Signal-Rauschabstand

Gast #4191786
Hallo,

ich habe bei einer Störabstrahlung ein Problem. Ich will ein 
Referenzsignal messen (Combgenerator). Es wird in dB(µV/m) gemessen. Wie 
groß muss der Abstand zwischen Rauschteppich und Signalamplitude sein, 
damit man das Signal reproduzierbar messen kann?

Gibt es da eine Faustregel?

gruß mark
Gast #4191854
Hi, mark,

> ich habe bei einer Störabstrahlung ein Problem. Ich will ein
> Referenzsignal messen (Combgenerator). Es wird in dB(µV/m) gemessen. Wie
> groß muss der Abstand zwischen Rauschteppich und Signalamplitude sein,
> damit man das Signal reproduzierbar messen kann?

Wo genau soll da das Problem sein?
Denn den Abstand von 3 dB für das "minimal discernible signal" wirst Du 
kennen, der ist banal.

Vermutung: Der "Abstand zwischen Rauschteppich und Signalamplitude" 
klingt, als würde ein Beobachter am Spektralanalysator ein Panorama 
beobachten und wollte das Gezappel und Geflimmer des Rauschens mit einem 
amplitudenstabilen Sinussignal vergleichen.

Meine Erfahrung in diesen Dingen: Der Messempfänger. abgestimmt auf die 
fragliche Frequenz, mit passender Bandbreite, passendem Detektor und 
Mittelungszeit, mal an die Referenz angeklemmt, mal an Nennimpedanz, mal 
an die Störstrahlung.

Das geht auch komplizierter, aber falls da ein Problem sein sollte, ist 
das eher simpel.

Ciao
Wolfgang Horn
#4191860
Wolfgang H. schrieb:

> Vermutung: Der "Abstand zwischen Rauschteppich und Signalamplitude"
> klingt, als würde ein Beobachter am Spektralanalysator ein Panorama
> beobachten und wollte das Gezappel und Geflimmer des Rauschens mit einem
> amplitudenstabilen Sinussignal vergleichen.

Solche Vergleiche "per Auge" sind oft aussagekräftiger
als komplizierte Messungen. Man kann z.B. im Rauschtep-
pich manchmal periodische Signale entdecken, die mess-
technisch kaum erfassbar sind.
Gast #4191879
Ja, Harald,

> Solche Vergleiche "per Auge" sind oft aussagekräftiger
> als komplizierte Messungen.

Das gehörte mal zu meiner Hauptaufgabe.
Aber der TO hat nach einer Lösung zum Störabstand gefragt - und da muss 
gemessen werden.Ciao

Wolfgang Horn
Gast #4192266
Hi, "Jetzt N.",

> Der standardansatz ist das Rauschen per Bandbreite zu reduzieren.

Umrechnen kann man nachher in Ruhe immer noch.

Aber wer die Leistung von zwei verschiedenen Signalen vergleichen will, 
der muß für die Umrechnung erst die Grundlagen geschaffen haben - und 
das bedeutet, mit einem kalibrierten Messempfänger beide Signale 
nacheinander empfangen und messen. Dabei aber muss man beide Signale mit 
denselben Empfängereinstellungen messen wie exakt dasselbe ZF-Filter und 
exakt denselben Detektor mit exakt demsalben Post-Detection-Filter.

Manche Datenblatt-Werte sind, ich will mal nicht sagen, "gefälscht", 
aber durchaus kreativ gemessen. Beispielsweise an Mischern der 
Compression Point, IP2 und IP3. Besonders der IP3 ist kein Meßwert, 
sondern aus mehreren Messungen berechnet. Die tatsächlich gemessenen 
Meßwerte hängen aber von Meßbedingungen ab wie den Meßpegel.
Da hilft nur eines: Selber messen und den Lieferanten verpflichten, dass 
er den Meßprozess auch in der Serie anwendet.

Ciao
Wolfgang Horn
#4192330
Wenn das Signal stationär ist, kannst du schlechtes SNR durch längere 
Messzeit ausgleichen. Die Messzeit geht eben quadratisch mit dem SNR 
hoch (bzw. das SNR mit der Wurzel der Messzeit). In diesem Sinne gibt es 
keine feste Beschränkung in deinem Fall -- du musst nur überlegen, 
wieviel Beobachtungszeit du investieren kannst, und wie gut das SNR 
danach ist.
Gast #4192648
Also die Messzeit habe ich schon auf 1 s/frequenzpunkt gesetzt(Detektor 
QP).

Kann man auch die rbw einfach auf 200 Hz setzen in dem Frequenzbereich 
von 30 MHz bis 1 GHz?

Ich will den Rauschsignalabstand vergrößern.
Gast #4192717
Hi, mark,

> Also die Messzeit habe ich schon auf 1 s/frequenzpunkt gesetzt ...
> Kann man auch die rbw einfach ...

Kein Herumgestochere, das wirkt dilettantisch, und wer dilettantisch 
handelt, der wird auch als solcher angesehen - mit allen Nachteilen, die 
ihm daraus entstehen.

Sondern: Wenn Du keine Qualität willst, dann ist es egal, was Du tust, 
Wie und Womit. Dann brauchst Du auch nicht fragen.
Aber wenn Du Qualität willst, was vernünftig ist, weil es unnötige 
Arbeit spart, dann müssen Deine Testberichte hieb- und stichfest sein. 
Und zwar beginnend mit der Auflösung der Aufgabe, die Du erfüllen 
willst.

Wenn Du den Aufbau und die Durchführung der Messung nicht aus einem 
Datenblatt eines vergleichbaren Gerätes oder so kopieren kannst, dann 
nimm passende Applikationsberichte von HP, R&S, Tek, Anritsu und von wem 
auch immer, plane Deine Messung von Anfang an. Dann ergeben sich nicht 
irgendwelche Einstellungen, sondern Du findest die genau richtigen - und 
kannst auch noch begründen, warum sie die richtigen sind.

Die Wahl von ZF-Bandbreite, Charakteristik des Detektors, 
Post-Detection-Filter und Art der Auswertung sind eben nicht einerlei, 
sondern müssen auf die Messaufgabe abgestimmt sein. Diese Abstimmung 
kann in keinem Internet-Forum gefunden werden, wo die einen Träger der 
"Schwarmintelligenz" das Eine beitragen, andere das Andere und Dritte 
meinen, mit einem Spass erheitern zu müssen.


Ciao
Wolfgang Horn
#4193345
mark schrieb:
> Also die Messzeit habe ich schon auf 1 s/frequenzpunkt gesetzt(Detektor
> QP).
>
> Kann man auch die rbw einfach auf 200 Hz setzen in dem Frequenzbereich
> von 30 MHz bis 1 GHz?
>
> Ich will den Rauschsignalabstand vergrößern.

Benutze die Mittelwertbidlungs-Funktion deines Analyzers. Bedenke auch, 
dass ein Verringern der RBW effektiv das SNR verschlechtert (!), sobald 
sie kleiner ist als die spektrale Breite des zu detektierenden Signals.

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