Low-ESR Kerko?

OP #5903897
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Die STM32-ICs benötigen laut Datenblatt bzw. AN4661 ein bis zwei Low-ESR 
Kerkos mit 2,2 uF und < 2 Ohm.

Jetzt dachte ich immer, Kerko und Low-ESR schließen sich aus, von 
Spezialtypen mal abgesehen. Aktuell benutze ich daher zwei 
nicht-low-ESR-Kerkos, was anscheinend auch gut funktioniert.

Aber was wäre besser: Low-ESR-Tantal nehmen oder Kerko ohne Low-ESR? 
Gibt es doch einfach erhältliche (Reichelt) Low-ESR-Kerkos? Oder sind 2 
Ohm gar nicht so low?
Gast #5903916
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Peter M. schrieb:
> Jetzt dachte ich immer, Kerko und Low-ESR schließen sich aus

Eher schließen sich Kerko und nicht-low-ESR aus...

Es gibt praktisch gar keine Möglichkeit, daß ein solcher Kondensator 
einen hohen ESR hat. Wo soll der herkommen?

Wenn es da Typen mit etwas höherem ESR gibt, dann geschieht das immer 
noch auf sehr hohem Level, im Vergleich zu z.B. einem Elko mit gleicher 
Kapazität.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5903919
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Peter M. schrieb:
> Oder sind 2 Ohm gar nicht so low?
Für Kerkos ist das ein absurd hoher Wert:
1
Typically quoted values of ESR for ceramic capacitors are between 0.01 and 0.1 ohms.
Zitat aus:
https://en.wikipedia.org/wiki/Equivalent_series_resistance

Denn der ESR kommt ja vorrangig durch die Induktivität und den 
Widerstand der Anschlussdrähte und des Wickels beim Elko zustande. 
zumindest beim SMD-Kerko sind Anschlussdrähte nicht vorhanden und der 
Wickel nur ein paar mm lang...
#5903923
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Peter M. schrieb:
> Jetzt dachte ich immer, Kerko und Low-ESR schließen sich aus

Wie kommst du auf dieses schmale Brett? Kerkos sind praktisch immer low 
ESR. Deswegen braucht man das auch nicht dazu zu schreiben.

> Aktuell benutze ich daher zwei
> nicht-low-ESR-Kerkos

So etwas gibt es gar nicht.

> was wäre besser: Low-ESR-Tantal nehmen oder Kerko ohne Low-ESR?
> Oder sind 2 Ohm gar nicht so low?

Bei erlaubten 2Ω ESR reichen sogar Aluminium-Elkos, sofern sie nicht aus 
dem letzten Jahrtausend sind. Tantal oder Kerko sind beide tauglich. Ist 
eine Frage des Preises und der Baugröße. Bei Tantals sollte man 
beachten, daß sie im Interesse der Lebensdauer spannungsmäßig 
überdimensioniert sein sollten. Hochkapazitive Kerkos im Prinzip auch; 
da aber nicht wegen der Lebensdauer, sondern weil sie an Kapazität 
verlieren wenn man sie am oberen Ende der erlaubten Spannung betreibt. 
Allerdings ist das bei einem Abblockkondensator vergleichsweise 
unkritisch.
(Firma: www.wolfgangrobel.de) #5904178
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Es gibt tatsächlich spezielle low-ESR-Kerkos bei den MLCCs. Bedingt 
durch die Bauform haben diese Kondensatoren eine relativ hohe 
Induktivität, das wirkt sich störend bei den hohen Frequenzen aus. 
Speziell für diesen Fall gibt es MLCCs, die breiter als lang sind oder 
welche, die in Arrayform aufgebaut sind.

Ist aber als schneller Puffer eher ein akademisches Problem.

https://de.wikipedia.org/wiki/Keramikkondensator#Low-ESL-Bauformen
https://www.murata.com/en-eu/support/faqs/products/capacitor/mlcc/char/0016
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5904208
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... schrieb:
>> und der Wickel
> Du solltest wirklich bei deinen FPGAs bleiben.
> Oder dich ueber den Aufbau von (MLCC)-Kerkos informieren.
Stell dir einfach das Wort "Wickel" in Anführungszeichen vor. Dann wirds 
auch für dich einfacher, zu verstehen, was ich damit gemeint habe...

Axel S. schrieb:
> Hochkapazitive Kerkos im Prinzip auch; da aber nicht wegen der
> Lebensdauer, sondern weil sie an Kapazität verlieren wenn man sie am
> oberen Ende der erlaubten Spannung betreibt.
Sie verlieren die Kapazität relativ linear. Ihre "aufgedruckte" 
Kapazität haben sie nur bei einer Messpannung von ca. 0..1V.
Siehe dazu das:
https://www.murata.com/en-us/products/emiconfun/capacitor/2012/11/28/en-20121128-p1
https://www.maximintegrated.com/en/app-notes/index.mvp/id/5527

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