Für eine low-power Schaltung (power budget ca. <50 uA avg.) möchte ich
den Batteriezustand überwachen. Die Schaltung soll von einer NiMH Zelle
(Eneloop, ggf. soll auch Primärzelle gehen) betrieben werden. Ein
sparsamer Boost-Regler (z.B. MAX17222, Iq=300 nA) macht aus den
1,0V..1,5V beipielsweise 1,8V.
Ein uC wacht regelmäßig auf (z.B. 1/12h) und macht mit seinem ADC eine
Spannungsmessung des Akkus/der Batterie. Wenn eine Schwellspannung
unterschritten wird, soll der uC den Boost-Regler und somit sich selbst
abschalten, um den Akku nicht tief zu entladen. Die Spannungen werden
auch geloggt, einen einfachen Komparator möchte ich daher nicht
verwenden.
Problem: Wird der Akku direkt mit dem ADC-Eingang verbunden, wird der uC
über die ESD-Schutzdioden des Eingangs gespeist und der Akku wird
weiterhin entladen.
Man kann das vermutlich mit einem analog switch/mux (1xSPST oder 1xSPDT)
lösen, da gibt es auch einige Typen (TI, Maxim, Vishay, ...) für 1,8V
VCC und mit geringen Leckströmen (wenige uA).
Allerdings: Viele analog switches haben ESD Schutzdioden vom
Analogeingang nach VCC, d.h. wenn die 1,8V VCC abgeschaltet werden, dann
wird über diesen Weg der Akku entladen und das Bauteil gespeist. Siehe
auch "Power Supply Considerations":
https://www.intersil.com/content/dam/Intersil/documents/an53/an532.pdf
Einen analog MUX ohne Schutzdioden am Analogeingang könnte ich auch
direkt aus einem GPIO vom uC speisen und somit den Durchschnittsstrom
weiter senken. Nur zur eigentlichen Messung wird der kurz eingeschaltet.
Den einzigen Typ, der -- soweit ich das Datenblatt interpretiere
(Absolute Maximum Ratings: V+, S = -0,3V..+6,0V) -- keine Schutzdioden
hat, ist ein Vishay DG3257 (Mouser 0,56 EUR/Stk). Zudem hat der wirklich
sehr geringe Leck- und Betriebsströme (nA, uA):
https://www.vishay.com/docs/75945/dg3257.pdf
Der ist jedoch sehr klein: 0,35mm Pitch, uDFN-6L, 1x1 mm2.
(0,5mm geht noch super zu löten, noch kleiner wird schon schwierig für
mich)
Kennt jemand einen ähnlich guten analog switch, den man auch ohne VCC
mit nur geringem Leckstrom betreiben kann?
Gibt es Alternativen zu analog switches? Zum Beispiel eine Kombination
aus low-leakage P/N-FETs?
Da mich die Spannung (DC) des Akkus interessiert, ist der R_on und die
Bandbreite des MUXes weitgehend irrelevant.
und die Batterie nur für die Messung mittels Optokoppler oder p-channel
FET an den ADC zu legen ist keine Option?
Ich weiss nun nicht genau wie hochohmig ein Opto oder p-FET bei aus ist,
dürften aber einige Mohm sein, das sollte genügen.
Joachim B. schrieb:> die Batterie nur für die Messung mittels Optokoppler oder p-channel> FET an den ADC zu legen ist keine Option?
Per P-FET aufschalten hatten wir doch neulich erst in einem anderen
Thread - wer findet den wieder und kann ihn hier verlinken?
Sven B. schrieb:> Was ist denn der Eingangswiderstand des ADC? Wenn der hinreichend groß> ist, würde ja vielleicht ein Serienwiderstand davor genügen.
Den uC habe ich noch nicht festgelegt, möglicherweise kommt aber ein
MSP430FRxxxx (leider geht da der ADC nicht mit 1,8V) oder SAM L10
(leider kein FRAM, aber mit RAM retention und RTC auch nicht viel mehr
Stromverbrauch als der MSP430) infrage. Wegen ADC-Problematik tendiere
ich momentan eher zum SAM L10.
