ich hab hier aufm Dorf nicht gerade die beste Stromversorgung und oft Spannungsspitzen durch Industriebetriebe in der Nähe bzw. Nachtspeicher und DLE.
Bisher habe ich meinen LED-Birnen E14 in der Decken- und Nachtleuchte je einen 100nF X2 Kondensator spendiert, das hilft gegen Glimmen und Blinken. Und verlängert die Lebensdauer doch erheblich.
Nun dachte ich, ein Varistor zusätzlich könnte nicht schaden, aber ich weiß nicht, welchen Typ ich nehmen soll. In Schaltnetzteilen ist oft einer verbaut, aber da steht nichts drauf. Also was nun, 10mm, 15mm, 250V, 275V, 430V (höher hab ich keinen gefunden)? Der 275V ist am öftesten ausverkauft, aber die Netz-Spitzenspannung beträgt doch das 1,41-fache??
VDE fordert 1.25 x Nannspannung und die liegt bei 230V, also 300V~ da es 287V~ nicht gibt. Aber früher gingen auch 275V~ VDR und die begrenzen natürlich auf geringere Spannung. Wenn man also nicht weiss, was der Rest aushält, sind die besser
Bei und mit 300V~ (275~) beschriftete VDR heissen in Asien 470V~ (430V~) oft mit 471 (431) beschriftet.
Aber: inzwischen mochte man gerne ein (98GradC) Temperatursicherung am VDR mit Schrumpfschlauch und Wärmeleitsilikon damit der nicht zur Brandlast wird.
Aber: inzwischen mochte man gerne ein (98GradC) Temperatursicherung am
VDR mit Schrumpfschlauch und Wärmeleitsilikon damit der nicht zur
Brandlast wird.
Das ist interessant. Das Silikon zwischen VDR und Sicherung? Klingt nach Fummelkram, vor allem in Serienfertigung. Ist das wirklich nötig? Kann man das auch fertig kaufen?
Das eigentliche Problem der E14-Lampen ist, dass zu wenig Platz im Sockel ist und damit die Wärme schlechter abgeführt werden kann als bei E27. Das führte dann zu höherer Ausfallfreudigkeit bei einigen Tests.
Varistoren in diesen kleinen Sockeln sind bei Licht besehen keine Lösung.
Es fängt damit an, dass die Kennlinie nicht gerade sonderlich scharf verläuft. Welchen Spannungsnetzwert sollte ein Varistor haben, um die Eingangsamplitude bei einem surge von mehreren ampere auf 400V zu klammern - also die übliche Spannungsfestigkeit von Gleichrichtern und Elkos an dieser Stelle?
Wählen wir die Spannung zu niedrig, dann zündet der VDR zu oft, verschleißt und wird damit zur Brandgefahr. Wählt man sie zu hoch, nützt er im Ernstfall nichts.
Ich habe in Netztteilen schon Werte zwischen 300 und 470V Nennspannung vorgefunden.
Es hat sich herum gesprochen, dass gealterte VDR "undicht" werden, d.h. sie ziehen einen mehr oder weniger erhöhten Leckstrom, der den VDR aufheizen kann. Hier genügt einen Dauerleistung von wenigen Watt, um zur Brandgefahr zu werden. Also kann man inzwischen VDRs mit Übertemperaturschalter kaufen.
Das heißt, wenn der VDR "verbraucht" ist, wird er vom Netz getrennt.
Die Brandgefahr ist gebannt - hurra!
Und spätestens jetzt ist das angeschlossene Gerät ohne dessen Schutzwirkung.
Von daher sehe ich den Einsatz von VDRs an dieser Stelle als kontraproduktiv.
Da wird überhaupt kein Schuh draus! Nur der VDR sollte vom Netz getrennt werden und nicht auch noch die Lampe! Dann kann die Lampe wenigstens ohne VDR trotzdem noch weiter leuchten.
VDRs sterben gerne spektakulär.
Gegen die Brandgefahr beim Alterungstod hilft eine Thermosicherung. Gegen herumspritzenden Auswurf hilft begrenzt ein Schrumpfschlauch und eine Sicherung mit HOHEM Abschaltvermögen, löschmittelgefüllte Feinsicherungen 5x20 wie ESKA 520.123 schaffen 1500A.
Ist das unbedingt nötig, um die Vorschriften einzuhalten bzw. die Brandgefahr zu verhindern?
Und wo bekommt man das – ich tu mich gerade schwer daran, das irgendwo zu finden (Mouser, Reichelt etc.).
Ich würde in diesem Fall eher etwas fertiges von Dehn, Phoenix oder Finder in die Verteilung einbauen, das schützt alle Geräte:
FINDER Überspannungsableiter Typ 1+2, 7P.12.8.275.1012
EAN: 8012823354163 ca. 150 Euro
FINDER Überspannungsableiter Typ 2, 7P.23.8.275.1020
EAN: 8012823344393 ca. 120 Euro
FINDER Überspannungsableiter 7P.20.8.275.0020
EAN: 8012823334721 ca. 30 Euro
FINDER Überspannungsableiter Typ 3, 1-phasig, 7P.31.8.275.005
EAN 8012823413969 ca. 30 Euro
Ich denke, das das Silikon nicht unbedingt "wärmeleitend" sein muss. Das ist selbst als wärmeleitend viel zu schlecht.
Das Silikon ist bestimmt nur ein Kleber, der gewährleisten soll, das die Thermosicherung direkt am VDR bleibt. Sonst kommt irgendjemand auf die Idee das doch mal beiseite zu biegen, damit die arme Temperatursicherung es nicht so warm hat.
Sonst kommt irgendjemand auf die
Idee das doch mal beiseite zu biegen, damit die arme Temperatursicherung
es nicht so warm hat.
So jemand könnte aber auch dazu neigen, die Temperatursicherung im Defektfall gleich mit einem Stück Draht zu brücken – dagegen hülfe wohl auch der beste Kleber nichts. ;-)