Ich habe mal ein Pedelec meiner Eltern genutzt und komplett den Akku
leer gefahren. Neueste Generation von Bosch mit 400 Wh Akku. Mir kam die
Reichweite etwas zu wenig vor, deswegen habe ich mit dem
Energiekostenmessgerät beim Laden mal gemessen und festgestellt dass ab
Steckdose von Akku ganz leer bis ganz voll etwa 390 Wh geflossen sind.
Also inkl. Netzteil Verluste und Ladeverluste.
Leider kann ich nicht messen was tatsächlich an Energie entnommen werden
kann, weil der Akku die Spannung nicht raus gibt wenn er ausgebaut ist.
Wie hoch sind wohl die Lade-, Entlade- und Netzteilverluste?
Wollen die uns über den Tisch ziehen und geben Energieinhalt an als
tatsächlich drin ist? Der Akku war in dem Moment vielleicht gerade 5 mal
geladen worden. Oder werben die mit 400 Wh, geben aber nur eine Teil
davon als "nutzbar" ab um den Akku zu schonen?
Stephan S. schrieb:> Wollen die uns über den Tisch ziehen und geben Energieinhalt an als> tatsächlich drin ist?
Ist jedenfalls nicht unüblich bei Billigstakkus.
> Der Akku war in dem Moment vielleicht gerade 5 mal> geladen worden.
Eventuell braucht er noch ein paar Ladezyklen, bis er seine volle
Kapazität erreicht.
> Oder werben die mit 400 Wh, geben aber nur eine Teil> davon als "nutzbar" ab um den Akku zu schonen?
Ich würde das jedenfalls so machen. Sonst quälen neugierige Anwender den
Akku mit "Tiefentladungen" und beschweren sich dann, dass er kaputt
geht.
Das hat mit Tiefentladung eigentlich nichts zu tun. Laptop und
Smartphone Akkus machen so etwas auch nicht und gehen nicht kaputt. Man
muss halt nur bei eine gewissen Spannung abschalten dass sie nicht
tatsächlich tief entladen werden. Meines Wissens sind Li-Ion Akkus stark
geschädigt wenn das einmal passiert und nicht mehr sicher, weshalb das
eine Elektronik verhindern muss.
Die nutzbare Kapazität ist u.a auch von der Akkutemperatur und der
Belastung abhängig. Durch den höheren Innenwiderstand kalter Zellen
erreicht der Akku schnell die Abschaltspannung und sagt das er leer ist.
Könnte mir gut vorstellen, dass der Akku die 400Wh bei 20°C und C/10
Last auch abgibt. Das es in der Realität anders ist, dass ist egal. Klar
könnte man sagen es ist eine Täuschung, damm musst du dich aber auch
beschweren wenn dein Auto bei Gegenwind und Berg hoch nicht seine
Maximalgeschwindigkeit erreicht.
Ist gar nicht ungewöhnnlich, die Akkukapazität wird laut Din gemessen
und dabei wird mit geringen Strom entladen. Die Entladung mit höherem
Strom sinkt die entnehmbare Kapazität je nach Akku mehr oder weniger
stark ab.
Jeder einigermaßen ordentlich gebaute Fahrradakku hat eine
Schutzschaltung
die Über- und Unterladung verhindert. Bei hohen Entladestrom und/oder
niedriger Temperatur (habe Akkus erlebt die bei 0°C kaum noch die Hälfte
der Kapazität abgeben konnten) wird die Entladeschlußspannung schneller
erreicht. Beim Laden wird dann auch nur der entladene Anteil zugeladen.
Will man die Kapazität einigermaßen genau ermitteln muß man den Akku
voll laden und dann kontroliert entladen bis zur Abschaltung. Dabei
natürlich Strom und Spannung messen, ab besten mit einem Akkumeßgerät
das die Ah zählt. Will man die Wh muß man natürlich ständig U und I
multiplizieren da ja die Spannung weder beim Laden noch Entladen
konstant ist.
Ist sowiso eine 'Unart', die Kapazität eines Akkus in Wh anzugeben,
korrekterweise sind das Ah, da reicht dann zum Messen bei konstanten
Entladestrom eine Stoppuhr. Ist wieder so ein Zugeständniss an den DAU
der mit Ah nichts anfangenkann wei er sich nur Wh vie daheim vom
'Stromzähler' vorstellen kann.
Leider auch nicht selten das einer die Werte am Akku falsch und mit
ungenauen Meßgeräten misst, also Meßfehler und Toleranzen nicht
beachtet, selbst Meßfehler mit zB. 5% hat aber die Abweichung der Werte
von den angegebenen mit 2% moniert.
Stephan S. schrieb:> Meines Wissens sind Li-Ion Akkus stark> geschädigt wenn das einmal passiert und nicht mehr sicher, weshalb das> eine Elektronik verhindern muss.
Trifft bei 'Billigzellen' möglicherweise zu, wobei Explodieren tut da
bei den heutigen Zellen nichts mehr. Da muß schon gewaltig was schief
laufen damit das passiert.
Ich hatte mal einen Akku der sehr weit unter die Ladeendspannung
entladen wurde. Durch schonendes Laden und nach 2 kompletten Lade
Entladezyklen hatte der fast wieder seine Nennkapazität und hat danach
noch 2 Jahre lang täglich seinen Dienst getan.
Steffen Warzecha schrieb:> Ist sowiso eine 'Unart', die Kapazität eines Akkus in Wh anzugeben,> korrekterweise sind das Ah
m.E. sind Wh die sinnvollere Angabe, wenn es um Antriebsakkus geht. Der
Vergleich von Akkus mit unterschiedlichen Spannungen wird damit
einfacher.
Beispiel: Pedelec A wird von einem 24V/10Ah Akku versorgt, Pedelec B mit
36V/10Ah. Würde man die Kapazität in Ah angeben, denkt der Normaluser,
beide sind gleich, obwohl B mit 360Wh 1,5x so viel Energie enthält als A
mit 240Wh.
>> Oder werben die mit 400 Wh, geben aber nur eine Teil>> davon als "nutzbar" ab um den Akku zu schonen?>> Ich würde das jedenfalls so machen. Sonst quälen neugierige Anwender den> Akku mit "Tiefentladungen" und beschweren sich dann, dass er kaputt> geht.
Wobei dieses Vorgehen auch nicht ganz in Ordnung ist. Als dummer
Endanwender hilft es dir ja auch nichts wenn der Akku zwar 400 Wh kann,
aber nur 380 Wh nutzbar sind weil vorher das BMS zuschlägt.
Bei Elektrofahrzeugen wird das z.B. so gehandhabt:
In der Software/im CAN-Bus schwirren zwei Signale herum.
Das eine ist der reale Akkustand. Allerdings werden die ersten und
letzten paar Prozent nicht genug, z.B. steht also nur der Bereich 5% -
95% für den Fahrer zur Verfügung.
Weil aber der Kunde nicht einsehen will warum er den Akku nur bis 5%
leerfahren bzw. bis 95% laden kann existiert ein zweiter Wert, den der
Kunde zu sehen bekommt.
Es wird also der reale Bereich 5%-95% auf den "virtuellen" Bereich
0%-100% gemappt.
Alle sind glücklich.
Der Akku wird nie unter- bzw. überladen.
Der Kunde hat den Bereich 0-100 zur Verfügung ;-)
Und wenn man dieses Wissem auf den Eröffnungsthread anwendet und auch
noch die Wirkungsgrade berücksichtigt ist die Welt auch wieder sehr in
Ordnung.
Namaste
Stephan S. schrieb:> mit 400 Wh Akku. Mir kam die> Reichweite etwas zu wenig vor, deswegen habe ich mit dem> Energiekostenmessgerät beim Laden mal gemessen und festgestellt dass ab> Steckdose von Akku ganz leer bis ganz voll etwa 390 Wh geflossen sind.
dann passt es doch fast :-)
es scheint immer mehr die Unsitte um sich zu greifen um geschönte Zahlen
zu bekommen die aufgenommene Ladungsmenge anzugeben statt die
Abgegebene, nachmessen kann das ja eh kein Kunde.
Das fing mit Mignon (AA) Akkus an die irgendwo endlich (alle die ich bis
jetzt gekauft hatte um 2000 (2400-2600 maximal) mAh lagen und dann kam
einer mit 3000 mAh (Aufdruck 2800 und mehr, nie im Leben).
Ich habe noch nie gehört das die eingeladene Menge angegeben wird. Das
wäre mir neu.
Bei Li-Akkus wäre das auch nicht ganz so dramatisch weil die eingeladene
Kapazität nahezu vollständig wieder abgegeben wird. Bei NiCd/NimH Akkus
sieht das anders aus.
Es geht um LiIon.
Ich habe geschrieben das es bei NiMh anders ist. Die 3800mAh habe auch
nichts mit der einladbaren Kapazität zu tun. Diese ist nämlich von
verschiedenen Dingen abhängig. Nach meiner Erfahrung habe ich in einen
1700mAh NiMh Akku immer circa 2Ah rein bekommen und 1700mAh wieder raus.
In den 3,8Ah Akku wirst kommst du nie auf ein vergleichbares Verhältnis.
Das ist einfach nur Beschiss, nicht mehr und nicht weniger. Genauso gibt
es 18650er LiIon Akkus mit 5000mA bei Ebay. Das ist der gleiche
Beschiss.
Zumindest ist der Verkäufer bei der Lebensdauer der Akkus ehrlich: "8 x
Aufladbare..."
Hi,
wenn man die Wirkungsgrade einrechnet, dürften da 300-350Wh reingeladen
worden sein.
Wenn Du das Pedelec kürzlich genutzt hast, also bei Temperaturen um
0-10°C, dann war das schon ganz gut.
Li-Akkus sind bis auf ein paar Exoten bei Kälte sehr schlecht.
Für den Twizy wird bei Wikipedia z.B. angegeben:
"Üblicherweise wird eine Reichweite von 70–80 km (im Winter von 50–60
km) erzielt.".
Gruß,
Norbert
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