Kemo Bausätze - gehts noch?

OP (Firma: Brainit GmbH) #4133214
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Es ist unglaublich...

meine Kinder (7 und 9) sind gerade "lötgeil", nachdem ich ihnen ein 
kleines "Elektronik-Labor" eingerichtet habe. Nach den ersten Übungen 
auf Lochraster wurde auch der erste Bausatz (ein elektronischer Würfel) 
erfolgreich gebaut.

Für Nachschub hab ich gestern beim Conrad einen Bausatz von Kemo 
"Parabol-Mikrofon" mitgenommen. heute schau ich mir das Zeugs mal 
alleine an (als Papa muss man schließlich gut vorbereitet sein!) und 
fall fast vom Glauben ab:

- IC ohne Aufdruck (abgeschliffen?)

- Anleitung auf der Homepage ohne Bauteilwerte 
(http://www.kemo-electronic.de/de/Basteln-Schule/B085-Parabol-Mikrofon.php) 
bzw. "rausretuschiert)

- nur in der beiliegenden Anleitung ist erkennbar, dass es sich um einen 
U2822B handelt (und der scheint nicht unbedingt "gängig" zu sein)

Ist es wirklich notwendig, dass die ihr "geistiges Eigentum" vor 
Kindern schützen müssen?

Wieder was gelernt - Kemo ist das letzte.


Trotzdem noch eine frage: ich hab selbst in dem Alter begonnen mit 
Elektronik zu basteln, mein erster Bausatz war ein "elektronischer 
Kanarienvogel", der mich schwer begeistert hat. Soweit ich mich 
erinnere, ganz "diskret" mit ein paar Transistoren aufgebaut, und 
klanglich über ein oder zwei potis veränderbar (vom kanari bis hin zu 
sehr spacigen Klängen). Sowas in der Art suche ich, Geräusche dürften 
für Kids spannend sein, find aber nix. Empfehlungen? generell, gibts 
einen "Bausatz-Hersteller" der heute noch didaktisch sinnvolles aber 
trotzdem spannendes zeug anbietet? (ich hab eigentlich zu wenig zeit, 
jedesmal Platinen zu ätzen)
#4133236
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Da gebe ich dir Recht. Auch bei anderen Bausätzen von denen, nichts!
Ohne Werte, was soll der Quatsch? Lerneffekt max. 50%.
Da würde ich mal eine entsprechende mail an die schreiben - oder 
schlimmer in einem "sozialen Netzwerk" (falls Du da drin bist) die 
Angelegenheit zur Sprache bringen.
Die haben ja all die berühmten Symbole auf ihrer Seite und lesen 
vielleicht sogar mit.

Aber zum Glück gibt es auch andere Hersteller wie zum Beispiel Velleman.

Hier gibt es ein reichhaltiges Angebot für verschiedene 
Schwierigkeitsstufen:

https://www.luedeke-elektronic.de/advanced_search_result.php?keywords=Velleman+&x=0&y=0
Gast #4133536
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Michael Reinelt schrieb:
> nur in der beiliegenden Anleitung ist erkennbar, dass es sich um einen
> U2822B handelt (und der scheint nicht unbedingt "gängig" zu sein)

Wie Du auf dem Produktbild bei Kemo sehen kannst, ist dort ein TDA2822 
verbaut, den gibts bei Reichelt für 28ct.

Scheint aber im DIL-08 nicht mehr hergestellt zu werden.

