Kühlschrank mit antikem Kontaktthermometer- Erfahrungen und Bericht nach zweitem Ausfall

OP #8090061
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Ist inzwischen fast 6 Jahre her- ich habe einen Kühlschrank wegen Defekt des Temperaturschalters auf ein uraltes Quecksilber- Kontaktthermometer umgebaut, und hier berichtet.

Beitrag "Kühlschrank- Kompressormotor- Anlaufwiederholsperre ?"

Funktionierte, obwohl es schlechtgeredet wurde, wie zu sehen, wurde das Thema sogar gesperrt.

Nur- gab es keine Option, außer den Kühlschrank wegzuschmeißen- die Hartschaum- Wärmeisolierung war wirklich so hart, das ließ einen Austausch des originalen Temperaturschalters nicht zu, dessen Fühlerdraht und Leitungen waren tief im Schaum eingelegt, und liefen weit auseinander, da wäre der größte Teil der Verschäumung zu entfernen. Diese Konstruktion war in keiner Weise für einen Austausch gedacht.

Also... Fühlerdraht und Leitungen am Thermoschalter abgeknipst, ein kleines Verteilerdöschen... Und so startete der Kühlschrank in ein zweites Leben mit der Uralt- Technik. Das Kontaktthermometer schaltet ein Relais. In der kleinen Verteilerdose ist ein kleiner 12 V- Leiterplattentrafo, eine Diode und ein Elko drin, sowie das Relais.

Stromverbrauch: Da ich in einem Hausteil einen Extra- Zähler habe, und keine stromschluckenden Geräte dran habe, kann ich den sehr gut bewerten: Temperatur eingestellt auf 7° C. Bei häufigem Öffnen der Tür + 10%, ansonsten -10%. Also kaum ein Unterschied zum originalen mechanischen Thermoschalter.

Schön ist die geringe Hysterese, die Temperatur ist immer genau 7° C, wenn ich die Tür öffne. Der höhere Stromverbrauch zum Nachkühlen nach Türöffnen fällt kaum ins Gewicht, da der Kühlschrank sehr gut isoliert ist.

Die in dem altem Thema angefragte Anlaßwiederholsperre funtioniert, und ist heute immer noch ok.

Nach 2 Jahren gab es einen Ausfall. Ursache: Die Drähte am Thermometer- Steckanschluß waren korrodiert. Abgeschnitten, neu verdrillt, verlötet und in die Steckerkontakte, ok. Die Spiralleitung besteht aus dünnen Litzen mit einer Art Garn um jede einzelne -und haardünne- Ader. Das Zeug ist wohl superflexibel, aber lötet sich bescheiden, und die dünnen Adern können schnell weggammeln.

Gestern nun wieder Ausfall. War etwas mehr- ich habe alles rausgenommen und gecheckt. Und wieder- die Drähte am Stecker total korrodiert. Und diesmal die Steckerkontakte dazu. Und auch am Relais waren die Drähte des Thermometers abgegammelt. Nach einer kleinen Putzorgie und Überprüfung des Relais... alles wieder ok.

Es sieht so aus, als ob der Innenraum die elektrischen Sachen mit Korrosion beaufschlagt- ok, da war der originale Thermoschalter geschützter. Ich habe jetzt alle relevanten Stellen zwecks Korrosionsschutz mit reichlich Silikonöl eingepinselt.

Ansonsten- ich bin sehr zufrieden. Mal sehen, wie lange das Gerät noch lebt.

Diesen Bericht nun, weil der Umbau auf althergebrachte Technik so hervorragend funktioniert, das große Thermometer stört überhaupt nicht.

OP #8090067
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Mani W. schrieb:

Strom und Feuchtigkeit sorgt dafür...

Genau.

Das Kontaktthermometer ist wohl eher nicht für Klimawechsel- Umgebung gedacht, obwohl... von der Anwendungsbandbreite, die mit dem Gerätchen möglich ist, sollte eigentlich mehr gehen. Aber die Konstrukteure gingen vielleicht davon aus, daß nur das Glas- Thermometer- Rohr in aggressiver Umgebung plaziert wird, der Kopf mit der Verstellmöglichkeit und der Steckverbindung in trockener Umgebung, etwa in der Form einer Durchführung in ein Gefäß, wie z. B. einen Kessel, oder einen Mauerdurchbruch nach außen. Und das Verteilerdöschen -ein Pfennig- Artikel- ist natürlich auch nicht hermetisch dicht. Das Relais drinnen auch nicht, das scheint eine kleine Öffnung zu haben.

Aufgrund des wirklich harten Hartschaums wäre es unsinnig, den Aufwand zu treiben, Thermometerkopf und Relaisdöschen außerhalb des Kühlraums zu bekommen.

Der Kühlschrank war ja schon zum Zeitpunkt des Umbaus etliche Jahre alt- da lohnt es nicht, einen absolut dichten Aufbau herzustellen.

Trotz allem lohnt es sich doch manchmal, ein Problem mit mit althergebrachter Technik zu lösen.

OP #8090141
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Axel R. schrieb:

Konsequent DDR-Bauteile verwendet. Bis auf die Verteilerdose. ;)

Der Leiterplatten- Trafo ist auch vom DDR- Klassenfeind.

Edi M. schrieb:

Aber die Konstrukteure gingen vielleicht davon aus, daß nur das Glas- Thermometer- Rohr in aggressiver Umgebung plaziert wird, der Kopf mit der Verstellmöglichkeit und der Steckverbindung in trockener Umgebung

Axel R. schrieb:

Und ja: nur der Glaskolben gehört "ins Medium".

Also richtig vermutet. Leider ist das eben durch die dicke Ummantelung des Kühlraums nicht machbar- der Kopf muß im Kühlraum bleiben. Ich hoffe nur, daß die Drähte vom Glaskörper zur Steckverbindung sicher sind, etwa eingegossen..

Axel R. schrieb:

BTW: Wo bekommt den magnetischen Aufsetz-Versteller für das Thermometer nachträglich her? (Hab meinen iwie verbummelt).

In der Elektrobucht werden Sie fündig:

https://www.ebay.de/itm/352630763078

https://www.ebay.de/itm/334731630993?chn=ps&_ul=DE&google_free_listing_action=view_item

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