend präzise sein, um die 250 µm sicher einzuschneiden
und festzuhalten, und trotzdem den Faserkern nicht zu beschädigen.
Danach hat man die eigentliche Glasfaser in der Hand, Außenglas (Mantel)
125 µm, Kern 50 µm. Das wird zusammen mit dünnflüssigem Klebstoff in die
eng tolerierte Bohrung in der Keramikferrule des Steckers gefädelt (ca.
128 µm, Faser bricht beim Verkanten sofort, die Reste sind sauschwer aus
dem Stecker zu entfernen). Faser vor dem Stecker brechen und dann
zusammen mit der Ferrule schleifen und polieren. Mit Fasermikroskop
kontrollieren.
Das ist alles nicht ganz trivial. Ich habe mir das alles beibringen
lassen, man bekommt das mit viel und regelmäßiger Übung auch gut hin. An
letzterem scheitert es ... inzwischen sind wir (wie die allermeisten
anderen) dazu übergegangen, fertige Pigtails zu nehmen und die mittels
Spleißgerät ans Kabel zu bringen. Oder halt die Kabel in der gewünschten
Konfiguration gleich vom Zulieferer zu bestellen.
Nebenbemerkung: Es gibt keine Glasfaser-Buchsen, nur Stecker und
Koppler.
Lösungsansatz wäre eventuell Polymerfaser, die sind einfacher zu
konfektionieren (sauberer, senkrechter Schnitt mit einem Skalpell reicht
aus). Allerdings ist da m.W. bei 1 GBit/s Schluss.
Ansonsten reicht Kupfer für 10 GBit auch noch aus ... ist doch eh nur
noch Backbone fürs WLAN ;-)
Reinhard S. schrieb:> Power over Fiber ist bisher nicht im Stil von> PoE möglich.
Du schreibst "noch nicht", gibt es aber Entwicklungen in dieser
Richtung? Ich überlege gerade, wie man das technisch hinbekommen könnte.
Man müsste es ähnlich wie beim DSL-Signal machen.
Man nimmt ein energiereiches Trägersignal und ein energiearmes
Datensignal, man moduliert das Datensignal auf das Trägersignal. Am
anderen Ende muss man das Lichtsignal wieder trennen wie bei einem
DSL-Splitter. Den energiereichen Anteil leitet man dann über eine kleine
Fotozelle an einen 5V-Ausgang und kann damit kleine Verbraucher
anschlißene.
Ich weis nur noch nicht, wie man ein Lichtsignal wieder auftrennt.
Wahrscheinlich muss man eine Art Prisma benutzen und eine entsprechende
Optio dahinterschalten.
Aber irgendwie ist das alles zu kompliziert.
Ich dachte
- LWL Kabel kaufen,
- auf Länge abschneiden,
- abisolieren in den Stecker schieben,
- ancrimpen,
- fertig
Dem ist irgendwie nicht so :-(
Ich hasse ab heute LWL-Kabel.
Rufus Τ. F. schrieb:> Hugo schrieb:>> Es müsste doch heute einfache schnelle Klick-Verbinder geben nach 20-30>> Jahren Entwicklungszeit.>> Müsste. Gibt es aber nicht. Und deswegen ist Glasfaser etwas, was man> auch nur nutzt, wenn es wirklich unumgänglich ist.> Wünschen kann man sich natürlich vieles.
Die Genauigkeitsanforderungen sind m.E. der springende Punkt. +/- wenige
µm ist halt schwer mit "robust und einfach" zu verbinden. Dafür ist die
Verbindungstechnik (Lichtbogenschweißen a.k.a. Spleißen) gut
vorangeschritten.
https://www.youtube.com/watch?v=hUqDhA6Iy3U
Zur Stecker-Methode: https://www.youtube.com/watch?v=v7u4frIDBeQ
Hugo schrieb:> @Thomas, wenn Du in einer Wohnung ein Kabel für eine Steckdose verlegst,> den Schlitz in die Wand gestemmt hast - kaufst Du dann ein fertig> abgelängtes Kabel? Was ist, wenn es genau 5cm zu kurz ist oder 10m zu> lang? Wo soll dann der Rest vom Kabel rein? Ich zumindest kaufe mir> 50/100m Rollen oder wenn ich eine größere Menge brauche, dann greif ich> sogar auch schon mal zu einer ganzen Trommel mit 500/1000m, wenn ich> mehr Steckdosen, Schalter, Lampen etc. neu machen muss.
Ich würde mir auch Kabel von der Rolle nehmen und es selber anschließen.
WEIL ICH ES KANN.
Bei Glasfaserkabel würde ich mir eine Fachfirma nehmen. WEIL ICH ES
NICHT KANN.
An dieser Einsicht mangelt es scheinbar bei Dir.
> Thomas schrieb:>> Das Verlegekabel hat ja sogar 4 Fasern>> Es gibt sogar Kabel mit 12 und 24 Fasern - habe ich gesehen. Man kann> auch die Adern einzeln rausführen und an mehrere Stecker ancrimpen,> warum sollte das nicht gehen?
Weil Du um JEDE Einzelfaser eine Schutzhülle mit Aramidfasern brauchst,
um diese dann zu vercrimpen. Da Verlegekabel aber nicht zum ancrimpen
gedacht sind, wird das so auch nicht funktionieren.
Entschuldige den Vergleich, aber Du versuchst mit 'nem Düsenjet auf
einem Feldweg zu starten. Und weil das nicht klappt, hüpfst Du jetzt auf
und nieder und rufst "Ich will aber!".
Ich bin dann ab hier raus.
Hugo schrieb:> Glasfaser ist doch jetzt das non-plus-ultra?
In den Hochglanzprospekten der Netzwerkausstatter sicherlich.
> Bei mir an der Arbeit in den Büros sind auch überall> Glasfasern verlegt.
Du willst nicht wissen, was das gekostet hat.
Kupfer ist noch lange nicht tot - GBit-Ethernet ist damit problemlos auf
100m-Segmenten möglich, 10-GBit-Ethernet ist damit auf bis zu 30m*
möglich.
Ob man in absehbarer Zeit im Wohnumfeld wirklich zu jedem Endgerät mehr
als 10 GBit benötigt? Und ob die heute aktuelle Glasfasertechnik
geeignet ist, mehr als 10 GBit zu übertragen?
Wenn ich auf Zukunftssicherheit viel Wert lege, verlege ich Leerrohre.
Ausreichend dimensionierte Leerrohre. Und ich lasse an den Enden der
Leerrohre ausreichend Platz für Verteilertechnik.
*) kann auch mehr sein, die Technik entwickelt sich weiter, selbst wenn
man ihr dabei nicht zusieht.
Rufus Τ. F. schrieb:> Kupfer ist noch lange nicht tot
Kupfer erweist sich letztlich als zäher als Glasfaser. Marktgetrieben.
Myriaden von E-Technikern beschäftigen sich jahrelang in aller Welt nur
damit, eine neue Geschwindigkeitsklasse des Ethernets auf Jahrzehnte
alter Kupfertechnik zum laufen zu kriegen. Und schaffen irgendwann das
früher völlig unmöglich Erscheinende.
Bei Glasfaser definiert man statt dessen eine neue Fasertechnik, von OM1
bis OM4, und wenn das nicht reicht schaltet man sie halt bündelweise
parallel. So gehts schneller. Soll der Kunde doch sehen, wie er das mit
seiner bestehenden Faser-Infrastruktur in die Reihe bekommt, oder wie
eng er die Räume und Gebäude zusammenschieben kann, um sie mit den
schrumpfenden Distanzen der Fasern in Einklang zu bringen.
Folge: Infrastruktur-Investition in Kupfer hält länger als in Glasfaser.
Nur ist man dann eben nicht der erste, der die neue
Geschwindigkeitsklasse nutzen kann.
Hugo schrieb:> Reinhard S. schrieb:>> Power over Fiber ist bisher nicht im Stil von>> PoE möglich.>> Du schreibst "noch nicht", gibt es aber Entwicklungen in dieser> Richtung?
Eher nicht. So 500mW hab ich experimentel mitbekommen, aber mehr ist
meines Wissens nach nicht. Wenn man die Leistung erhöht hat man an den
Steckern relativ hohe Verluste auf kleinster Fläche.
> Ich weis nur noch nicht, wie man ein Lichtsignal wieder auftrennt.> Wahrscheinlich muss man eine Art Prisma benutzen und eine entsprechende> Optio dahinterschalten.
