Hallo,
Ich habe Zuhause ein LED-Strip mit blauen LEDs. Wenn ich mein Zimmer
abdunkle und die LEDs anschalte fluoreszieren meine Textmarker,
bestimmte Kugelschreiber, und anderes.
Meine Frage:
Liegt ein teil des Lichts der LEDs im UV-Bereich, oder reagieren die
Stoffe einfach schon bei sehr blauem Licht?
Mfg
Loetman
Maximilian K. schrieb:> Liegt ein teil des Lichts der LEDs im UV-Bereich, oder reagieren die> Stoffe einfach schon bei sehr blauem Licht?
Letzteres dürfte der Fall sein. LEDs sind recht schmalbandig; Du kannst
Dir ja mal das Spektrum im Datenblatt ansehen.
Allerdings gibt es auch UV-LEDs, die im nahen UV-Bereich arbeiten.
Schau dir mal ein typisches LED Spektrum an.
400-500 nm Peak irgendwo bei 450nm.
Die Farbstoffe dürften da schon fluoreszieren. AFAIR sollen die Marker
bei 380 nm ihren Peak haben. Das obere Ende reicht dann deutlich ins
Spektrum der blauen LED.
Grüße
Micha
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Letzteres dürfte der Fall sein. LEDs sind recht schmalbandig; Du kannst> Dir ja mal das Spektrum im Datenblatt ansehen.
Hmm, umgekehrt leuchten UV-LEDs aber fürs menschliche Auge recht
intensiv blau. Eigentlich würde man da ja eher violett erwarten.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Hmm, umgekehrt leuchten UV-LEDs aber fürs menschliche Auge recht> intensiv blau. Eigentlich würde man da ja eher violett erwarten.
Der Anteil an Violett dürfte real auch größer sein, aber das Auge ist
vermutlich für blau deutlich empfindlicher.
Ein Datenblatt zu den LDs gibt es leider nicht.
Gibts es eigentlich auch LEDs, die nur UV-Licht abstrahlen, so dass man
nicht sehen kann, ob sie an oder aus sind, wie bei Infrarot-LEDs?
Ich vermute, dass UV Licht nicht unsichtbar sein kann. ( fernes UV mal
ausgenommen ? )
Unter UV Bestrahlung flouresziert ja irgendwie ziemlich viel.
Warum sollten also nicht auch Stoffe im menschlichen Auge floureszieren?
Evtl. sogar die "Lichtsensoren auf der Netzhaut selbst. Zapfen und
Stäbchen oder so ähnlich.
Es ist ja schon auffällig, dass man eine punktförmige UV Lichtquelle (
UV LED, Schwarzlichtlampe... ) nicht richtig mit dem Auge fokussieren
kann.
Daher ist meine Vermutung, dass entweder die Brechkraft der Augenlinse
nicht für diese Wellenlängen vorgesehen ist, oder aber im Auge irgendwas
zum floureszieren angeregt wird.
Stefan M. schrieb:> Evtl. sogar die "Lichtsensoren auf der Netzhaut selbst.
UV-Licht gehört nicht zum sichtbaren Licht. Das liegt daran, dass die
Zellen im Auge eben nicht darauf reagieren - sonst wäre es ja nicht UV,
sondern sichtbares Licht.
Und nicht sichtbares Licht ist unsichtbar - was ist dir daran nicht
klar?
Georg
Stefan M. schrieb:> Ich vermute, dass UV Licht nicht unsichtbar sein kann. ( fernes UV mal> ausgenommen ? )
Hier wird ne Menge als UV bezeichnet, was eigentlich keins ist. Das
menschliche Auge sieht etwa ab 395nm aufwärts. UV beginnt erst darunter,
nach DIN unterhalb von 380nm. Gängige "UV"-LEDs liegen bei 405nm oder
etwas weniger.
MfG Klaus
Georg schrieb:> UV-Licht gehört nicht zum sichtbaren Licht. Das liegt daran, dass die> Zellen im Auge eben nicht darauf reagieren - sonst wäre es ja nicht UV,> sondern sichtbares Licht.>> Und nicht sichtbares Licht ist unsichtbar - was ist dir daran nicht> klar?
