Hallo zusammen.
Ich habe eine Schaltung entwickelt, die zum Groben aus µC, Levelshifter
(5V<->3.3V) und Buchse besteht. Der µC ist primär dafür da, SPI-Daten zu
senden. Die SPI-Clock-Frequenz liegen bei 20MHz (sonst eher
Steuersignale, also Tasten usw). Die SPI-Leitungen gehen dann zum
Levelshifter.
Der µC hat eine Rise-Time am Pin von 10ns.
Der Level-Shifter hat eine Rise-Time von min. 0.4ns bis max 2.7ns
Die Platine hat 4 Lagen: Signal-GND-5V-Signal.
Ich weiß nicht genau, was jetzt alles relevant ist, denn:
Ich will den beiden Chips an den Versorgungspins Abblock-C's spendieren.
Dazu stelle ich mir aber nun 2 Fragen:
1. Welche Kapazität nehme ich da? Was ist dafür relevant? Die 20MHz
Clock oder die Rise-Time? Wie kann ich die Kapazität ausrechnen?
2. Wie soll ich den (idealer Weise 0805) Kondensator an die Pins
bringen? Ich habe da mal einen Link (*1) gesehen, worin zu lesen war,
dass die Versorgung quasi über die Pads vom C zu den Pins fließen soll.
Hier ist auch zulesen, dass es eine recht schlechte Lösung ist, zwischen
Pads vom C und am IC mit den Vias die Versorgung anzulegen. Ist das
wirklich SCHLECHT? Oder nur schlechtER, macht in der Praxis aber kaum
einen Unterschied? Denn ich habe auch eine andere PDF (*2) gelesen, wo
(auf Seite 4) zusehen ist, dass mit Vdd unter dem Chip "hochgekommen"
wird, dann zu den Pins des ICs geht und dann erst zu den
Abblockkondensatoren. Laut Quelle 1 ja eine Katastrophe. Die
Realisierung der GND-Verbindungen entspricht der "schlechten" Lösung aus
Quelle 1.
Bei Quelle 2 handelt es sich aber um eine Application Note von Cypress,
die genau die "Decoupling Capacitors" behandelt, also warum sollten die
da ein doch so schlechtes Layout präsentieren? Ich will nicht behaupten,
dass Firmen immer Recht haben, aber irgendwie vertraue ich der PDF einer
doch bekannten und erfolgreichen Firma mehr, als einer privaten
Homepage.
Vielen Dank schonmal für jeglichen Input
*1: http://www.lothar-miller.de/s9y/categories/14-Entkopplung
*2: http://www.cypress.com/?docID=31807
Franzi schrieb:> Wie kann ich die Kapazität ausrechnen
Notwendig: Kapazität an den gleichzeitig geschalteten Ausgängen des IC
mal 25 bis 100 damit die Spannung beim umladen von denen nicht zu sehr
einbricht.
Störfaktor: Induktivität der Zuleitung zum Kondensator, inklusive dessen
interner, macht ihn ab einer bestimmten Flankensteilheit nutzlos
Allerdings sind die an den Ausgängen angeschlossenen Kapazitäten auch
weiter weg, also führt deren Zuleitungsinduktivität zu einer geringeren
Flankensteilheit.
Praktisch also: schwer auszurechnen, daher nimmt man meistens 100nF,
denn messen kannn man auch schwer, jede Messung verändert das
Verhalten. Bei 4-Lagen reichen auch 10nF, Vorteil, sie wirken besser,
vor allem bei IC die intern viel schalten (FPGA Pentium).
Franzi schrieb:> Wie kann ich die Kapazität ausrechnen?
Ich handhabe das so wie mit dem Müsli am Morgen: es kommen so viele
Flocken in die Schüssel, wie es mein Auge für richtig hält. Klar, man
könnte auch den Energiebedarf für die nächsten 5 Stunden und den
Energiegehalt einer Flocke ins Verhältnis setzen, dann wüsste man es
ganz genau...
Pro Versorgungspin 100nF und (je nach Strombedarf) nochmal 1x 10-47uF an
die Rail in der Nähe des uC haben bisher immer funktioniert und den EMV
Anforderungen genügt.
Ein Blick ins Datenblatt und ins Layout des Evalboards lohnt sich auch
immer.
Wichtig ist zunächst, dass der Kondensator überhaupt da ist und dass er
möglichst nahe an den Pins angebracht ist.
