Hallo,
ich habe ein Problem mit der Funkstörspannung bei meinem Flyback. Wenn
er im DCM arbeitet und der Kern "entladen" ist ensteht diese 666kHz
Schwingung. Kann die irgendwie bedämpft werden und wenn ja wie?
Peer
Um 666kHz vom DCM musst du dir weniger Sorgen machen, die strahlen im
Normalfall nicht ab. Dazu wären riesige Strukturen nötig, die man
üblicherweise nicht hat.
Was genau da schwingt weiß ich grad auch nicht, aber die Frequenz lässt
vermuten, dass große Induktivitäten oder Kapazitäten beteiligt sein
müssen, also eher eine Hauptinduktivität. Bei den kleineren
Streuinduktivitäten liegen wir schnell im zweistelligen MHz-Bereich.
Man KANN das bedämpfen, mit einem Snubber, also einem RC-Glied parallel
zur betreffenden Wicklung. Man tut das aber im Normalfall nicht, weil es
bei so niedrigen Frequenzen selten nötig ist.
Die Schwingung mit diversen Streuinduktivitäten gibt es auch:
Das ist beispielsweise das Hochfrequente Gerödel beim Abschalten des FET
(die positive Flanke) am rechten Bildrand. Das ist problematisch, weil
es liegt im zweistelligem MHz-Bereich liegt. Dort könntest du über
Snubber über den FET oder die Diode nachdenken.
Die legt man so aus:
Aus der Streuinduktivität bekommt man mit der Frequenz der Schwingung
ein Max. für R: R <= XL = 2*PI*f*L
Daraus das C: R>= XC = 1/(2*PI*f*C) (nach C umstellen...)
Immer beachten: P = f*C*U²
Miss erst mal die Abstrahlung, bevor du herumbastelst, um sicher zu
sein, ob und wieviel du basteln musst.
Peer schrieb:> 666kHz Schwingung. Kann die irgendwie bedämpft werden
Diese Schwingung ist sozusagen normal - und gelangt genausowenig
an den Ausgang (ich spreche von "leitungsgebunden" - nicht von EM-
Wechselfeldern bzw. Funk... Du zeigst ein Oszibild, eine Messung
von Spannung am und Strom durch den Schalter, wie es aussieht...)
wie die PWM (Puls/Pause) selbst.
Es gibt quasiresonante Flybacks, die z.B. im tiefen CCM ganz exakt
beim ersten Spannungsminimum dieser Schwingung wieder ein schalten.
Das sollte Dir vermitteln, daß das ein normaler Betriebszustand ist.
(Oder hast Du eine 666kHz Funkstörung gemessen? Ja? Womit, und wie?)
Einige Sorgen bereiten könnte der Pegel der Schaltspitzen
(höherfrequente Schwingung jew. direkt bei/nach Schaltvorgängen).
Gegen leitungsgebundene Ausbreitung helfen Filter in RF-/HF-Bauweise
(Spule m. einlagiger Wicklung + Abstand zw. d. einzelnen Windungen,
kombiniert mit z.B. Kerkos)
abgestimmt auf die Schwingfrequenz der parasitären Elemente
(u.a. sind das natürlich L_Streu und C_Streu des Trafos, die man
evtl. ermitteln könnte - oft aber wird man beim Oszi die Zeitbasis
verbreitern, und diese Frequenz er-schätzen, wodurch man spätestens
nach wenigen Versuchen erfolgreich filtern kann).
Aber da Du lapidar "Funkstörspannung" schreibst (was evtl. völlig
falsch definiert ist - oder evtl. in der Form gar nicht vorhanden,
was wiederum nur durch Messungen klar würde), könnte ja sein, daß
man hier im Moment nonexistente Probleme diskutiert?
Hallo Lothar,
Lothar M. schrieb:> Du musst also die Parasiten (Induktivität/Kapazität) deiner Spule> reduzieren.> http://www.joretronik.de/Web_NT_Buch/Kap7_2/Kapitel7_2.html>> Zeig doch mal deinen Trafo und den Schaltungsaufbau...
der Trafo ist nicht selbstgebastelt, sondern von einem Trafohersteller.
Da kann man nichts mehr machen am Aufbau. Um die Höhe der
Streuinduktivität haben wir schon sehr hart gefeilscht ;-). Stichwort
Schaltungsaufbau: der Schaltfet ist an einen Kühlkörper isoliert
veschraubt. Wird die Isofolie z.B. verdoppelt sinkt auch die
Funkstörspannung. Trivial eigentlich. Steht in 1000 Büchern. Diesen
mechanischen Aufbau zu ändern bedeutet aber ziemlichen Aufwand. Deshalb
habe ich nach einer Art Snubber/Filtermethode oder so gefragt.
jemand schrieb:> Um 666kHz vom DCM musst du dir weniger Sorgen machen, die strahlen im> Normalfall nicht ab.