Gibts schon, nennt sich WDM. Allerdings kann man prinzipiell jede
Wellenlänge voller Energie pumpen.
Rufus Τ. F. schrieb:> Hugo schrieb:>> Glasfaser ist doch jetzt das non-plus-ultra?>> In den Hochglanzprospekten der Netzwerkausstatter sicherlich.
Im WAN-Bereich definitiv.
> Kupfer ist noch lange nicht tot - GBit-Ethernet ist damit problemlos auf> 100m-Segmenten möglich, 10-GBit-Ethernet ist damit auf bis zu 30m*> möglich.
Cat6a und Cat7/7a sollen 10 GBit/s über die üblichen 100m schaffen.
> Ob man in absehbarer Zeit im Wohnumfeld wirklich zu jedem Endgerät mehr> als 10 GBit benötigt? Und ob die heute aktuelle Glasfasertechnik> geeignet ist, mehr als 10 GBit zu übertragen?
Singlemode defintiv (auch wenn dann wegen anderer Effekte die Länge
relativ zusammenbricht), Multimode naja. Für 10 GBit/s über Kupfer wären
stromsparende und günstige Netzwerkkarten toll.
> Wenn ich auf Zukunftssicherheit viel Wert lege, verlege ich Leerrohre.> Ausreichend dimensionierte Leerrohre. Und ich lasse an den Enden der> Leerrohre ausreichend Platz für Verteilertechnik.
+1
A. K. schrieb:> Soll der Kunde doch sehen, wie er das mit> seiner bestehenden Faser-Infrastruktur in die Reihe bekommt, oder wie> eng er die Räume und Gebäude zusammenschieben kann, um sie mit den> schrumpfenden Distanzen der Fasern in Einklang zu bringen.
Singlemode rules! ;) Ja, ich weiß, die Kosten für die aktive Technik.
Und mit 100G bewegt man sich auch nur noch im 3stelligen km-Bereich.
Rufus Τ. F. schrieb:> Und ob die heute aktuelle Glasfasertechnik> geeignet ist, mehr als 10 GBit zu übertragen?
Der erste Ansatz für praktikables Inhouse/Campus-Ethernet verwendet 4
Faserpaare für 40Gb und 10 Faserpaare für 100Gb. So konnte man auf
bestehender Technik aufbauen.
Geht auch anders, war aber erheblich teurer als ich mal hinsah. Hab was
von 7000€ für ein 40Gb Transceiver-Modul in vager Erinnerung.
Hugo schrieb:> @Thomas, wenn Du in einer Wohnung ein Kabel für eine Steckdose verlegst,> den Schlitz in die Wand gestemmt hast - kaufst Du dann ein fertig> abgelängtes Kabel?
Es gibt aber deutliche Unterschiede zwischen Steckdosenkabeln
und Lichtleitkabeln. Bevor Du diese Unterschiede nicht gelernt
hast, macht eine weitere Diskussion keinen Sinn.
Gerd E. schrieb:> Das ist bei 3x1,5er-Kabel auch kein Problem. Das kannst Du zur Not mit> nem Taschenmesser abisolieren.
...und einen Schifferknoten zur Verbindung von zwei Drähten machen.
Das ist zwar nicht so toll, würde aber funktionieren. Bei Lichtleit-
kabeln dagegen geht ohne professionelle Technik garnichts.
Harald W. schrieb:> Georg schrieb:>>> Bei einem 50µ-Kabel müssen die Faserenden auf wenige µ genau>> positioniert werden>> Eher auf Bruchteile von µ.
Naja, Multimode ist nicht sooo anspruchsvoll, das man Bruchteile von µ
braucht.
Autor: Hugo (Gast)
Datum: 30.12.2016 17:14
> Hi, ich will Netzwerkkabel verlegen und habe dazu diese neueren Kabel> gefunden:
Und warum nimmst du nicht einfach nur Kat 5 6 7 Kupfer-Kabel? Ist
dir wohl zu simpel und einfach gewesen?
Also nun doch zurück zu Kupfer?
Elo schrieb:> Und warum nimmst du nicht einfach nur Kat 5 6 7 Kupfer-Kabel? Ist> dir wohl zu simpel und einfach gewesen?