Es ist zwar nicht direkt, aber indirekt durch Floureszenz sichtbar.
Im Gegensatz zu IR, welches oberhalb einer gewissen Wellenlänge
wirklich unsichtbar ist. Deshalb ist IR fürs Auge auch wesentlich
gefährlicher, weil es trotz Unsichtbarkeit das Auge schädigen kann,
während man UV bemerkt und wegkucken kann.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Harald Wilhelms
Ich kann hier nur bestätigen, dass das eine gefährliche Aussage ist! Das
sichtbare Licht hat eine Wellenlänge zwischen 400 und 760 Nanometer.UV
Licht ( UV-A, B, C) beginnt unterhalb von 400 Nannometer! Also NICHT
mehr Sichtbar für das Menschliche Auge.
Beste Grüße.
Bodo
Bodo M. schrieb:> Ich kann hier nur bestätigen, dass das eine gefährliche Aussage ist! Das> sichtbare Licht hat eine Wellenlänge zwischen 400 und 760 Nanometer.UV> Licht ( UV-A, B, C) beginnt unterhalb von 400 Nannometer! Also NICHT> mehr Sichtbar für das Menschliche Auge.
Da habe ich andere Erfahrungen. Ich habe ja auch nicht gesagt,
das UV ungefährlich ist; ich halte nur stark gebündeltes IR-
Licht, so wie es z.B. aus vielen Grünlasern rauskommt, für
wesentlich gefährlicher.
Gruss
Harald
Beim Laser ist tatsächlich IR eher gefährlicher als UV. Schädlich ist
zuviel davon in beiden Fällen: Beim IR Licht gibt es thermische Schäden
auf der Netzhaut - das Auge fokussiert da paralleles Licht und kann so
schon mit relativ wenig Leistung schnell permanente Schäden verursachen.
UV Licht wird eher schon an der Hornhaut gestreut / Absorbiert - die
Schäden sind da anders und nicht so sehr auf Laser beschränkt.
Die normalen LEDs haben immer noch Ausläufer zu längeren und kurzeren
Wellenlängen. So sieht man ggf. auch noch eine 850 nm LED - nicht die
850nm, sondern die Ausläufer bei etwa 780-750 nm, auch wenn es nur
Promille der Leistung sind. So ähnlich sieht man auch von UV LEDs vor
allem die Ausläufer und halt Fluoreszenz, ggf. auch im Auge (dann aber
nicht scharf sondern als diffuser Hintergrund).
Harald Wilhelms schrieb:> Da habe ich andere Erfahrungen. Ich habe ja auch nicht gesagt,> das UV ungefährlich ist; ich halte nur stark gebündeltes IR-> Licht, so wie es z.B. aus vielen Grünlasern rauskommt, für> wesentlich gefährlicher.> Gruss> Harald
Generell ist es so, dass man bei sichtbarem Laserlicht sich vielleicht
noch überlegt, dass es gefährlich sein könnte - wenn irgendwo
unsichtbares Licht hoher Intensität herumvagabundiert siehst du das
nicht, schaust nicht vorsichtsthalber nicht hin und noch schlimmer:
Jedweder Reflex des Auges löst nicht aus, so dass der Brennschaden
einfach so kommt.
Im übrigen weiß ich nicht, was das für grüne Laser sind, die
gleichzeitig im IR lasern. Könnte natürlich ein frequenverdoppelter
Nd:YAG-Laser sein, dessen 1µ-Strahlung irgendwo ausbüchst. Aber solche
Geräte dürften heute wohl eher in der Mottenkiste zu finden sein, so
schnell ist die Entwicklung der Lasertechnik.
Georg schrieb:> UV-Licht gehört nicht zum sichtbaren Licht. Das liegt daran, dass die> Zellen im Auge eben nicht darauf reagieren - sonst wäre es ja nicht UV,> sondern sichtbares Licht.>> Und nicht sichtbares Licht ist unsichtbar - was ist dir daran nicht> klar?>> Georg
Daran ist alles klar, du hast aber nicht verstanden, was ich meine.
