Moin!
Ich hab mir kürzlich mal eine kleine Wetter-Station auf Basis ESP32
gebaut. Dabei ist ein Blei-Gel-Akku mit 6V und eine 6V Solarzelle mit 2
Watt Peak. Die Energieversorgung reicht mehr als dicke, wenn man den ESP
weitestgehend schlafen lässt und nur zum Messen aufweckt.
Nun hab ich in meinem jugendlichen Wahnsinn gedacht: Ein 2W Solarpanel,
dass kann ich sicher direkt an den Akku anschließen (12 Ah), da passiert
schon nichts... Zum Glück hab ich die Ladespannung mitgeloggt und
festgestellt, das nach einigen Tagen die Ladespannung bei Sonne bis 7,8
V hochgeht - klar zu viel meine ich.
Deswegen bin ich fix zu Conrad gehuscht und hab mir mittels Z-Dioden
eine Energie-Verbrennungs-Schaltung ;-) gebaut (Nur R und Z-Diode), die
die Spannung solide auf 6,8 bis 6,9 deckelt.
Meint ihr das kann ich so lassen oder muss ich mir noch was hübscheres
einfallen lassen?
Wie ist das eigentlich mit der Ladeschlusspannung beim Blei-GEL-Akku?
Ich hab bisher nur mit den Blei-Säure-Akkus aus der KFZ-Technik zutun
gehabt...
Ich hoffe ich hab mit mit den 3 Tagen, an denen ich für je ca 1,5 bis 2
Stunden die 7,X V hatte nicht den Akku zerlegt...
Danke im Voraus!
Paßt scho. Wenn die Spannung nicht permament anliegt, was beim
Solarladen der Fall ist, lädt man mit 2,4-2,5V pro Zelle.
Denk dran, daß du im Winter nur noch einen Bruchteil der Tagesladung
bekommst und sie ggf. mal lange reichen muß, also Spannung möglichst
ausreizen.
Der TL431 klingt interessant! Dieses Bauteil kannte ich bisher noch
nicht. Sehe ich das richtig, dass ich einfach mittels Z-Diode eine
Spannung an REF vorgebe und der dann die "schwere Arbeit" übernimmt?
(Links Solarzelle, Rechts Akku)
1
+ o-[R]-------------------o +
2
| |
3
[R] |
4
| |
5
----[TL431]
6
| |
7
[Z-Di.] |
8
| |
9
- o-----------------------o -
Ich versuche alles so einfach wie möglich zu halten, deswegen hatte ich
mich gegen einen Solarregler entschieden. Was nicht da ist kann nicht
kaputt gehen.
pascalts schrieb:> Wie ist das eigentlich mit der Ladeschlusspannung beim Blei-GEL-Akku?
Wie bei jedem andern Blei-säure es gibt keine Ladeschlusspannungen.
Jdf. keine die man direkt messen könnte.
Der durch die angelegte Spg. verursachte Strom teilt sich immer auf in
Ladestrom und in ungewolltes, den der die Nebenreaktionen wie
Elektrolyse treibt.
Eine z.B. Volladung mit Konstantspannung 'Normalladen' ist dann
vollbracht wenn der Strom sich über einen mehrstündigen Zeitraum nicht
mehr nennenswert ändert. Wie hoch der dann ausfallen darf (und
gleichzeitig die 'Überspannung' hängt von der Bauart ab. Bei einer
verschlossenen -nicht geschlossenen*- 6V GEL vrla, salop sla, sind
knapp ~7,5V bei 20° die Oberkante je höher die Temperatur um so
niedriger, wenn mann drüber geht dann steigt eben der Innendruck durch
den Sauerstoff zu stark an und das Teil entlüftet ggf. Dann kann eben
auch kein Wasser mit dem an der Anode hockenden Wasserstoff
zurückgebildet werden und man verliert nicht ersetzbaren Elektrolyt, das
ist auch schon fast alles was man über das normale Laden wissen muss.
Das Laden ist dann beendet und man trennt den Akku.
Und ob ein andauerndes Erhaltungsaladen mit niedrigerer Spg. eine
akzeptable Methode ist hängt einzig von der Häufigkeit und Art der
Belastung ab. Wird hier nicht der Fall sein aber nimm an die Anwendung
w[rde in einem Zug 50% der gespeicherten Ladung entnehmen, das würde
dann 2-3 Tage dauern bis sie wieder vollgeladen wäre, je nach Anwendung
eher inakzeptabel wenn das wie auch immer geartete Gerät nicht
einsetzbar wäre.
Dann gibts noch das schnelladen da nimmt man erhöhten Verschleis und
verkürzte Lebensdauer schlichtweg in Kauf.
Und nat. kann man Methoden auch kombinieren ;)
---
Läßt sich alles nachlesen z.b. panasonic vrla handbook hängt bei vielen
Produktbeschreibungen derer Akkus mit dran.
*[geschlossen ist alles was einfache Stopfen oder Deckel hat und eine
Entlüftung aber ohne Ventil, da gehts im Gegensatz zu den
verschlosssenen nur um Auslaufschutz, bei den verschlossenen zusätlich
um den Sauerstoffkreislauf den es bei den anderen garnicht gibt.]
>> Ich hoffe ich hab mit mit den 3 Tagen, an denen ich für je ca 1,5 bis 2>> Stunden die 7,X V hatte nicht den Akku zerlegt...
Schmerzgrenzen abs. max. beim normalladen Volt pro Zelle
z.B. nach Panasonic VRLA-HB, drüber gibts eben ggf. Verluste.
10° 2,55
20° 2,50
30° 2,45
40° 2,40
50° 2,35
batman schrieb:> Nein, der TL ist doch selbst die Z-Diode, einstellbar durch> Spannungsteiler. S. Datenblatt.
OK, aber meine Eingangsspannung schwankt ja. Deswegen wollte ich mit der
Z Diode quasi einen Variablen Spannungsteiler bauen. Oder hab ich was
völlig falsch verstanden?
Danke für die ausführliche Erklärung zum Thema Laden!
Ich werde meine Z Dioden Lösung jetzt so beibehalten.
Danke!
pascalts schrieb:> Sehe ich das richtig, dass ich einfach mittels Z-Diode eine> Spannung an REF vorgebe und der dann die "schwere Arbeit" übernimmt
Nein, der TL431 ist eine (per Spannungsteiler einstellbare) Z-Diode und
man wird zum Akkuladen den Spannungsteiler per Pt1000 oder 1N4148 so
einstellen, daß er an die Temperaturabhängigkeit der Ladeschlussspannung
des Bleiakkus angepasst ist.
Ein nackter TL431 kann niemals 2 Watt alleine wegheizen!
Und auch die jetzige Konstruktion mit der Zenerdiode wird wahrscheinlich
schon heißer als es das Datenblatt erlaubt!
Es gibt aber Schaltungen bei denen der TL431 einen externen Transistor
ansteuert, da kann man dann was ausreichend dickes auf ein Kühlblech
setzen und hat dann einen ordentlichen Shunt-Regler der auch ein paar
Watt mühelos verträgt.
Bernd K. schrieb:> Und auch die jetzige Konstruktion mit der Zenerdiode wird wahrscheinlich> schon heißer als es das Datenblatt erlaubt!
Selbst im Bastlerbedarf gibts 5W Z-Dioden.