Hi,
wie mache ich das mit der VID/PID, wenn ich ein Produkt mit dem FX2
vertreiben möchte?
Das USB Konsortium bietet da eine Mitgliedschaft für 4000$ jährlich -
ein echtes Schnäppchen, wenn man einen Umsatz im Millionenbereich hat.
Den hab ich aber leider nicht. Was also tun?
Gruss Peter
Peter schrieb:> Das USB Konsortium bietet da eine Mitgliedschaft für 4000$ jährlich
Eine VID bekommst du auch für eine einmalige "Aufwandsentschädigung"
von USD 2000, allerdings darfst du diese nur innerhalb deiner eigenen
Organisation benutzen. Was eine "eigene Organisation" darstellt, da
haben sie sehr differenzierte Ansichten. Wenn du beispielsweise ICs
herstellst, ist es offenbar OK, dass deine Organisation sich auf
alle deine Kunden ausdehnt, denen du fortan das Recht zugestehen
kannst, eine PID aus deinem VID-Pool für ein Produkt zu benutzen, in
dem ein IC (FTDI, PIC, ...) von dir verwendet wird.
Wenn du jedoch glaubst, dass du dir die USD 2000 mit ein paar anderen
Leuten teilen kannst, indem du PID-Häppchen deines Kuchens weitergibst
(wie voti.nl es tat), dann drohen sie mit der Klage-Keule und reden
von Missbrauch.
Ausweg: eine eigene Organisation nur für diesen Zweck gründen, einen
eingetragenen Verein beispielsweise. Dieser ist eine juristische
Person und damit vertragsfähig, und solange du nur Vereinsmitglieder
mit PIDs bedienst, sollte das USB-IF dir eigentlich nichts am Zeug
flicken können, denn Vereinsmitglieder gehören dann natürlich sehr
wohl zur "Organisation".
Hallo Jörg,
>>Eine VID bekommst du auch für eine einmalige "Aufwandsentschädigung">>von USD 2000
Das wäre akzeptabel, wenns denn wirklich einmalig und nicht jährlich
ist.
>>eine eigene Organisation nur für diesen Zweck gründen, einen>>eingetragenen Verein beispielsweise.
Wenn die USB-Leute da ein Konzept entwickelt haben und ein paar Dollars
dafür wollen, ist das durchaus ok.
Übrigens: warum kann ich nicht mehr als Gast antworten?
Gruss Peter
Peter P. schrieb:> Übrigens: warum kann ich nicht mehr als Gast antworten?
Das ist aufgrund des Signal-Rauschabstandes im OT schon seit längerem
nicht mehr möglich.
Peter P. schrieb:>>>Eine VID bekommst du auch für eine einmalige "Aufwandsentschädigung">>>von USD 2000> Das wäre akzeptabel, wenns denn wirklich einmalig und nicht jährlich> ist.
Ja, ist es.
> Wenn die USB-Leute da ein Konzept entwickelt haben und ein paar Dollars> dafür wollen, ist das durchaus ok.
Naja, das "Konzept" besteht darin, von vornherein völlig blauäugiger-
weise nur 65535 VIDs vorgesehen zu haben (zu einer Zeit, da man schon
wusste, dass ein paar Milliarden IPv4-Adressen für die Welt bei
weitem nicht genug sind) und nun Protektionismus zu betreiben. Die
"dicken Fische" (also zahlungskräftige Mitglieder des USB-IF) sind
dabei natürlich bevorzugt (s. o., denen haut keiner auf die Finger,
wenn sie ihre VID an Kunden abtreten).
Schade, ich dachte schon, man würde mal genügend Leute für so einen
Verein zusammenbekommen. ;-)
> Übrigens: warum kann ich nicht mehr als Gast antworten?
Weil der Thread nun in OT steht. Hat aber eben mit Elektronik nichts
zu tun, ist ja eher ein politisches (;-) oder vielleicht ein rein
wirtschaftliches Thema, kein technisches.
> Schade, ich dachte schon, man würde mal genügend Leute für so einen> Verein zusammenbekommen. ;-)
Ich weiß nicht ob es dafür jetzt noch genug Interessenten gibt: sobald
Du OpenHardware oder OpenSource Firmware hast, bekommst Du kostenlos
eine PID in der Openmoko VID:
http://wiki.openmoko.org/wiki/USB_Product_IDs
So ein Verein wäre also nur etwas für Firmen, die kommerzielle Produkte
(eben nicht OpenHardware) in so kleinen Mengen machen, daß sie sich die
2000 USD nicht leisten können.
Wenn Du für den EMV-Test und die Stiftung EAR gelöhnt hast, machen die
2000 USD auch nicht mehr so viel aus :-(
Gerd E. schrieb:> Ich weiß nicht ob es dafür jetzt noch genug Interessenten gibt: sobald> Du OpenHardware oder OpenSource Firmware hast, bekommst Du kostenlos> eine PID in der Openmoko VID:> http://wiki.openmoko.org/wiki/USB_Product_IDs
Interessant. Warum dürfen die denn ihre VID "verleihen", während
man es Leuten wie Wouter van Ooijen untersagt hat?
> Wenn Du für den EMV-Test und die Stiftung EAR gelöhnt hast, machen die> 2000 USD auch nicht mehr so viel aus :-(
Stimmt natürlich auch wieder ...
>> Ich weiß nicht ob es dafür jetzt noch genug Interessenten gibt: sobald>> Du OpenHardware oder OpenSource Firmware hast, bekommst Du kostenlos>> eine PID in der Openmoko VID:>> http://wiki.openmoko.org/wiki/USB_Product_IDs>> Interessant. Warum dürfen die denn ihre VID "verleihen", während> man es Leuten wie Wouter van Ooijen untersagt hat?
rein ins Blaue geraten: die verkaufen die nicht, sondern verschenken die
nur an OpenHardware/OpenSource-Projekte. Die könnten sich die 2000 USD
eh nie leisten und sind damit keine Konkurrenz.
Gerd E. schrieb:> rein ins Blaue geraten: die verkaufen die nicht, sondern verschenken die> nur an OpenHardware/OpenSource-Projekte. Die könnten sich die 2000 USD> eh nie leisten und sind damit keine Konkurrenz.
Klar, aber die Begründung, die man Wouter für das Verbot gegeben hatte,
war ja, dass laut Nutzungsbedingungen die Nutzung einer VID auf die
Organisation beschränkt sei. Einen reinen Verkauf zu verbieten, haben
sie letztlich schlechte Karten (auf welcher Grundlage auch?), noch
dazu, da sie die USD 2000 ja als "Handling-Gebühr" bezeichnen, nicht
als irgendwie einen Verkaufspreis.
Naja, hat sicher keinen Sinn, sich über diesen Unfug weiter aufzuregen.
Gut zu wissen, dass man mit Openmoko bei Bedarf zurande kommen kann.
>>Das ist aufgrund des Signal-Rauschabstandes im OT schon seit längerem>>nicht mehr möglich.
Wusste nicht, dass wir uns hier am Stammstisch befinden.
>>Schade, ich dachte schon, man würde mal genügend Leute für so einen>>Verein zusammenbekommen. ;-)
Mitmachen würd ich schon, nur wer organisiert das dann wieder? Keiner
arbeitet gern umsonst und man müsste Beiträge verlangen - 4000$? xD
> Wenn Du für den EMV-Test und die Stiftung EAR gelöhnt hast, machen die> 2000 USD auch nicht mehr so viel aus :-(
Wenn man was verkaufen will, dann ist es schon gut bei Nachfrage ein
paar Messprotokolle zu haben. Aber so teuer ist das auch nicht.
Und die Registrierung bei der Stiftung EAR kostet auch nur wenige Euro.
Wenn man dann keine Tonnen an Material verkauft, kann man sich von
weiteren Kosten befreien lassen.
Gruss Peter
Peter P. schrieb:> Mitmachen würd ich schon, nur wer organisiert das dann wieder? Keiner> arbeitet gern umsonst und man müsste Beiträge verlangen
Naja, so viel ist nicht zu organisieren. Man müsste halt initial
genügend Leute haben, die die USD 2000 vorschießen. Jeder, der
dann in den Verein eintritt, zahlt einen (einmaligen) Mitgliedsbeitrag,
der ihn berechtigt, eine Anzahl von PIDs aus dem Pool des Vereins zu
benutzen.
So viel Verwaltungsaufwand hat ein Verein nicht, wenn man davon
absieht, dass man halt initial einmal zum Notar und dann zum
Registergericht gehen muss (später nur noch, wenn man den Vorstand
ändert). Man muss nur bei der Satzung zusehen, dass beispielsweise
eine unwidersprochene Email mit der Einladung zur MV eine gültige
Einladung darstellt, und dass eine gültig eingeladene MV unabhängig
von der Anzahl ihrer Teilnehmer rechtswirksam ist. Dann kann man die
MV nämlich mit dem Vorsitzenden und dem Stellvertreter allein auf dem
Balkon abhalten. :-)
Sowie dann die Mitgliedsbeiträge rein sind, bekommen die Gründer ihre
Darlehen zurückgezahlt.