Bäumi schrieb:
> Entspricht das SI der roten Kurve?
Ja, das passt ganz gut.
Kai Klaas schrieb:
> Das Schmelzintegral gilt genau genommen nur bei einem bestimmten
> Stromwert, 10 x Nennstrom, wenn ich mich richtig erinnere. Wären dann
> rund 23mA Auslösezeit bei 1,6A.
Da erinnerst du dich falsch.
Das Schmelzintegral ist eine konstruktive Konstante, die i.W. die
Energie beschreibt, die nötig ist um den Schmelzleiter auf die
Schmelztemperatur zu erwärmen.
"Nötig" bedeutet: ohne Wärmeverluste durch Strahlung, Wärmeleitung und
Konvektion. *)
Dann kann man das Schmelzintegral aus der spezifischen Leitfähigkeit,
der Wärmekapazität, Dichte und Durchmesser, sowie der Schmelztemperatur
des Schmelzleiters recht leicht errechnen.
Weil log(I**2) = 2*log(I) ist, ergibt I vs. t in dem doppelt
logarithischen Koordinatensystem eine Gerade.
Die Krümmung der tatsächlichen Auslösekurven kommen dadurch zustande,
dass die Wärmeverluste immer größer werden, je länger der
Temperaturanstieg dauert.
Insofern stimmt es, dass man die Sicherung möglichst schnell, aber eben
nicht mit genau dem 10-fachen Strom, durchbrennen muss, wenn man das
Schmelzintegral halbwegs genau messen will.
Deshalb stimmen auch deine 23ms nicht, sondern es gilt das im Datenblatt
spezifizierte Zeitfenster:
http://www.schurter.de/var/schurter/storage/ilcatalogue/files/document/datasheet/de/pdf/typ_UMZ_250.pdf
*) Für diese Bedingungen, kurz "ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung",
gibt es den Fachausdruck "adiabatisch".