Mein Summierverstärker pfeift :-(

OP #1429801
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Hi,

ich habe jetzt den Summierverstärker meines Mischpultprojektes 
verdrahtet, aber leider Pfeift der sehr unangenehm, selbst wenn ich alle 
Eingangssignale trenne und auch keinerlei Digitalkomponenten auf der 
Platine mehr aktiv habe. Das Pfeifen reagiert auch extrem auf jedes 
Anfassen der Platine oder der Kabel.

Beim OPV bei der Kuhschwanz-Regelung gab es gar kein Problem, da kommt 
der Ton total sauber rüber.

Was mache ich da am besten?

Gruß

Tom
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Gast #1429906
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Auch OPVs (außer vielleicht LM358 und ähnliche Möhren) benötigen 
Abblockkondensatoren.

Wenn das noch nicht hilft:
Bei der (IMHO viel zu) hochohmigen Beschaltung des Summierverstärkers 
kann ein wenig parasitäre Kapazität zwischen -Eingang und Masse auch zu 
Schwingungen führen. Die Widerstände würde ich pauschal 10teln, R37, 
R38, R42, R82, R88 dicht an den OP-Eingang setzen und R42 einen 
parallelen Kondensator verpassen.

Grüße
Gast #1430011
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Hallo Thomas,

da du keinerlei Bandbreitenbegrenzung zu hohen Frequenzen hin in der 
Analogschaltung hast, wundert mich das Pfeifen nicht.

Meine Vorschläge lauten:

- R1, R5, R11 und R62 sind zu hochohmig. Ich würde sie 10mal kleiner 
wählen.

- R10 und R36 auf 10k erhöhen und bei IC2a und IC10a vom 
nicht-invertierenden Eingang nach Masse 100pF NP0 schalten.

- Leitungen von IC2a und IC10a zu den Potis R1 und R5 abschirmen und 
Schirm einseitig auf Signalmasse legen.

- R23 und R75 durch Kurzschluß ersetzen.

- R14 und R65 auf 100R erhöhen.

- Potis der Klangregelung direkt bei den OPamps anordnen!

- Alle Poti-Gehäuse mit Signalmasse verbinden.

- Bei allen OPamps (Master- und Kuhschwanz-Board) 33p vom invertierenden 
Eingang zum Ausgang schalten.

- Jeder OPamp sollte eine Betriebsspannungssiebung aus 100R und 100µF 
erhalten.

- Wie Thomas schon sagte, beim Master-Board alle Widerstände 10mal 
kleiner machen.

Kai Klaas
OP #1430024
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Wow, danke, das sind ja gleich ne Menge änderungen

> - R10 und R36 auf 10k erhöhen und bei IC2a und IC10a vom
> nicht-invertierenden Eingang nach Masse 100pF NP0 schalten.
>
Was meinst Du mit NP0?

> - Potis der Klangregelung direkt bei den OPamps anordnen!
Wie meinst Du das? möglichst kurze Kabel?


> - Jeder OPamp sollte eine Betriebsspannungssiebung aus 100R und 100µF
> erhalten.
Als absoluter Analoganfänger? Wie sieht so eine Betriebsspannungssiebung 
aus?

Gruß
Tom
Gast #1430070
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Hallo Thomas,

>Was meinst Du mit NP0?

Das ist das typische Keramikmaterial für einen 100pF Kondensator.

>Wie meinst Du das? möglichst kurze Kabel?

Eigentlich gar keine Kabel, sondern direkt Verbidnungen! Nicht mehr als 
ein paar Zentimeter.

>Als absoluter Analoganfänger? Wie sieht so eine Betriebsspannungssiebung
aus?

Wie bei den digitalen Chips sitzt der Kondensator direkt am 
Versorgungspin und wird auf kürzestem Wege mit der Signalmasse 
verbunden, die am besten als eine durchgehende Massefläche auf deinem 
Board ausgeführt wird oder aber zumindest aus dicken Leiterbahnen 
besteht. Die Versorgungsspannung wird aber nicht direkt dem 
Versorgungsspannungspin des OPamp zugeführt, sondern über einen 100 Ohm 
Widerstand. Das ergibt also ein Tiefpaßfilter erster Ordnung für die 
Versorgungsspannung. Das gleiche machst du jetzt noch bei der negativen 
Versorgungsspannung.

Kai Klaas
Gast #1431335
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Hallo Thomas,

>Soll ich also die Kondesatoren am Analog V+/- so lassen oder auch durch
>100r+100µ Siebung ersetzen?

Nein, die sind eigentlich optimal. Sie sind nicht der Grund fürs Fiepen.

Schalte mal vor C3 und C7 100R Widerstände, so wie R14 und R65.

Was da pfeift ist mit ziemlicher Sicherheit der Kuhschwanzregler, der 
durch die Gegenkopplung des Klangregelnetzwerks eine ungesunde 
Phasenverschiebung erhält. Dann genügt eine schlechte Masseverbindung, 
eine ungenügende Betriebsspannungsunterdrückung oder eine kapazitive 
Last am Ausgang und das Teil fängt an zu schwingen. Das Fiepen zeigt ja, 
daß die Schwingung im hörbaren Bereich liegt, und da ist phasendrehend 
eigentlich nur das Klangregelnetzwerk aktiv. Man müßte die Stufe mal 
simulieren, um den Schwachpunkt zu finden.

