Logiktabelle mit einem TTL IC

Gast #6431196
Lesenswert?

Hallo Cats,

für eine kleine Steuerung suche ich ein einzelnes TTL IC welches 
folgender Logiktabelle folgt:

I1  I2  I3     O1  O2  O3
0   0   0      0   0   1
0   0   1      0   1   0
0   1   0      1   1   0
1   0   0      1   1   1
1   0   1      1   1   0
1   1   0      1   1   0
x   1   1      x   x   x

Wenn I2 und I3 gesetzt sind (letzte Zeile) sind die Ausgangszustände 
beliebig. I2 und I3 könnten ohne schaltungstechnischen Mehrwaufwand 
jeweils vorher invertiert werden (das sind 2 Schließer die jeweils gegen 
GND oder Vcc schalten können). Hat jemand eine Idee ob/wie man das mit 
einem einzelnen IC hinkriegt?

Werner
Beitrag #6431200 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #6431204
Lesenswert?

Ja, das ginge wohl, ich scheue aber den Aufwand dafür, sollte es schon 
ein handelsübliches IC fertig geben.
Ich habe mal ein paar Gleichungen aufgestellt:

O1 = I1 || I2
O2 = I1 || I2 || I3
O3 = !(I2 || I3)

Das wären 4 Odergatter aber leider noch ein Inverter. Und NOR Gatter 
hätte nicht genug in einem IC.
Andere Ideen?
Werner
Gast #6431211
Lesenswert?

Werner schrieb:

>>Weshalb muss es denn eine 1-Chip-Lösung sein?
>
> Damit ich nur ein IC kaufen und auflöten muss...

Das ist nicht Dein Ernst?!

Du hast eine Projektidee sowie eine Lösung, die mit
ZWEI ICs 74HC02 umsetzbar ist. Du lässt das Projekt
daran scheitern, dass Dir keine Lösung einfällt,
die mit NUR EINEM IC auskommt? Ernsthaft?
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #6431225
Lesenswert?

Bausteine der Serie 74HC, EPROMs und Microcontroller sind aber keine 
TTL-Bausteine, so wie vom TE gefordert. Warum es diese ziemlich 
unsinnige Forderung gibt, werden wir vermutlich erst bei der 23. Scheibe 
Salami erfahren. Und dann stellen wir auch fest, dass es sich eigentlich 
gar nicht um einen TTL-Baustein handeln muss, sondern es völlig 
ausreichen würde, wenn er zu TTL-Logikpegeln kompatible Ein- und/oder 
Ausgänge hätte. Oder das ganze soll doch mit 3,3 V oder 12 V laufen, 
oder, oder, oder...

Wenn es unbedingt TTL sein muss, kämen auch PROMs wie z.B. 82S23, 
74S28x, 74S571/2/3 in Frage.
#6431228
Lesenswert?

Ja, mit dem Einwand, das es kein TTL ist rechne ich auch. Und probiere 
mal so ein Hex NOR Gate zu kaufen. Das wird ein Spaß :-)

Mir ging es mit der Antwort auch eher um den Denksport Aspekt und 
weniger um eine realistische Umsetzung.

Vielleicht hat der TE Glück und man bekommt seine Tabelle mit kreativer 
Nutzung von Chips wie BCD zu 7-Segment Decodern und Rückkopplung hin.

In der Praxis würde ich einfach ein Quad OR-Gate nehmen und den 
fehlenden Inverter über ein Digitaltransistor lösen.
#6431265
Lesenswert?

Nix was ein BCD-zu-Dezimal-Dekoder und ein paar Dioden nicht hinbekommen 
würden.

Oder ein Inverter (mit einem Transistor) und ein paar Dioden, wenn ich 
recht überlege:
O1 = I1|I2 (2 Dioden auf den Ausgang)
O2 = O1|I3 (2 bzw. 3 Dioden auf den Ausgang)
O3 = not I2&I3 (2 Dioden auf die Basis, Standard-Emitterschaltung mit 
Basis- und Kollektorpullup)
Evtl. brauchts halt noch Pulldowns an O1 und O2.

Wenn im OP "2 Schließer" steht, geht vielleicht sogar was mit ein paar 
Relais, evtl. reichen 3 Stück mit 2 Wechslern.
Gast #6431332
Lesenswert?

Dergute W. schrieb:
> Wie soll das bitte gehen ohne Simulink?

Ja, das hatte ich nun  dem MATLAB zugeschrieben. Aber im Ernst, solche 
Sachen kriegen die nicht mehr hin. Ich glaube, die machen so etwas an 
den Hochschulen gar nicht mehr, Schaltungen per Hand zu optimieren oder 
gar zu bauen.
#6431357
Lesenswert?

Werner schrieb:
>>Weshalb muss es denn eine 1-Chip-Lösung sein?

> Damit ich nur ein IC kaufen und auflöten muss...

Ingenieuren ist schon vor sehr langer Zeit aufgefallen, daß es mehr 
Logikfunktionen gibt, als man in Form spezialisierter IC bauen kann 
und/oder will. Und daß man andererseits bei der Verwendung von 
Standard-Logik wie NAND und NOR dann entsprechend viel Aufwand treiben 
muß.

Die Lösung waren programmierbare Logibausteine. Erst PAL, dann GAL. 
Schließlich (F)PGA. Und als Nebenlinie µP und µC.

Such dir aus, was dir gefällt. Angesichts deiner gerade mal 3 Eingangs- 
und 3 Ausgangssignale ist die Lösung mit Standard-Gattern vermutlich am 
sinnvollsten. Eine Lösung mit 6 NOR wurde ja schon gegeben. Ein paar 
7402 in Standard-TTL finden sich bestimmt.

Auch ein ganz kleines 16x8 PAL oder GAL wäre geeignet, muß aber 
natürlich programmiert werden. Dito ein EPROM als Lookup-Tabelle oder 
ein µC.
#6431430
Lesenswert?

Ich nehme für Logik gerne MCs, z.B. ATtiny24, Atmega48. Oftmals wissen 
die Auftraggeber ja selbst nicht so recht, welche Logik am Ende 
rauskommen soll. Umprogrammieren ist also mehrmals nötig.

Man kann auch leicht eine Entprellung mit einbauen. Ist eigentlich immer 
nützlich gegen Störimpulse (Relais flattern). Und auch Totzeiten, wenn 
zwischen mehreren Ausgängen umgeschaltet werden muß. Ein definiertes 
Power-On Reset ist auch garantiert. Man kann sich auch den Zustand vor 
dem Ausschalten im EEPROM merken und wiederherstellen.
Gast #6431447
Lesenswert?

Andreas S. schrieb:

> Bausteine der Serie 74HC, EPROMs und Microcontroller sind aber keine
> TTL-Bausteine, so wie vom TE gefordert.

HC/HCT-TTL ist zwar strenggenommen kein TTL, weil die Bausteine auf 
CMOS-Technologie basieren. Aber TTL wird aber gerne als Oberbegriff für 
die komplette 74er Serie genommen, von 74L/-/H über 74S/LS/ALS, 74HC/HCT 
bis hin zu den aktuellen AVC, AHC, LVC. So weiss dann doch jeder was 
gemeint ist.

Ganz strenggenommen ist auch 74LS kein TTL, sondern S-TTL. "Echte" TTL 
sind nur die Serien 74xx, 74Lxx und 74Hxx. Standard, L und H 
unterscheiden sich durch den Bias-Strom, damit tauscht man 
Geschwindigkeit gegen Stromaufnahme.

Das S brachte dann die Schottky-Diode und damit noch mehr 
Geschwindigkeit. Auch hier unterscheiden sich S, LS und HS durch den 
Bias-Strom. HS hat es auf dem Markt m.W. aber nie gegeben.
Persönliche Seite #6431556
Lesenswert?

Werner schrieb:
> Damit ich nur ein IC kaufen und auflöten muss...

Hm komisch der uC ist doch nur ein Chip....

Weltbester FPGA-Pongo schrieb im Beitrag #6431332:
> Ich glaube, die machen so etwas an
> den Hochschulen gar nicht mehr, Schaltungen per Hand zu optimieren oder
> gar zu bauen.

Das mag für einen Teil zwar stimmen, aber nicht alle über einen Kamm 
scheren.
Gast #6431617
Lesenswert?

> Die Lösung waren programmierbare Logibausteine.

Ja. Man braucht aber extra ein Programmiergerät dazu. Lohnt sich für ein 
einmaliges Projekt nicht oder wenn man das Gerät nur alle 20 Jahre mal 
bräuchte.
Gast #6431755
Lesenswert?

Man könnte jetzt ein Platinchen in DIL-14 Größe machen und da mehrere 
von diesen SOT-23-Käfern draufsetzen. Wer die ganze echte Haptik braucht 
macht halt noch schwarzen Epoxy-Verguss drüber :-)
#6432027
Lesenswert?

Peter D. schrieb:
> Ich nehme für Logik gerne MCs, z.B. ATtiny24, Atmega48. Oftmals wissen
> die Auftraggeber ja selbst nicht so recht, welche Logik am Ende
> rauskommen soll. Umprogrammieren ist also mehrmals nötig.

Hi,
wenn es "nur" um logische Zustände geht... aber sollte man nicht auch 
mit in die Kalkulation einbeziehen, was als "don't care" angesehen 
werden soll, was bei Mehrfachbetätigung von Tasten passieren soll, 
welcher Errorcode wann ausgegeben wird. Das alles und viel mehr kann man 
mit µCs und passender Software ganz elegant lösen.
Übrigens: Man hat sich schon vor etlichen Jahren von "statischer" Logik 
etc., aufgebaut mit TTL-Logik, zugunsten der µC-Lösungen verabschiedet, 
als man feststellte, dass µCs im Vergleich unterm Strich trotz eigener 
"Macken" prozentual weniger störanfällig waren als die "TTL"-Technik und 
man mehr und mehr dazu überging, "getaktete" Systeme zu verwenden.
Fazit: -> µC und Software angeraten.

ciao
gustav
Gast #6432193
Lesenswert?

was weiß denn ich? schrieb:

>> Die Lösung waren programmierbare Logibausteine.
>
> Ja. Man braucht aber extra ein Programmiergerät dazu. Lohnt sich für ein
> einmaliges Projekt nicht oder wenn man das Gerät nur alle 20 Jahre mal
> bräuchte.

Nö, man braucht heutzutage kein "Programmiergerät" dafür, jedenfalls 
dann nicht, wenn man auch µC unter "programierbare Logikbausteine" 
einsortiert.

Da wäre z.B. der AVR128DA28. Dafür braucht man als "Programmiergerät" 
nur eine serielle Schnittstelle, praktischerweise irgendeinen der 
spottbilligen USB-Seriell-auf-"TTL"-Wandler, die du im Zehnerpack für 
drei Euro beim Chinesen kaufen kannst.

Und programmieren muss man auch nicht besonders gut können, denn die 
Programmierung würde sich im konkreten Fall darauf beschränken, einmalig 
die in diesem Chip verfügbare CCL-Einheit zu konfigurieren und dann 
schlafen zu gehen, weil es für das Programm nix mehr weiter zu tun gibt.

Den Rest macht dann diese CCL-Einheit, denn genau das kann sie im 
Minimum: ein Bit Ausgangwert via Lookup-Table aus drei Bit 
Eingangswerten machen. Sie kann das aber mehrfach machen, denn bei dem 
genannten gibt es schon vier LUTs, sie kann das also für bis zu vier 
Ausgangsbits leisten. Sprich: mehr als ausreichend für z.B. das Problem 
des TO...

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren