Hallo,
ich habe eine batteriebetriebene Applikation. Um den Stromverbrauch im
Standby zu reduzieren möchte ich einzelne ICs gezielt ausschalten
können. Ich dachte daran die ICs direkt über die Controller-Pins zu
versorgen. Die Ströme sollte der STM32 an seinen Ausgängen liefern
können.
Was haltet ihr davon? Welche Probleme könnte ich mir dabei einhandeln?
Gruß
Carsten
Sorry! Schaltplan kann/darf ich nicht veröffentlichen. Da hätte mein
Chef bestimmt was dagegen.
Es geht hier aber auch um eine grundsätzliche Frage. Da verstehe ich
nicht warum man dafür ein Schaltplan braucht.
Carsten schrieb:> Es geht hier aber auch um eine grundsätzliche Frage. Da verstehe ich> nicht warum man dafür ein Schaltplan braucht.
Grundsätzlich kann man aus Controller Pins einen Strom entnehmen. Man
kann damit auch ICs versorgen.
Carsten schrieb:> Aber kann man das in die Kategorie "sauberes Entwickeln" setzen oder ist> das Pfusch?>> Ich habe das halt bisher noch nie gesehen.
Das kann man ohne Schaltplan nicht genauer beurteilen.
Carsten schrieb:> Aber kann man das in die Kategorie "sauberes Entwickeln" setzen oder ist> das Pfusch?
Halte dich an die im Datenblatt vom STM32 angegebenen Grenzen. Wofür der
Ausgangsstrom verwendet wird, ist im Datenblatt in keiner Weise
eingeschränkt. Der Rest hängt davon ab, was für ICs dranhängen und wie
sie beschaltet sind.
Mehr Infos mit NDA gegen Rechnung.
Carsten schrieb:> Aber kann man das in die Kategorie "sauberes Entwickeln" setzen oder ist> das Pfusch?>> Ich habe das halt bisher noch nie gesehen.
Ein Beispiel aus "Tips & Tricks" von Microchip - siehe Anhang.
Dei Ausgänge des Mikrocontrollers haben einen gewissen Innenwiderstand.
Die Spannung bricht unter Last ein. Wie weit, hängtr vom Laststrom ab.
Es kommt drauf an, wie stabil die Spannungsversorgung der Last sein
muss.
Du könntest ja mal einen hypothetischen Schaltplan posten. Etwas, dass
mit Deinem konkreten Fall nicht übereinstimmt, ihm aber im wesentlichen
entspricht. (Wobei Du dann gut einschätzen können solltest, was
"wesentlich" ist).
Es gibt an sich keinen allgemeinen Grund der gegen diese Konstruktion
spricht. Man sieht hier im Forum auch ab und zu Fälle, in denen das
gemacht und diskutiert wird. Aber auch solche, in denen danach gefragt
und davon abgeraten wird - mit entsprechenden Argumenten.
Ein Grund kann in gewissen Fällen sein, dass das geschaltete IC relativ
viel hochfrequenten Strom zieht und damit das schaltende IC in seiner
Funktion stört.
Der Fall jenseits (also auf der guten Seite) einer, - von mir
postulierten Grenze -, wäre das schalten von LEDs oder Widerständen;
also im wesentlichen Bauteilen, deren stationärer Zustand, im Leistungs-
und Frequenzbereich eine simple Struktur hat.
Ein Binärzähler, also etwas, das im Frequenzbereich ein wenig komplexere
Vorgänge auslöst, kann da schon zuviel für das schaltende IC sein.
Ein anderer, dass das schaltende IC gar nicht so viel Gesamtstrom ziehen
darf, dass es im schlechtesten Fall nicht doch überlastet würde. Aber
dieser Fall ist so elementar, dass Du ihn Dir vermutlich schon selbst
gedacht hast. Ich erwähne das nur mal.
Wie das in Deinem Fall zu beurteilen ist, ist leider ohne konkrete
Angaben nicht zu beurteilen.
Carsten schrieb:> Sorry! Schaltplan kann/darf ich nicht veröffentlichen. Da hätte mein> Chef bestimmt was dagegen.
Warum das denn?
Er hat doch auch kein Problem damit, jemanden daran zu setzen, der keine
Ahnung hat. Oder was für einen Bären willst du uns hier aufbinden?
Ich mach das regelmässig, gar kein Thema. Wenn die Peripherie
nennenswert Strom braucht, kommt noch ein PMOS dazu.
Genauer schauen muss man, wenn man noch Kapazitäten dazuschaltet.
Thomas E. schrieb:> Carsten schrieb:>> Sorry! Schaltplan kann/darf ich nicht veröffentlichen. Da hätte mein>> Chef bestimmt was dagegen.>> Warum das denn?>> Er hat doch auch kein Problem damit, jemanden daran zu setzen, der keine> Ahnung hat. Oder was für einen Bären willst du uns hier aufbinden?
Sheeesch... Immer diese Neunmalklugen die Wohl ihr Wissen mit der
Muttermilch aufgesogen haben. Wer in der Welt der Elektronik noch nie
Fragen hatte muss eine sehr langweilige Zeit im Lab haben...
@TO: Vielleicht solltest du einfach mal eine Testschaltung aufbauen.
Möwe schrieb:> Sheeesch... Immer diese Neunmalklugen die Wohl ihr Wissen mit der> Muttermilch aufgesogen haben. Wer in der Welt der Elektronik noch nie> Fragen hatte muss eine sehr langweilige Zeit im Lab haben...
Ich habe hier noch nie Fragen gesehen, die ich einem meiner
Arbeitskollegen zuordnen könnte. Die verstehen ihren Job und finden
Lösungen auf anderem Wege!
Carsten schrieb:> Was haltet ihr davon? Welche Probleme könnte ich mir dabei einhandeln
Kann man machen, wenn man den Ausgangswiderstand so eines Portpins von
ca. 20 Ohm beachtet, auch bei der dynamischen Stromaufnahme der Last,
und andererseits die dynamische Belastung der Versorgung des Prozessors
durch eventuelle nach dem Ausgangspin angeordnete Abblockkondensatoren.
Wolfgang schrieb:> Halte dich an die im Datenblatt vom STM32 angegebenen Grenzen. Wofür der> Ausgangsstrom verwendet wird, ist im Datenblatt in keiner Weise> eingeschränkt.
Richtig.
Ich würde/habe es auch mit Transistor machen/gemacht!
http://www.magnetmotor.ch/wps/elektroden.gif
Nur auf der Abblockkondensator musste ich verzichten! Der riss die
Spannung beim Einschalten herunter, der uC resettete...
Gruss Chregu
Christian M. schrieb:> Der riss die Spannung beim Einschalten herunter, der uC resettete...
Achh - wenn der sauber resettet hat, war wenigstens Brown-out Detect
aktiv ...
Mindestens genauso interessante bei der Abschalterei ist, was an den
anderen Pins des abgeschalteten ICs passiert. Meist sind die Grenzwerte
für die Eingangsspannungen auf u.a. VDD bezogen - und die ist im
abgeschalteten Zustand 0V.
Carsten schrieb:> Aber kann man das in die Kategorie "sauberes Entwickeln" setzen oder ist> das Pfusch?
Jemanden um rat fragen aber die Schltung mit Bezug auf einen imaginären
chef vorzuenthalten ist pfusch.
Eine selbstenrwickelte Schaltung einzusetzen ohne diese experiementel zu
qualifizieren ist such Pfusch.
Generell kann man mit den PortPins andere Schaltungen versorgen.
Habe ich das öfteren mit EEPROMs gemacht.
Werden nur beim start bzw, wenn sie benötigt werden eingeschalten.
Wurde aber gezielt ausgeführt, um Energie zu sparen.
Carsten schrieb:> Hallo,>> ich habe eine batteriebetriebene Applikation. Um den Stromverbrauch im> Standby zu reduzieren möchte ich einzelne ICs gezielt ausschalten> können. Ich dachte daran die ICs direkt über die Controller-Pins zu> versorgen. Die Ströme sollte der STM32 an seinen Ausgängen liefern> können.>> Was haltet ihr davon? Welche Probleme könnte ich mir dabei einhandeln?>> Gruß> Carsten
Wie immer : Ja, aber:
Den Enkoppelkondensator muss du auch über den Controllerpin laden.
Ich schalte dazu einen Widerstand in Serie, der den Strom auf zulässige
Werte begrenzt (üblicherweise tun z.B. 220E).
Problem dabei: Mit viel mehr als 1mA Stromaufnahme beim IC spielt sich
das nicht.
Andersherum kann man mit 1mA schon viele Sensoren und ähnliches
versorgen.
Alternativ geht eine Softstartschaltung mit IRLML6402. Da kann man quasi
beliebig große Lasten zuschalten. Der Softstart ist ZWINGEND, denn sonst
haut das Einschalten dir die Versorgung zusammen.
PS:
Mit den Datenleitungen heißt es aufpassen! Du darfst keinesfalls einem
"toten" Bauteil aktiv einen Pegel auf die Datenleitung treiben. Daher
gilt: Erst Daten auf Tristate, dann Versorgung aus.
Hurra schrieb:> Den Enkoppelkondensator muss du auch über den Controllerpin laden.> Ich schalte dazu einen Widerstand in Serie, der den Strom auf zulässige> Werte begrenzt (üblicherweise tun z.B. 220E).> Problem dabei: Mit viel mehr als 1mA Stromaufnahme beim IC spielt sich> das nicht.
Man könnte das Auf-/Entladen des Kondensators über einen zweiten
GPIO-Pin erledigen.
Fred R. schrieb:> Generell kann man mit den PortPins andere Schaltungen versorgen.
Ich mach das immer mit LEDs. Die leuchten richtig schön, ohne Reset des
µC oder anderer herbeigeredeter Probleme ;-)
Man muß einfach nur wissen, was man macht.
Clemens L. schrieb:> Hurra schrieb:>> Den Enkoppelkondensator muss du auch über den Controllerpin laden.>> Ich schalte dazu einen Widerstand in Serie, der den Strom auf zulässige>> Werte begrenzt (üblicherweise tun z.B. 220E).>> Problem dabei: Mit viel mehr als 1mA Stromaufnahme beim IC spielt sich>> das nicht.>> Man könnte das Auf-/Entladen des Kondensators über einen zweiten> GPIO-Pin erledigen.
Naja, das geht schon, kostet aber 2 Ports. Und liefert trotzdem einen
kurzen Spike (den Kondensator von 3 auf 3,3V hochziehen). Der allerdings
nicht so schlimm ist.
Ich finde das aufwändig.
Nein, man kann über den Widerstand problemlos 1mA versorgen. Das reicht
für diverse Sensoren leicht aus. Man muss eh beachten, dass der Port
auch schon einen nennenswerten Innenwiderstand hat, 10mA da rausziehen
ist keine gute Idee.
Wenn man damit nicht auskommt, kann man die Schaltung aus dem Anhang
nehmen:
Der Kondensator C37 sorgt für einen konstanten, kontrollierten
Spannungsanstieg, wodurch sich auch hunderte µF schalten lassen, ohne
die Versorgung negativ zu beeinflussen. hunderte mA Last sind kein
Problem.
Der Spannungabfall ist vom FET abhängig, hier aber bei 65mOhm eher
weniger relevant.
Hurra schrieb:> Der Spannungabfall ist vom FET abhängig, hier aber bei 65mOhm eher> weniger relevant.
Und an R16 gibt es keinen Spannungsabfall?
> Der Kondensator C37 sorgt für einen konstanten, kontrollierten> Spannungsanstieg
Das macht schon die Induktivität zusammen mit C22.
Bei der Schaltung solltest du auch noch einen Plan haben, was mit der
Induktionsspannung beim Abschalten des FETs passiert, i.e. wo die
Energie bleibt, die im Magnetfeld der Induktivität bei fließendem Strom
gespeichert ist.
Wolfgang schrieb:> Hurra schrieb:>> Der Spannungabfall ist vom FET abhängig, hier aber bei 65mOhm eher>> weniger relevant.>> Und an R16 gibt es keinen Spannungsabfall?
Mann, hätte ich das blos herausgekürzt ;-)
L1 und R1 muss man sich überbrückt denken. Wie im Anhang. Sorry für die
Verwirrung.
Das Filter hat nichts mit der Schaltung zu tun.
>> Der Kondensator C37 sorgt für einen konstanten, kontrollierten>> Spannungsanstieg>> Das macht schon die Induktivität zusammen mit C22.
Nein. Natürlich steht jetzt bei der Drossel kein Wert dabei, aber auf
Millisekunden kommst du damit nie, mit akzeptablen Bauteilgrößen. Dazu
kommt: L + C musst du auch noch adäquat bedämpfen. Das wird riesig ;-)
Nein, da werkt schon der FET:
Das ist im Endeffekt ein Sourcefolger. Die Ausgangsspannung steigt
linear an.
Ich würds simulieren, das erklärt das besser als Prosa ;-)
Vorteil:
Linearer Anstieg -> konstanter Strom in C22. Über R36, R35 und R37
einstellbar. Nach dem Hochlauf ist das niederohmig.
-> für großes C und hohe Last geeignet.
Carsten schrieb:> Sorry! Schaltplan kann/darf ich nicht veröffentlichen.
Das ist ja auch ok. Deine Frage ist aber ohne zu unspezifisch.
Natürlich kann man mit einem Portpín etwas schalten, dazu sind Sie ja
da. Es ist auch null Problem damit ein anderes IC Ein- und
Auszuschalten, das tut dem Port nicht weh. Aber die Nebenwirkungen und
Risiken sind halt abhängig davon was du schalten willst und warum.
Du hast ja eine zweite Spannung im System. Diese wird geschaltet ist
aber nicht stabil und z.B. von der Stromaufnahme abhängig. Dann muss man
aufpassen ob da nichts irgendwo über interne clamp dioden und Gatter was
abfließt und es kann sein das du das über den gesamten denkbaren
Spannungsbereich machen musst den du so hast.
Das kann man jetzt beliebig weiter spinnen, (EMV, max Fanout usw.) von
Prinzip her garantiert dir keiner wenn out of specs.
Vielen Dank für die "konstruktiven" Beiträge.
Ich denke ich werde mich dann für die Variante mit dem P-MOS
entscheiden. Ich möchte nicht riskieren, dass der µC beim Einschalten
durch die Stützkondensatoren in undefinierte Zustände gerät.
Ich brauche eine saubere und zuverlässige Lösung.
Carsten schrieb:> Ich brauche eine saubere und zuverlässige Lösung.
Dann nutze das ChipEnable (CE) oder PowerDown PD deiner geheinisvollen
Peripherie nutzen und nicht die User-IO-Pins zur Stromversorgen
missbrauchen. Auch so ein PMOS hat einen DSon-Widerstand und verbraucht
ein paar µW extra - aber das willst du doch gerade vermeiden?
Oder schaltet den stromversorgungschip (DCDC) der ominösen Peripherie
on/off.
die besseren DCDC haben ein enable dafür.