Hallo an die Elektronikgemeinde,
Ich habe mir eine Rollosteuerung gebaut und nach mehreren Monaten
problemlosen Betriebs klebt das erste Relais. Nach klopfen wieder i.o.
Das Problem ist aber damit nicht gelöst.
Jetzt habe ich schon in mehreren Beiträgen gelesen dass man induktive
Lasten am Besten am Scheitelwert der 230~V Spannung schaltet.
Bei Wikipedia steht aber dass dieses Vorgehen nur hei einem
Eisenkerntrafo mit Luftspalt sinnvoll ist.
Ist dieses Vorgehen auch bei einem Rolladenmotor sinnvoll um den
Einschaltstrom zu begrenzen?
Ist es auch beim Abschalten des Rollomotors sinnvoll den Scheitelwert zu
nutzen?
Als Relais habe ich die schmalen Netzrelais von Reichelt mit 6A
genommen.
Vielen Dank erstmal.
Ich kenne Deine Schaltung und die Daten des Motors nicht, aber es könnte
so sein, daß beim Schalten der Relais Abreißfunken an den Kontakten
entstehen. Dadurch bilden sich Krater auf den Kontakten, so daß sie sich
mechanisch verhaken.
Du könntest ein RC-Glied über die Kontakte legen, um das zu verhindern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Snubber
Schicke doch mal die Schaltung hierher, vielleicht liegt es auch daran,
daß ein Relais schaltet, während das andere noch angezogen ist....
;-)
MfG Paul
Ja es ist das FTR LYCA.
Die Leistung von den Rollomotoren muss ich erst ermitteln, da sie
eingebaut sind.
Wie kann ich die Induktive Schaltleistung eines Relais berechnen?
Ist es trotzdem sinnvoll die Motoren zum Scheitelwert der 230V
Wechselspannung zu schalten?
Leider habe ich keine Snubber verbaut!
Schaltung habe ich leider nicht da, weil ich nicht daheim bin :-(
Die Schaltung ist so konzipiert dass ich die Relais über den ULN2803
schalte.
Die Relais für "Rauf" und "Runter" sind gegenseitig gesichert. d.h. das
Relais für "Rauf" läuft über den Öffner des "Runter"-Relais.
Andreas schrieb:> Ist es trotzdem sinnvoll die Motoren zum Scheitelwert der 230V> Wechselspannung zu schalten?
Wie überredest Du denn deine klebenden Relaiskontakte dass sie genau zu
dem Zeitpunkt schalten sollen?
Abgesehen davon: hast Du eine Schnell-Löschung für die Relaisspulen in
Deiner Schaltung? Die üblichen Freilaufdioden an der Spule verkürzen die
Lebensdauer der Kontakte.
Gruß Anja
Andreas schrieb:> Leider habe ich keine Snubber verbaut!
Dann mach das bitte noch einmal und guck dir die Kontakte im Dunkeln an.
Während sie die Last schalten natürlich.
Das Schalten im Scheitelwert wäre sinnvoll, ist aber nicht machbar,
zumindest nicht bei einem Relais:
Da das Relais mechanisch arbeitet, hat es zwischen Schaltaugenblick des
Spulenstroms und Kontaktbewegung eine solche Verzögerung, dass das
Treffen des Scheitelwertes so gut wie unmöglich ist.
Die richtige Lösung besteht aus Snubber oder VDR-Widerstand. Damit
werden die hohen Spannungsspitzen abgebaut, die durch die Induktivität
entstehen.
Die Lichtbögen werden dann nicht mehr vom L des Motors aufrechterhalten
und die Lebensdauer der Kontakte erhöht.
Als Freilaufdioden nutze ich die 1N4007.
Abgesehen davon sind ja auch freilaufdioden im ULN2803 drin.
In der Rollosteuerung könnte ich eine Möglichkeit zur Nullpunkterkennung
der 230V Wechselspannung einbauen.
Die Relais würde ich dann genau zu dem Zeitpunkt der 230V-Scheitewertes
schalten.
Wegen snubber guck ich nochmal wenn ich daheim bin
Hi
>In der Rollosteuerung könnte ich eine Möglichkeit zur Nullpunkterkennung>der 230V Wechselspannung einbauen.
Dann sieh dir mal die Schaltzeiten von deinem Relais an.
MfG Spess
Die Schaltzeit meiner Relais sind max. 8 ms.
Also könnte ich doch 8ms vor erreichen des Scheitelpunktes das Relais
schalten.
Oder noch besser 2ms nach Nulldurchgang.
Die Schaltzeiten gelten nur für ganz bestimmte Schaltbedingungen und
können ziemlich streuen. (es heißt ja max. 8ms und nicht genau 8 ms.)
Außerdem bringen die Motoren je nach Last eine andere Phasenverschiebung
Strom/Spannung. Sie sind ja eine Kombination von L und einem sehr
lastabhängigen Widerstand.
Bei Leerlauf des Motors ist die Phasenverschiebung fast 90 Grad, da
keine Wirkleistung aufgenommen wird, bei Vollast oder gar Überlast
entsteht nahezu Ohmsche Belastung.
Ja, das ist jetzt echt ein Problem... :-(
Ich glaube ohne größere Änderung komme ich nicht weiter.
Weis jemand passende Snubber... für Rollomotoren bis max. 150W?
moin,
das sind meines wissens Kondensatormotore mit hilfsfase (da hängt ein
dicker C zwischen dem anschluss für links und rechts lauf).
Endabschaltung geht meines wissens im motor über micro schalter.
die schaltzeiten zwischen links und rechtslauf berücksichtigt.
und hoffentlich keine motoren paralelgeschaltet.
Solche Snubber gibt es doch als Klotz, in dem ein 0,1-uF-Kondensator und
ein 100-Ohm-Widerstand bereits vereinigt sind. Sieht dann wie ein
normaler 0,1uF Folienkondensator aus.
Schau mal bei Triac-Schaltungen nach. Für 6A oder 10A-Triacs dürften die
ähnlichen Werte verwendet werden.
Auch 250-V-VDR's müssten eine Lösung darstellen.
Andreas schrieb:> Als Relais habe ich die schmalen Netzrelais von Reichelt mit 6A> genommen.
Die 6A sind für ohmische Belastung. Da die nach einigen Monaten kaputt
gehen sind sie wahrsacheinlich zu klein dimensoniert für deine Last.
Helmut Lenzen schrieb:> Die 6A sind für ohmische Belastung. Da die nach einigen Monaten kaputt> gehen sind sie wahrsacheinlich zu klein dimensoniert für deine Last.
Die schmalen Netzrelais sind ideal, da die ja nur 5mm breit sind... hab
auch schon im Netz geschaut, aber Relais die nur 5mm Breis sind, gibt's
leider nur mit max. 6A
Die gegenseitige Verriegelung von "rauf" und "runter" ist übrigens nicht
optimal, da kann es durch die Mechanik zu Überschneidungen kommen. Auch
das Nachlaufen der Motoren durch die Schwungmasse der Anker spielt da
eine dumme Rolle.
Unter dem Begriff Rolladensteuerung wurde hier einmal empfohlen, ein
Relais für Ein/Aus und eines für vor/zurück einzusetzen. Das scheint
eine bessere Lösung zu sein.
Beim Funkenproblem bleibt es aber.
Peter R. schrieb:> Die gegenseitige Verriegelung von "rauf" und "runter" ist übrigens nicht> optimal, da kann es durch die Mechanik zu Überschneidungen kommen. Auch> das Nachlaufen der Motoren durch die Schwungmasse der Anker spielt da> eine dumme Rolle.
Ja, das weis ich. Es ist ja auch nur zur Sicherheit... falls die
Steuerung spinnt oder ein Relais klemmt. Normalerweise werden nie beide
Relais geschaltet. Es ist schon in der Steuerung softwaremäßig
verriegelt.
Aber falls ein Relais klemmt...
mal ne doofe frage ...
warum werden da Relais und nicht einfach n Triac und nen Triac-Driver
mit Nulldurchgangserkennung (z.B. MOC3043) davor verbaut?
Würde der dann nicht auch beim Strom-Nulldurchgang abschalten,
Gegeninduktionen unterdrücken und beim Spannungsnulldurchgang
einschalten?
