Amidon Kern für Sperrwandler gesucht

Gast #5134763
Lesenswert?

Hallo Mitstreiter,
ich komme etwas durcheinander mit den Datenblättern von Amidon. Ich 
suche einen Kern für 40 kHz Schaltfrequenz. Getestete (Eisenpulver) 
Exemplare übertragen eine zu geringe Leistung. Abgestimmt ist der 
Sperrwandler nach Heinz Schmidt Walter, der Siemens Kern r6,3 aber nicht 
verfügbar. Es handelt sich um eine sehr geringe Leistung 5V->15V/50mA.
Vielen Dank!
Gast #5134811
Lesenswert?

Angenommen es geht um einen Sperrwandler. Du willst wirklich 71/222 
Windungen draufwickeln? Na viel Spaß auch. Ich würde einen größeren Kern 
nehmen, der dann einen größeren AL-Wert haben darf und weniger Windungen 
braucht. Wieviel Platz hast du?
Gast #5134835
Lesenswert?

Ein Amidon T30-26 (gelb/weiß) geht mit folgenden Wickeldaten: N1=55Wdg, 
N2=172Wdg, Fußdichte dabei nur 175mT.

> Getestete (Eisenpulver) Exemplare übertragen eine zu geringe Leistung.

Was hast du denn getestet (Kern und Wickeldaten)?
Gast #5134853
Lesenswert?

ArnoR schrieb:
>Du willst wirklich 71/222
>Windungen draufwickeln? Na viel Spaß auch.

Ist kein großes Problem. Den Draht vierfach nehmen und
dann etwas verdrallen. Dann den Ring bis in die Mitte
der Länge draufschieben, und man braucht nur noch
zwei mal, 28 mal durchfädeln. Der Draht wird ja mit
jeder Windung kürzer. Dann die vier Drähte
in Reihe schalten, fertig.
Gast #5136393
Lesenswert?

Jobst M. schrieb:
> ArnoR schrieb:
>> Ich würde einen größeren Kern
>> nehmen, der dann einen größeren AL-Wert haben darf und weniger Windungen
>> braucht.
>
> Nein, dann dauert der Ladevorgang zu lange.

Nein, natürlich ist damit gemeint, dass am Ende die gleiche Induktivität 
herauskommt wie bei der Vergleichsrechnung des TO auf der Seite von 
Heinz Schmidt-Walter. Und genau das habe ich auch im folgenden Beitrag 
gezeigt:

ArnoR schrieb:
> Ein Amidon T30-26 (gelb/weiß) geht mit folgenden Wickeldaten: N1=55Wdg,
> N2=172Wdg, Fußdichte dabei nur 175mT.

Ein so bewickelter Kern hat die gleichen Induktivitäten wie der R6,3 des 
TO.
Gast #5136448
Lesenswert?

das beste Ergebnis habe ich mit dem "blauen" Kern erzielt. DM =10 mm, 
T37, Mat 1. Ich vermute, dass der RK eine zu hohe Induktivität hat und 
daher eine zu geringe Energiemenge gespeichert wird.
Keine Sättigung, Ruhestrom ->0. Ich werde einige Windungen runternehmen 
und mich vortasten, messen und wieder von vorn.
Vielen Dank für die vielen guten Ratschläge und Hinweise!
Die Amidon Kerne sind von Reichelt....
Ist die Angabe AL/100Wdg gleichzusetzen mit AL/100Wdg² ?
Ich messe mit 10 Wdg 170 müH (Messfrequenz unbekannt) das passt nicht 
zum angegebenen AL des Kerns.
Gast #5136730
Lesenswert?

ingo schrieb:
>Ich vermute, dass der RK eine zu hohe Induktivität hat und
>daher eine zu geringe Energiemenge gespeichert wird.

Die Energie, die ein Kern speichern kann ist immer gleich,
unabhängig von der Induktivität. Die Sättigung ist das
was die Speicherung der Energie begrenzt. Wenn du möchtest,
daß der Kern mehr Energie speichern kann, mußt du einen
größeren nehmen.

>das beste Ergebnis habe ich mit dem "blauen" Kern erzielt.

Die gelb-weis gekennzeichneten sind eigentlich für
Speicherdrosseln und Schaltnetzteile vorgesehen.

>Ist die Angabe AL/100Wdg gleichzusetzen mit AL/100Wdg² ?

Die Angabe bei Reichelt bedeutet, die Induktivität L bei
100 Windungen. Der AL-Wert ist dann L/100²
Gast #5136840
Lesenswert?

ingo schrieb:
> das beste Ergebnis habe ich mit dem "blauen" Kern erzielt. DM =10 mm,
> T37, Mat 1. Ich vermute, dass der RK eine zu hohe Induktivität hat

Im Gegenteil, laut Amidon-Katalog hat der T37-1 einen AL=8nH/Wdg², was 
bei 10Wdg nur 800nH ergibt und mehr als Faktor 100 kleiner ist als nach 
Schmidt-Walter notwendig. Vermutlich liefert deine Schaltung deshalb 
keine Leistung.
Gast #5136870
Lesenswert?

ingo schrieb:
> das beste Ergebnis habe ich mit dem "blauen" Kern erzielt. DM =10 mm,
> T37,

Also, T37 ist von TDK/Epcos. Hochpermeables Ferrit.
Als Ringkern ohne Luftspalt für Speicherdrosseln
total ungeeignet. Um Energie speichern zu können, brauchen Ferritkerne 
einen Luftspalt. Oder man nimmt einen Ringkern aus Eisenpulver.
Gast #5136883
Lesenswert?

der schreckliche Sven schrieb:
> Also, T37 ist von TDK/Epcos. Hochpermeables Ferrit.

Es gibt beides. T37 bezeichnet einerseits eine Ringkerngröße von Amidon, 
andererseits auch einen hochpermeablen Ferrit von Epcos:

http://www.amidoncorp.com/t37-1/

https://en.tdk.eu/download/528874/00797f95cfda4f11caf3230c2472c688/pdf-t37.pdf

Da der TE jedoch /T37, Mat 1/ schrieb, gehe ich davon aus, dass er einen 
Amidon T37-1 Kern meint.

der schreckliche Sven schrieb:
> Als Ringkern ohne Luftspalt für Speicherdrosseln
> total ungeeignet. Um Energie speichern zu können, brauchen Ferritkerne
> einen Luftspalt.

Es ist nicht so, dass eine Ferrit-Speicherdrossel zwangsweise einen 
Luftspalt zum speichern magnetischer Energie benötigt, allerdings ist 
ihre Speicherfähigkeit ohne Luftspalt arg begrenzt, sodass allein die 
Größe praktisch unsinnig ist.
Gast #5136901
Lesenswert?

der schreckliche Sven schrieb:
>Also, T37 ist von TDK/Epcos. Hochpermeables Ferrit.
>Als Ringkern ohne Luftspalt für Speicherdrosseln
>total ungeeignet.

So ist es. In der folgenden PDF-Datei steht es auch.
Für Breitbandübertragung vorgesehen.

https://en.tdk.eu/download/528874/00797f95cfda4f11caf3230c2472c688/pdf-t37.pdf

Der T-80-26 von Reichelt funktioniert da schon besser.

https://www.reichelt.de/Amidon-Eisenpulver-Ringkerne/T-80-26/3/index.html?ACTION=3&LA=446&ARTICLE=32301&GROUPID=3186&artnr=T+80-26&SEARCH=ringkerne%2Bgelb%2Bweis
Gast #5137041
Lesenswert?

hinz schrieb:
> voltwide schrieb:
>> falls das 170uH heißen sollte, dann war das wohl ein Ferritkern
>> mit
>> AL=1700.
>
> Um Faktor 10 verrechnet! Und ein Ferritkern, in dieser Größe, mit
> A_L=17000 ist nicht bekannt.

Tatsächlich? wenn 10Wdg 170uH  bringen, liefert eine 1,7uH.
Das sind 1700nH. Wo ist da der Rechenfehler?
Vlt mal vor dem Posten das Gehirn einschalten!
Gast #5137144
Lesenswert?

voltwide schrieb:
> hinz schrieb:
>> voltwide schrieb:
>>> falls das 170uH heißen sollte, dann war das wohl ein Ferritkern
>>> mit
>>> AL=1700.
>>
>> Um Faktor 10 verrechnet! Und ein Ferritkern, in dieser Größe, mit
>> A_L=17000 ist nicht bekannt.
>
> Tatsächlich? wenn 10Wdg 170uH  bringen, liefert eine 1,7uH.
> Das sind 1700nH. Wo ist da der Rechenfehler?


L= A_L * n^2


> Vlt mal vor dem Posten das Gehirn einschalten!

Selbstgespräch.
Gast #5137218
Lesenswert?

hinz schrieb:
> voltwide schrieb:
>> hinz schrieb:
>>> voltwide schrieb:
>>>> falls das 170uH heißen sollte, dann war das wohl ein Ferritkern
>>>> mit
>>>> AL=1700.
>>>
>>> Um Faktor 10 verrechnet! Und ein Ferritkern, in dieser Größe, mit
>>> A_L=17000 ist nicht bekannt.
>>
>> Tatsächlich? wenn 10Wdg 170uH  bringen, liefert eine 1,7uH.
>> Das sind 1700nH. Wo ist da der Rechenfehler?
>
> L= A_L * n^2
>
>> Vlt mal vor dem Posten das Gehirn einschalten!
>
> Selbstgespräch.

Außer Dir hat hier kein Mensch etwas von AL-17000 geschrieben.
Lesen lernen hilft weiter!
Gast #5137874
Lesenswert?

unter anderem "grün rot" getestet, 100uH primärseitig, sollte ja ein 
Eisenpulverkern sein, brachte keine Leistung sekundärseitig.
Dann werde ich den "gelb weißen " Kern ordern, mal schauen. Vielen Dank 
für den Hinweis!

Im step down Netzteil (38 kHz) arbeitet der grün rote amidon 
Eisenpulverkern sehr gut und schiebt erwartungsgemäß lückenlos Leistung. 
DA = 20mm, bis 30W.
Gast #5137889
Lesenswert?

Günter Lenz schrieb:
> Ist kein großes Problem. Den Draht vierfach nehmen und
> dann etwas verdrallen. Dann den Ring bis in die Mitte
> der Länge draufschieben, und man braucht nur noch
> zwei mal, 28 mal durchfädeln. Der Draht wird ja mit
> jeder Windung kürzer. Dann die vier Drähte
> in Reihe schalten, fertig.

Nach dieser Methode benötige ich für diese Dimension aber ein Mikroskop 
zur Reihenschaltung.
Für die kleinen Dimensionen nutze ich einen Metallstift an dem der dünne 
Draht befestigt ist quasi wie eine Nähnadel dann fällt der Draht nach 
unten und es wickelt sich leichter.
300 Wdg/h ;-)
Gast #5137976
Lesenswert?

ingo schrieb:
> unter anderem "grün rot" getestet, 100uH primärseitig, sollte ja ein
> Eisenpulverkern sein, brachte keine Leistung sekundärseitig.
>
> Im step down Netzteil (38 kHz) arbeitet der grün rote amidon
> Eisenpulverkern sehr gut


Dann stimmt etwas nicht mit Deiner Sperrwandler-Schaltung. Denn der 
Übertrager im Sperrwandler ist ja nichts anderes als eine 
Speicherdrossel mit getrennten Wicklungen für Magnetisierung und 
Entmagnetisierung. Wenn also der Kern Speicherdrossel kann, kann er auch 
Übertrager.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren