Hallo zusammen,
ich habe bis jetzt nur mit Atmel gearbeitet. Die Dokumentation und die
Bücher die es für die uC´s gibt sind super. Jetzt muss ich aber auf NEC
umsteigen. Meine Frage ist nun ob jemand mir gute Quellen nennen kann
(nicht die Datenblätter vom Hersteller, die habe ich ja schon).
Hardwarebeschreibungen, Softwarebeispiele... .Es wird vermutlich der NEC
70F3233 werden.
Gruß Bruno
Hallo,
ich habe früher bei NEC gearbeitet in der uCOM Division. Wende Dich
einfach mal an NEC Düsseldorf und lass Dir einen Mitarbeiter geben. Die
78F Serie sind low-ender. Exoten sind das natürlich nicht, sie werden
millionenfach produziert.
Gruss,
Christian
Sie sind schon Exoten, nicht, was die Stückzahlen angeht, aber was den
Bekanntheitsgrad bei µC-Entwicklern angeht. Da teilen sie das Schicksal
der meisten asiatischen µCs.
Hallo,
ich meine damit, dass das keine "Bastelprozessoren" sind, wie Atmel und
PIC. Einfach weil sie dafür nicht gemacht wurden und die Development
Kits so teuer sind, dass sie sich keiner leisten kann, wie zB Green
Hills Compiler. Der V850 ist auch weniger bekannt aber dennoch in fast
jeder Festplatte drin.
Gruss,
Christian
@ Christian J.:
Was können z.B. die NEC-Controller, damit es der Hersteller bei
vergleichsweise wenigen Kunden auf so große Stückzahlen bringt?
Warum werden da nicht verbreitetere Alternativen mit günstigeren
Entwicklungsumgebungen genutzt?
Jens
Die NECs sind verbreitet. Genauso wie die Renesas Chips. Z.b. dürfte man
in jedem aktuellen Fahrzeug ziemlich viele NECs, Renesas oder Freescale
Chips finden. Atmel spielt da fast keine Rolle. Ihr dürft nicht davon
ausgehen, dass die AVRs überall die gleiche Rolle einnehmen wie in
diesem Forum.
Der Preis der Entwicklungsumgebung spielt in der professionellen
Entwicklung auch eher eine untergeordnete Rolle. Hier will man vor allem
tools die schnell, einfach und problemlos funktionieren.
@Matthias:
>Der Preis der Entwicklungsumgebung spielt in der professionellen>Entwicklung auch eher eine untergeordnete Rolle. Hier will man>vor allem tools die schnell, einfach und problemlos funktionieren.
Im Umkehrschluß würde ich aber nicht gerade zustimmen das die
Tools für andere Controller instabil und langsam sind. Durch die
weitere Verbreitung (soll heißen breitere Anwenderbasis, nicht
Stückzahlen) hat man doch eher noch die Auswahl zwischen
konkurierenden Anbietern für die Tools.
Jens
Hallo,
ich spreche aus Erfahrung wenn ich sage, dass der Preis eines Tools bei
Stückzahlen GAR KEINE Rolle spielt. Unsere Mentor Software für finite
Elemente war über 125 kEur teuer, weil wir damit das hundertfache
verdienen. Bei den High-End Prozessoren wie MIPS, Alpha, V85x usw. sind
riesige Millionen Stückzahlen unterwegs, jedes Navi, jeder MP3 Player
hat einen. Da sind keine Atmel drin. Japan baut grundsätzlich nur eigene
Prozessoren von Mitsubishi, Toshiba und NEC in seiner Geräte ein. Im
Automotive Segment teilen sich Freescale und NEC den Markt, da kommt
kaum ein anderer rein. AVR's finde ich beruflich oft in Steuergeräten
für Industrieanwendungen, sie teilen sich mit HC68 und PIC den Markt.
Aber auch der 51er ist noch weit verbreitet, der in sehr vielen
Derivaten steckt und von vielen Programmierern gut verstanden wird. Der
Z80 ist auch wieder da, er wird von Toshiba unter Lizenz produziert.
Gruss,
Christian
@ Christian:
Bitte nicht als stänkern verstehen, aber bisher sind die genannten
'High-end' Controller für mich nichts weiter als halt noch eine
weitere Architektur für embedded Anwendungen. Das mit den teuren,
aber superstabilen Tools leuchtet mir nicht ein. Ich denke mal
die gibt es auch für andere Architekturen wenn man nur die richtigen
Leute fragt und genügend Geld auf den Tisch legt.