Ich müßte den Aufbau sehen, um feststellen zu können, was da im Argen 
liegt. Könntest du noch mehr Bilder vom Kuhschwanzregler zeigen? Ändert 
sich die Frequenz des Fiepens, wenn du an den Klangregelpotis drehst 
oder die Schalter betätigst? Hast du gute Spannungsregler und sind die 
ausreichend entkoppelt?

Kai Klaas
OP #1431560
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Hallo Kai,

nur noch mal um missverständnisse auszuschließen. Wenn ich mit dem 
Kopfhörer/PC-Lautsprecher direkt hinter dem Kuhschwanz bin und den PGA 
nicht an der Analogen +/-5V angeschlossen habe, gibt es gar kein 
pfeifen. Sobald ich nur den PGA anschließe, ich höre immer noch direkt 
hinter dem Kuhschwanz, fängt es an zu fiepen.

Ist es eigentlich besser die Masse als Stern den einzelnen Punkten 
zuzuführen oder durchzuschleifen?

Ich werd jetzt erst mal Deinen Tipp mit den Widerständen ausprobieren.

Lieben Gruß
Tom
Gast #1431649
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Hallo Thomas,

>Ist es eigentlich besser die Masse als Stern den einzelnen Punkten
>zuzuführen oder durchzuschleifen?

Stern!

>Wieso eigentlich keinen Tiefpass vor V+, V- des PGAs?

Probiers aus.

>Verändert sich gar nicht wenn man an den Klangreglern dreht.

Ich habe den Kuhschwanzregler auch schnell mal simuliert, aber keinerlei 
Schwingneigung feststellen können. Höchstens mit extremer kapazitiver 
Last, aber die hast du ja nicht.

Welche Funktion haben eigentlich R2 und R28?

Kai Klaas
OP #1431660
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> Stern!
Ah, ja, das sollte ich dann dringend mal ändern

>
>>Wieso eigentlich keinen Tiefpass vor V+, V- des PGAs?
>
> Probiers aus.
Sobald neue 100µ geliefert werden, sind leider aus

>
>>Verändert sich gar nicht wenn man an den Klangreglern dreht.
>
> Ich habe den Kuhschwanzregler auch schnell mal simuliert, aber
> keinerlei Schwingneigung feststellen können. Höchstens mit extremer
> kapazitiver Last, aber die hast du ja nicht.

Oh, super, das ist aber echt lieb gewesen. Die Schaltung ist auch nicht 
von mir sondern von

http://sound.westhost.com/project97.htm

Plus einer Menge Anregungen aus dem Board
>


> Welche Funktion haben eigentlich R2 und R28?

Die wurden mir zum Vorspannen der Elkos so angegeben.

Ich werde mich jetzt erst mal an eine bessere Spannungsversorgung 
machen, bei der jetztigen liegt noch eniges im argen.

Gruß
Thomas
Gast #1431768
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Hallo Thomas,

>Die wurden mir zum Vorspannen der Elkos so angegeben.

Also, das macht eigentlich niemand so. Du kannst den Widerstand ruhig 
weglassen. Wenn du das nicht magst, nimm gleich einen bipolaren ELko mit 
2,2µF, oder einen Folientyp, z.B den hier

http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=2;GROUP=B324;GROUPID=3153;ARTICLE=31928;START=16;SORT=artnr;OFFSET=16;SID=27gfFyQKwQARsAABzNFXEf4c58040ac776b4f6ad59b4a605d8042

Kai Klaas
Gast #1431822
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Hallo Thomas,

um deine PGA2311 nicht zu zerstören, betreibst du die TL072 mit +/-5V 
Versorgungsspannung, nicht wahr? Also können am Ausgang maximal rund 4Vs 
herauskommen. Bei zwei 4,7µF Kondensatoren und 10kOhm Lastwiderstand 
fällt an jedem Kondensator bei 1kHz eine Spannung von maximal 13,5mVs 
ab. Bei 100Hz sind es maximal 135mVs und bei 10Hz maximal 1,12Vs. Die 
erlaubte Sperrspannung von 1,5V pro Elko wird also wohl nie erreicht. 
Doch selbst, wenn es so wäre, würde der richtig gepolte Elko den falsch 
gepolten vor Schaden bewahren.

In Studiomischpulten findet man übrigens praktisch nur ungepolte Elkos 
zur Signalkopplung, und das bei +/-15V Betriebsspannung und darüber! 
Dort wird die Kapazität in der Regel größer gewählt, sodaß der 
Spannungsabfall am Elko noch geringer ist. Bei 47µF und 10kOhm ergibt 
sich bei 10Hz und 15Vs Signalspannung am Elko ein Spannungsabfall von 
nur rund 0,5Vs. Wie wahrscheinlich ist es wohl, ein Signal von 10Hz und 
15Vs in einem Mischpult anzutreffen, wenn der Nominalpegel nur um die 
1Vs beträgt?

Kai Klaas
OP #1450169
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Hi,

wie schon einige vermutet hatten, lags an ner ziemlich unsauberen 
Stromversorgung. Nachdem ich das korrigiert habe, läufts nun problemlos.

Jetzt ist so gut wie Rauschfrei, selbst nachdem ich noch weitere OPVs 
und noch einen PGA im Signalpfad habe.

Ich bin mir aber sicher, dass die anderen Hinweise, wie z.B. die Siebung 
der OPV-Spannungsversorgungen haben mit sicherheit zur Qualität 
beigetragen.

Danke euch allen und lieben Gruß
Tom

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