Aha. Dann bin ich wohl der einzige Pechvogel dem das passiert ;-)?
jemand schrieb:> Miss erst mal die Abstrahlung, bevor du herumbastelst, um sicher zu> sein, ob und wieviel du basteln musst.
Hab doch geschrieben, dass ich ein Problem mit der Funkstörspannung
habe. Ohne Messen wüsste ich das doch nicht, oder?
jemand schrieb:> Dort könntest du über> Snubber über den FET oder die Diode nachdenken.
Da ist doch schon längst ein Snubber. Geht doch bei einem Flyback auch
kaum anders, damit der Schaltfet nicht kaputt geht.
Basso schreibt zu dem Thema das es in jeder Schaltung dieses "Clump" und
Lleak gibt. ist Prinzipbedingt. Ein Kondensator am Drain gegen Erde
erhöht Clump und ändert damit die 666kHz aber dann ist es ja nur
verschoben. Außerdem wird der Schaltfet dann natürlich wärmer. Deshalb
habe ich nach Filtermöglichkeiten gefragt.
Peer schrieb:> Hab doch geschrieben, dass ich ein Problem mit der Funkstörspannung> habe. Ohne Messen wüsste ich das doch nicht, oder?
Genau diese 666kHz?
Peer schrieb:> Stichwort Schaltungsaufbau: der Schaltfet ist an einen Kühlkörper> isoliert veschraubt. Wird die Isofolie z.B. verdoppelt sinkt auch die> Funkstörspannung. Trivial eigentlich.
Das deutet dann aber irgendwie in Richtung Layout. Koppelt da irgendwas
vom Schwitchnode auf PE und in die weite Welt?
Peer schrieb:> Deshalb habe ich nach Filtermöglichkeiten gefragt.
Ich wiederhole meine versteckte Frage in deutlicherer Kurzform:
Du hast da einen Störsender gebaut (und das verifiziert) - willst
ihn aber so belassen... aber die leitunggebundene Störung (die Du
anscheinend nicht verifiziert hast (weshalb Du sie auch nicht zeigst,
sondern auf die parasitäre Schwingung des Schaltkonoten verweisend),
die laut Dir auch nicht das Problem sein soll, aber...) wegfiltern?
Ich versteh's immer noch nicht ganz.
Lothar M. schrieb:> Genau diese 666kHz?
Ja. Exakt diese. Ich messe im Zeitbereich diese Frequenz. Sie ist noch
von der Höhe der Vesorgungsspannung des Netzteils etwas abhängig. Und im
Frequenzbereich findet man diese Frequenz haargenau wieder.
Lothar M. schrieb:> Peer schrieb:>> Stichwort Schaltungsaufbau: der Schaltfet ist an einen Kühlkörper>> isoliert veschraubt. Wird die Isofolie z.B. verdoppelt sinkt auch die>> Funkstörspannung. Trivial eigentlich.> Das deutet dann aber irgendwie in Richtung Layout. Koppelt da irgendwas> vom Schwitchnode auf PE und in die weite Welt?
Naja, Egal wie gut/schlecht das Layout ist, der Fet ist nun mal am
Kühlkörper und dieser am Gehäuse. Deswegen dachte ich ja mit einem
Snubber oder so geht was. Da ich Lleak nicht ändern kann dachte ich, man
vergrößert CLump und schiebt damit die Störfrequenz nach unten. Ab
<500kHz liegt der Grenzwert ja bei 66dBµV und nicht bei 60dBµV. Macht
aber den Wirkungsgrad schlechter.
Noch jemand andere Ideen?
Peer schrieb:> (höhere C) Macht aber den Wirkungsgrad schlechter.
Ok, minimal. Aber nimm doch dann einen FET mit etwas
größerem Die und höherer Kapazität, mit weniger R_ON.
Dann sinkt nicht gleich der absolute Wirkungsgrad ab
(wie bei einem ansonsten nutzlosen C parallel zu DS,
der einfach immer wieder mit umgeladen werden muß...),
sondern die Kurve verschiebt sich halt etwas hin zu
schlechter bei Teil- und besser bei Vollast.
pt schrieb:> Ok, minimal. Aber nimm doch dann einen FET mit etwas> größerem Die und höherer Kapazität, mit weniger R_ON.> Dann sinkt nicht gleich der absolute Wirkungsgrad ab> (wie bei einem ansonsten nutzlosen C parallel zu DS,> der einfach immer wieder mit umgeladen werden muß...),> sondern die Kurve verschiebt sich halt etwas hin zu> schlechter bei Teil- und besser bei Vollast.
Guter Gedanke. Bis jetzt hatte ich nur einen C parallel zu DS
vorgesehen. Werde die Idee weiterverfolgen. Danke für den Tipp.
Peer