Gut, n RC könnt man dem Triac ja noch spendieren, aber wäre die Variante
nicht langlebiger als per Relais zu schalten?
Fhutdhb Ufzjjuz schrieb:> Würde der dann nicht auch beim Strom-Nulldurchgang abschalten,> Gegeninduktionen unterdrücken und beim Spannungsnulldurchgang> einschalten?
Ja.
> Gut, n RC könnt man dem Triac ja noch spendieren, aber wäre die Variante> nicht langlebiger als per Relais zu schalten?
Ja.
Andreas schrieb:> Die schmalen Netzrelais sind ideal, da die ja nur 5mm breit sind... hab> auch schon im Netz geschaut, aber Relais die nur 5mm Breis sind, gibt's> leider nur mit max. 6A
Ideal sind die nicht sonst würden sie ja nicht kaputt gehen :-)
Ausserdem sind die nur für 0.185kW Motorleistung und damit sehr knapp an
der Leistungsgrenze was sich ja durch nur eine kurze Lebensdauer auch
darstellt.
Andreas schrieb:> Helmut Lenzen schrieb:>> Die 6A sind für ohmische Belastung. Da die nach einigen Monaten kaputt>> gehen sind sie wahrsacheinlich zu klein dimensoniert für deine Last.>> Die schmalen Netzrelais sind ideal, da die ja nur 5mm breit sind... hab> auch schon im Netz geschaut, aber Relais die nur 5mm Breis sind, gibt's> leider nur mit max. 6A
Das muß mit größeren Relais nicht besser werden. Ich habe eine
Relaisansteuerung für 2 Rolläden, ich glaube das wird Koppelrelais
genannt, mit wesentlich größeren Relais, extra für Rolläden, alle paar
Monate hängt da auch eins.
Mit Omron G6C habe ich gute Erfahrungen, sind wesentlich kleiner als das
Koppelrelais, aber doch mehr als die 5mm.
MfG Klaus
Andreas schrieb:> Ist es auch beim Abschalten des Rollomotors sinnvoll den Scheitelwert zu> nutzen?
Du schaltest normalerweise den Motor nicht ab, das tut der
Endlagenschalter.
MfG Klaus
> warum werden da Relais und nicht einfach n Triac und nen Triac-Driver> mit Nulldurchgangserkennung (z.B. MOC3043) davor verbaut?MOC3042 ist eh zu wenig, das ist für 117V Netze und nicht für 230V.
Aber auch ein MOC3062 überlebt einen Rolladen kein einziges mal,
denn ein Rolladenmotor ist ein Trafo.
Die nicht angesteuerte Wicklung erzeugt 460V~ und zerbläst dir mit ihrer
Spitzenspannung von 650V jeden TRIAC.
Daher bedient man Rollläden nicht mit TRAICs, und wenn, dann mit 1000V
TRIACs.
Und bei Relais kleben die Kontakte schon nach kurzer Zeit, wie Andreas
jetzt auch rausgefunden hat, vor allem wenn man falsch umsteuert. Daher
gehört dort ein Snubber zwischen die beiden Richtungsleitungen, und VDR
helfen nicht, weil man sie nicht auf 230V auslegen könnte sondern auf
460V auslegen müsste.
MaWin schrieb:> Die nicht angesteuerte Wicklung erzeugt 460V~ und zerbläst dir mit ihrer> Spitzenspannung von 650V jeden TRIAC.
Es gibt noch ein zusätzliches Problem. Wenn der Endlagenschalter bei
einer unglücklichen Phasenlage abschaltet, entsteht auf der nicht
angesteuerten Wicklung ein Puls, der auch 1000V Triacs rösten könnte.
MfG Klaus
MaWin schrieb:> Und bei Relais kleben die Kontakte schon nach kurzer Zeit, wie Andreas> jetzt auch rausgefunden hat, vor allem wenn man falsch umsteuert. Daher> gehört dort ein Snubber zwischen die beiden Richtungsleitungen, ...
Auch wenn gleich wieder der Spruch mit den Fliegen und der Sch... kommt,
in der Jalousiesteuerung von Gira (Typ 0399 00), sind auch einfach nur 2
Relais drin. Kein Subber oder sonstwas.