Oben hat er ja Erdkabel verlinkt - vielleicht möchte er 2 verschiedene
Häuser untereinander verbinden?
Dann macht LWL Sinn um eine vollständige galvanische Trennung zwischen
den Häusern beizubehalten.
Gerd E. schrieb:> Dann macht LWL Sinn um eine vollständige galvanische Trennung zwischen> den Häusern beizubehalten.
vollständige galvanische Trennung geht aber dann (bei ca. 100 m Abstand)
auch (wegen der Spleissthematik) "einfach" über Kupfer:
Haus1:
Einspeisung Kupfer mit POE Injektor (zur Versorgung des LWL Wandlers an
der Gegenseite)
unterwegs:
100 m Cat6 oder Cat7 Erdkabel
Haus 2:
ETH -> LWL Umsetzer (gespeist aus Haus 1)
1 Meter vorkonfektioniertes LWL
LWL -> ETH umsetzer (gespeist aus Haus 2)
Aber von der Entfernung die überbrückt werden soll steh hier noch
nirgends was, das wäre der wichtigste Fakt erstmal!
Offiziell ist bei 100m Schluß mit Kupfer - inoffiziell habe ich auch bei
150m Cat7 inclusive zwei Telegärtnern dazwischen immer noch stabil Gbit
ohne CRC-Fehler gehabt.
Die Switches an beiden Enden werden bei Faser nicht billig sein, ist
eben doch etwas feineres als ein einfacher Cu-Hub.
Wenn es Glasfaser sein soll dann kauf ein fertiges Kabel mit LC-Steckern
an beiden Enden (die sind schön klein) und zwei Medienkonverter
LC<>RJ45. Das ist die billigste Lösung...
IT Abteilung schrieb:> Aber von der Entfernung die überbrückt werden soll steh hier noch> nirgends was, das wäre der wichtigste Fakt erstmal
Naja, im ersten Beitrag des Ursprungs-Schreibers war eine Referenz zu
einem Reichelt Artikel (100m LWL Kabel). Da war für mich die Annahme
nahe liegend, daß max. 100m überbrückt werden sollen.
Er hat aber auch seltsame Ansichten: Löcher für die Stecker zu klein,
....
> Hi, ich will Netzwerkkabel verlegen und habe dazu diese neueren Kabel> gefunden:
???
> Naja, im ersten Beitrag des Ursprungs-Schreibers war eine Referenz zu> einem Reichelt Artikel (100m LWL Kabel). Da war für mich die Annahme> nahe liegend, daß max. 100m überbrückt werden sollen.
Mit Links auf Apotheken wie Reichelt und den blauen Claus sollte klar
sein worauf das hinaus läuft?
Für 100 mtr. LWL 100,- Euro !!!, wo es stupides Kat-7-Kabel schon für
unter 50,- Euro ? in der e-Bucht per Gratisversand gibt!?
Es ist dann wohl anzunehmen, dass er in einem privaten Gebäude ein paar
Strecken geplant hat, denn in einem EFHs sind 100 mtr. auch schon recht
schnell verbraucht. Vom Keller bis zum Dach oder 1.OG locker über 20
mtr., wenn es nicht in jeder Etage einen extra Etagen-VT dafür gibt.
Bzgl. der "IT-Abteilung" mit deren Weisheit der Segmentlänge von
angeblich 100 mtr. >>>>> es sind max. 90 mtr.!
Bzgl. dem Trick mit der Pot.Trennung, das ist so nicht zulässig, weil
das Cu-Kabel bei der Einführung in das andere Gebäude dort auf dem
örtlichen PE zu erden ist. Einzig die Netz- und damit Datenseite
dahinter nach dem Konverter hat damit einen gewissen Schutz.
Multiboot schrieb:> Probier es aus, wird schon klappen. Muss ja nicht> industriequalität sein> und ist doch nur für ein mal - da darf es eben nicht 5000€ kosten. Beim> Ali gibt es außerdem Spleißgeräte für 1-2k$.>> Das worauf es ankommt ist am Ende die Dämpfung - kommt genug Licht durch> haste glück, wenn nicht - pech. Dann kannste immer noch den teuren Profi> rufen der sich dann über den Amateur-Versuch amüsiert.
Wer hat gerufen?#
Gruß Andreas