Der Kondensator soll ja kurzzeitige Peak-Ströme liefern, die beim
Umschalten der Logiksignale anfallen. Die Stromspitze soll von dem C
geliefert werden und nicht direkt von der Quelle - die kann es auf Grund
der Leitungsinduktivitäten nämlich nicht. Trotzdem wird die Quelle mit
Peaks belastet.
Die Ausführung nach Lothar Miller hat den Vorteil, dass diese Peaks in
Richtung Quelle besser gefiltert werden und so Abstrahlungen verringert.
Es ist also mehr eine Verbesserung der EMV als dass es eine bessere
Stützung bietet. Für die IC-Entkopplung ist der Unterschied marginal,
zur EMV-Verbesserung kann auch ein Ferrit-Bead deutliche Verbesserung
bringen, mehr als die Unterschiede beider Varianten.
Joe F. schrieb:> Pro Versorgungspin 100nF
Pro Versorgungspärchen...
Nicht umsonst sind diese Versorgungspins bei aktuellen Chipdesigns fast
immer paarweise zu finden. Und dort ran gehört der Blockkondensator.
Noch ein Punkt, die 0805 Bauform ist schon fast ein bisschen gross. Ich
denke fuer HC geht es noch, fuer UHS jedenfalls nicht mehr. Da ist
selbst ein optimal platzierter 10nF 0603 gerade so ausreichend.
Da ist dann wirklich auch mal ein Oszi mit 500M-1Ghz und optimaler
Tastkopf anbindung sinnvoll wenn ihr die klingeln sehen wollt.
Olaf
@Olaf (Gast)
>Noch ein Punkt, die 0805 Bauform ist schon fast ein bisschen gross. Ich>denke fuer HC geht es noch, fuer UHS jedenfalls nicht mehr. Da ist>selbst ein optimal platzierter 10nF 0603 gerade so ausreichend.
Schöne Paranoia. Ich wage zu behaupten, daß für DIESE Anwendung auch ein
1206 oder größer PROBLEMLOS ausreicht.
>Da ist dann wirklich auch mal ein Oszi mit 500M-1Ghz und optimaler>Tastkopf anbindung sinnvoll wenn ihr die klingeln sehen wollt.
Wollen sie das?
@Franzi (Gast)
>Der µC hat eine Rise-Time am Pin von 10ns.>Der Level-Shifter hat eine Rise-Time von min. 0.4ns bis max 2.7ns>1. Welche Kapazität nehme ich da? Was ist dafür relevant? Die 20MHz>Clock oder die Rise-Time?
Die Anstiegszeit. Aber die ist vor allem auch für die interne Logik
relevant. Die kennst du nicht, man muss schätzen.
> Wie kann ich die Kapazität ausrechnen?
Praktisch gar nicht. Nimm 100nF und gut.
https://www.mikrocontroller.net/articles/Kondensator#Entkoppelkondensator>Hier ist auch zulesen, dass es eine recht schlechte Lösung ist, zwischen>Pads vom C und am IC mit den Vias die Versorgung anzulegen.
Naja, vielleicht etwas schlechter als das Optimum, aber meist gut genug.
> Ist das>wirklich SCHLECHT?
Nein.
> Oder nur schlechtER, macht in der Praxis aber kaum>einen Unterschied?
Ja.
>Abblockkondensatoren. Laut Quelle 1 ja eine Katastrophe.
Die Quelle übertreibt und verallgemeinert unzulässig.
Die Diskussion hatten wir schon mehrfach 8-0
Danke für den Input, also doch eher unkritischer, als vermutet.
Falk B. schrieb:> Praktisch gar nicht. Nimm 100nF und gut.Joe F. schrieb:> Pro Versorgungspin 100nF
So hätte ich das auch getan. Ich hatte (von wo auch immer) im
Hinterkopf, dass bei modernen Chips die 100nF immernoch verwendet
werden, aber kaum einen wirklichen Nutzen haben, da dieser Richtwert von
vor über 15 Jahren stammt, und eher in Richtung 10nF gehen sollte. Aber
ich habe keine Quelle oder Begründung, daher fragte ich hier nochmal
nach.
hmmm, viele sind der Meinung das heute immer noch 100nF ausreichend
sind.
Da war aber schon vor 40 Jahren so an jedem TTL IC so die als echte TTL
Gräber gebaut wurden.
Wenn ich mich recht erinnere wurden 100nF auch gewählt damit die Summe
aller nicht als kapzitive Last zu groß hinter den Reglern wurden.
