Quelle für Snap-in Kondensatoren

OP #5863175
Lesenswert?

Hallo,

ich habe mir heute mal eine Endstufe vorgenommen und da würde ich gerne 
die Kondensatoren tauschen. Es handelt sich dabei um 15000uF 50V 
Kondensatoren mit Snap-in Anschlüssen.

Kann mir jemand vielleicht einen Tip geben, wo man diese Kondensatoren 
günstig bekommen kann?
Bei den üblichen Verdächtigen sind sie nicht gerade günstig.
Gast #5863243
Lesenswert?

..was gefällt Dir denn an den Noname-Dingern [0, 1] vom Reichelt nicht? 
Gäbs immerhin ab etwa EUR 2.20. Für besser musst Du halt mehr hinlegen, 
aber "nicht gerade günstig" finde ich das definitiv nicht.

[0] 
https://www.reichelt.de/becher-elko-radial-15-mf-50-v-85-c-jam-lpw153m1hq50-p229556.html
[1] 
https://www.reichelt.de/becher-elko-radial-15-mf-50-v-rm-10-85-c-20-rnd-elp153m50ba-p205019.html?&trstct=pol_0
Gast #5863622
Lesenswert?

Peter D. schrieb:
> Stephan C. schrieb:
>> Der Tip von G457 war allerdings gut.
>
> Klar muß man in einem HiFi-Gerät voll funktionsfähige gute Elkos ohne
> Grund durch billigsten 85°C Schrott ersetzen.
> Vielleicht reißen dann noch beim Auslöten die Lötaugen und Leiterbahnen
> ab.
> Es gibt einfachere Möglichkeiten, einen Verstärker zu verschlechtern.

Das muss sein. Nach dem Recappen klingt der Sound danach viel satter. 
Das Elektrolyt der Kondensatoren nimmt nämlich schlechte Schwingungen 
auf, und das hört man dann. Das klingt so ähnlich, wie wenn man nicht 
sauerstofffreie Kabel vewendet hat, oder die Rosenquarze in den Steckern 
nicht monatlich spült.

HIFI-Experten empfehlen halbjährliches Recappen in allen Audiogeräten.
OP #5863634
Lesenswert?

Die Endstufe kam vor 25 Jahren auf den Markt, wie lange sie bei uns im 
Einsatz ist, kann ich nicht sagen, aber wenn ich sowieso schon dran 
rumfummel, dann will ich schon dafür sorgen, dass die Endstufe im Besten 
Fall nochmal 20 Jahre laufen wird.
Ich habe auch keine Lust, das 22kg Monster in Kürze nochmal zu 
bearbeiten.
Es sind außerdem 85°C Typen von Cornell Dublier verbaut, die leicht 
dickbackig aussehen.
Gast #5863687
Lesenswert?

Stephan C. schrieb:

> Ich habe auch keine Lust, das 22kg Monster in Kürze nochmal zu
> bearbeiten.

Dann bau was anständiges rein. Eine langlebige Serie von Nichicon, 
Nippon Chemicon, Elna, Panasonic oder sonst einem namhaften Hersteller, 
die für diesen Einsatzzweck spezifiziert wurde.

Und ja, die kosten gute 10 Euro pro Stück.


Den Chinaschrott von Reichelt tauschst Du in zwei Jahren wieder.
#5863786
Lesenswert?

Stephan C. schrieb:
> Die Endstufe kam vor 25 Jahren auf den Markt

Das ist überhaupt kein Kriterium, daß die Elkos nun hinüber sind. Im 
Gegenteil, die Qualität dürfte vor 25 Jahren sogar deutlich besser 
gewesen sein, als die von heutigen 3€ Billigteilen.

Stephan C. schrieb:
> dann will ich schon dafür sorgen, dass die Endstufe im Besten
> Fall nochmal 20 Jahre laufen wird.

Dann laß gefälligst die Finger davon. Never change a winning team!
Gast #5863817
Lesenswert?

Stephan C. schrieb:
> Es sind außerdem 85°C Typen von Cornell Dublier verbaut, die leicht
> dickbackig aussehen.

Und du hast einen Vergleich zu neuen Teilen von dieser Firma?

Was stört dich an den 85°?
Die werden im Betrieb nicht mal halb so warm!

Meinem Gefühl nach, gehört das Recappen zum Schulstoff in der ersten 
Klasse.
OP #5863945
Lesenswert?

Gerald B. schrieb:
> Stephan C. schrieb:
>> Eine Alternative Quelle zu den großen Distris wie Digikey, Mouser usw.
>> hat bisher aber noch keiner genannt.
>
> Guck mal bei TME (TME.eu). Die verkaufen auch an privat und haben
> mehrere Hersteller und Produktlinien. Die sind das Gegenteil vom blauen
> Klaus, nämlich recht preiswert.

Achja siehste, da habe ich bisher noch nicht geguckt. Danke.
Gast #5864088
Lesenswert?

