Gibt es Pressluft-Extruder?

OP (Firma: dm2sh) #7613886
Lesenswert?
• ▲
▼

Hallo,

ich habe einige Extruder zur Herstellung von 3D-Druck-Filament gesehen, welche eine Schraube zur Verdichtung des Kunststoffs verwendet. Es gibt wohl auch welche mit Kolben.

Es sollte doch auch eine Variante mit Pressluft geben? Dazu wird Granulat in ein Druckgefäß gegeben, welches unten eine Extruderdüse hat. Sobald es aufgeheizt und damit flüssig ist, wird Druckluft zugeführt. Die Luft sammelt sich oben und drückt die Flüssigkeit durch die Düse nach unten heraus. Weiteres Granulat kann über eine Schleuse zugeführt werden, damit der Prozess nicht unterbrochen werden muss.

Gibt es solch einen Druckluft-Extruder? Was spricht dagegen?

#7613903
Lesenswert?
• ▲
▼

<edit> Ich habe nicht genau genug gelesen: Du beziehs Dich auf Extruder zur Filament-Herstellung. Ich rede von Extrudern an 3D-Druckern... Daher sind meine Punkte nicht mehr wirklich gültig...

Luft ist ein sehr kompressibles Medium. Wenn Du also Granulat verbrauchst, indem Du es druckst, wird der Luftdruck i Druckgefäß sinken. Der Druck, mit dem das Filament aus der Nozzle gepresst wird, würde sich damit verändern. Das natürlich lässt sich mit einer intelligenten Regelung ausgleichen, keine Frage. Dennoch hat man eine Variable mehr, an der man drehen muss, vergleichen mit einem rein mechanischen Extruder.

Noch mehr aber sehe ich das Problem beim Retract, also beim Zurückziehen des Filaments. Zum Beispiel beim Layer-Wechsel. Mit einem mechanischen Extruder ist das ohne Probleme möglich.

Aber willst Du in Deinem pneumatischen Extruder plötzlich Unterdruck anlegen müssen, um das Filament ein bisschen aus der Düse zurück zu ziehen?

OP (Firma: dm2sh) #7613920
Lesenswert?
• ▲
▼

Tobias S. schrieb:

Ich rede von Extrudern an 3D-Druckern

OK, da sollte es trotzdem funktionieren, und zwar...

Tobias S. schrieb:

Noch mehr aber sehe ich das Problem beim Retract, also beim Zurückziehen des Filaments. Zum Beispiel beim Layer-Wechsel. Mit einem mechanischen Extruder ist das ohne Probleme möglich.

Aber willst Du in Deinem pneumatischen Extruder plötzlich Unterdruck anlegen müssen, um das Filament ein bisschen aus der Düse zurück zu ziehen?

Nein, da hätte man einfach eine Düsennadel, wie bei einer Diesel-Einspritzdüse.

#7613943
Lesenswert?
• ▲
▼

Tobias S. schrieb:

Noch mehr aber sehe ich das Problem beim Retract, also beim Zurückziehen des Filaments. Zum Beispiel beim Layer-Wechsel.

Es geht um einen Extruder, mit dem Filament /hergestellt/ wird, d.h. ein Ding, wo Granulat reingekippt wird und Filamentfaden rauskommt, nicht um einen Extruder, der zum Drucken verwendet wird.

Dennoch erscheint auch mir Druckluft für die Aufgabe ungeeignet.

(Firma: Funkenflug Industries) #7613980
Lesenswert?
• ▲
▼

Wie schon gesagt wurde, man braucht die "mechanische Bearbeitung", um Luftblasen aus der Masse zu bekommen und damit sich alles gut vermengt, man also an der Düse eine möglichst gleichmäßige Masse hat. Wenn man Filamente für 3D-Drucker herstellen will, ist es leider nicht besonders leicht, die 1,75 (oder 2,85) mm Filamentdurchmesser einzuhalten. Die Qualität des Ausdrucks leidet recht schnell wenn der Filamentdurchmesser variiert, da es dann zeitweise zu Über- und Unterextrusion kommt. Deswegen sollte man sein Filament nie zu billig kaufen, sonst fängt man sich genau solche Probleme ein.

#7614263
Lesenswert?
• ▲
▼

Dochdoch Es gibt sowas. Habe ich hier, wollte ich schon immer mal am 3D Drucker ausprobieren.

Habe mir dafür mal einen gebauchten Schmelzkleberauftragsapparat besorgt. Das ist so eine Art elektrisch betriebener Schnellkochtopf. Unten dran ist gleich die Kleber Auftragsdüse. Oben wird Druckluft draufgegeben. Die Austrittsdüse hat ein Elektromagnetventil

Habe ich hier von der Firma HBB Bühnen herumstehen als MB1001

#7614402
Lesenswert?
• ▲
▼

Das wird auch zum Teil von den Temperaturen und Drücken im Extruder abhängen. Ich kenne Extruder mit 2 Förderschnecken, wo Pulver u. Granulat als Mischung zugeführt wird umd im Extruder nicht nur eine Vermischung, sondern die Komponenten auch noch weiter polymerisieren. Da hast du um die 180°C und ca. 200 Bar Druck an der Austrittsdüse. Um das per Druckluft betreiben zu können bräuchtest du große Hebel, bzw. eine Turbine um viel Volumen in Kraft umzusetzen.

#7614440
Lesenswert?
• ▲
▼

Tobias S. schrieb:

Noch mehr aber sehe ich das Problem beim Retract, also beim Zurückziehen des Filaments. Zum Beispiel beim Layer-Wechsel. Mit einem mechanischen Extruder ist das ohne Probleme möglich.

Aber willst Du in Deinem pneumatischen Extruder plötzlich Unterdruck anlegen müssen, um das Filament ein bisschen aus der Düse zurück zu ziehen?

Lötpastedispenser tun das, da ist eine kleine Venturi-Vakuumpumpe drin.

https://www.paggenshop.com/epages/61935700.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61935700/Products/5ECMS200

Uwe

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.