Ich gehe heute eher auf 220nF - 470nF weil die Summe aller Abblock Cs
gesunken ist und die ICs eher stärker sind und damit ihr Strombedarf
eher stärker geworden ist.
Negative Effekte sind mir da nie aufgefallen, aber warum soll dann 100nF
HEUTE noch das Optimum sein?
Joachim B. schrieb:> Ich gehe heute eher auf 220nF - 470nF weil die Summe aller Abblock Cs> gesunken ist und die ICs eher stärker sind und damit ihr Strombedarf> eher stärker geworden ist.>> Negative Effekte sind mir da nie aufgefallen, aber warum soll dann 100nF> HEUTE noch das Optimum sein?
Das ist aber definitiv die falsche Richtung. Da heute die Schaltungen
deutlich schneller als früher sind, muss man eher zu kleineren
Kapazitäten (<100nF) gehen, als größer zu werden. Auch ist die Anzahl an
Abblockkondensatoren eher gestiegen. Wenn man sich aktuelle
CPUs/Controller anschaut haben diese vergleichweise viele
Versorungspaare die abgeblockt werden wollen. Das weiter vom Verbraucher
entfernt evtl. größere Kondensatoren hingehören muss man von Anwenung zu
Anwendung sehen. Beim obigen Beispiel mit seperater GND und VCC Plane
stellen die beiden Planes einen sehr niederimpedanten Kondensator da,
der sehr schnell liefern kann.
Kevin S. schrieb:> Das ist aber definitiv die falsche Richtung.
das ist deine Meinung, mag an anderer Stelle zutreffen aber nicht bei
meinen Schaltungen
Kevin S. schrieb:> Da heute die Schaltungen> deutlich schneller als früher sind, muss man eher zu kleineren> Kapazitäten (<100nF) gehen, als größer zu werden. Auch ist die Anzahl an> Abblockkondensatoren eher gestiegen.
schneller ja, deswegen denke ich an größere Puffer
mehr Kapazitäten, wer auf und um Hochleistungs CPUs schaut hat Recht,
nur ich setzte diese ja nicht ein, ich setze heute weniger Logik ICs ein
und die eingesetzt werden sind stärker, statt 10 LS oder HC evtl. ein
Atmel und statt 1 MHz eben 16 MHz.
Vermutlich ist die Diskusion egal, wenn 100nF zu 220nF oder 470nF
innerhalb der PI x DAUMEN liegt ;)
Kevin S. schrieb:> Das ist aber definitiv die falsche Richtung.
So definitiv ist das wiederum auch nicht.
Es ist zwar richtig, dass die ICs schneller wurden, aber sie wurden auch
wesentlich komplexer. In Summe stiegen die Stromspitzen (natürlich nicht
für Gatter etc.).
Man kann durchaus auch mit 1µF statt 100nF Blocken, aber auch mit 10nF.
Die kleinen Cs haben ihr Impedanzminimum bei höheren Frequenzen, aber
eben weniger Ladung.
Außerdem stammen viele Faustregeln noch aus einer Zeit, wo SMD 1µF
richtig große Fladen waren. Heute gibt es die in 0402, die 100nF ev.
noch kleiner. Das reduziert den induktiven Anteil der früher vorhandenen
recht langen Anschlussdrähte auf nahe Null, was einen wesentlichen
Vorteil darstellt.
Daher: ganz unbewährt sind die 100nF nicht! Nehme diese und denke nicht
weiter drüber nach - außer über den Montageort: so nah wie möglich an
VCC/GND des ICs, also kurze Zuleitungen.
Und wenn die Bedenken trotzdem ganz groß sind, dann nimm 10nF und 1µF
parallel.
Joachim B. schrieb:> das ist deine Meinung, mag an anderer Stelle zutreffen aber nicht bei> meinen Schaltungen
Ich habe auch nicht im speziellen von deinen Schaltungen gesprochen, die
kenne ich nämlich nicht. Allgemein ist es aber so, dass die
Anstiegsgeschwindigkeiten kleiner werden und dadurch kleine Kapazitäten
nötig sind, die schnell nachliefern können (Was bringt dir ein riesiger
Tank der viel zu träge ist?). Deine Schlussfolgerung das heute mehr
Strom benötigt wird und deshalb mit großen Kapazitäten abgeblockt werden
muss ich falsch. Es wird zwar mehr Strom gebraucht, der kommt aber durch
viele schnelle Umschaltungen zu stande und nicht durch einige langsame.
Deswegen zur direkten Abblokung am IC eher kleiner als größer werden. In
der Zuleitung können dann je nach Bedarf auch größere Cs sitzen.
Joachim B. schrieb:> mehr Kapazitäten, wer auf und um Hochleistungs CPUs schaut hat Recht,> nur ich setzte diese ja nicht ein, ich setze heute weniger Logik ICs ein> und die eingesetzt werden sind stärker, statt 10 LS oder HC evtl. ein> Atmel und statt 1 MHz eben 16 MHz.
Aber auch "langsame" Bauteile haben heute teilweise schnellere
Anstiegszeiten als z.B. vor 10 oder 20 Jahren noch. Da sich der
Herstellungsprozess oft verkleinert hat sind auch die Gate-Kapazitäten
kleiner und es wird schneller geschaltet (auch wenn man das nicht
unbedingt will oder braucht).
HildeK schrieb:> Man kann durchaus auch mit 1µF statt 100nF Blocken, aber auch mit 10nF.
Kann man und soll man auch, man sollte nur wissen wo welcher Wert
sinnvoll ist und wo dann die Grenzen liegen. Das größere Cs ein
Impedanzminimum bei niedrigen Frequenzen haben hast du ja bereits
geschrieben. Dessen sollte man sich dann aber auch bei der Auswahl
bewusst sein.
HildeK schrieb:> Daher: ganz unbewährt sind die 100nF nicht!
Da stimme ich dir voll zu. Für sehr viele ICs reichen die 100nF
problemslos aus und deswegen kommen sie auch in nahezu jeder Schaltung
vor.
Man sollte aber immer das Datenblatt des ICs konsultieren und auf
Empfehlungen bzgl. Abblockung und Layout achten. Wenn nichts angegeben
ist und es kein IC mit kritischen Zeiten ist nehme ich auch immer 100nF
und evtl. je nachdem ob Leistung (>=1µF) oder Geschwindigkeit (<=33nF)
weitere parallel. Wobei der kleinste C immer möglichst nah an die
GND/VCC Paare kommt.
Hallo,
was man auch oft sieht ist die Kombination aus zwei oder gar drei Cs:
10nF + 470nF oder wenns ein fetter FPGA ist dann vielleicht 1nF + 100nF
+ 1µF
Kevin S. schrieb:> Für sehr viele ICs reichen die 100nF> problemslos aus und deswegen kommen sie auch in nahezu jeder Schaltung> vor.
ist es nicht oft so weil "hamwa immer so gemacht"
Wie hier festgestellt wurde kann eben nicht jeder die echte benötigte
Kapazität bestimmen.
Kevin S. schrieb:> Allgemein ist es aber so, dass die> Anstiegsgeschwindigkeiten kleiner werden und dadurch kleine Kapazitäten> nötig sind, die schnell nachliefern können
allgemein?
Das bedeutet doch nichts, genau wie deine Behauptung das größere
Kondensatoren nicht schnell nachliefern können, das impliziert doch das
größere Kondensatoren immer einen höheren induktiven Anteil haben, was
ich auch bezweifel bei KerKo.
Joachim B. schrieb:> das impliziert doch das> größere Kondensatoren immer einen höheren induktiven Anteil haben,
Dann schau dir mal den Impedanzverlauf diverser Kondensatoren an.
Kemet hat (zumindest früher) ein Spiceprogramm zum Download, in dem man
genau dieses simulieren kann mit deren Kondensatorprogramm. Da siehst du
sehr schön, dass das Impedanzminimum bei großen Kondensatoren tiefer
liegt als bei kleinen. Oberhalb davon dominiert der induktive Anteil.
Kemet: heute Onlineprogramm http://ksim.kemet.com/Default.aspx
> Das bedeutet doch nichts, genau wie deine Behauptung das größere> Kondensatoren nicht schnell nachliefern können, das impliziert doch das> größere Kondensatoren immer einen höheren induktiven Anteil haben, was> ich auch bezweifel bei KerKo.
Nicht labern, entweder Datenblatt lesen oder messen. Ich hab erst letzte
Woche ein UHS Gatter gesehen das mit einem optimal plaziertem 100nF 0603
bei jeder Schaltflanke eine satte 300Mhz Schwingung erzeugt hat. Mit
10nF in derselben Bauform war Ruhe. Und ich glaube ein AHC-Gatter wird
nicht viel besser sein.
