Brian schrieb:
> Nehmen wir an ich würde gern einen relativ komplexen Schaltkreis von
> einer Platine auf ein Breadboard übertragen.
Du willst wohl keinen "Schaltkreis" (im deutschen synonym zu IC,
'integrated circuitry'), sondern eine "Schaltung" (in etwa synonym zu
engl.: 'circuitry') auf das Breadbord bringen. Stimmts?
> Die Leiterbahnen werden
> länger und dicker, die Bauteile sind idR deutlich größer usw. Mit was
> für Einbußen müsste ich rechnen bzw würde es überhaupt funktionieren?
> Überspitzt gesagt: könnte ich mir einen PC auf einem Breadboard
> nachbauen und dieser würde genauso gut funktionieren?
Nein. Auf einem Breadboard funktionieren grundsätzlich nur Schaltungen
mit extrem geringer Komplexität. Das liegt daran, dass das Hauptroblem
von Breadboards die relativ hohe Wahrscheinlichkeit von Kontaktproblemen
ist. Die Zahl der Knoten einer Schaltung geht grundsätzlich in etwa
exponentiell in die Wahrscheinlichkeit ein, dass die Schaltung insgesamt
funktioniert. Das mag sich noch entspannt anhören, aber leider
entspricht bei der statistischen Analyse ein Schaltungsknoten leider
nicht dem Signal im Schaltplan, sondern tatsächlich jedem einzelne
benutzte Kontakt.
Das Problem ist natürlich nicht auf Breadboards begrenzt, wirkt hier
aber auf Grund der besonderen statistischen Schwäche der Kontakte
ziemlich tödlich. Spätestens so etwa ab hundert benutzten Kontaktstellen
kannst du ein Breadboard eigentlich grundsätzlich vergessen, selbst wenn
es neuwertig ist und die Schaltung prinzipiell fehlerfrei aufgebaut ist.
Fazit: Lerne löten. Eine generische Rasterplatine hat schon erheblich
größere Chancen, zu funktionieren. Zumindest wird die korrekte Funktion
um etliche Größenordnungen weniger allein durch reine Kontaktprobleme
bedroht...