Was sind also die Argumente warum diese Architekturen vor allem in
Bereich mit extrem hohen Stückzahlen eingesetzt werden? Haben die
Teile so extrem viel Rechenleistung, sind sie gut skalierbar,
gibts nur diese Teile in den entsprechenden Temperaturbereichen,...?
Oder sind es einfach historische Gründe nach dem Motto, die haben
wir schon immer genommen... ? Mir fällt im Moment nichts ein was
nicht auch andere Anbieter bei entsprechendem Willen hinbekommen
könnten. Und den Willen in solche Märkte einzudringen unterstelle
ich mal auch Atmel/Microchip/die Gilde der der Hersteller von
ARM-Controllern/... .
Jens
NEC ist einfach eine andere Liga. Das sind Profi-Teile die z.Zt. auch
kundenspezifisch gefertigt werden. Also nicht nur Masken-ROM sondern
auch die Peripherie, die drinsteckt.
Auf Grund der Stückzahlen, die z.B. bei Automotiv über die Bühne gehen
sind die gar nicht daran interressiert, den Bastler-Markt zu bedienen.
Das hast du nur Aufwand wegen ein paar (hundert) Teilen im Jahr.
Automotiv läuft in vielen Millionen. Es ist also sicher eine Strategie
keine Freeware oder Low-Cost auf den Markt zu bringen um den Kundenstamm
exklusiv zu halten.
PIC, AVR und HC68 sind Katalogware, daher kennt sie jeder.
Bj.
> Im Automotive Segment teilen sich Freescale und NEC den Markt
Naja es gibt da auch den TriCore und den (langsam verschwindenden) C16x.
>Der Preis der Entwicklungsumgebung spielt in der professionellen>Entwicklung auch eher eine untergeordnete Rolle.
Wo arbeitest du? Sind da noch stellen frei?
>Hier will man vor allem tools die schnell, einfach und problemlos funktionieren.
Aber man bekommt sie nicht. Ich wundere mich (buchstäblich) täglich
welche software man zu diversen debuggern & emulatoren geliefert
bekommt. Die geräte kosten mehr als mein haus und mein auto zusammen,
die software hat die qualität eines ALDI-multimeters.
Die tool-hersteller kümmerts freilich nicht, weil die rechnung eh schon
bezahlt wurde. Für das vage vesprechen dass die software irgendwann
vielleicht mal ausgebessert wird, verkaufen sie die auch noch einen
wartungsvertrag der typischerweise halbsoviel kostet wie das tool
selbst.
Zusammengefasst: Von so manchen bastler-tool könnte sich die
tool-industrie noch was abschneiden. ...Dann könnte sie auch gleich
wieder ein paar kilo-euros für ein update einstreichen.
>Auf Grund der Stückzahlen, die z.B. bei Automotiv über die Bühne gehen>sind die gar nicht daran interressiert, den Bastler-Markt zu bedienen.
Ich bin mir nicht sicher ob das so stimmt. Wenn bei IBM (Eclipse) oder
Microsoft (VisualStudio) die gleiche meinung vorherrschen würde, würd'
die welt für software-entwickler jetzt wohl ganz anders aussehen.
Das hat sich mittlerweile auch zu anderen firmen durchgesprochen: War da
nicht erst vor kurzem eine werbung für den designwettbewerb von RENESAS
im forum ?
...das war's mit meinen gedanken nach dienstschluss ;-) ...
mfg
Ok, applikationsspezifische Varianten sind der erste plausible
Hinweis was denn die 'Proficontroller' besser können als Wald
und Wiesencontroller. Immer wieder darauf zu pochen das sie
halt besser sind ist kein wirkliches Argument. Bei den Tools
glaube ich auch das etwas Vielfalt nicht schadet und sich
in gewissen Grenzen sogar positiv auf die Qualität auswirken
kann.
Jens
Hier spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle, die man auf den
ersten Blick garnicht erkennt.
z.B. Produktionsqualität (DPPM-Rate), Langzeitverfügbarkeit,
Qualifizierungen für Automotive, hardwareseitige Fehlererkennungen des
Flashs/RAMs, Lauffähigkeit eines best. Betriebssystems bzw. CAN-Stacks
usw.
Daher haben viele Automobilhersteller nur wenige Controller zugelassen
die in ihre Steuergeräte rein dürfen. Meist sind das die Hersteller die
für die "Kleinabnehmer" und Hochschulen unbekannt sind.
NEC, Infineon, Fujitsu, Renesas, Freescale etc.