Hallo,
ich bin derzeit am überlegen ob ich meine KS230 mit einen Drehzahlregler
ausstatte. Leider steh ich bei der Auswahl des richtigen Teils derzeit
etwas auf dem Schlauch.
Würde es funktionieren wenn ich als externes Teil einen 300W Fußregler
wie bei Stehlampen verwende (der Stellbereich würde mir reichen) oder
gibt es für solche Anwendungen was passendes bei dem man die Säge so
belassen kann und das extern regeln kann?
Dank vorab fürs Lesen und Antworten
Habe bei meiner Maschine einen einfachen Zwischensteck-Dimmer (max 300W)
ähnlich
http://www.pollin.de/shop/dt/NTI2OTQ0OTk-/Lichttechnik_Leuchtmittel/Diverse_Zubehoer/Dimmer/Steckdosen_Dimmer.html
im Einsatz. Vor Allem beim Schneiden von Kunststoff bewährt sich die
Sache gut. Die Drehzahl ist auch ohne den Dimmer nicht konstant, mit
Dimmer ist der Drehzahleinbruch proportional auch nicht größer. Vorher
hab ich einen Stelltrafo genutzt, mit gleichem Resultat. Ich würde
vermuten, das es sich um einen permanenterregten Gleichstrommotor
handelt, wie beim FBS230, der Gleichrichter im Link von Michael würde
auch dafür sprechen, hab die Maschine selbst noch nicht soweit zerlegen
müssen.
mfG
Hi,
bernte schrieb:> ich bin derzeit am überlegen ob ich meine KS230 mit einen Drehzahlregler> ausstatte. Leider steh ich bei der Auswahl des richtigen Teils derzeit> etwas auf dem Schlauch.
Ich wollte gerade schreiben was du denn hast, denn die KS230 hat doch
einen Regler... (denn meine hat definitiv einen und den Nutze ich auch
öfter, weil bestimmte sachen sind ohne einfach - Blöd- )
Da sehe ich dann gerade noch Rechtzeitg das die aktuell verkauften da wo
meine den Regler hat nur einen Aufkleber haben.
Bei mir ieht der Bereich um den Einschalter genau so aus wie er auch bei
der aktuellen DS230...
Ob das Original bei der KS230 mal so war und der Regler dann im LAufe
der ZEit eingespart wurde oder der Vorbesitzer da umgebaut hat, das weiß
ich leider nicht.
Jetzt könnte man mal schauen ob der Motor der DS230 und der KS230 evtl.
identisch/ähnlich sind und wenn ja wie es mit dem Regler aus der DS230
als Ersatzteil aussieht (Bisher hatte Proxxon ja immer eher echt zivile
Ersatzteilpreise wenn ich angefragt habe)
Vielleicht ist das ja ein einfacher, praktischer Weg und auch noch
optisch einigermaßen ansändiger Weg für die Nachrüstung (evtl. sogar bei
meiner genau so passiert?).
ICh habe meine für 35 Euro auf einem AFU Flohmarkt erstanden, kann daher
leider nicht mehr beim Vorbesitzer nachfragen.
Gruß
Carsten
Hm, die DS230 hat auch einen 85W Wechselstrommotor, also wohl denselben
wie die KS230, nur ohne Drehzahlregelung. Also liegt doch nahe, dass es
ein einfach regelbarer Motor ist.
Anscheinend haben sich doch schon einige dazu Gedanken gemacht.
Danke für die Antworten.
Wenn der Dimmer schon bei Ingo im Einsatz ist, scheint es wohl zu
funktionieren. Wollte mir eben eher so ein Fußschieber zulegen dann hat
man die Hände frei zum Arbeiten. Zum Sägen von Kunststoff natürlich gut
falls man nicht immer dass passende Sägeblatt einspannen will. Dann kann
man auch mit den Korundscheiben oder der diamantierten Scheibe schneiden
ohne das was anschmilzt.
Hallo zusammen,
habe zu dem Thema auch mal eine Frage. Und zwar habe ich mir auch die
DS230/E gebraucht gekauft. Ich würde jetzt gerne den Motor durch einen
stärkeren Nähmaschinenmotor (180W) ersetzen. Anleitungen dazu,
zumindest für die KS230/220 findet man unter anderem ja auch hier. Nur
leider haben die keine Drehzahlreglung wie die DS230/E.
Ich frage mich jetzt ob die von Proxxon verbaute Regelung ausreichend
ist für die Mehrleistung, oder ob ich die Regelung durch eine andere
ersetzen muss.
Ein Bild von der jetzt verbauten Reglung befindet sich im Anhang, kann
mir jemand sagen, ob ich diese Reglung Weiter verwenden kann?
Schöne Grüße
Sven
Hi,
Die Frage wäre m.E.n. in einem eigenen Thread besser aufgehoben gewesen,
da es ja nur am Rande mit der Ursprungsfrage zu tun hat...
Aber egal:
Laut deinem Bild ist auf der Reglerplatine ein BTA12-600 als
"schaltendes" Element vorhanden. Dies ist das Teil was besonders
kritisch ist.
Da es ein Gleichspannungsmotor ist muss man sich dann auch noch den
Gleichrichter anschauen. Der ist hier durch vier einzelne Dioden
realisiert.
Der REst ist die Ansteuerung, die ist nicht ganz so entscheidend.
Ein Gleichtaktfilter ist nicht bestückt...
Laut Datenblatt kann der BTA12 12A RMS als Dauerstrom aushalten.
Das wären immer ~2700 Watt! (Kurzzeitig -Anlaufstrom- kann der mehr)
Die Dioden können, sofern der Bestückungsaufdruck INS406 korrekt ist 6A
verkraften. immer noch ~1350 Watt Dauerleistung
Bei deinem Motor müsste man jetzt schauen ob die Angabe 180W die
aufgenommene Leistung ist, oder wie bei Motoren jeseits der
Miniaturgröße meist üblich, die Leistung an der Welle. Wenn die 180W die
mechanische Leistung darstellen müsste man den Wirkungsgrad
berücksichtigen um auf die tatsächlichen elektrischen Werte zu kommen.
Wenn ich jetzt vom Worst Case Fall ausgehe und die 180W sind die
mechanische Leistung bei einem (unrealistisch schlechten) Wirkungsgrad
von 50% annehmen sind wir bei 360W aufgenommene Leistung des Motors. Der
reale Wert wird irgendwo zwischen diesem Wert und 180 W liegen. Aber
ziemlich sicher deutlich unterhalb von 360W.
Bei einer mittleren Spannung von 230V (pulsierende Gleichspannung, es
wird nicht geglättet) sind das 2A Dauerstrom.
Sowohl für die Dioden (1/3 der max Dauerleistung) wie auch für den
Thyristor (1 /6 der max. Dauerleistung) ist das grundsätzlich erst
einmal kein Problem.
Soweit das was man eindeutig sagen kann...!
Jetzt aber das wo es unsicher wird!
Da gibt es zwei kritische Dinge die genauer betrachtet werden müssen:
1. Der Anlaufmoment des Motors. Da ist die Leistungsaufnahme kurzzeitig
viel höher!
2. Die Wärmeentwicklung. Je mehr Strom über die Bauelemente fleisst um
so mehr (Verlust-) Wärme muss abgeführt werden.
Zu Wärme:
Die obige Rechnung sagt nur das die kritischen Bauteile den Strom
grundsätzlich vertragen können! Aber damit sie diesen Vertragen können
müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Insbesondere muss die
entstehende Wärme ausreichend abgefhrt werden.
Beim Thyristor kann man dem Datenblatt entnehmen das im
durchgeschalteten Zustand bei einem Strom von 2A etwa 2W an Verlustwärme
entstehen die abgeführt werden müssen.
Ob der kleine Kühlkörper dafür ausreichend ist kann man rechnerisch nur
sagen wenn alle Daten vorliegen. Für ein Basteleinzelstück würde ich das
jedoch einfach ausprobieren. (Die Temperaturentwicklung unter Belastung
überwachen und wenn es zu viel wird einen größeren Kühlkörper
verwenden.)
Mein Bauchgefühl sagt aber das ein größerer Kühlkörper schon sinnvoll
wäre. Immerhin kann man ganz groß von einer Verdoppelung der
Verlustleistung, für die er ausgelegt ist, ausgehen.
Zum Anlaufmoment:
Auch hier kann man nur mit sehr viel genaueren Angaben zum Motor und
mehr Aufwand rechnerisch Ermitteln ob die Bauteile das auf Dauer
aushalten werden. Vom Bauchgefühl würde ich sagen das dies
unproblematisch ist, da ja selbst im Vollastbetrieb immer noch eine
mehrfache Sicherheit von den Werten vorhanden ist, die Bauteile eine
kurzzeitige Überschreitung ihrer maximalwerte für Dauerleistung
spezifiziert vertragen können (Dazu macht das Datenblatt ausdrückliche
Angaben) und vor allem da der Motor ja gar nicht unter Belastung anläuft
sondern wohl immer nur im Leerlauf (Die Leistung im Leerlauf sind weit
weniger als 180W. Das wirkt sicha uch auf den Anlauf aus!)
Auch hier würde ich für ein Einzelstück im Hobbyeinsatz einfach sagen
das Versuch Klug macht. Zumal die Alternative ja sowieso der Ersatz ist,
eine Defekt der Baugruppe somit keine Zusatzkosten verursachen würde.
(Ganz davon abgesehen das der auch noch leicht zu beheben wäre)
Gruß
Carsten
P.S.: Das obige richtet sich natürlich nur an "elektrotechnisch
hinreichend fachkundige" Personen! Als Hobbibastler ohne
Elektrotechnischen Hintergrund sollte man von den elektrischen
Bastelleien die Finger lassen, schließlich geht es hier direkt um 230V
ohne Netztrennung, auf eine vorgefertigte und sicher ausreichende
Drehzahlregelung zurückgreifen (z.b. die passenden Fusspedale zu den
Motoren) und die gnaze Verkabelung von einer Fachkundigen PErson
ausführen lassen oder zumindest vor inbetriebnahme prüfen lassen.
(Als Modellbauer z.B. kennt man bestimmt einen Hobbykollegen der
entsprechend ausgebildet ist und Zugriff auf die nötige Ausrüstung hat)
Sven schrieb:> Ich würde jetzt gerne den Motor durch einen> stärkeren Nähmaschinenmotor (180W) ersetzen.> Nur leider haben die keine Drehzahlreglung wie die DS230/E.
Hmm, eine Nähmaschine ohne Drehzahlsteller (eche Drehzahlregler
waren wohl in diesem gesamten Thread nicht gemeint) kann ich
mir kaum vorstellen. Normalerweise sind die auch als Fußpedal
gebaut, wasv an einer Säge ja auch ganz praktisch ist.
> Ich frage mich jetzt ob die von Proxxon verbaute Regelung ausreichend> ist für die Mehrleistung, oder ob ich die Regelung durch eine andere> ersetzen muss.
Da Proxon ja anscheinend einen Gleichstrommotor nimmt und
der Nähmaschinenmotor vermutlich ein Wechselstrommotor ist,
wird das nicht passen und Motor und Steuerung werden durch-
brennen.
Danke für die vielen Infos und ausführlichen Antworten.
Ganz unbedarf in der Elektroinstalation bin ich nicht und war auch Teil
meiner Ausbildung, auch das Löten habe ich damals gelernt.
Da die Säge logischer weise nie unbeaufsichtigt läuft, werde ich wohl
die Reglung mal in Betrieb nehmen und sehen, ob sie zu warm wird, sollte
das der Fall sein, werde ich sie einfach durch so einen Steckdosenregler
ersetzen.
Bei dem Nähmaschinen Motor handelt es sich um so ein Model:
https://www.ebay.de/itm/153033218519
Fußpedal ist auch dabei, finde ich aber eher unpraktisch, da man ja
während der Arbeit die Drezahl halten will um auf die
Materialeigenschaften einzugehen, wenn man dann immer mit dem Fußpedal
die passende Drezahl suchen muss ist das glaube ich nicht vorteilhaft.
Schönen Abend
Sven
Ja, habe ich. Die Erfahrungen von anderen, die die Säge (KS230/220) mit
dem Motor und Drezahl umgebaut haben sind gut, daher habe ich mich dafür
entschieden.
Hi nochmal,
Harald W. schrieb:> Da Proxon ja anscheinend einen Gleichstrommotor nimmt und> der Nähmaschinenmotor vermutlich ein Wechselstrommotor ist,> wird das nicht passen und Motor und Steuerung werden durch-> brennen.
Die Stromform ist natürlich etwas was man beachten muss! Ich meine aber
im Kopf zu haben das die einfachen Nähmaschinenmotoren die für
Wechselstrombetrieb vorgesehen sind einfache Reihenschlussmotoren sind.
Schließlich kommen fuer eine einfache Drehzahl"regelung" mit
Phasenanschnitt oder Leistungspoti grundsätzlich nur Asynchronmaschinen
in Frage.
Diese Reihenschlussmotoren sollten auch an Gleichspannung problemlos
laufen.
Sicherer ist man aber mit einem Motor der explizit fuer Gleichstrom oder
Allstrombetrieb ausgewiesen ist.
Jedoch wird man das bei den Chinaangeboten wohl vergeblich suchen. Da
geht es nur um den Mainstream und man müsste ausprobieren.
@TE
Laut deinem Ebay link sind die 180w die elektrische Leistung. Also sind
die Werte nur die Hälfte meiner worst case Betrachtung oben. Falls der
Motor tatsächlich Allstromfaehig ist (vorsichtig ausprobieren) sollte
das mit der Elektronik gehen. Lediglich den Kuehlkoerper des Thyristors
würde ich etwas vergrößern oder alternativ für eine Zwangsbelueftung
sorgen. Aber Vorsicht: Im Betrieb kann bei dieser Schaltung am
Kuehlkoerper potentiell Netzspannung ⚠ anliegen!
Jedoch würde ich überlegen ob ich nicht doch auf die interne
Drehzahlregelung (Drehzahlsteller) verzichten würde um stattdessen das
Fusspedal zu verwenden.
Schließlich ist das ja scheinbar sowieso im Lieferumfang enthalten. Denn
da die Drehzahl nur gestellt wird schwankt die sowieso bei Belastung.
(Das ist das was jemand oben mit -Einstellung durch Vorschub- scherzhaft
gemeint hat. Mit dem Fusspedal kann man das während des Schnittes
ausgleichen, mit dem Drehpoti nicht. Mit etwas Erfahrungen bzw. Uebung
bekommt man so viel gleichmäßigere Drehzahlen als bei dem internen
Steller hin. Immerhin hat man damit so etwas wie eine echte Regelung.
Mit einem selbst als Teil der Regelstrecke natürlich)
Gruss
Carsten