PMPO im professional audio Segment?

OP #5808088
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Dass Hersteller im Consumer- und billigen semi-pro Bereich bei ihren 
Leistungsangaben nie ganz ehrlich sind ist ja hinlänglich bekannt.

Im professional audio Bereich gibt es einen schwedischen Hersteller, der 
Endstufen mit extrem hohen Ausgangsleistungen anbietet.
https://www.labgruppen.com/

Schauen wir uns mal die FP10000Q Endstufe an.
http://www.laser-av.com/imagenes/array/TDS-FP10000Q_V5.pdf

Für 4.200€ bekommt man hier ein Monster, das angeblich 4x 2500W an 2 Ohm 
liefert. Bei 10kW Ausgangsleistung würde man einen 16A CEE Anschluss 
erwarten. Die Endstufe kommt allerdings nur mit einem einfachen 16A 
Schuko daher.
Da frage ich mich: Wie ist das möglich?

Die Endstufe wird mit der patentierten Class TD Technologie beworben 
(Class AB Endstufe mit step-down Vorregelung), aber ein step-down 
converter ist ja auch kein Perpetuum Mobile.

Preis- und Leistungsmäßig sind bei LAB offensichtlich keine Grenzen 
gesetzt.
Für etwas über 11.000€ bekommt man die PLM 20K44/BP. Diese soll 
angeblich 4x 4.4kW an 2 Ohm (20kW Gesamt) liefern. Bei maximal 3.6kW am 
Eingang.
Im User Manual findet man zu der Leistungsangabe folgenden Hinweis:
"Note 1): Lab.gruppen burst power (1 kHz, 25 ms burst power @ 150 BPM, 
12 dB Crest factor)"

Eine Angabe zur Sinusleistung gibt es nicht.

https://www.huss-licht-ton.de/images/products_download/Data_Sheet_18113_2.pdf

Wie macht LAB das? Oder werden wir hier nur verarscht?

Info zur Class TD Technologie:
http://bee.mif.pg.gda.pl/ciasteczkowypotwor/SM_scena/LabGruppen/TD_and_Flyback_theory.pdf

Und der Schaltplan der FP10000Q:
https://elektrotanya.com/labgruppen_fp10000q_servicemanual.zip/download.html
Endstufe auf S. 1, Netzteil auf S. 58
#5808159
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Luca E. schrieb:
> Wie macht LAB das? Oder werden wir hier nur verarscht?

"Oder" natürlich.

Die beworbene Leistung bezieht sich nur auf den dank viel Elko kurzen 
möglichen Bassimpuls.

Das ganze Konzept ist nicht für Dauerstrich (Sinus) ausgelegt. Das würde 
nur an 8 oder 16 Ohm funktionieren ohne das Netzteil dabei zu gefährden.
#5808196
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Luca E. schrieb:
> Info zur Class TD Technologie:

2500W in 2Ohm wären P=U*I=R*I*I -> I=35A, U=70V, das sollte mit Class D 
machbar sein. Natürlich nicht 4 mal an 230V 16A, also doch:

Der M. schrieb:
> "Oder" natürlich.


zu dem TD:
"behaves exactly like a class AB ... on +/-6V Power supply"
jedes Volt ergibt 35W Wärme, kein Plan wie die auch nur einmal 6V (210W) 
da verheizen wollen, das Ganze gibt es ja 2 mal pro Kanal (jede Seite 
nur 50% der Zeit aktiv) und das 4 mal, also 4*210W Wärme. da wird schon 
irgendetwas nicht ganz stimmen. das Konzept ist entweder 
Schwachsinn/nicht so umgesetzt, Werbung für "audiophile", oder sehr 
wahrscheinlich PMPO, denn da sollte 1kW Wärme für einige µs-ms 
funktionieren, wenn es kurz genug ist auch ohne Kühlkörper. Im Endeffekt 
ist es ein Class D mit nem Elko und Transistor für extra Wärme dahinter.

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