Mit einem großen Serienwiderstand zum ADC-Eingang würde die
Restschaltung doch dennoch versorgt, oder? Wenn die Abschaltschwelle
z.B. bei 1V liegen soll und der akzeptable Entladestrom des Akkus <1 uA
sein soll, dann bräuchte ich einen Eingangswiderstand von >1M Ohm.
Hmja, wenn du tatsächlich 1 µA willst, ist der benötigte
Serienwiderstand vermutlich zu groß ...
Was ist, wenn du den ADC-Input im Power Down als "Output High" GPIO
konfigurierst? Der Controller bei dem ich mal Low-Power-Kram gemacht
habe, hat die GPIO-Zustände im Power Down beibehalten, und dann würde
kein Strom in den Pin fließen.
Edit: Äh ne moment, ich bin verwirrt: warum ist dein Mikrocontroller
eigentlich nicht mit der Spannungsversorgung verbunden? Ich dachte, der
ist nur im Power Down?
Jiri D. schrieb:> Gibt es Alternativen zu analog switches?
Ich verstehe dein Problem nicht.
Jiri D. schrieb:> Ein uC wacht regelmäßig auf (z.B. 1/12h) und macht mit seinem ADC eine> Spannungsmessung des Akkus/der Batterie. Wenn eine Schwellspannung> unterschritten wird, soll der uC den Boost-Regler und somit sich selbst> abschalten, um den Akku nicht tief zu entladen.
Wie soll er denn dann jemals wieder aufwachen ?
Jiri D. schrieb:> von einer NiMH Zelle (Eneloop, ggf. soll auch Primärzelle gehen)
Du suchst also einen uC, der an 1 Zelle läuft, beim Schlafen wenig Strom
braucht, und seine eigenen Betriebsspannung messen kann.
Du willst also einen Texas Instruments MSP430L092. Die 6uA sind weniger
als der Akku Selbstentladung hat. Vergiss den MAX17222.
Michael B. schrieb:> Jiri D. schrieb:>> Ein uC wacht regelmäßig auf (z.B. 1/12h) und macht mit seinem ADC eine>> Spannungsmessung des Akkus/der Batterie. Wenn eine Schwellspannung>> unterschritten wird, soll der uC den Boost-Regler und somit sich selbst>> abschalten, um den Akku nicht tief zu entladen.>> Wie soll er denn dann jemals wieder aufwachen ?
Bei so einer Anwendung üblicherweise gar nicht, nur wenn jemand die
Batterie wechselt. Bringt ja sonst auch nix: ist eh kein Strom mehr da.
Charge Management ICs wie der ADP5090 wachen wieder auf, wenn genug
Ladestrom kommt.
Sven B. schrieb:> Michael B. schrieb:>> Jiri D. schrieb:>>> Ein uC wacht regelmäßig auf (z.B. 1/12h) und macht mit seinem ADC eine>>> Spannungsmessung des Akkus/der Batterie. Wenn eine Schwellspannung>>> unterschritten wird, soll der uC den Boost-Regler und somit sich selbst>>> abschalten, um den Akku nicht tief zu entladen.>>>> Wie soll er denn dann jemals wieder aufwachen ?>> Bei so einer Anwendung üblicherweise gar nicht, nur wenn jemand die> Batterie wechselt. Bringt ja sonst auch nix: ist eh kein Strom mehr da.
Exakt. Beispielsweise über einen Taster im Gehäuse, an den man also nur
dran kommt, wenn man die Batterie wechselt.
Sven B. schrieb:> Hmja, wenn du tatsächlich 1 µA willst, ist der benötigte> Serienwiderstand vermutlich zu groß ...>> Was ist, wenn du den ADC-Input im Power Down als "Output High" GPIO> konfigurierst? Der Controller bei dem ich mal Low-Power-Kram gemacht> habe, hat die GPIO-Zustände im Power Down beibehalten, und dann würde> kein Strom in den Pin fließen.>> Edit: Äh ne moment, ich bin verwirrt: warum ist dein Mikrocontroller> eigentlich nicht mit der Spannungsversorgung verbunden? Ich dachte, der> ist nur im Power Down?
Der uC läuft an 1,8V nach dem Boost-Wandler, daher sieht er die
Batteriespannung nicht als seine Versorgungsspannung. Wenn der uC den
Boost-Wandler abschaltet, ist das final. Kann nicht mehr durch den uC
eingeschaltet werden (Bat ist eh leer). In dem Fall kann ich also den uC
nicht mehr verwenden.
Michael B. schrieb:> Jiri D. schrieb:>> Gibt es Alternativen zu analog switches?>> Ich verstehe dein Problem nicht.
Beispielsweise: Könnte evtl. auch P-FET mit N-FET wie im Anhang
verwendet werden? Low-leakage FETs gibt es, leider sind die auch sehr
klein, sodass man auch gleich den DG3257 nehmen könnte:
- PMCXB900UEL
https://assets.nexperia.com/documents/data-sheet/PMCXB900UEL.pdf
Vielleicht ist der eingangs erwähnte DG3257 ja tatsächlich schon das
Bestmögliche und ich muss mich nur mal überwinden und an die 0,35mm
trauen.
Jiri D. schrieb:> Für eine low-power Schaltung (power budget ca. <50 uA avg.) möchte> ich> den Batteriezustand überwachen. Die Schaltung soll von einer NiMH Zelle> (Eneloop, ggf. soll auch Primärzelle gehen) betrieben werden. Ein> sparsamer Boost-Regler (z.B. MAX17222, Iq=300 nA) macht aus den> 1,0V..1,5V beipielsweise 1,8V.>
Ein N-FET schaltet einen P-FET ein. An dessen Drain hängt der
Spannungsteiler nach GND den Du haben willst. Da Du den ein und
ausschalten kannst und beide FETs im Ruhezustand inaktiv sind ist der
gemittelte Stromverbrauch sehr gering.
PS: gemittelte 50uA mit einem MSP430 ist schon fast Starkstrom...
MiWi
Servus,
man könnte die Messung dynamisch machen.
Sequenz zur Messung:
1. ADC-Port auf Output low schalten
2. Pulse High -> über den Transistor C1 entladen.
3. ADC-Port auf Analog Input schalten.
4. Pulse Low -> Transistor sperrt. Über C1 liegt nun die
Batteriespannung am ADC an.
5. Messung starten.
MiWi schrieb:> so funktioniert das.
Den BSS84 mit unter 1V so einschalten dass zumindest 1mA fliesst ? Nicht
sicher.
Aber eine einzelne NiMH Zelle mussw man nicht vor Tiefentladung
schützen, eine Primärbatterie schon gar nicht.
Die ganze Schaltung ist überflüssig wie ein Kropf. Wenn der step up
mangels Eingangsspannung aus geht, dann geht er eben aus, fertig.
Michael B. schrieb:> Die ganze Schaltung ist überflüssig wie ein Kropf.
Ich könnte mir vorstellen, daß man als Anwender eines Batterie- bzw.
Akku-betriebenen Gerätes auch gern von diesem eine Meldung über baldige
Notwendigkeit eines Batterietauschs oder den Wunsch zur Aufladung
bekommen möchte, bevor es schlicht den Dienst quitiert.
Da das Überwachen der Batteriespannung keine Super-Präzisions-Messung
werden muss, sollte ein FET, in Reihe, ausreichen.
Ein Zieh-Runter am Gate kann dabei nicht schaden.
Thomas E. schrieb:> Michael B. schrieb:>> Die ganze Schaltung ist überflüssig wie ein Kropf.>> Ich könnte mir vorstellen, daß man als Anwender eines Batterie- bzw.> Akku-betriebenen Gerätes auch gern von diesem eine Meldung über baldige> Notwendigkeit eines Batterietauschs oder den Wunsch zur Aufladung> bekommen möchte, bevor es schlicht den Dienst quitiert.
