Hallo zusammen,
ich habe einen Motor namens
"Motorcraft Outrunner brushless Motor BO 4560/12"
und möchte diesen für ein Projekt verwenden. Allerdings konnte ich im
Internet kein DB finden, mein Recherche hat ergeben, dass dieser wohl im
Modellbaubereich vertreten sei.
Frage:
Kennt jemand diesen Motor, hat im Idealfall ein Datenblatt für mich oder
kennt generell einen Regler der den Motor fahren kann?
Ich möchte mit dem Motor einen Demo aufbauen, wie sich ein Elektromotor
bei verschiedenen Lasten (Schwungmassen) verhält. (Ein-/Überschwingen
der Regelung)
Falls jemand einen alternativen Motor ~500W - 1kW kennt, der im
Idealfall mit einem Nucleo IHM08M1 betrieben werden kann, wäre ich
ebenfalls dankbar.
Danke für Eure Hilfe!
MfG
Matthias L. schrieb:> Äh, das nützt natürlich nix, wenn statt "modelcraft" an dem Motor> "Motorcraft" dransteht...
Ob das wirklich auf dem Motor draufsteht? Mit der Typenbezeichnung und
"modelcraft" findet Google einige Hinweise, und auch der Titel dieses
Threads enthält ein klar lesbares Modelcraft.
Dein Ratschlag war also schon passend.
Christoph db1uq K. schrieb:> Ich kenne von Conrad nur Voltcraft,
Conrad hat diverse Eigenmarken, die wahlweise auf "-craft" oder "-force"
enden, aber allesamt irgendwie diesen haut-gout des leicht ...
conradigen mit sich tragen.
Aktuell werden "Voltcraft", "Toolcraft" und "renkforce" von Conrad
selbst als Eigenmarken aufgelistet, "Modelcraft" taucht zwar in der
Liste der Eigenmarken nicht auf, wird aber für viele Produkte genutzt.
Andere "-force"-Varianten fallen mir glücklicherweise gerade nicht ein.
Ich habe mit einem Verkäufer auf Ebay Kontakt aufgenommen und folgendes
"Datenblatt" erhalten: (siehe Anhang)
DB-4560/12
Anscheinend ist das eine Baureihe mit ver. Baugrößen / Polen. Sieht für
mich jedoch eher nach China aus und nicht nach was offiziellem von einem
namhaften Hersteller.
Anbei auch noch Bilder von dem Motor wie er vor mir liegt, ich
entschuldige mich für die Fotografie, ist halt rund das Ding :-)
Leo45 schrieb:> Sieht für mich jedoch eher nach China aus und nicht nach was> offiziellem von einem namhaften Hersteller.
Ist es ja auch, aber halt von Conrad importiert und unter eigenem Namen
verkauft. Soviel steht fest.
Wieviel Watt hat das denn? Ich sehe nur den Strom und die Anzahl der
LiPo-Zellen. Dazu eine seltsame Maßeinheit "rpm/V", sollen das
Umdrehungen pro Minute pro Volt sein?
Wikipedia sagt zu LiPo: Nennspannung von 3,6 V. Für 5 Zellen und 45A
wären das 810 Watt, bei 8 Zellen 1296 Watt.
Also doch modelcraft. Bei Conrad anfragen...
Christoph db1uq K. schrieb:> Dazu eine seltsame Maßeinheit "rpm/V", sollen das> Umdrehungen pro Minute pro Volt sein?
Ich bin auch nicht der Brushless-Spezialist, aber IIRC ist die Angabe
nicht "seltsam", sondern gibt das typische Delta an Drehzahl pro Volt
Betriebsspannung an, wenn man den BLDC nicht als Drehstrommotor
versteht, sondern als Gleichstrommotor, der nur elektronisch kommutiert
ist.
Naja, das ist ein normaler Modellflugmotor. Der Schrift nach ("Stop" von
Linotype, war in den 80ern futuristisch) ein älteres Schätzchen.
Derlei gibt es wie Sand am Meer z.B. bei Hobbyking.
Die Daten hast Du in der schönen roten Tabelle, mehr wirst Du kaum
finden. Die rpm/V ist die Angabe für die Gegen-EMK (oder Back-EMF), 436
rpm/V meint, dass Du mit 10 V auf 4360 U/min Leerlaufdrehzahl kommst.
Er hat die üblichen Eigenschaften: Für Kurzzeitbetrieb gedacht, braucht
gute Lüftung (Propeller), eher kurze Lebensdauer, keine Hallsensoren. Du
musst also sensorlos kommutieren (kein Problem mit Propeller, für alles
andere anspruchsvoll).
Das IHM08M1 ist nur ein Board mit Endstufe drauf, kein Motorcontroller.
Da fehlt noch ein Prozessor (STM32F4 wäre mein Liebling) und die
Software dazu. Willst Du eine Motorsteuerungssoftware entwickeln? Du
schreibst etwas von Regelung - da kommt noch ein Encoder dazu?
- Martin
Martin schrieb:> Das IHM08M1 ist nur ein Board mit Endstufe drauf, kein Motorcontroller.> Da fehlt noch ein Prozessor (STM32F4 wäre mein Liebling) und die> Software dazu. Willst Du eine Motorsteuerungssoftware entwickeln? Du> schreibst etwas von Regelung - da kommt noch ein Encoder dazu?
Korrekt ja, zur Steuerung habe ich einen STM32F302R8 bereits da,
funktioniert mit kleinerer Endstufe und an kleinerem Motor auch schon.
Zwar nicht so einfach wie von ST angegeben mit Plug and Play aber es
funktioniert.
Als nächsten Schritt würde ich gleiches mit der größeren Endstufe auf
besagtem Motor probieren. Deswegen die ursprüngliche Frage nach
Datenblatt etc.
2. Teil ist auch so. Die Motorsteuerung soll in der Lage sein
Drehzahl-geregelt zu fahren, daher habe ich einen Encoder von
Lenord+Bauer mit ich glaube 20bit Auflösung.
Kennst du dich mit der Programmierung von den ST Boardsaus? Ich habe
bisher nur die grafische Oberfläche "Motor Control Workbench" verwendet,
dort kann ich denke ich aber nicht das machen, was ich letztendlich
brauche. Der erzeugte C-Code ist so umfangreich, dass ich das kaum
überblicken kann ohne wochenlange Einarbeitung.
Was den Motor betrifft:
Wird er sich drehen: ja.
Darüberhinaus musst Du Deine Anforderungen spezifizieren. Normalerweise
legt man die fest (Drehmoment, Drehzahl) und sucht den passenden Motor.
Das erfordert natürlich ein brauchbares Datenblatt, wie hier z.B.
https://de.nanotec.com/produkte/651-db87l01-s/Leo45 schrieb:> Kennst du dich mit der Programmierung von den ST Boardsaus?
Was willst Du wissen? Was willst Du erreichen? Wie ist Dein Budget
(Zeit, Geld)? Wie ist dein Wissensstand?
Was die Motor control library von ST betrifft: Hab auch mal kurz
reingeschaut. Sehr viele Funktionen, aber wenn man etwas spezielleres
braucht, ist man aufgeschmissen - wie Du schon festgestellt hast. Zumal
ich gar nicht sicher bin, ob der Quellcode der Library überhaupt offen
liegt. Für meine Anwendung habe ich mit einem Kollegen zusammen ein FOC
selber implementiert.
- Martin
Im ersten Schritt würde es mir reichen mit dem Motor drehzahlgeregelt zu
fahren --> ich suche also eine Möglichkeit am besten in der grafischen
Oberfläche von der Motor Control Bench meinen Geber anzubinden, eine
Schaltfläche für den Drehzahlsollwert zu erstellen und dann die Firmware
zu exportieren und auf mein F302R8 zu flashen.
Bringt die Oberfläche (Motorcontrol bench) das mit?
Falls nicht (was ich befürchte) müsste ich den Firmwarecode selber
umschreiben um mein Feedback an einem Analogeingang einlesen. mein Geber
löst die 360° auf +-10V auf. Ggf. dann mit Spannungsteiler runterteilen,
damit mein IO nicht abraucht...
Das sollte bis Ende 2018 laufen. Budget bin ich frei, hab den Großteil
der Hardware ja bereits.
Falls die Lösung nicht grafisch nativ in der ST-Umgebung geht, erscheint
mir die Deadline sowieso unrealisitsch, da ich mich dann in den für den
STM32 exportierten Firmwarecode einarbeiten müsste, wie bereits erwähnt
sind das mehrere 1000Zeilen + Bibliothek.
Kenne mich gut mit C/C++ aus, habe schon Arduino programmiert etc. Das
ganze ST-Zeug ist mir komplett neu. Daher eher die Fragen in Richtung
ST-Workbench
Hallo Leo45,
das Motor control SDK kenne ich nur flüchtig. Habe eben ins "Getting
Started" reingeschaut.
https://www.st.com/content/ccc/resource/technical/document/user_manual/group0/ba/91/77/2e/0e/4c/4c/74/DM00484271/files/DM00484271.pdf/jcr:content/translations/en.DM00484271.pdf
Auf Seite 21 sieht man ein GUI, das genau das machen sollte, was Du
willst.
Leo45 schrieb:> mein Geber> löst die 360° auf +-10V
Das hört sich seltsam an. Drehgeber sind idR inkremental (oder auch
absolut) mit Digitalausgang, entweder basic A/B/I oder mit einem
Encoder-Busprotokoll.
Was die Software von ST betrifft scheint es verschiedene Versionen zu
geben, einmal die MC-Library und neu das X-Cube-MCSDK. Welche Variante
was kann...? In jedem Fall würde ich mich versuchen, so nah wie möglich
an eine direkt unterstützte (IDE, STM32-Board) HW-Konfiguration zu
halten, wenn es schnell gehen soll. So wie es ich anhört hast Du auch
noch keine IDE, das steht Dir also auch noch bevor. Auf die Schnelle
scheint sich Atollic anzubieten, kenne ich allerdings nicht (ich arbeite
mit IAR).
Anbei ein Link zum Datenblatt von meinem Geber: ich habe die Variante
mit analoger Ausgangsspannung 0..10V.
https://www.lenord.de/fileadmin/kundenbereich/produkte/gel2351/ti2351_e.pdf
Das „Getting Started“ habe ich schon mal durchgeführt und getestet.
Allerdings mit einem kleinen Drohnenmotor der im Beispiel explizit
unterstützt wird. Die Schritte sind auch in einem YT-Tutorial erklärt,
habe mich also an das Original von ST gehalten.
Analog werde ich jetzt einfach mal den großen Motor anschließen und
schauen ob ich was zum drehen kriege. Melde mich dann wieder wenn
Probleme auftreten.
Vielen Dank nochmal für die schnelle und rücksichtsvolle Hilfe
Leon