Mag ja sein das die meisten hier noch mit gutmuetigen HC-Gattern aus
ihrer Jugend Erfahrung haben, aber aktuelle Logicfamilien koennen giftig
sein.
Olaf
HildeK schrieb:> Dann schau dir mal den Impedanzverlauf
hatte ich gesucht, aber nichts passendes gefunden, vermutlich streiten
wir aber hier um Kaisers Bart, denn in den Bereichen wo hier oft
hobbymäßig auf eigene Platinen gearbeitet wird ists egal ob 100nF oder
470nF.
Ich bin raus, will ja nicht um jeden Preis Recht behalten.
Joachim B. schrieb:> hatte ich gesucht, aber nichts passendes gefunden,
Falls es dich doch noch interessiert, hier zwei Links auf beispielhafte
Impedanzverläufe verschiedener Kapazitäten:
https://i.stack.imgur.com/O1WpV.pnghttps://i.stack.imgur.com/zmMpK.gifJoachim B. schrieb:> allgemein?> Das bedeutet doch nichts, genau wie deine Behauptung das größere> Kondensatoren nicht schnell nachliefern können
Wenn du die Diagramme verstehst, wirst du auch verstehen, dass ich nicht
irgendetwas behaupte, sondern es Tatsachen sind.
Joachim B. schrieb:> denn in den Bereichen wo hier oft> hobbymäßig auf eigene Platinen gearbeitet wird ists egal ob 100nF oder> 470nF.
Das ist häufig richtig, aber kann unter Umständen auch mal schief gehen.
Ich will hier nichts schlecht reden, nur verhindern dass Leute die den
Thread evtl. verfolgen auf den Gedanken kommen "Viel hilft viel -> also
nehme ich 10µF".
Kevin S. schrieb:> nur verhindern dass Leute die den> Thread evtl. verfolgen auf den Gedanken kommen "Viel hilft viel -> also> nehme ich 10µF".
da stimme ich zu, SMD in der Kapazität haben mit Kapazitätsverlust an
den Spannungsgrenzen Probleme, AL Elkos haben nennenswerte induktive
Anteile.
Bei den von mir genannten bedrahteten KerKos zwischen 100nF und 470nF
sehe ich die Probleme weniger.
Du hast Recht viel hilft nicht immer viel, trotzdem bin ich in dem
Glauben (was soll man ohne spezielle Meßmöglichkeiten auch machen) das
weniger eingesetzte heutige IC die stärker sind mehr Buffer brauchen als
frühere und das viele früher eingesetzte 100nF für jedes IC heute durch
wenigere ICs eine kapazitive Aufrüstung benötigen, jedenfalls habe ich
noch keine schädlichen Einflüsse beobachtet zumal in dem Bereich 100,
220, 470nF.
HildeK schrieb:> Die kleinen Cs haben ihr Impedanzminimum bei höheren Frequenzen, aber> eben weniger Ladung.
Den Graphen habe ich auch im Kopf. Deshalb habe ich mich gefragt, ob die
Risetime oder die 20MHz Frequenz relevant sind.
Kevin S. schrieb:> Aber auch "langsame" Bauteile haben heute teilweise schnellere> Anstiegszeiten als z.B. vor 10 oder 20 Jahren noch.
Das Beispiel brachte auch der Herr, bei dem ich ein High-Speed Seminar
hatte. Dort funktionierte urplötzlich ein Produkt bei einer Firma nicht
mehr. Nach langem gucken kam dann raus, dass andere Logik Gatter genutzt
wurden, die das gleiche abkönnen, aber schneller geschaltet haben. Dort
war dann allerdings Reflexionen die Ursache.
Matthias K. schrieb:> oder wenns ein fetter FPGA ist dann vielleicht 1nF + 100nF + 1µF
Aber doch nicht an jedem Pärchen? Bei nem fetten FPGA hat man doch
locker mal 20-50 Pärchen, und dann drei C's pro Pärchen?
Franzi schrieb:> Das Beispiel brachte auch der Herr, bei dem ich ein High-Speed Seminar> hatte.
Aha, und was war jetzt das Ergebnis dieses Seminars?
So erfolgreich kann es ja nicht gewesen sein.
Offenbar ist vor allem deine German-Angst geschürt worden irgendwas
falsch zu machen.
Lass' mich raten, das Seminar wurde von einem bekannten
Hersteller/Vertrieb (der mit W anfängt) von Keramikkondensatoren und
Induktivitäten veranstaltet ...
Mache es doch einfach wie inzwischen ausführlich erörtert
(Standardmaßnahme / Empfehlung lt. Datenblatt), und wenn dann im EMV
Labor noch Auffälligkeiten da sein sollten machst du dir weitere
Gedanken.
Franzi schrieb:> Aber doch nicht an jedem Pärchen? Bei nem fetten FPGA hat man doch> locker mal 20-50 Pärchen, und dann drei C's pro Pärchen?
Nicht unbedingt.
Die großen Cs könnten gemeinsam für mehrere Paare verwendet werden, sie
dürfen auch ein wenig weiter weg von den Pins sein und der ganz große
darf dann auch 10µ haben und ein Elko/Tantal sein. Wichtig ist, dass der
kleinste möglichst nahe an den Pins sitzt.
Joe F. schrieb:> Aha, und was war jetzt das Ergebnis dieses Seminars?> So erfolgreich kann es ja nicht gewesen sein.
Das Ergebnis war ein besseres Verständnis für Dinge wie Reflexionen,
Crosstalk, Lagen/Platinenaufbau usw. Aber interessant, wie du an einer
Frage erkennen kannst, wie erfolgreich ein 3-Tages Seminar war, Respekt.
Vorallem, weil du dafür mein Wissensstand davor kennen musst. Du
solltest mit diesen Fähigkeiten in der Marktanalyse arbeiten.
Joe F. schrieb:> Offenbar ist vor allem deine German-Angst geschürt worden irgendwas> falsch zu machen.
Nicht direkt, aber bei teurer werdenen Boards wird es (zumindest im
Privaten) auch immer ärgerlicher, wegen solchen Kleinigkeiten ein nicht
oder nicht richtig funktionierendes Board zu haben. Die Abblockung wurde
dort übrigens nicht so sehr behandelt wie andere Themen. Und als es
darum ging wurden sehr ausführlich die Vorteile von Dicht aneinander
liegenden Planes behandelt. Also oben Signal und dann 2-3 Vcc/GND
Pärchen mit 50μm Abstand. Bedeutet aber auch mkndestens eine 10 Lagen
PCB mit unsymmetrischem Lagenaufbau. Er meinte sehr oft "sehr teuer aber
elektrisch super geeignet und fast ideale Stütze für ICs".
Nur leider in meinem Fall irrelevant.
Joe F. schrieb:> Lass' mich raten, das Seminar wurde von einem bekannten> Hersteller/Vertrieb (der mit W anfängt) von Keramikkondensatoren und> Induktivitäten veranstaltet ...
Nope. Die Firma stellt nichts her und ist nur für Seminare da.
Joe F. schrieb:> Mache es doch einfach wie inzwischen ausführlich erörtert> (Standardmaßnahme / Empfehlung lt. Datenblatt), und wenn dann im EMV> Labor noch Auffälligkeiten da sein sollten machst du dir weitere> Gedanken.
Ja, wenn im Datenblatt eine Empfehlung ist, werde ich das so tun. Für
den Rest nehme ich bisher den Standard 100nF. Allerdings ohne zu wissen
warum, was bedeutet, ich weiß auch nicht, wann ich einen anderen oder
mehrere nehmen sollte und wenn, welche. Ich verstehe gerne, wieso ich
das und das tue. Aber hier schwankt es ja auch zwischen 10nF und 470nF
mit größeren Cs zum Stützen des kleinen Cs oder ohne.
EMV Labor hab ich leider nicht.
Also werde ich weiterhin 100nF Cs nehmen, bis irgendwas nicht
funktioniert und dann rumexperimentieren/raten. Es sei denn im DB steht
was genaueres drin.
HildeK schrieb:> Franzi schrieb:>> Aber doch nicht an jedem Pärchen? Bei nem fetten FPGA hat man doch>> locker mal 20-50 Pärchen, und dann drei C's pro Pärchen?>> Nicht unbedingt.> Die großen Cs könnten gemeinsam für mehrere Paare verwendet werden, sie> dürfen auch ein wenig weiter weg von den Pins sein und der ganz große> darf dann auch 10µ haben und ein Elko/Tantal sein. Wichtig ist, dass der> kleinste möglichst nahe an den Pins sitzt.
Alles klar, danke.