Exakt. Kurz bevor sich die Schaltung verabschiedet wird ein E-Ink
Display gesetzt, das einen "Batterie ist leer" anzeigt.
Hier noch eine dynamische Alternative mit PNP. Vorteil gegenüber der
anderen Schaltung: der ADC-Eingang kann immer auf Analog Input stehen
und es ist unmöglich, die Batterie durch falsche statische Pegel
versehentlich zu entladen.
Thomas E. schrieb:> Ich könnte mir vorstellen, daß man als Anwender eines Batterie- bzw.> Akku-betriebenen Gerätes auch gern von diesem eine Meldung über baldige> Notwendigkeit eines Batterietauschs oder den Wunsch zur Aufladung> bekommen möchte, bevor es schlicht den Dienst quitiert.
Niemand hindert den uC, der sowieso regelmässig die Batteriespannung
misst, bei Unterschreitung einer als kritisch angesehenen Spannung so
eine Meldung zu produzieren.
Üblich sind ja mehrere Balken im LCD Display und dann ist der letzte
Balken eben weg, so wie er auch weg ist, wenn der step up aussetzt.
Michael B. schrieb:> Niemand hindert den uC, der sowieso regelmässig die Batteriespannung> misst,
Und wie sollte dieses Messen der Batteriespannung, praktisch ohne
Ruhestromaufnahme, dann realisiert werden, wenn der µC nicht direkt von
der Batterie versorgt wird und ohne eine solche Schaltung, die
"überflüssig wie ein Kropf" ist?
Jiri D. schrieb:> Für eine low-power Schaltung (power budget ca. <50 uA avg.) möchte ich> den Batteriezustand überwachen. Die Schaltung soll von einer NiMH Zelle> (Eneloop, ggf. soll auch Primärzelle gehen) betrieben werden. Ein> sparsamer Boost-Regler (z.B. MAX17222, Iq=300 nA) macht aus den> 1,0V..1,5V beipielsweise 1,8V.>> Ein uC wacht regelmäßig auf (z.B. 1/12h) und macht mit seinem ADC eine> Spannungsmessung des Akkus/der Batterie. Wenn eine Schwellspannung> unterschritten wird, soll der uC den Boost-Regler und somit sich selbst> abschalten, um den Akku nicht tief zu entladen. Die Spannungen werden> auch geloggtThomas E. schrieb:> Und wie sollte dieses Messen der Batteriespannung, praktisch ohne> Ruhestromaufnahme, dann realisiert werden
wurde schon geschrieben,
wenn der µC wach ist:
Jiri D. schrieb:> Ein uC wacht regelmäßig auf (z.B. 1/12h)
dann kann der µC auch einen P-FET anschalten und die Batteriespannung
zum ADC geleiten, diese auch mit loggen.
was war daran unklar?
Joachim B. schrieb:> dann kann der µC auch einen P-FET anschalten und die Batteriespannung> zum ADC geleiten, diese auch mit loggen.
Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail - hier z.B. darf der PFET ja
nicht leitend werden, wenn der µC spannungslos ist.
Joachim B. schrieb:> was war daran unklar?
für mich war da nichts unklar - meine Frage war ja an Michael B.
gerichtet.
FETs liegen mir irgendwie eher als BJTs... Daher die Verständnisfrage:
Hat die Verwendung eines PNP BJT anstelle eines P-MOSFET einen
besonderen Hintergrund? Beim P-FET könnte die Gatespannung von ~1V evtl
zu gering sein, um ihn durchzuschalten (selbst wenn logic-level FET).
Wenn man zwei FETs verwendet, könnte man die Gatespannung durch einen
Ladungspumpe (Inverter) erhöhen (Anhang). Braucht allerdings mehr
Bauteile als im zweiten Bild: PNP mit N-FET. Würde das funktionieren?
Thomas E. schrieb:> Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail - hier z.B. darf der PFET ja> nicht leitend werden, wenn der µC spannungslos ist.
da dachte ich ja an P-FET mit S an + G mit R an S aber ob der dann
sperrt?
da wäre ein PNP vermutlich besser, man braucht ja nur die Basis oder das
Gate nach GND zu ziehen damit der die Spannung von der Batterie zum ADc
durchlässt, einen 2ten Transistor braucht es nicht zwingend.
Wenn der µC läuft und den nicht nach GND schaltet liegt maximal 5V am
Gate was die meisten als Ugs vertragen oder als Ube Sperrspannung
Wenn der µC nicht läuft und der Stepup abgeschaltet ist kommt eh keine
Spannung zum Transistor, der sperrt sich dann selber mit dem R zwischen
G & S oder E & B
Da aber hi side zum ADC geschaltet werden soll wäre auch ein Optokoppler
möglich der IR LED Strom nur zur Messung mit dem ADC benötigt.
Jiri D. schrieb:> Hat die Verwendung eines PNP BJT anstelle eines P-MOSFET einen> besonderen Hintergrund?
Nö - er ist halt billig und man braucht nicht nach irgendwelchen
Spezialtypen mit besonders niedriger Thresholdspannung zu suchen.
Joachim B. schrieb:> man braucht ja nur die Basis oder das> Gate nach GND zu ziehen
Aber genau das ist das Problem wenn VDD vom µC ausgeschaltet wird -> der
Portpin, der die Basis vom PNP bzw. das Gate vom PFET zum Einschalten
nach GND ziehen soll, ist i.d.R. über eine interne Schutzdiode mit VDD
verbunden und würde darüber den Transistor einschalten, oder eben den µC
über die Diode rückwärts mit Spannung versorgen und so die Batterie
entladen.
Joachim B. schrieb:> Wenn der µC nicht läuft und der Stepup abgeschaltet ist kommt eh keine> Spannung zum Transistor
doch, weil S bzw. E an Batterie-Plus liegt und G bzw. B über den
ausgeschalteten µC 'runtergezogen wird.
Joachim B. schrieb:> wäre auch ein Optokoppler> möglich
ja, ist aber groß und teuer. Der PNP für 2 Cent und ein Kondensator wie
z.B. in meinem 2.Schaltplan schaltet den Transistor für eine ADC-Messung
lange genug ein.
Thomas E. schrieb:> Und wie sollte dieses Messen der Batteriespannung, praktisch ohne> Ruhestromaufnahme, dann realisiert werden, wenn der µC nicht direkt von> der Batterie versorgt wird und ohne eine solche Schaltung, die> "überflüssig wie ein Kropf" ist?
Wenn du dir nur minimal Mühe gegeben hättest, hättest du schon lesen
können wie ich vorschlage daß es geht:
Den uC dauerhaft über step up versorgen und die Batterie dauerhaft am
Analogeingang hängen haben. Schaltet der step up aus mangels
Eingangsspannung, stört es auch nicht wenn der Analogeingang noch an der
Batteri hängt, denn sie ist eh leer.
Man muss eine "Tiefentladung" nicht verhindern bei einer einzelnen
Akkuzelle, die kann höchstens bis 0V entladen werden und kann das ab
(und wird real von Halbleitern nur bis 0.6V entladen), nur bei mehreren
Zellen in Reihe muss man die Entladung verhindern die so weit geht, daß
Zellen umgepolt werden.
Ich hatte übrigens auch schon den MSP430L092 vorgeschlagen, der geht
ohne step up.
Thomas E. schrieb:> Joachim B. schrieb:>> man braucht ja nur die Basis oder das>> Gate nach GND zu ziehen>> Aber genau das ist das Problem wenn VDD vom µC ausgeschaltet wird -> der> Portpin, der die Basis vom PNP bzw. das Gate vom PFET zum Einschalten> nach GND ziehen soll, ist i.d.R. über eine interne Schutzdiode mit VDD> verbunden und würde darüber den Transistor einschalten, oder eben den µC> über die Diode rückwärts mit Spannung versorgen und so die Batterie> entladen.
Deshalb hatte ich ja den N-MOSFET zwischen Portpin und PNP Basis. Ist es
denn energetisch sinnvoller den N-MOSFET zu laden, oder einen
Kondensator?
> Joachim B. schrieb:>> wäre auch ein Optokoppler>> möglich>> ja, ist aber groß und teuer. Der PNP für 2 Cent und ein Kondensator wie> z.B. in meinem 2.Schaltplan schaltet den Transistor für eine ADC-Messung> lange genug ein.
Darüber hinaus braucht ein Optokoppler sehr viel Strom, verglichen mit
N-MOSFET/C und PNP-BJT. Ich habe eben meine obige Schaltung
zusammengesteckt (mit BC328-25, R_BE=110k, R_C=680k, R_B=10k) und es
sind 37,7 uA @U_BAT=1V bzw. 92,5 uA@U_BAT=1,5V. Vermutlich kann man den
R_B=10k auch noch auf 100k erhöhen und kommt so auf ca. 1/10 des
Stromes.
Michael B. schrieb:> Den uC dauerhaft über step up versorgen und die Batterie dauerhaft am> Analogeingang hängen haben. Schaltet der step up aus mangels> Eingangsspannung, stört es auch nicht wenn der Analogeingang noch an der> Batteri hängt, denn sie ist eh leer.
Ok, das hast Du so aber nicht geschrieben. Dein Post mit "überflüssig
wie ein Kropf" hatte ich so interpretiert, daß eine Spannungsüberwachung
als solches hier überflüssig sei. Wenn eine Tiefentladung für die
NiMH-Zelle nicht schädlich ist, hast Du Recht mit dem Direktanschluss
der Akkuspannung am ADC. Meine Erfahrung ist eher, daß NiMH-Zellen
Tiefentladung nicht mögen und sich dann auch gerne mal Kurzschlüsse in
der Zelle bilden (auch ohne Umpolung der Zelle).
Jiri D. schrieb:> R_B=10k auch noch auf 100k erhöhen und kommt so auf ca. 1/10 des> Stromes.
Spielt der Strom im Messmoment eine so große Rolle? Wie lange muss die
Batteriespannung am ADC anliegen und wie oft misst Du?
Thomas E. schrieb:> Meine Erfahrung ist eher, daß NiMH-Zellen> Tiefentladung nicht mögen und sich dann auch gerne mal Kurzschlüsse in> der Zelle bilden (auch ohne Umpolung der Zelle).
kann ich bestätigen. Wenn man es bald merkt und die NiMH nur kurz
tiefentladen bleibt, ist die Schädigung meist überschaubar. Wenn man es
aber nicht sofort bemerkt oder die Zelle für ne Woche in der Tasche
vergisst, ist sie danach normal deutlich schlechter oder ganz
unbrauchbar geworden.
Ich halte den Tiefentladeschutz bei so einer Schaltung daher eigentlich
schon für sinnvoll.
Thomas E. schrieb:> Michael B. schrieb:>> Den uC dauerhaft über step up versorgen und die Batterie dauerhaft am>> Analogeingang hängen haben. Schaltet der step up aus mangels>> Eingangsspannung, stört es auch nicht wenn der Analogeingang noch an der>> Batteri hängt, denn sie ist eh leer.>> Ok, das hast Du so aber nicht geschrieben. Dein Post mit "überflüssig> wie ein Kropf" hatte ich so interpretiert, daß eine Spannungsüberwachung> als solches hier überflüssig sei. Wenn eine Tiefentladung für die> NiMH-Zelle nicht schädlich ist, hast Du Recht mit dem Direktanschluss> der Akkuspannung am ADC. Meine Erfahrung ist eher, daß NiMH-Zellen> Tiefentladung nicht mögen und sich dann auch gerne mal Kurzschlüsse in> der Zelle bilden (auch ohne Umpolung der Zelle).
Eneloop Zellen mögen Tiefentladung eher weniger. Ich will sie daher
eigentlich auch nur bis auf 1/3 oder so entladen.