>Was stört dich an den 85°?

Ein Blick in die Datenblätter zeigt: die haben bei 85° eine Lebensdauer 
von nur 1000 bis 5000 Stunden. Nach Faustformel verdoppelt sich die 
Lebensdauer jeweils bei 10° geringerer Temperatur. 45° ergeben eine 
Lebensdauer von 2 bis 10 Jahren.
#5864108
Lesenswert?

Grundkurs elekronische Bauteile (Gast) schrieb:

>>Was stört dich an den 85°?

>Ein Blick in die Datenblätter zeigt: die haben bei 85° eine Lebensdauer
von nur 1000 bis 5000 Stunden. Nach Faustformel verdoppelt sich die

Nö. Die garantieren Dir nur, daß dabei die technischen Daten sich max. 
um einen gewissen (Prozent-)Satz verschlechtern, nicht mindestens. So 
ein Elko ist da üblicherweise noch lange nicht im Eimer.

>Lebensdauer jeweils bei 10° geringerer Temperatur. 45° ergeben eine
>Lebensdauer von 2 bis 10 Jahren.

Ja, oder 20-100 Jahre, wenn man den Amp nur 2,4h pro Tag mit 
45^C-erzeugender Leistung laufen läßt ...
Gast #5864169
Lesenswert?

Grundkurs elekronische Bauteile schrieb:

> Ein Blick in die Datenblätter zeigt: die haben bei 85° eine Lebensdauer
> von nur 1000 bis 5000 Stunden. Nach Faustformel verdoppelt sich die
> Lebensdauer jeweils bei 10° geringerer Temperatur. 45° ergeben eine
> Lebensdauer von 2 bis 10 Jahren.

Ob Du nun einen Typ mit 5000h bei 85°C oder einen mit 2000h bei 105°C 
kaufst ist bei Betrieb um 45°C relativ egal. "105C" ist erstmal kein 
Qualitätskriterium, genauso wenig wie "low ESR" oder "High Capacity". Da 
muss man schon die komplette Spezifikation betrachten.
Gast #5864595
Lesenswert?

Woher soll denn das ein Recapper wissen?
Er ist doch gierig danach, so etwas zu finden.

Zu anderen Mägeln, welche man durch messen findet, reicht es sowieso 
nicht.

Und die geringgeschätzten 85°C, manche Leute wissen gar nicht wie heiß 
das ist.
Gast #5864663
Lesenswert?

Ich kann mich nur allen Argumenten dagegen voll anschließen:

Solche Elkos in Home Audio (meist extrem gering belastet) sind
nahezu nicht kaputtzukriegen - und alte Elkos waren und sind
größer und daher noch weniger vom Tode bedroht.

Nichts davon ist vergleichbar mit den (oft ZU) knapp bemessenen
und viel kleineren modernen Elkos, die sich in Schaltnetzteilen
sehr zügig zu Tode schwitzen.


mr c schrieb:
> @leicht dicke Backen: ... oft nur die Plastikabdeckung oben

Erkennungszeichen: Man kann das mit dem Finger "geradedrücken".

Aufgeblasenes_Alublech würde hier (ein bißchen...) merklichen
Widerstand leisten. Und falls jemand besonders starkes es doch
nicht unterscheiden kann:

Alu federt nicht zurück, Plastik tut das ohne Verzögerung...
#5864835
Lesenswert?

Stephan C. (stephan_c) schrieb:
>Es handelt sich um eine PA-Endstufe mit maximal 1500W Ausgangsleistung.

Selbst als PMPO wäre das nicht erreichbar, wenn man mal 4Ohm oder gar 
2Ohm Last annimmt. Also Brückenleistung könnte man das so hinnehmen bei 
knapp 50V.

>Aber anstatt mal einen nutzlichen Tip zu geben, sind die meisten nur am
>Rumlabern!

Hast Du doch mehr als genug bekommen. Drinlassen, wenn es keine 
Anzeichen dafür gibt, daß die breit wären.
Und daß die Ausbeulung des C offensichtlich nur von der Plastikkappe 
oben drauf kommt, weil die durch den Schrumpfschlauch in bißchen gepreßt 
wird, darauf gehst Du auch nicht ein.
Gast #5864873
Lesenswert?

Jens G. schrieb:
> wenn man mal 4Ohm oder gar 2Ohm Last annimmt. Als Brückenleistung
> könnte man das so hinnehmen bei knapp 50V.

48VDC: Stereo je 1,5Ohm oder gebrückt @3Ohm für knapp unter 1,5kW.
Das aber ist nicht der Normalzustand, Normalerweise wird mit 8Ohm
Speakern gearbeitet. Und eine gute PA Endstufe kann unterfordert
sehr viele Jahre mehr leben als ein guter Heim-Amp (Prof. Bühnen-
einsatz wurde nicht genannt, dort würden viele Stunden bei allem
was der Amp hergibt gefordert - aber eben an 8Ohm, was bei 48VDC
nicht mal 150W/Kanal ergibt... Klar: Wir labern nur ein wenig.)

