RS232: kurioses Verhalten bei Messung RxD/TxD

OP #6257658
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Hallo,

ich habe gerade einen kuriosen Effekt, den ich mir nicht ganz erklären 
kann:

Ein optischer Kommunikationskopf mit RS232-Schnittstelle funktioniert 
nicht, wenn ich keinen Schnittstellentreiber anschließe. Messe ich ohne 
angeschlossenen Schnittstellentreiber mit einem Oszi an den 
RS232-Leitungen, so messe ich folgende Dauerpegel:

RS232 RxD: ca. GND
RS232 TxD: ca. -5V (hier sollten eigentlich Impulse kommen)

Schließe ich einen Schnittstellentreiber (in meinem Fall einen 
USB-RS232-Wandler) an den beiden Leitungen an, so kommen die Daten auf 
TxD raus und die Signale haben folgende Pegel:

RS232 RxD: ca. -3,2 V
RS232 TxD: Impulse mit Pegel +2,3V/-2,3V

Der optischer Kommunikationskopf scheint also nur Daten zu senden, wenn 
am RxD was angeschlossen ist. Ist das "normal"? Ich benötige eigentlich 
nur den Kanal, wo der Kommunikationskanal sendet. Nur nach dem 3. Sensor 
der nicht funktioniert hat, habe ich es mal mit einem 
Schnittstellentreiber probiert. Und siehe da, es geht.

Ich dachte bisher immer, daß RS232 auch mit einer Leitung (+ GND) geht, 
wenn man nur eine Datenrichtung benötigt.

Ich habe einen anderen Kommunikationskopf (anderer Hersteller, andere 
Bauform), der sendet auch Daten, wenn ich keinen Schnittstellentreiber 
angeschlossen habe. Daher bin ich davon ausgegangen, daß die bisherigen 
2 Kommunikationsköpfe defekt sind und habe jeweils reklamiert.



Gruß
Martin
Angehängte Dateien:
Gast #6257713
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Martin R. schrieb:
> Der optischer Kommunikationskopf scheint also nur Daten zu senden, wenn
> am RxD was angeschlossen ist. Ist das "normal"?

Normal "der Norm entsprechend" wohl nicht, aber häufig wenn die 
Versorgungsspannung aus den Steuersignalen gewonnen wird, was nicht nur 
eine serielle Maus, sondern auch andere Schaltungen so tun.

Ich denke aber, so etwas sollte in der Bedienungsanleitung erwähnt 
werden.
#6257823
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MaWin schrieb:
> sondern auch andere Schaltungen so tun.

Hi, gar nicht so selten, ein Beispiel:
C* Bestellnummer 980170 macht das so. 8-kanaliges 10-Bit 
Datenerfassungssystem.
Zitat:
"...Ihre Stromversorgung bezieht die Schaltung aus den Steuersignalen 
DTR bzw. RTS vom Computer. Die Datenübertragung erfolgt nicht über Rx 
und Tx, sondern über die Statusleitungen DTR, RTS und CTS...."
/Zitat

ciao
gustav
Gast #6257925
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Wolfgang schrieb:
> Wo sagt denn die "RS232-Norm" etwas darüber aus, wie sich die
> Schnittstelle zu verhalten hat, wenn der Bereich der zulässigen
> Eingangspegel verlassen wird?

Naja, dass TX nur geht, wenn RX angeschlossen ist, sagt wohl keine Norm.

Zudem ist es recht nah an der Norm, die Pegel von + bzw. - 5.5V am 
Ausgang erfordern. Und wesentlich weniger am Eingang.

Das Oszilloskop zeigt ja etwa 5V, nicht 2.5.
Gast #6258553
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Wolfgang schrieb:
> Wo sagt denn die "RS232-Norm" etwas darüber aus, wie sich die
> Schnittstelle zu verhalten hat, wenn der Bereich der zulässigen
> Eingangspegel verlassen wird?

Da für Ausgänge eine Minimalspannung und Stromlieferfähigkeit gefordert 
wird, die grösser ist als am Eingang reinkommen muss, verbietet sich 
parasitäre Stromversorgung wenn man normkonform sein will.

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