Woher weiss ich denn, welcher Widerstand wohin muss, wenn da keine Werte 
drauf stehen? Oder haben die echt jeden einzeln vertütet und mit R1, 
R2... beschriftet?
Gast #4133560
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Für Anfänger besser durchschaubar als ein IC:

Gut kommt immer, was blinkt oder krach macht:
- Multivibrator mit 2 Transistoren und LED als Wechselblinker, 
früher(wpwap) mit Glühlampen
- Multivibrator mit Lautsprecher als Tongenerator
- Multivibrator mit abgleichbaren Tonhöhen (Potis) und "Klaviatur" 
(Modellbahn Weichentaster, Wäscheklammer-Taster) als "elektronisches 
Klavier"
- Komplementär-Multivibrator als Blitz, batterieschonend

"Sinnvolle" Anwendungen:
- "Alarmanlage" fürs Kinderzimmer / Schreibtisch ("Mutti, wieso hast Du 
meinen Schreibtisch aufgeräumt? Die Alarmanlage war doch an!" - "Die hab 
ich klingeln lassen, ich wusste ja nicht, wie die ausgeht." Hmpf! Aber 
Flachbatterien waren ja damals billig. EVP 0,85 Mark)
- "Codeschloss" mit Relais, ein Relais schaltet immer die nächste Taste 
frei, bei Fehlbedienung wird zurückgesetzt oder Alarm ausgelöst.
- Lichtschranke an der Zimmertür

Radio:
- MW-Detektor und Radio, damit konnte man sich wochenlang beschäftigen: 
Spulenwickeln, Detektor, Antenne bauen (kennt noch jemand die eisernen 
Bettfedergestelle, bevor die Lattenroste aufkamen?), Verstärkerstufen 
bauen, Endstufe bauen. Damals gabs aber auch noch Mittelwellensender.

Alles Sachen, für die man keine Bausätze kaufen muss. Leider habe ich 
meine mühsam erstellte Schaltplanzeichnung (alles abgezeichnet, kopieren 
war nicht) irgendwann mal verschenkt.
OP (Firma: Brainit GmbH) #4133586
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Danke für deine zusammenstellung!

Alarmanlage (IR-Lichtschranke) gibts eh schon seit längerem, war auch so 
ein Abenteuer: Der Original-bausatz war sowas von vergurkt 
(schaltungstechnisch), ich hab dann selbst was entwickelt (basierend auf 
NE567), was aber auch mehr schlecht als recht funktioniert hat...

Radio ist so eine Sache: Find heute noch einen Sender...

Für die anderen Dinger ist es gefühlsmäßig noch etwas zu früh: 
Multivibratoren verlangen etwas mehr Verständnis. Diverse 
Elektronik-zeugs (Breadboards und so) sind eh vorhanden.

Die Kids sind eben derzeit "lötgeil" und wollen Platinen löten :-)
Gast #4133590
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Michael Reinelt schrieb:
> Multivibratoren verlangen etwas mehr Verständnis.

Also sorry: Ein Multivibrator mit 2 Transistoren, 2 Elkos und ein paar 
Widerständen und das Verständnis, dass immer der eine den anderen 
wechselweise abschaltet, ist doch nicht zu viel verlangt.

Gut waren damals "Das kleine Elektronikbastelbuch" oder die 
Martin-Selber-Bücher. Weiß nicht, was da heute vergleichbar ist. Von den 
sehr begrenzten Möglichkeiten der Kosmos- und anderer Baukästen bin ich 
nicht angetan.
Gast #4133672
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Erstmal ein Lob an den TE, dass er sich mit seinen Kindern und deren 
Interesse an Elektronik (oder eben das Löten) beschäftigt! Nachwuchs zu 
fördern ist eine sehr sinnvolle Sache. Kann natürlich sein, dass die 
Kids irgendwann das Interesse verlieren, das wäre schade, aber man 
sollte niemand zu etwas zwingen.

Manchmal hält die Begeisterung aber auch ein Leben lang an, ich war mit 
etwa 10 Jahren davon fasziniert und nun -61 Jahre später- bin ich es 
immernoch und habe mein ganzes Berufsleben mit Elektronik zu tun gehabt.

Großen Dank möchte ich meinem Onkel aussprechen, der mir damals ein 
modulares System aus Pertinaxplatten, Telefonbuchsen, vorverdrahtenen 
Röhrenfassungen (schwer zu erklären, Fotos gibt es keine) und einem 
passenden Netzteil entwickelt und geschenkt hat. Von Kosmos gab es nur 
den Radiomann, aber teuer und eher begrenzt.

