Nicht wartungsfreie Bleiakkus/Starterakkus haben Öffnungen, um Wasser
nachzufüllen. Bei wartungsfreien Akkus fehlen diese. "Wartungsfrei" hört
sich zunächst positiv an. Besteht diese Wartungsfreiheit einzig aus dem
Umstand, dass man diese Akkus nicht (durch Wasser zufüllen) warten kann?
Dann wäre "wartungsfrei" eine negative Eigenschaft, weil man den Akku
wegwerfen müsste anstatt ihn zu warten. Oder besteht die
Wartungsfreiheit aus weiteren Eigenschaften?
Gruß
Tierry
Tierry R. schrieb:> "Wartungsfrei" hört sich zunächst positiv an. Besteht diese> Wartungsfreiheit einzig aus dem Umstand, dass man diese Akkus nicht> (durch Wasser zufüllen) warten kann?
Bei KFZ Akkus, die ja zwangsweise bis 14.4V geladen werden woran der
Skkuhersteller auch nichts ändern kann, wird das Spannungsniveau des
Akkus erhöht in dem das Antimon im Blei durch Calcium ersetzt wird.
Dadurch gasen die bei 14.4V nicht mehr so und man kann sich die Stöpsel
sparen.
Bei Bleigel/Bleifliess-Akkus wird extra auf 13.8V maximale Ladespannung
hingewiesen, dort macht das Gel (damit die Säure nicht schwappt und der
Akku auch mal kopfüber entladen werden darf) ein Nachfüllen eh unmöglich
so dass man die Stöpsel weglassen konnte.
Arduino F. schrieb:> Da klebt ein Zettel drauf, auf dem steht "Wartungsfrei"> Fertig!
Genau. Man muß bei denen mit der Aufschrift auch nicht mehr so lange
warten, bis sie zum Teufel gegangen sind.
:(
Gerade erst wieder beim Auto erlebt -> Unbedingt darauf achten, einen
mit der Möglichkeit zur Kontrolle/Auffüllmöglichkeit zu kaufen.
MfG Paul
Oliver S. schrieb:> Wobei, wenn man den Aufkleber abmacht, findet man da drunter meistens> die Nachfüllöffnungen ;)
Da hast Du Recht -meistens. Leider habe ich eine Prothese erwischt, die
komplett zu war.
MfG Paul
MaWin schrieb:> Tierry R. schrieb:>> "Wartungsfrei" hört sich zunächst positiv an. Besteht diese>> Wartungsfreiheit einzig aus dem Umstand, dass man diese Akkus nicht>> (durch Wasser zufüllen) warten kann?>> Bei KFZ Akkus, die ja zwangsweise bis 14.4V geladen werden woran der> Skkuhersteller auch nichts ändern kann, wird das Spannungsniveau des> Akkus erhöht in dem das Antimon im Blei durch Calcium ersetzt wird.> Dadurch gasen die bei 14.4V nicht mehr so und man kann sich die Stöpsel> sparen.
Aber sie gasen trotzdem. Auch wenn weniger. Gerade bei alten Fahrzeugen
würde ich deshalb niemals wartungsfreie Akkus einsetzen.
Heutige Fahrzeuge haben eigentlich eine weitaus schnellere und bessere
Lima-Regelung, sodass eigentlich Transienten von bis zu 140V im Netz
ausbleiben und auch die Ladeschlussspannung wird nicht mehr auf 14,4V
geregelt, sondern ist niedriger.
Bei meinem 6 jahre alten 320er klebt die Netzspannung auf 12,5V (kann
man im Service-Menü auslesen). Das ist ein Zugeständnis, das man bei
Bleigel-Akkus machen muss, weil diese selbst bei geringer Überladung und
der damit einhergehenden Ausgasung zerstört werden.
De facto ist es bei modernen Autos vollkommen egal, ob man Bleigel,
wartungsfreie oder nicht-wartungsfreie Akkus einsetzt. Der Geldbeutel
dankt aber beim Einsatz von Nicht-wartungsfreien am meisten.
Ein Akku hält bei regelmäßigem Fahren gute 10 Jahre, viele sterben schon
ab 6-7 Jahren. Daran ändert ein wartungsfreier Akku auch nichts.
Bei Zweirädern würde ich nebenbei auf wartungsfreie Akkus komplett
verzichten. Hier wird aus Platz- und Gewichtsgründen zumeist auf
komplexe Laderegler verzichtet. Wegen der Auslaufgefahr empfielt sich
daher Blei-Flies, zumal diese Akkus auch weitaus stoßunempfindlicher
sind, als konventionelle Plattenakkus.
Martin S. schrieb:> Bei Zweirädern würde ich nebenbei auf wartungsfreie Akkus komplett> verzichten. Hier wird aus Platz- und Gewichtsgründen zumeist auf> komplexe Laderegler verzichtet. Wegen der Auslaufgefahr empfielt sich> daher Blei-Flies
Weil ich es jetzt schon zum zweiten Mal falsch geschrieben sehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vlies
siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Bleiakkumulator
</oberlehrer> ;)
MaWin schrieb:> Bei KFZ Akkus, die ja zwangsweise bis 14.4V geladen werden woran der> Skkuhersteller auch nichts ändern kann, wird das Spannungsniveau des> Akkus erhöht in dem das Antimon im Blei durch Calcium ersetzt wird.> Dadurch gasen die bei 14.4V nicht mehr so und man kann sich die Stöpsel> sparen.
Physikalisch gesehen richtig, aber es gibt noch Akkus ohne Kalzium!
Die mit Ca werden in "normalen" Autos nicht vollgeladen, die ohne "Ca"
in neuen Autos können sogar explodieren. Bei uns hat es in drei
Neufahrzeuge fasst zeitgleich die Akkus zerissen, weil bei uns jemand
dachte er könne Geld sparen und verbaute die ohne "Ca" in nem Neuwagen.
Bei uns werden alle zwei Jahre routinemäßig bei den KFZ die Akkus
getauscht die zwingend "winterfest", soll heisen die Akkus müssen mehr
Strom abkönnen als bei nem Fahrzeug mit dem man nur zur Arbeit fährt.
Wenn der Neuwagen dann mit "Ca" fährt wird es kritisch! Wusste ich bis
letzten Winter auch nicht.
MaWin schrieb:> Bei Bleigel/Bleifliess-Akkus
Aua! "Fliess" != "Vlies"
> wird extra auf 13.8V maximale Ladespannung> hingewiesen, dort macht das Gel (damit die Säure nicht schwappt und der> Akku auch mal kopfüber entladen werden darf) ein Nachfüllen eh unmöglich> so dass man die Stöpsel weglassen konnte.
Die Geleigenschaft verhindern zusätzlich das Auftreten der sog.
Säureschichtung bei nicht bewegten Akkus. Bei KFZ ist dies im
Allgemeinen irrelevant, dass durch die Bewegung des Fahrzeugs für eine
hinreichende Durchmischung der Flüssigkeit erfolgt. Das o.a. Schwappen
ist also nicht nur störend, sondern auch hochgradig wichtig für den
Akku.
Bei großen Notstromversorgungen mit Bleiakkus werden teilweise
Umwälzpumpen für die Batteriesäure eingesetzt, um die Säureschichtung zu
verhindern bzw. zu beseitigen.
Andreas S. schrieb:> Bei großen Notstromversorgungen mit Bleiakkus werden teilweise> Umwälzpumpen für die Batteriesäure eingesetzt, um die Säureschichtung zu> verhindern bzw. zu beseitigen.
Alternativ: Ab und an mal gnadenlos Überladen, damit es ordentlich
sprudelt.
Axel S. schrieb:> Martin S. schrieb:>> Bei Zweirädern würde ich nebenbei auf wartungsfreie Akkus komplett>> verzichten. Hier wird aus Platz- und Gewichtsgründen zumeist auf>> komplexe Laderegler verzichtet. Wegen der Auslaufgefahr empfielt sich>> daher Blei-Flies>> Weil ich es jetzt schon zum zweiten Mal falsch geschrieben sehe:>> https://de.wikipedia.org/wiki/Vlies
Ach verdammt! Früher wollte ich Fliesen immer mit scharfem ß schreiben,
jetzt halt Flies mit Vogel-F :)
Das Gasen ist Notwendig damit Batterien, die nur am rumstehen sind, in
Mischung gebracht werden. Bei Autos ist das Gasen bis zu einem geringen
Teil nicht unbedingt notwendig, da durch das fahren die Batterie eine
genügende Durchmischung erfährt. Somit sollte 13,8V als
Ladeschlussspannung bei den Meisten PKW's reichen doch die KFzHersteller
sind alle in dem Bereich von mindestens 13,8V - 14,4V.
Bei GelAkkus sollte die Gasung nur zu geringen Masse erreicht werden, da
hier das Gel die Säureschichtung in der Batterie hält was in einem
normalen Akku nicht möglich ist. Die Säure welche stärker geladen ist
schwerer als Wasser wird und nach unten absinkt.
chris schrieb:> Somit sollte 13,8V als> Ladeschlussspannung bei den Meisten PKWs reichen doch die KFzHersteller> sind alle in dem Bereich von mindestens 13,8V - 14,4V.
Das hat auch einen ganz praktischen Grund: Der Innenwiderstand steigt
mit der zunehmenden Entladung an:
http://www.elektroniknet.de/typo3temp/pics/0e17483fe6.jpg
Problem ist halt einfach, dass ein Auto auch beim 5ten Start bei -20°C
starten muss. Ohne die hohe Ladeschlussspannung müsste die Kapazität
weitaus höher ausfallen. Das kostet Geld, Platz und erhöht das Gewicht
und damit den Verbrauch. Pi*Daumen kann man sagen: Pro 100kg 0,3l mehr
Verbrauch und damit ca. 7,1g mehr CO2/km.
16% mehr Kapazität bedeutet 38% mehr Gewicht.
In Zeiten, in denen wegen des CO2-Ausstoßes jedes Gramm gespart werden
muss, kann man hier den Rotstift noch am ehesten problemlos ansetzen.
Und welcher Kunde stört sich daran, dass die Batterie des Autos weniger
lange hält? Da wird doch eher der Batterie, statt dem Auto die Schuld
gegeben.
Allerdings gilt das nicht bei Fahrzeugen, die werksseitig mit Bleigel
ausgestattet sind (wie ich oben schon schrieb).
chris schrieb:> Das Gasen ist Notwendig damit Batterien, die nur am rumstehen sind, in> Mischung gebracht werden.
Netter Quatsch. Im Ruhezustand gasen Batterien so gut wie
gar nicht. Was da so gast, ist ein Nebenprodukt der Elektrolyse
wenn Strom durch den Akku fliest. Die alten Akkus verloren dabei
dann Flüssigkeit, dass man als destilliertes Wasser wieder nach
gefüllt hat. Bei den wartungsfreien Batterien hat man das soweit
im Griff, dass Nachfüllen überflüssig geworden ist.
Trotzdem wird immer noch destilliertes Wasser im Handel angeboten,
obwohl es ja eigentlich nicht mehr gebraucht wird.
Alles ziemlicher Quatsch. Was technisch eine wartungsfreie
Starterbatterie von einer (obsoleten) konventionellen unterscheidet,
kann man eigentlich schon bei Wikipedia nachlesen und muß nicht anhand
Fantasiediagrammen u.ä. lustige Geschichten erfinden.
Arduino F. schrieb:> Andreas S. schrieb:>> Bei großen Notstromversorgungen mit Bleiakkus werden teilweise>> Umwälzpumpen für die Batteriesäure eingesetzt, um die Säureschichtung zu>> verhindern bzw. zu beseitigen.>> Alternativ: Ab und an mal gnadenlos Überladen, damit es ordentlich> sprudelt.
Dafür bekomme ich 'ne -1 vom Minusmann...
Dann hat der aber noch nicht die Wartungsanweisungen für Gabelstapler-
und Stationärbatterien gelesen
batman schrieb:> und muß nicht anhand> Fantasiediagrammen u.ä. lustige Geschichten erfinden.
Fantasiediagramme und lustige Geschichten? Na die hellste Leuchte
scheinst Du ja nicht zu sein ;-)
https://www.youtube.com/watch?v=0ZcMoTKfZiI
Inkognito schrieb:> chris schrieb:>> Das Gasen ist Notwendig damit Batterien, die nur am rumstehen sind, in>> Mischung gebracht werden.>> Netter Quatsch. Im Ruhezustand gasen Batterien so gut wie> gar nicht. Was da so gast, ist ein Nebenprodukt der Elektrolyse> wenn Strom durch den Akku fliest. Die alten Akkus verloren dabei> dann Flüssigkeit, dass man als destilliertes Wasser wieder nach> gefüllt hat. Bei den wartungsfreien Batterien hat man das soweit> im Griff, dass Nachfüllen überflüssig geworden ist.> Trotzdem wird immer noch destilliertes Wasser im Handel angeboten,> obwohl es ja eigentlich nicht mehr gebraucht wird.
Was ist n daran Quatsch Keule??? Es geht um den Ladungsprozess bei dem
eine Batterie anfängt ab einer bestimmten Spannungen zu Gasen. Unterhalb
der Gasungsspannung findet trotzdem ein elektrolytischer Prozess statt
nur ist dieser zu vernachlässigen. Auch bei den Wartungsfreien hat man
es nur zum Teil im Griff wenn man unter der Gasungspannung bleibt. Das
Gel hält die Säure gleichmäßig an ihrem Platz, verhindert die
Säureschichtung. Das Nachfüllen ist eigentlich auch bei Wartungsfreien
Batterien notwendig ab einem bestimmten Lebensalter der Batterien nur
das wollen die Hersteller nicht denn die möchten Batterien verkaufen....
http://www.mdvp.de/Bat/Batterie.htmlhttp://www.dvddemystifiziert.de/batterien/carfaq9.html
hier 9.9 oder einfach mal alles lesen.
Durchlesen und VERSTEHEN!!!!!! Besonders den Teil Gasung
Inkognito schrieb:> chris schrieb:>> Das Gasen ist Notwendig damit Batterien, die nur am rumstehen sind, in>> Mischung gebracht werden.>> Netter Quatsch. Im Ruhezustand gasen Batterien so gut wie> gar nicht.
Typischer Fall von Nicht-Verstehen (wollen).
chris meint mit rumstehen, daß die Batetrien nicht in einem Fahrzeug
geschüttelt werden sondern eben ruhig auf dem Boden stehen.
Der einzige Mechanismus, wie dort Schichtung der Säure verhindert wird,
ist absichtliches gasen (oder eben umpumpen der Säure).
Im Auto wäre das verzichtbar, weil dort geschüttelt wird.
batman schrieb:> Alles ziemlicher Quatsch. Was technisch eine wartungsfreie> Starterbatterie von einer (obsoleten) konventionellen unterscheidet,> kann man eigentlich schon bei Wikipedia nachlesen und muß nicht anhand> Fantasiediagrammen u.ä. lustige Geschichten erfinden.
Typischer Fall von dumm.
In Wikipedia steht mitnichten alles was man willen sollte, z.B. wird der
Effekt von Calcium gar nicht erwähnt.
> http://www.dvddemystifiziert.de/batterien/carfaq9.html
Schön, allerdings sollte Gel-Blei (Ca/Ca) wohl richtiger Gel-Blei
(Sb/Sb) heissen, wie man schon an der Ladeschlusspannung sieht.