Also:
UV Licht mit einer Wellenlänge von z.B 350nm oder weniger, was
eigentlich als nicht sichtbar gilt, wird durch Floureszenz mit Stoffen
im Gewebe des Auges eben doch sichtbar.
Als "Schmutzeffekt" sozusagen.
Es ist ja auch nur eine Vermutung, denn auch sehr sehr kurzwelliges UV
kann Stoffe zum floureszieren anregen.
Und im UV Spektrum ist es sogar eher schwer, solche Stoffe zu finden,
die keinerlei Floureszenz zeigen ( ! )
Stefan M. schrieb:> Es ist ja auch nur eine Vermutung, denn auch sehr sehr kurzwelliges UV> kann Stoffe zum floureszieren anregen.
Läufst du Tag und Nacht im Nyltesthemd rum? Ich dachte die wären
ausgestorben.
Hättest du recht, müsste es um uns herum ständig fluoreszieren,
tatsächlich aber ist Fluoreszenz eher selten. Daher sind ja auch
produktgefälschte Sonnenbrillen ohne UV-Schutz gefährlicher als
garkeine, weil durch die Abdunklung die Pupille geweitet wird und das
Auge auf die UV-Strahlung eben nicht reagiert.
Dein oben zitierter Satz macht übrigens nicht viel Sinn, ich nehme an du
meinst das anders.
Georg
Georg schrieb:> Läufst du Tag und Nacht im Nyltesthemd rum? Ich dachte die wären> ausgestorben.
Da reichen schon die sog. optischen Aufheller in modernen Waschmitteln.
> Enthält Blaues LED-Licht UV-Strahlung ?
Kann man sich einfach so erklären:
Die max. Energie E, die jedes abgestrahlte Photon (Lichtteilchen) haben
kann, ist
E = e*U ( e= Elementarladung, U= "ideale" Betriebsspannung ).
Bei einer blauen LED sind das ca. 3 eV.
(Die reale Betriebsspannung ist etwas höher; der Innenwiderstand des
Halbleiters muss auch überwunden werden.)
UV-Photonen sind energiereicher, können also nicht entstehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtdiode#Materialwahl_.E2.80.93_indirekte_und_direkte_Halbleiter
J. Ad. schrieb:> Im übrigen weiß ich nicht, was das für grüne Laser sind, die> gleichzeitig im IR lasern. Könnte natürlich ein frequenverdoppelter> Nd:YAG-Laser sein, dessen 1µ-Strahlung irgendwo ausbüchst. Aber solche> Geräte dürften heute wohl eher in der Mottenkiste zu finden sein, so> schnell ist die Entwicklung der Lasertechnik.
Jeder billige grüne Laserpointer funktioniert so, mit IR-Laserdiode. Da
die Frequenzverdopplung eher ineffizient ist, muß da ein IR-Sperrfilter
drin sein. Der kostet aber, und fehlt daher so manches mal. Dann hat man
5mW grün, was bei kurzer Exposition noch eher harmlos ist, mit >100mW
IR, was dann nicht mehr so harmlos ist.
Wenn man den IR Filter spart hat man zudem den Vorteil, dass die irre
Kundschaft von der "Brennleistung" beeindruckt ist. Ich sage nur:
http://www.youtube.com/watch?v=L0GvMTIPusQ
J. Ad. schrieb:> Im übrigen weiß ich nicht, was das für grüne Laser sind, die> gleichzeitig im IR lasern.
Das kannst du in der NIST technical note 1668 nachlesen:
810nm IR-LED pumpt Laserkristall, der last bei 1064nm und wird auf 532nm
verdoppelt. Mit einer CD (als Gitter) und einer CCD-Kamera ohne
IR-Sperrfilter (als Detektor) kann man sich die drei Linien schön
ansehen.
http://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1008/1008.1452.pdf
Ich hab nen blauen, da kommen 50 mW 473 raus und 100 mW IR, nachdem ich
den Filter abgenommen hatte. Habe ihn durch einen besseren ersetzt, der
originale Billigfilter hat nur 90% gefiltert.
Ich denke ich kann die Frage jetzt auch selbst beantworten.
Ich habe ein Experiment mit Chininhaltiger Limonade gemacht. Diese
fluoresziert bei einer UV-LED sehr deutlich, bei den blauen LED, konnte
man garkeine Fluoreszenz bemerken.
Was ist eigentlich an der IR-Strahlung so geführlich, wenn extra ein
zweiter, gut sichtbarer Laserstrahl koaxial ausgesendet wird?
Karl Otto schrieb:> Ich hab nen blauen, da kommen 50 mW 473 raus und 100 mW IR, nachdem ich> den Filter abgenommen hatte. Habe ihn durch einen besseren ersetzt, der> originale Billigfilter hat nur 90% gefiltert.
Und, ist es jetzt ungefährlicher, in den Laserstrahl zu gucken?
Wolfgang A. schrieb:> Was ist eigentlich an der IR-Strahlung so geführlich, wenn extra ein> zweiter, gut sichtbarer Laserstrahl koaxial ausgesendet wird?
IR-Licht wird von der Augenlinse genauso fokussiert wie sichtbares
Licht; man merkt es aber nicht und schaut deshalb vielleicht auch
länger in die Lichtquelle. UV-Licht wird von der Augenlinse m.W.
schon geschwächt; ausserdem kommt es normalerweise zu Floureszens-
Effekten, sodas man merkt, das da "etwas ist".
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> ausserdem kommt es normalerweise zu Floureszens-> Effekten, sodas man merkt, das da "etwas ist".
Das ist wohl eine fixe Idee von dir? Fluoreszenz bei Infrarot?
Wenn du dauernd was flimmern siehst solltest du dringend zum Arzt gehen.
Georg
Er spricht von UV. Auch IR kann auch Fluoreszenz anregen, nur ist die
halt noch tiefer im IR. Es sei denn, der Laser ist RICHTIG stark. Dann
kann es auch kürzere Wellenlängen als Fluoreszenz abgeben.
Georg schrieb:> Das ist wohl eine fixe Idee von dir? Fluoreszenz bei Infrarot?>> Wenn du dauernd was flimmern siehst solltest du dringend zum Arzt gehen.
Vielleicht hat Deine Sucht, Kommentare zu verfälschen,
auch gesundheitliche Ursachen?
Harald Wilhelms schrieb:> IR-Licht wird von der Augenlinse genauso fokussiert wie sichtbares> Licht; man merkt es aber nicht und schaut deshalb vielleicht auch> länger in die Lichtquelle.
Wenn zusammen mit dem IR-Licht ein kräftiger, grüner Lichtstrahl
ausgesendet wird, schaut man genauso wenig in die Lichtquelle, wie wenn
nur der grüne Strahl aus dem Laser austritt. Sowohl Pupillenverengung
als auch Lidschlußreflex sind nicht anders. Ein IR-Sperrfilter ändert am
Verhalten des Menschen also wenig.
Und die Leistung des grünen Strahles ist nur ein paar dB geringer, als
die Gesamtleitung, also inklusive der IR-Strahlung.
@pasewalker:
Die Wellenlänger des Lichtes ist nicht auf Energien unter e*U begrenzt.
Es ist sogar so, dass bei den meisten (Ausnahmen sind vor allem moderne
hocheffiziente LEDs) LEDs die Spannung noch etwas niedriger ist als die
Energie der mittleren Wellenlänge. So leuchten viele rote LEDs schon bei
etwa 1,5 V - die Quantennergie von 1,5 eV gehört aber zu 820 nm, das ist
im nicht sichtbaren IR Bereich.
Dazu kommen dann noch Ausläufer zu kürzerer Wellenlänge, die z.B. dafür
sorgen das man die 850 nm LEDs ggf. noch rot glimmen sehen kann.
U. B. schrieb:> Die max. Energie E, die jedes abgestrahlte Photon (Lichtteilchen) haben> kann, ist>> E = e*U ( e= Elementarladung, U= "ideale" Betriebsspannung ).
Na und ich dachte immer, die Energie eines Lichtquants bemisst sich nach
dessen Wellenlänge bzw. Frequenz: