Hallo liebe Kollegen!
Ich bin neu hier und benötige eure Hilfe :)
Ich plane gerade für meinen Sohn ein e-kart.
Was mir noch fehlt ist ein geeigneter Motor-Controller und Motor.
Da das Gaspedal, Schlüsselschalter, Licht, Zugriff über App usw. über
eine andere Steuereinheit geregelt wird, sollte der Motor und der
Motor-Controller über folgende Eigenschaften verfügen:
Motor:
- 24V DC
- muss nicht sehr leistungsstark sein, ein paar 100W sollte reichen
- wenn möglich ohne Kette, also dass die 2 Motoren direkt an den Rädern
hängen
Motor-Controller:
- 24V DC
- Eingangssignal 0-10V (dieses Signal kommt von meiner
Steuerungseinheit, wo ich über die App eine Geschwindigkeitsbegrenzung
festlegen kann). Sohn gibt Vollgas z.B. 10V, kommen aber nur 5V an ;-)
- Umschaltung zwischen Vor- und Rückwärtsgang
Wie würdet Ihr das Aufladen des Akkus am besten lösen? Direkt am Akku
oder über den Motor-Controller?
Hoffe es ist verständlich.
Vielen Dank für eure Unterstützung! Ivo
Ivo schrieb:> - wenn möglich ohne Kette, also dass die 2 Motoren direkt an den Rädern> hängen
Wenn du zwei 24V Motoren benutzen willst, entsteht dann das Problem des
'elektronischen Ausgleichsgetriebes', auch Differential genannt.
Benutze lieber 2 12V DC Motoren, die du in Reihe schaltest, damit löst
sich dieses Problem von selbst. So wirds z.B. im Flughafen Fahrzeug
'Andruet 6x6' gemacht und das funktioniert sehr gut.
http://archivesactualitestl.fr/actualites-2008/08-07/14r_Andruet-Vehic_5-7-8/Andruet-Vehic_5-7-8.htm
Dieses Fahrzeug hat 6 Motoren mit 12V, die pro Achse in Reihe geschaltet
sind. Der Schlupf ist dann so klein, das man auf dem Golfplatz Donuts
fahren kann, ohne Spuren zu hinterlassen.
Motoren gibt es vorzugsweise aus Asien. 'Golden Motor' fällt mir gerade
ein:
https://www.goldenmotor.com/
Als Motorcontroller für DC Motoren sind die älteren Curtis sehr bewährt,
die mittlerweile in China nachgebaut werden.
Ivo schrieb:> Wie würdet Ihr das Aufladen des Akkus am besten lösen? Direkt am Akku> oder über den Motor-Controller?
Über den Motorcontroller? Wie soll das funktionieren? Man lädt direkt an
den Akkus.
Ivo schrieb:> Ich plane gerade für meinen Sohn ein e-kart.
Immer ein schönes Projekt. Ich hoffe Dein Sohn ist noch sehr jung und Du
hast noch ein bißchen Entwicklungszeit für das Gefährt. Nichts ist
blöder, als wenn einem für so ein Projekt die Zeit davonläuft und der
Sohnemann schon langsam aufs Abitur zusteuert... :-)
Ich weiß wovon ich spreche, habs gerade noch so geschafft.
https://www.youtube.com/channel/UCXmzKbOMA_i-7_iK9eehwow
(Videos mit Kind drauf mag ich nicht ins Netz stellen)
Zum Thema Differentialwirkung: Man muß aber wissen, was man will.
Das elektronische Differential einer Serienschaltung pro Achse kann halt
bewirken, daß bei einem leerlaufenden Rad (z.B. Schlagloch, schräg
überfahrene Kante) dieser Motor mit geringstem Strom hochdreht und durch
die induzierte Gegenspannung dem anderen Motor an dem Rad, das
Drehmoment benötigen würde, keine Spannung und kaum Strom übrigläßt.
Also wie beim echten Differential im Gelände, Hängenbleiben
vorprogrammiert.
Wenn schon je Rad ein Motor, möchte ich nicht auf Parallelschaltung
verzichten. Klar ist die Extrembedingung denkbar: Extremer
Lenkeinschlag, ein Hinterrad steht fast auf der Stelle, wohin soll der
Motor mit der ihm beaufschlagten Spannung? Aber erstens hat man den
Extremfall so nicht, zweitens kann man pro Motor einen Controller
einsetzen (bei BLDC sowieso nötig) und diese kann man ja strombegrenzen
oder gar torque-vectoring betreiben!
Mein Kinderfahrzeug hat sogar Allradantrieb ohne jegliche Differntiale.
Geht auch.
ich weiss garnicht ob ich solch atypische Werte gut finden soll,
da sie alles unnötig verkomplizieren..
ein typischer Regler (gaspedal) liefert 0-5V (eher ~4.7V um genau zu
sein)
bestehend meist aus einem linearen HallSensor (SS495A zB) und einem
passenden Stabmagneten, gibt es fertig von der Stange zu kaufen für etwa
15-20 Euronen
Der typische Motor für kleine Karts hat 36 oder 48V,
schlicht um die benötigten Ampere und damit Kabelquerschnitte gering zu
halten.
Ausserdem würde eine 36V 500Watt Motor schneller drehen als ein
24V 500W Motor der ansonsten gleich ausgelegt ist
Der Vorteil von typischen Werten is, man kann in ein x-beliebiges Regal
greifen
(Unite Motor MY1020 serie.. 36V 500W 60€, passender yinlun controller
20€)
besagtes throttle pedal 20€ und fertig.
Radantrieb halte ich auch für 'gewagt' eben wegen des elektronischen
Differenzials,
Du müsstest einen Lenkeinschlagsensor basteln
(ein eifacher Spannungsteilender Poti sollte fast reichen)
das gemeinsam mit dem Gassignal (0-5V) in einen µC füttern, und der
spuckt im Gegenzug dann zwei getrennte PWM Gassignale für die getrennten
Motoren aus oder vielmehr deren beiden Controllern.
die eigentlichen Controller dürften dann wieder von der Stange sein.
AAAber, das ist nur in der Theorie wirklich einfach,
in der Praxis bräuchtest Du unmengen an Geduld um die interne Logik des
µC zu programmieren, Fehlertoleranzen nichtlinearer Elektronik,
Spiel in der Lenkung, ungleiche obschon nominell identische Motoren
etc.etc.
Karts machen eh nur mit Starrachse wirklich Spass, aber das ist ein
anderes Thema.
Oh Du willst ne parental control haste gesagt..
kein Problem..
einfachere IOT µC zwischen Gaspedal und Motorcontroller,
schon kann amn die Pedalstellung halbieren oder dritteln, oder oder
oder.
Dasselbe lässt sich über einen programmierbaren MotorController
realisieren natürlich.
(Kellycontrolelr sind gut wenngleich teurer asl der generische
chinablödsinn)
Ich würd dem Jung einen einzelnen my1020 (baugrösse) in 36 oder 48V
verpassen (an Starrachse),
500W machen mit 5 noch sinn, ab 7 1000W und ab 13 sollten 1600-1800
anliegen damit der Spassfaktor nicht leidet (zB BLDC Boma)
Das tolle ist: du kannst direkt den 1800W Boma montieren und mit dem
passenden programmierbaren Controller auf maximal 500W (das geht nur in
etwa, geht aber) drosseln, und dann entdrosseln je mehr der Bub gelernt
hat zu fahren. (oder falls Du mal ne Runde drehen willst kicher)
Einzig Notaus würde fehlen, dazu bräuchte es eher was wie longrange BT
denk ich kopfkratz
'sid
Oja, ich denke Ivo sollte noch etwas schreiben was für eine Art e-kart
er anstrebt.
Mein Beispiel ist ja nur ein elektrifizierter Tret-Traktor, sid schwebt
eher ein ernsthaftes, zunächst gedrosseltes Rennkart vor.
hehe, naja 1800W machen noch kein Rennkart,
Was ich eignetlich vor Augen hatte ist...
uhm der Ami sagt "yard kart" dazu
Garten Kart halt.. die 'erwachsenere' Version eines Kettcars quasi.
Aber ja 'ernsthafter Spass' nicht nur müdes lächeln :D
'sid
Vielen Dank für Eure Meinungen und Infos!
Stimmt, vielleicht fehlten noch einige Informationen.
Das Kart sollte so klein wie möglich sein, deswegen dachte ich an den
Motoren welche direkt am Rad anliegen.
Mein Sohn ist 4 Jahre alt und schon Auto verliebt, deswegen mein Projekt
:-)
Mir ist wichtig, dass ich die Geschwindigkeit drosseln kann und langsam
langsam erhöhen. Also einfach mit einem kleinen Zahnrad beginnen?
Am liebsten wäre es mir, ein bestehendes Tretauto zu elektrifizieren,
dann müsste ich mir auch keine Gedanken über die Lenkung machen.
Bin schon öfters über den MY1016 gestoßen mit Controller, preislich
interessant, hab aber Angst dass der dann zuviel Power hat.
Wie seht ihr das, was würdet ihr mir empfehlen?
lg
Ivo
also zuviel power haben die quasi alle nicht,
es gibt 350W motoren mit gearbox (my1016 kann passen)
die sind für nen Kettcar umbau ganz okay;
Ich rate immernoch dringen dazu mal in ein 600-1000W Regal zu gucken,
die sind nicht zwingend teurer können das Kettcar mit Kind aber auch
bergauf schieben, worin der 350W Motor schonmal versagt.
65kg * 9.81 m/s * sin(5°) = ~55.6 Newton
4m/s bergauf klingt doch nett das sind dann ~222 Watt
Solange Kart und Kind also in der Grössenordnung bleiben scheint
mir der 350W motor okay, Reserve zu haben macht das Kart aber NICHT
schneller (abgesehen von denen mit Getriebe) drehen die alle in etwa
gleichschnell (~3000 U/min)
Nutzt Du also dieselbe Untersetzung für einen 500W oder einen 1000W
Motor,
sind beide etwa gleichschnell (der grössere tut sich nur leichter damit)
Ernsthafterweise sind nämlich 350W für Junior in spätestens einem Jahr
langweilig.
Deswegen lieber mehr Power für's gleiche Geld kaufen IMHO
Ich verstehe Dein "laaangsam" ganz gut,
und glücklicherweise tun das auch Controllerhersteller.
Fast alle haben mittlerweile Controller mit elektronischem "Governor"
meistens ein drei-positionen Schalter der zwischen
drei Geschwindigkeitsstufen umschalten kann
(meisten so um 40%, 60% und 100% der maximalgeschwindigkeit)
Schau Dich mal bei ebay um, die chinesischen Anbieter nennen das
unterschiedlich,
aber wenn du was von "three speed" oder "electronic governor" "throttle
restriction"
oder so liesst bist Du vermutlich richtig.
(da kann man dann n Schlüsselschalter dranmachen, und schon ist das Kind
an der Leine ;))
geht aber notfalls auch mit nem dazwischen geklemmten µC
am besten immer mit programmierbarem Controller
(für sowas fallen aber so um die 100€ an)
'sid
Danke sid für den Tipp einen Motor mit mehr Leistung zu nehmen.
Werde ich beherzigen!
Die Geschwindigkeitsbegrenzung wäre sehr wichtig für meinen Kleinen.
Ich habe hier dieses Kit gefunden, ist zwar wieder nur 350W, aber nur
zum Verständnis.
https://www.aliexpress.com/item/32953815045.html?spm=2114.12010612.8148356.13.18c2441cJfhAuQ
Hier gibt es 3 Varianten:
Variante 1: Common Throttle
Variante 2: Twist Throttle
Variante 3: Thumb Throttle
Leider verstehe ich hier nicht wo die Unterschiede sind.
Ich versuche es mal:
Variante 1: Keine Begrenzungsschlüssel dabei
Variante 2: Mit Begrenzungsschlüssel? Aber wieviele Stufen?
Variante 3: ?
Ivo schrieb:> Variante 2: Twist Throttle> Variante 3: Thumb Throttle
Das sagt nur aus wie man Gas gibt:
Mit einem Drehgriff (2) wie beim Motorrad oder mit Daumenhebel (3) wie
beim Quad.
Ivo schrieb:> Dieses Mal löse ich es mit Eigenbau :-)> Bin mir noch nicht sicher welchen Akku ich verwenden soll, einen Tipp> dazu?
Großartig auf Eigenbau gehen, und dann von keiner Komponente auch nur
einen blassen Schimmer.
Cyblord -. schrieb:> Ivo schrieb:>> Dieses Mal löse ich es mit Eigenbau :-)>> Bin mir noch nicht sicher welchen Akku ich verwenden soll, einen Tipp>> dazu?>> Großartig auf Eigenbau gehen, und dann von keiner Komponente auch nur> einen blassen Schimmer.
Danke Cyblord für deine großartige Hilfe, jeder muss mal klein anfangen
oder?
Ivo schrieb:>> Großartig auf Eigenbau gehen, und dann von keiner Komponente auch nur>> einen blassen Schimmer.>> Danke Cyblord für deine großartige Hilfe, jeder muss mal klein anfangen> oder?
Ein E-Kart ist nicht klein, eine Taschenlampe schon. Fang damit an:
https://www.dpsg-hagen.de/wp-content/upload/LED.pdf
und wenn Du dich weiter mit e-Motoren beschäftigen willst, dann danach
eine Modelleisenbahnanlage:
http://www.moba-tipps.de/planung.html
Und als drittes könnte man mal alles aus dem Buch nachbauen:
ISBN: 978-3864903687
Ivo schrieb:> Hier gibt es 3 Varianten:> Variante 1: Common Throttle> Variante 2: Twist Throttle> Variante 3: Thumb Throttle> Leider verstehe ich hier nicht wo die Unterschiede sind.
1: Fuss-pedal (Auto)
2: Drehgriff (Motorrad)
3: Daumengas (Quad)
wie gesagt nicht alle Controlelr sind limitierbar, besonders bei
kleineren (wenig Motorleistung) ist das häufig weggelassen.
Aber, kein Problem, ein einfacher Wiederstand in die Signalleitung der
"Throttle" geklemmt wird schon reichen.
Ich halte ein modifiziertes PWM über einen externen µC für sinnvoller
(Arduino nano Klon bei ebay kost n Euro)
kann man dann simpel als Begrenzer laufen lassen
(gas_stellung mehr als 80% ? -> Leistung = 80%)
oder als ratio (wie der Wiederstand)
(Leistung = gas_stellung * 0.8)
und mit tasten dran kannste das sogar umstellen wie Du willst, per
schlüsselschalter, mit pincode etc etc.
Theoretisch könntest Du sogar (mit nem iot fähigen µC)
ne fern Notabschaltung basteln
(Notaus gedrückt? -> Leistung = 0!)
Möglichkeiten sind mit kleinem Geld und ein bisschen Geschick schier
endlos :D
'sid
Ivo schrieb:> Bin mir noch nicht sicher welchen Akku ich verwenden soll, einen Tipp> dazu?
Nimm erstmal billige Starterbatterien. Die können hohe Entlade- und
Ladeströme, vertragen allerdings Tiefentladung nicht besonders.
Wenn das funktioniert, kannst du immer noch auf teurere Deep-Cycle
(Vlies-) Batterien oder LiIon oder LiFePo4 Zellen umrüsten. Das
erfordert dann aber schon etwas mehr Mäuse.
Matthias S. schrieb:> Ivo schrieb:>> Bin mir noch nicht sicher welchen Akku ich verwenden soll, einen Tipp>> dazu?>> Nimm erstmal billige Starterbatterien. Die können hohe Entlade- und> Ladeströme, vertragen allerdings Tiefentladung nicht besonders.> Wenn das funktioniert, kannst du immer noch auf teurere Deep-Cycle> (Vlies-) Batterien oder LiIon oder LiFePo4 Zellen umrüsten. Das> erfordert dann aber schon etwas mehr Mäuse.
Dem pflichte ich bei!
Aaaber.. mir ist bis heute kein EV-controller untergekommen (egal ob
billigste china-roller oder teure Varianten) der OHNE Undervolt
protection daherkommt.
daher sind selbst Bleiakkus relativ gut geschützt,
und DeepCycle sind nahezu nutzlos (sofern die cutoff voltage nicht
programmierbar ist)
Ich empfehle SLA Batterien bei der niedrigen Amperezahl,
die laufen nicht ganz so schnell aus wenn junior mal mit dem Dingen
umkippt ;)
'sid