Erst habe ich gesteckt, dann gelötet und so weiter, vom Einfachen zum 
Komplizierten. Es muss nicht sinnvoll sein, aber alles was blinkt, 
Geräusche macht oder sogar Radio empfängt, hat mich nicht mehr 
losgelassen.
Ok, Radio ist heute nicht mehr so einfach.

Später kamen dann die Radio RIM Baubücher und dann war es vollends um 
mich geschehen ;)

Schöne Grüße und frohes Basteln,
Wolle
Gast #4133734
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Michael Reinelt schrieb:
> Wahrscheinlich hast du's überlesen: mein kleiner ist Sieben. 7.

Ja, und der andere Neun.

Man muss sich auch von der Vorstellung verabschieden, dass man erstmal 
die Theorie komplett durchstiegen hat, bevor man eine Schaltung aufbauen 
darf. Wenn sie wirklich dauerhaft interessiert sind, kommt das dann 
schon.

Löten kann man auch gut: Geschicklichkeitsspiele, wo man mit einer 
Drahtschlaufe einem Draht folgen muss. Jaja, das kann man kaufen. Muss 
man aber nicht.
#4134076
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Dave Chappelle schrieb:
> Rhetorik scheint nicht deine Stärke zu sein.

Logik ist eher meine Stärke. Die sagt mir: Du glaubst dem TO nicht, daß 
der jüngere seiner Söhne trotz seines zarten Alters in der Lage ist, zu 
löten. Du sagst das aber nicht direkt, weil das direkte Nennen eines 
Sachverhaltes nicht zum heutigen Neusprech passt.

Der Sinn Deiner Frage kann also nur darin bestehen, den TO unglaubwürdig 
dastehen zu lassen.
#4134100
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Nö mir geht es nicht ums Glauben oder nicht Glauben. Was mich mehr 
interessiert ist wie ein Kind dazu kommt sich für sowas zu interessieren 
während andere Kinder in dem Alter mit Klötzchen spielen.

Ausserdem würde es mich auch etwas interessieren ob der TE ein 
sogenannter "Helikopter Papa" ist aber das geht mich wohl nix an :)
#4134238
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Michael Reinelt schrieb:
> Dave Chappelle schrieb:
>> "Helikopter Papa"
>
> Was hat das damit zu tun?

"Ja mein Söhnchen/Töchterchen, wenn du jetzt schon anfängst bist du in 
10 Jahren der/die Beste!"

Möchte das dem TE natürlich nicht unterstellen, gibt allerdings mehr als 
genug solcher Eltern.

Michael Reinelt schrieb:
> Du verwechselst nicht zufällig 7 Jahre mit 7 Monaten?

Würde dir jetzt sagen was ich mit 7 gemacht habe, daran kann ich mich 
allerdings beim besten Willen nicht erinnern. Vllt. Lego/Duplo?
#4134357
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Passt schon mit dem Alter, war bei meinen auch so (weil ich viel mit 
Elektronik mache).
Übriggeblieben ist zwar im Moment nichts sichtbares, aber wer weiss 
schon was wird. Wenn es nur eine kurze Episode bleibt macht auch nichts, 
vielleicht ist aber auch ein kleiner Samen gelegt.
Wichtig sind einfach erstmal Effekte und Erfolgserlebnisse. Theorie 
kannste vergessen und ist auch nicht nötig.
Gast #4134400
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Erstmal Glühlampe zum Leuchten bringen und verschiedene Stoffe auf 
Durchgang prüfen.
Dann Diode, LED + Widerstand.
Für den Großen eine Diodenmatrix mit der er das 1-aus-10 Signal eines 
Umschalters auf 7-Segment-LED umcodiert. Alles schön nachvollziebar. IC 
auch mit Aufdruck sind zum Lernen ungeeignet.

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