Jens G. schrieb:
> Ausbeulung des C offensichtlich nur von der Plastikkappe

Daß keine Stellungnahme kommt, deutet darauf hin, daß es stimmt.
Manche Menschen haben es nicht so damit, so etwas "zu gestehen".
Viel schöner ist es doch, wohlmeinende Ratgeber runterzuputzen.
#5865011
Lesenswert?

Stephan C. schrieb:
> Es handelt sich um eine PA-Endstufe mit maximal 1500W Ausgangsleistung.
> Aber anstatt mal einen nutzlichen Tip zu geben, sind die meisten nur am
> Rumlabern!

Ich kann nur wiederholen: bei 48V Versorgung machst du keine 1500W, 
weder "Musik" noch gar Sinus! Und wenn du jetzt unbedingt eine 
"Verschlimmbesserung" vornehmen willst, dann nimm' Geld in die Hand und 
kaufe das teuere Markenzeug bei einem seriösen Großhändler. Mein Tip, 
100V Typen mit 105°C und die Nennkapazität auf 10 Elkos aufgeteilt. 
Soviel Platz wird schon sein im Gehäuse! Dann brauchst du die 22kg auch 
die nächsten 20 Jahre nicht mehr auf den Basteltisch transportieren. Und 
denk dran, billig ist nicht gleich preiswert :-)
Gruß Rainer
Gast #5865069
Lesenswert?

Werner H. schrieb:
> Warum denn tauschen? Große Elkos gehen nicht kaputt (großer
> Elektrolytvorrat).

Der Elektrolytvorrat richtet leider Schaden an, wenn er sich über die 
Platine ergießt. Dieser Elko ist praktisch noch neu ausgelaufen, ebenso 
seine 3 Kollegen. Der Elektrolyt sorgte nicht nur für Korrosion, sondern 
wegen Leitfähigkeit für ein Brandloch in der Platine. (Hitachi HMA7500). 
Nach notdürftiger Reparatur (die Elkos blieben drin) funktionierte die 
Endstufe über 30 Jahre lang zur Zufriedenheit des Besitzers.
Neulich habe ich die Platine gereinigt und die Elkos GETAUSCHT.

Yarlgla!!
Angehängte Dateien:
Gast #5865890
Lesenswert?

Mark S. schrieb:
> Peter D. schrieb:
>> Rainer V. schrieb:
>>> bei 48V Versorgung machst du keine 1500W
>>
>> Ja, da ist mindestens eine 0 zuviel.
>> Mein Onkyo ist an +/-58V mit 130W angegeben.
>
> Bei Mono Vollbrückenbetrieb und an 2 ohm käme das schon so etwa hin.

Die 1500W sind doch die Heizleistung wenn man das Ding anzündet!
Gast #5867686
Lesenswert?

Stephan C. schrieb:
> Die 8 Elkos sehen jeweils nur 48V, obwohl die Endstufe eine
> zuschaltbare
> 96V Versorgung hat. Im Brückenbetrieb soll sie an 2 Ohm bis zu 1500W
> liefern können.
Zuschaltbare 96V Versorgung LOL. Unsinn, damit ist Brückenbetrieb 
gemeint. 8 solcher Elkos, tolle Salamitaktik, ändert aber nichts an 
meiner Meinung zum Thema "recap".

Stephan C. schrieb:
> ich habe mir heute mal eine Endstufe vorgenommen und da würde ich gerne
> die Kondensatoren tauschen
Wieso "Endstufe vorgenommen"? Wichtiges Bandmitglied ohne Aufgabe?

Stephan C. schrieb:
> Die Endstufe kam vor 25 Jahren auf den Markt, wie lange sie bei uns im
> Einsatz ist, kann ich nicht sagen, aber wenn ich sowieso schon dran
> rumfummel, dann will ich schon dafür sorgen, dass die Endstufe im Besten
> Fall nochmal 20 Jahre laufen wird.
> Ich habe auch keine Lust, das 22kg Monster in Kürze nochmal zu
> bearbeiten.
Sowieso dran rumfummeln? In Kürze nochmal bearbeiten? Im Namen _aller_: 
suche dir etwas kaputtes zum reparieren [oder einen anderen 
Zeitvertreib]; und lasse die Finger von funktionierenden Sachen.
#5867738
Lesenswert?

Ich denke mal, es dürfte klar geworden sein. Niemand bei Verstand recapt 
funktionierende Geräte.
Einzige Ausnahme wäre, daß genau das darin verbaute Fabrikationslos als 
mangelhaft bekannt ist.

Ich hate mal ein Röhrenradio zur Reparatur. Die 16µF/450V Elkos hatten 
Datecode 1955. Nach dem Formieren am Stelltrafo lief das Radio wieder 
einwandfrei.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren