In einem Kabel (1 mm²) fließt ein Strom zwischen 100 und 400 µA.
Mit welchem Sensor, der an einem ATTiny24 anzuschließen ist, kann dieser
Strom gemessen werden ohne das Kabel aufzutrennen? Die Genauigkeit der
Messung sollte +/- 20 µA oder besser sein.
> Kannste mMn vergessen. Etwaige Magnetfelder, die da induziert werden,> sind so klein, das dir schon das Erdmagnetfeld einen Streich spielt.
Yep. Der iProber funktioniert so etwa ab 5mA und ist dann auch noch ganz
schoen verrauscht. Und die treiben da ja bereits einen deutlichen
Aufwand und die Messung ist dann noch tendentiell relativ als absolut.
(Lage des Kabels zum Sensor)
Olaf
Ludwig schrieb:> In einem Kabel (1 mm²) fließt ein Strom zwischen 100 und 400 µA.> Mit welchem Sensor, der an einem ATTiny24 anzuschließen ist, kann dieser> Strom gemessen werden ohne das Kabel aufzutrennen?
Gar nicht. Nimm einen Shunt wie jeder andere auch. Und ja,
dazu mußt du die Verbindung irgendwo auftrennen.
TrollHunter schrieb:> Es ist ja nicht verboten, das Kabel mehrfach durch die Stromzange du> fädeln.
Er bräuchte aber schon >= 100 Windungen, das wird bei seinem 1mm²
Draht/Litze schon ein ganz ordentlicher Packen.
Vielen Dank für Eure Antworten.
Durch das Kabel fließt Gleichstrom. Auftrennen kann ich das Kabel nicht.
Ist es sinnvoll einen empfindlichen Hallsensor zu kaufen und ein paar
Experiment durchzuführen oder ist dieses Unterfangen von vornherein
aussichtslos?
Ludwig schrieb:> Ist es sinnvoll einen empfindlichen Hallsensor zu kaufen und ein paar> Experiment durchzuführen oder ist dieses Unterfangen von vornherein> aussichtslos?
Du kannst dir da einen Spass draus machen, aber ernsthafte oder gar
richtige Ergebnisse - und dann auch noch mit +/- 20µA Genauigkeit - sind
nicht zu erwarten. Du musst die Leitung auftrennen (oder einige hundert
Windungen benutzen, was aufs gleiche rauskommt).
Ludwig schrieb:> Ist es sinnvoll einen empfindlichen Hallsensor zu kaufen und ein paar> Experiment durchzuführen oder ist dieses Unterfangen von vornherein> aussichtslos?
leider aussichtslos.
Du könntest (wie schon von mehreren vorgeschlagen) eine Art
Gleichstromzange bauen und die im Kompensationsbetrieb nutzen. Möglichst
viele Windungen deines Kabels durch die Zange fädeln und statt eines
Hallsensors einen Fluxgate verwenden (für höhere Empfindlichkeit und
weniger Rauschen).
Damit kommst du einer Messmöglichkeit zwar näher, aber wenn du wirklich
auf 20µA runterkommen willst wird der Aufwand so hoch, dass du es am
Schluss doch lieber bleiben lässt ;-)
Ludwig schrieb:> Auftrennen kann ich das Kabel nicht.
Warum?
Wenn ein Anfänger (das soll keine Beleidigung sein) ein Problem hat das
an die Grenzen der Physik geht, dann ist meist nicht das eigentliche
Problem, sondern seine Idee der Lösung daran schuld
Ludwig schrieb:> Auftrennen kann ich das Kabel nicht.
Warum nicht? Kannst Du das mal näher erläutern?
Dir wird nichts anderes übrig bleiben als einen Shunt einzufügen. Die
Messung des Magnetfeldes scheidet aus, das wurde in andern Kommentaren
schon mehrfach erläutert und begründet.
Du hast 2 Probleme die zu lösen sind. Den kleinen Strom zu messen, in
Form eines Spannungsabfalls an einen möglichtst kleinem Widerstand. Dann
muss diese kleine Spannung um den Faktor von mehreren Hundert verstärkt
werden um sie dem Attiny zuzuführen. Der könnte die kleine Spannung vom
Shunt nicht direkt messen. Und das Ganze dann auch noch mit der von Dir
geforderten Genauigkeit.
Darf man fragen was Du da misst? 1qmm und so ein kleiner Strom...
Kannst Du die Leitung an zwei Stellen abisolieren und eine Leitunng
parallel dazu legen?
Dann könnte man den Spannungsabfall über der Leitung messen.
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Kannst Du die Leitung an zwei Stellen abisolieren und eine Leitunng> parallel dazu legen?> Dann könnte man den Spannungsabfall über der Leitung messen.
Hallo Jobst,
wenn er die Leitung an 2 Stellen abisoliert kann der Spannungsabfall
doch direkt gemessen werden. Wozu eine weitere Leitung paralell dazu
legen? Das verringert den eh schon geringen Widerstand noch weiter - und
damit die Spannung die abfällt.
Oder habe ich Deinen Kommentar falsch interpretiert?
Die Idee eine Ader an 2 Stellen "anzuzapfen" hatte ich auch. Nur, wie
weit sollen die Stellen bei 1,5 qmm auseinanderliegen damit bei dem
kleinen Strom ein messbarer Wert herauskommt?
Selbst wenn sie 1 Meter auseinanderliegen fallen bei 100uA bis 400uA ca.
1,2 bis 4,8 uV ab. Hoffentlich habe ich richtig gerechnet?
Gruß Jörg
Jörg R. schrieb:> Ludwig schrieb:>> Auftrennen kann ich das Kabel nicht.>> Warum nicht? Kannst Du das mal näher erläutern?
Vielleicht ist es ja eine Alarmanlage.
Klaus R. schrieb:> Jörg R. schrieb:>> Ludwig schrieb:>>> Auftrennen kann ich das Kabel nicht.>>>> Warum nicht? Kannst Du das mal näher erläutern?>> Vielleicht ist es ja eine Alarmanlage.
Das könnte sein, deshalb wäre es schön wenn der TO erläutert warum die
Leitung nicht getrennt werden kann.
Jörg R. schrieb:> wenn er die Leitung an 2 Stellen abisoliert kann der Spannungsabfall> doch direkt gemessen werden.
Das ist die Idee gewesen.
Jörg R. schrieb:> Wozu eine weitere Leitung paralell dazu legen?
Wie misst Du die Spannung zwischen zwei Punkten, ohne eine Leitung dort
hin zu legen?
Edit: Ich meinte mechanisch parallel, nicht elektrisch.
Jörg R. schrieb:> Selbst wenn sie 1 Meter auseinanderliegen fallen bei 100uA bis 400uA ca.> 1,2 bis 4,8 uV ab.
Dass dabei keine großen Spannungan auftreten, ist klar. Dennoch räume
ich dieser Methode eine größere Genauigkeit ein, als einer magnetischen
Variante.
1µV sind auch schaffbar.
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Edit: Ich meinte mechanisch parallel, nicht elektrisch.Jobst M. schrieb:> ....und eine Leitung parallel dazu legen?
Ok, das hatte ich wohl falsch verstanden.
> Dass dabei keine großen Spannungan auftreten, ist klar. Dennoch räume> ich dieser Methode eine größere Genauigkeit ein, als einer magnetischen> Variante. 1µV sind auch schaffbar.
Sehe ich auch so, und verstärken muss er sowieso.
Achim S. schrieb:> Damit kommst du einer Messmöglichkeit zwar näher, aber wenn du wirklich> auf 20µA runterkommen willst wird der Aufwand so hoch, dass du es am> Schluss doch lieber bleiben lässt ;-)
Ich vermute, man braucht dann auch ein geschlossenes Mumetall-
Gehäuse rund um die Meßstelle.
Mit einem Magnetischen Sensor auf Fluxgate Basis sollten die 100 µA noch
ganz gut nachweissbar sein. Bei DC hat man ja sehr viel Zeit.
Der Sensor müsste auch irgendwie zu öffnen sein, so dass es schon auf
einen Eigenbau hinauslaufen kann. Der Sensor wird ggf. von Störungen auf
dem DC Strom auch gestört.
Eine Abschirmung gegen externe Felder wäre wohl von Vorteil, muss aber
nicht unbedingt Mu-metall sein.
Harald W. schrieb:> Ich vermute, man braucht dann auch ein geschlossenes Mumetall-> Gehäuse rund um die Meßstelle.
Mindestens - und selbst dann wird ein Signal eines
Lurchi schrieb:> Magnetischen Sensor auf Fluxgate Basis
im Rauschen einfach untergehen. Die Abschirmung alleine des
Erdmagnetfeldes ist ein Job, den der TE so nicht hinkriegen wird, von
hochverstärkenden Opamps, deren Versorgung usw. mal ganz abgesehen.
Da er nicht schreibt, was das ganze soll, helfen Spekulationen über eine
funktionierende Messmethode nicht weiter.
Matthias S. schrieb:> im Rauschen einfach untergehen.
na ja, nicht dass ich dem TO einreden wollte, dass seine Messung klappt.
Aber dass das Rauschen einem unbedingt killen würde glaube ich jetzt
auch nicht.
Rechnen wir mal konkret: man schafft es sicher nicht, das Kabel 100 mal
durch einen Eisenkreis zu ziehen, aber >=10 mal würde ich mir schon
zutrauen. Man landet also bei einer Durchflutung in der Größenordnung
1mA.
Mit einem Eisenkreis von 8 cm Länge (das hat die Stromzange auf meinem
Schreibtisch ungefähr) ergibt diese Durchflutung ein mittleres H von
0,012A/m.
Um daraus auf B zu kommen kann ich leider nicht das µ des Eisenkreises
ansetzen, weil der Luftspalt zu einem deutlich reduzierten µ_effektiv
führt. Aber mit vernünftigen Luftspaltgrößen im mm-Bereich lande ich
immer noch bei einem B von rund 1 µT - und das liegt deutlich über dem
Rauschen von gut ausgewählten Fluxgates.
Externe Störfelder machen einem das Leben natürlich nicht leichter, aber
ganz so aussichtslos wie hier beschrieben ist die Situation auch da
wieder nicht.
Das Erdmagnetfeld z.B. ist zwar deutlich größer als das Feld des
stromdruchflossenen Leiters. Aber allein schon durch den Einsatz des
Eisenkreises mit Luftspalt bekomme ich eine Unterdrückung externer
Felder um Größenordnungen. Das Feld des stromdurchflossenen Leiters
muss nämlich durch den Luftspalt (damit sich die Feldlinien um den
Leiter schließen) und wird vom Fluxgate gemessen. Externe Felder können
sich aber aussuchen, ob sie durch den Luftspalt oder durch den
ununterbrochenen Eisenkreis gehen (und damit nicht am Fluxgate vorbei
kommen).
Und weil Luft das Magnetfeld so dramatisch schlechter leitet als Eisen
gehen "fast alle" Feldlinien auf der anderen Seite durch den Eisenkreis,
der Sensor im Luftspalt sieht die externen Felder von Haus aus um mehr
als eine Größenordnung abgeschwächt. (oben mal ne FEMM-Simu, die ich vor
einiger Zeit zu dem Thema gebastelt hatte: ist schon irgendwie nett, wie
sich alle "externen" Feldlinien links zusammen drängen, damit sie nicht
rechts durch den Luftspalt müssen.)
Wenn das noch zu viel ist, dann kann man schirmen oder (alles was
niederfrequent ist) kompensieren. Helmholtzsspule in jeder Raumrichtung
im den Sensor und die passend angesteuert, und schon bleibt von externen
Feldern innerhalb meiner Regelbandbreite sehr wenig übrig (das hat vor
Ewigkeiten bei meiner Diplomarbeit schon funktioniert :-)
Und schließlich zählt noch Lurchis Argument: bei DC Strommessungen
brauche ich keine hohe Bandbreite. Wenn bei der Arbeitsfrequenz des
Fluxgate keine wesentlichen Störer sind, kann man "beliebig lange" das
Ausgangssignal aufintegrieren (die Messbandbreite um die Arbeitsfrequenz
herum beliebig klein machen), so dass Rauschen und Störer ihren
Schrecken etwas verlieren.
Deshalb bleibe ich bei meiner vorherigen Einschätzung: es ist technisch
machbar. Aber es wäre sicher anspruchsvoll und der Aufwand stünde in
keinem Verhältnis zum Nutzen (jemand mit Erfahrung müsste Wochen oder
Monate investieren und ordentlich Geld in die Hand nehmen).
Mit einer kleinen Bastelei eines Neulings ist es garantiert nicht getan.
Und am Ende ist der Aufwand so groß, dass man eine andere Methode
vorzieht, bei der halt doch ein Shunt im Kabel landet :-)
Achim S. schrieb:> Rechnen wir mal konkret: man schafft es sicher nicht, das Kabel 100 mal> durch einen Eisenkreis zu ziehen, aber >=10 mal würde ich mir schon> zutrauen. Man landet also bei einer Durchflutung in der Größenordnung> 1mA.
Aber mal völlig quer gedacht: wie soll man ein Kabel, das nicht getrennt
werden kann/darf, durch einen Ringkern ziehen?
Die Messung des Spannungsabfalls über z.B. 1 m Leitung ist vermutlich
einfacher als die Messung über das Magnetfeld.
Selbst für die Messung über das DC Magnetfeld muss man das Erdmagnetfeld
vermutlich nicht einmal so sehr abschirmen, denn mit einem mehr oder
weniger geschlossenen Kern um den Leiter misst man eher die Differenz im
Feld an beiden Seiten. Da kann es schon reichen größere Änderungen raus
zu halten zwischen der Leermessung und der späteren eigentlichen
Messung.
Ludwig:
Warum darf man das Kabel nicht auftrennen? Ist das ein hochgeheimes
Projekt am CERN? Beschreibe das GANZE Projekt, und wir erklären Dir,
warum man das Kabel auftrennen darf, warum es NICHT nötig ist, so kleine
Ströme zu messen usw.!
Sonst -> Troll!
Chregu
Dieter W. schrieb:> Aber mal völlig quer gedacht: wie soll man ein Kabel, das nicht getrennt> werden kann/darf, durch einen Ringkern ziehen?
Das Problem löst sich ganz einfach, kann man an praktisch jeder
Strommesszange betrachten.
Der Kern ist aufklappbar (damit man das Kabel reinkriegt). Und wenn man
ihn wieder zuklappt hofft man, dass der verbleibende Spalt an dieser
Stelle sehr viel kleiner ist als der gewünschte Luftspalt "gegenüber",
wo der Sensor steckt.
Wie gut das stimmt hängt wiederum vom Aufwand ab, den man hineinsteckt
(mechanische Bearbeitung der Oberflächen und Toleranzen des
Klappmechanismus). Wenn du mal durch z.B. den Conrad gehst kannst du
schon dort deutliche Qualitätsunterschiede erkennen.
Jobst M. schrieb:> Jörg R. schrieb:>> Selbst wenn sie 1 Meter auseinanderliegen fallen bei 100uA bis 400uA ca.>> 1,2 bis 4,8 uV ab.>> Dass dabei keine großen Spannungan auftreten, ist klar. Dennoch räume> ich dieser Methode eine größere Genauigkeit ein, als einer magnetischen> Variante.> 1µV sind auch schaffbar.
Also ich komme bei 1m Kuper mit 1mm² auf 0,0178 R. Damit müsste er auf
350nV GENAU messen können um seine 20µA Genauigkeitsforderung erfüllen
zu können. Das halte ich nicht für mal eben machbar.
Steffen P. schrieb:> Also ich komme bei 1m Kuper mit 1mm² auf 0,0178 R. Damit müsste er auf> 350nV GENAU messen können um seine 20µA Genauigkeitsforderung erfüllen> zu können. Das halte ich nicht für mal eben machbar.
Mal "nicht eben so machbar ist" ist wohl allen bewusst. Die Messung über
einen Shunt liefert aber wohl genauerer Werte als über einen Hallsensor
etc. Natürlich muss etwas Aufwand betrieben werden, aber machbar ist es:
>>> Instrumentenverstärker, externer ADC....
Ich denke der Thread hat sich erledigt. Der TO äußert sich nicht warum
die Leitung nicht aufgetrennt werden darf. Auch weitere Details sind
nicht bekannt. Weitere Spekulationen oder Vorschläge sind derzeit also
Sinnlos.
Jörg R. schrieb:> Natürlich muss etwas Aufwand betrieben werden, aber machbar ist es:>>>> Instrumentenverstärker, externer ADC....
Einfach mit einem Instrumentenverstärker ist es da wohl nicht getan.
Selbst sehr gute Chopper wie der LTC2057 haben bis zu 4µV Offset. Da
etwas zu bauen, was 350nV absolut messen kann wird sehr sportlich. Mal
eben den Eingang kurzschließen führt da auch nicht zu 0V.
Aber leider hast Du wohl recht und hier passiert nichts mehr im Bezug
auf den TO. Schade, hätte spannend werden können.
Steffen P. schrieb:> Einfach mit einem Instrumentenverstärker ist es da wohl nicht getan.> Selbst sehr gute Chopper wie der LTC2057 haben bis zu 4µV Offset. Da> etwas zu bauen, was 350nV absolut messen kann wird sehr sportlich. Mal> eben den Eingang kurzschließen führt da auch nicht zu 0V.
Ja, der erforderliche Aufwand wird nicht gering sein. Aber das ist ja
die Herausforderung.
> Aber leider hast Du wohl recht und hier passiert nichts mehr im Bezug> auf den TO.> Schade, hätte spannend werden können.
Ja, das ist schon eine interessante Aufgabenstellung und es hätte
wirklich spannend werden können. Aber wir wissen nach wie vor nicht
warum die Leitung nicht aufgetrennt werden kann/darf. Wir wissen auch
nicht was gemessen wird und wie sich die gewünschte Genauigkeit von +/-
20 µA oder besser begründet.
Vielleicht kommt ja vom TO noch etwas....