Der MSP430L092 ist ja ganz nett, aber er braucht ein externes Flash mit
dem Programmcode (ok, kann man danach in Deep Power Down halten) und
passt nicht zu den anderen Sensoren, Flash etc. mit 1,8V. Ginge es nur
darum einen uC an einer Einzelzelle zu betreiben, wäre der sicher ok.
Nur gibt es eben noch ein bisschen drumherum.
Thomas E. schrieb:> Jiri D. schrieb:>> R_B=10k auch noch auf 100k erhöhen und kommt so auf ca. 1/10 des>> Stromes.>> Spielt der Strom im Messmoment eine so große Rolle? Wie lange muss die> Batteriespannung am ADC anliegen und wie oft misst Du?
Im Eingangspost habe ich 1/12h genannt, also "nicht oft". Die Messdauer
ist ebenfalls "kurz" (solange bis der C geladen und die Messung fertig
ist). Wenn ich aber ohne negative Effekte (Annahme!) 1/10 des Verbrauchs
während der Messung einsparen kann, wieso sollte ich das nicht tun?
Alles was über meinem Durchschnittsbudget ist, muss ich ja im
Schlafbetrieb wieder reinholen (also seltener messen oder mehr Energie
sparen).
Thomas E. schrieb:> interne Schutzdiode mit VDD> verbunden und würde darüber den Transistor einschalten
kennst du die internen Schutzdioden?, die leiten normalerweise nicht in
Sperrichtung.
an den fehlenden 2ten Trasi soll es aber nicht scheitern wer es braucht.
Thomas E. schrieb:> Joachim B. schrieb:>> wäre auch ein Optokoppler>> möglich>> ja, ist aber groß und teuer
auch das stimmt nicht, es gibt sehr preisgünstige und kleine!
Jiri D. schrieb:> Darüber hinaus braucht ein Optokoppler sehr viel Strom
nur während der Messung! Wie oft und wielange soll den gemessen werden?
Ist es vielleicht einfacher ein processor zu benutzen der schon DC/DC
eingebaut hat. zB PSOC3/5lp aber es gibt wahrscheinlich mehere.
Dabei gibt der PSOC5lp auch die moeglichkeit eingange ohne ESd
protection dioden zu definieren (wenn ich mich nicht irre).
Vorteil von on-board dc/dc ist das man dynamisch die dc/dc spannung
anpassen und damit sehr dynamisches stromverbrauch vorhanden ist. Und
das auch noch in combination mit dynamische processor-clockspeed.
Weiter wuerde einen 'idealen dioden' sowie der LTC4411 vielleicht noch
ein nutzliches Komponent sein.
Patrick
Patrick C. schrieb:> Ist es vielleicht einfacher ein processor zu benutzen der schon DC/DC> eingebaut hat. zB PSOC3/5lp aber es gibt wahrscheinlich mehere.> Dabei gibt der PSOC5lp auch die moeglichkeit eingange ohne ESd> protection dioden zu definieren (wenn ich mich nicht irre).>> Vorteil von on-board dc/dc ist das man dynamisch die dc/dc spannung> anpassen und damit sehr dynamisches stromverbrauch vorhanden ist. Und> das auch noch in combination mit dynamische processor-clockspeed.
Der weiter oben in Erwägung gezogene SAML10 hat einen Regler für seine
Kernspannung. LDO oder DC/DC, automatisch umschaltbar. Allerdings ist
das gar nicht das Problem. Der restliche Teil der Schaltung verbraucht
schon angenehm wenig Strom. Problem war einzig die
Batteriespannungsmessung bzw. wie die ESD-Schutzdioden am Eingang
umgangen werden können, wenn sich die Schaltung mit dem uC komplett
abschaltet.
> Weiter wuerde einen 'idealen dioden' sowie der LTC4411 vielleicht noch> ein nutzliches Komponent sein.
Nein. VIN=2.7V..5.5V; IQ(Off)=22 uA(typ) ..25 uA(max).
Außerdem habe ich ja kein Problem mit ein paar (zig) uA für ein paar ms.
Die Varianten mir PNP+C oder PNP+NFET oder PNP+NPN haben mich schon
zufriedengestellt. Der Spannungsabfall über den PNP U_CE ist auch quasi
0V, hat also kaum Einfluss auf die Messung. Die Varianten sind auch alle
sehr klein realisierbar, ggf. sogar PNP+NPN im selben SC70-6 package.
Joachim B. schrieb:> kennst du die internen Schutzdioden?, die leiten normalerweise nicht in> Sperrichtung.
Wenn VDD aber auf 0V liegt (µC ohne Spannung) und am Port eine positive
Spannung anliegt, ist die Schutzdiode nicht in Sperrrichtung!
Joachim B. schrieb:> auch das stimmt nicht, es gibt sehr preisgünstige und kleine!
Alles relativ - im Vergleich zu einem 2 Ct. Transistor im SOT-23 oder
SC-70 Gehäuse ist JEDER Optokoppler teuer und groß.
Jiri D. schrieb:> Außerdem habe ich ja kein Problem mit ein paar (zig) uA für ein paar ms.
Mir ist noch die ultimative Stromsparlösung mit meiner ersten Schaltung
eingefallen (die mit NPN):
Wenn Du bei gesperrtem Transistor den ADC-Pin auf OUT-High konfigurierst
(kann im Standard-Betrieb so bleiben), liegt bei Umschaltung auf
Analog-In dort 1,8V an. Nun schaltest Du den Transistor leitend und
startest den ADC. Dieser misst dann eben 1,8V-Vbatt statt 0V+Vbatt.
Vorteil: der Transistor muss nur wenige µs für die Sample-Zeit des ADC
eingeschaltet werden!
Ich würde die Komplettabschaltung auch weglassen und mir damit die
Beschaltung des ADC-Eingangs sparen. Besser investierst Du in
Möglichkeiten, einen möglichst sparsamen Verbrauch bei eingeschalteten
1,8V zu ermöglichen.
Wenn die Schaltung bei 10 - 20% Restkapazität den Ladezustand
signalisiert und danach ihren Stromverbrauch minimiert, dann ist das
mehr als ausreichend:
Der Eneloop Akku hat in der AAA Ausführung 800mA Kapazität. Selbst bei
einer effektiven mittleren Stromentnahme von 10uA entlädt diese den Akku
im Jahr um ca. 11%. Der Anwender hat also nach einer Ladewarnung ein
knappes Jahr Zeit, bevor es zu einer Tiefentladung kommt.
Gruß, Stefan
Stefan K. schrieb:> Ich würde die Komplettabschaltung auch weglassen und mir damit die> Beschaltung des ADC-Eingangs sparen. Besser investierst Du in> Möglichkeiten, einen möglichst sparsamen Verbrauch bei eingeschalteten> 1,8V zu ermöglichen.
Der SAML10 braucht lt. Datenblatt im OFF Modus (ohne RAM retention, und
wo er nicht einfach wieder aufwachen kann) 54 nA max @25°C, 1.8V.
Wenn man den MAX17222 weiter laufen lässt, sind das 600 nA max @25°C,
1.8V.
Dazu habe ich noch TCXO, Sensoren und Flash (off): 0.47 uA, 1 uA, 0.3
uA, 0.7 uA, 2 uA, 1.7 uA.
Wenn die Schaltung also an 1,8V läuft und alles im deep sleep ist und
daraus nicht mehr aufwacht, insgesamt also ca. 6 uA. Dazu kommen
vielleicht (keine Erfahrungswerte) noch das dreifache an Leckströmen an
Ein-/Ausgängen, Kondensatoren usw, dann wären dass also ca. 25 uA
minimale statische Stromaufnahme bei 1.8V, also ca. 65 uA aus dem Akku
(bei eta=0.7 (pessimistisch), U_Batt=1V).
Ich kann den digitalen Eingang beim ADC-Pin abschalten, aber reduziert
das dann schon ausreichend die Leckströme? Der Pin wird ja ggf. mit ca.
1/2 VCC (1V) betrieben, also genau im leckstromhöchsten Bereich.