Hallo,
In folgendem Dokument wird die Anode der Photodiode in manchen
Schaltungen nicht auf Gnd gelegt, sondern mit einem Eingang verbunden
und über einen sehr hohen Widerstand auf Gnd gelegt. Das sieht man immer
wieder mal, wenn es um hohe Sensitivität geht. Leider steht keine
Erklärung dazu. Kann mir wer sagen was das soll?
www.ti.com/lit/an/sboa061/sboa061.pdf
Danke
Ich tippe mal, dass man die Eingangsströme kompensieren will, so wie in
alten, klassischen Schaltungen, auch wenn die Eingangsströme hier um
Dekaden geringer sind.
MFG
Falk
>Ich tippe mal, dass man die Eingangsströme kompensieren will, so wie in>alten, klassischen Schaltungen, auch wenn die Eingangsströme hier um>Dekaden geringer sind.
Genau. Lohnt sich immer, wenn die Offsetströme kleiner als die
Biasströme sind.
Die Anode wird dabei hoch gelegt (figure 2), da nur dadurch das
Zero-Biasing der Photodiode erhalten bleibt. Macht man es dagegen so,
wie in figure 3, kann der Spannungsabfall am 400M Widerstand das
Zero-Biasing verfälschen. Das Resultat wäre eine
Empfindlichkeitsschwankung der Photodiode.
Bei der Schaltung in figure 2 ensteht zwar auch am 1G Widerstand ein
Spannungsabfall, aber dieser erscheint an beiden Eingängen als
Gleichtaktspannung und wird durch die CMRR herausgerechnet.
http://www.ti.com/lit/an/sboa061/sboa061.pdf
Das du dir mal die Theorie des Opamps reinziehst. Man beginnt mit einem
idealen Opamp und geht dann ueber zu den nichtidealen Eigenschaften.
Wenns um den Eingangsstrom geht, kann man einen FetOpAmp nehmen, der
dann wiederum andere Eigenschaften hat.
Delta Oschi schrieb:> Das du dir mal die Theorie des Opamps reinziehst.
Eine der besten Erklärungen und wirklich detaillierte Betrachtungen und
Berechnungen zu OPs sah ich im Tietze/Schenk. Die Bibel schlechthin.
Aber auch im Internet findet man in Sekundenschnelle was, und wenn es
nur Wikipedia mit dem Suchbegriff "Operationsverstärker" oder
"Offsetspannung" ist.
whatever schrieb:> Und was willst Du mir damit sagen? Der zweite Widerstand hat bestimmt> nix damit zu tun, dass der OPA kein R2R ist.
Nimm einen idealen Opamp und zeichne dir die "Unzulänglichkeiten" einer
realen Schaltung mit ein.
Das wären hier eine Offsetspannungsquelle und Stromquellen gegen Masse
an den Eingängen.
Dann rechne die Schaltung nochmal durch. Mit einem Lastenheft kannst du
dann deinen Opamp auswählen...
Den 2. Widerstand nimmt man meist wegen des Biasstromes. Beim OPA128
kann das aber kaum die Ursache sein, denn der BIAS Strom ist sehr klein,
und der Offsetstrom nicht viel kleiner. Interressant wird aber ggf. der
Biasstrom bei höheren Temperaturen.
Je nach OP kann das Stromrauchen der beiden Eingänge teilweise
korreliert sein - dann würde bei genügend starker Korrelation der 2.
Widerstand da auch etwas gegen das Stromrauschen helfen.
Einen so großen Widerstand wie im DB des OPA 128 würde ich normalerweise
eher nicht noch ein 2. mal einsetzen, wenn er nicht unbedingt benötigt
wird, denn der Widerstand gibt auch zusätzliches Rauschen, und die
positiven Effekte halten sich da in Grenzen. Es hängt aber vom
Einsatzfall ab - bei 120 C und damit relativ viel Bias lohnt der
Widerstand vielleicht doch.
>In folgendem Dokument wird die Anode der Photodiode in manchen>Schaltungen nicht auf Gnd gelegt, sondern mit einem Eingang verbunden>und über einen sehr hohen Widerstand auf Gnd gelegt.
Das hat etwas mit dem kapazitiven Einkoppeln von Störungen zu tun: Denkt
man sich Störungen gleichmäßig kapazitiv auf die beiden
Fotodiodenleitungen eingekoppelt, verhält sich die Schaltung
näherungsweise wie ein Differenzverstärker und kann Störungen in erster
Näherung herausrechnen. Ist hier erklärt:
http://www.ti.com/lit/an/sboa035/sboa035.pdf
Das macht natürlich nur Sinn, wenn alle beteiligten Widerstände und
Kapazitäten sorgfältig "gematcht" sind und vor allem die Störung in
beide Fotodiodenleitungen gleichmäßig einkoppelt. Das ist beispielsweise
der Fall, wenn die Fotodiode mit einer längeren Leitung angeschlossen
wird. Das kapazitive Einkoppeln direkt in die Fotodiode passiert dagegen
in der Regel unsymmetrisch, weil die Kontakte "oben drauf" die Kontakte
"darunter" ziemlich gut abschirmen.
Nachteilig an der Methode ist natürlich das zusätzliche Rauschen des
zusätzlichen Widerstands. Hier muß man einen Kompromiß finden.
Es gibt noch andere Gründe, warum man bei OPamps mit JFET-Eingängen
gerne Cap-Matching oder Impedance-Matching an den Eingängen macht,
einmal um das Rauschen zu verringern, das andere Mal um die Verzerrungen
niedrig zu halten. Aber das sind andere "Baustellen":
http://www.analog.com/static/imported-files/data_sheets/AD745.pdfhttp://www.analog.com/static/imported-files/seminars_webcasts/371366216sscsect5.PDFhttp://www.analog.com/static/imported-files/data_sheets_obsolete/1134125OP176.pdf
Das hat ganz ander Gründe:
vom Ausgang über des Genkopplungswiderstand ist mit der KApazität der
Fotodiode ein Tiefpass. Eine OP hat 180 Grad Drehung, durch den
frequenzkompensierten OP (OP ist ein TP) kommen nochmals 90 Grad dazu
und jetzt noch der Gegekopplugswiderstand mit der Fotodiodenkapazität
sind es 360 Grad und die schöne Schaltung schwingt.
>vom Ausgang über des Genkopplungswiderstand ist mit der KApazität der>Fotodiode ein Tiefpass. Eine OP hat 180 Grad Drehung, durch den>frequenzkompensierten OP (OP ist ein TP) kommen nochmals 90 Grad dazu>und jetzt noch der Gegekopplugswiderstand mit der Fotodiodenkapazität>sind es 360 Grad und die schöne Schaltung schwingt.
Dagegen hilft der 5p "phase lead" Cap, der dem Gegenkopplungswiderstand
parallel geschaltet ist und die von dir angesprochene "phase lag"
rückgängig macht.
Bitte probiere einmal eine BPW34, 1MOhm und ein 1 MHz
Verstäkungbandbreite.
OPV.
Du wist mit pF nicht auskommen. Da wirst Du die Bandbreite mit dem
Kondensator vom Ausgang auf U- in den KHz Bereich reduzieren müssen,
damit das nicht schwingt.
Die einfache Schaltung (OPV Gegnekopplungs-R, Fotodioade an U-) ist
plausibel, aber sehr tückisch.
>Bitte probiere einmal eine BPW34, 1MOhm und ein 1 MHz>Verstäkungbandbreite OPV.>Du wist mit pF nicht auskommen. Da wirst Du die Bandbreite mit dem>Kondensator vom Ausgang auf U- in den KHz Bereich reduzieren müssen,>damit das nicht schwingt.
Das ist richtig. 22p sollte der Gegenkopplungscap dann schon haben,
damit die "phase margin" nicht zu stark aufgezehrt wird.
Aber hier haben wir es mit der HP5082-4204 zu tun, die nur rund 5p
Sperrschichtkapazität hat und nicht mit der BPW34 mit immerhin rund 70p.
Das ändert die Situation ziemlich gründlich, wie eine Phasenganganalyse
zeigt. Außerdem spielt noch die Größe des Gegenkopplungswiderstands eine
gewisse Rolle.
Um es mal auf ein einfaches Level runterzubrechen: Der Widerstand dient
dazu, Offsetfehler durch die Biasströme zu reduzieren. Das dabei
auftretende Rauschen wird partiell durch den Kondensator parallel
kompensiert. Diese Technik verbessert die Genauigkeit des Verstärkers,
hat aber dafür andere Probleme, wie, dass das Aufladen des Kondensators
eine Weile dauert.
j. c. schrieb:> Diese Technik verbessert die Genauigkeit des Verstärkers
Die Aussage ist etwas ungenau. Es geht bei so einer Auslegung nicht
primär um Genauigkeit, sondern um Geschwindigkeit. Daher die hochohmigen
Widerstände. Weil diese dann die sonst vernachlässigbar kleinen
Biasströme "bemerkbar" machen, muss gegengewirkt werden.
Diese Aussage wiederrum ist etwas wirr.Der zweite Widerstand dient dazu
den Fehler, der durch den Biasstrom am Feedback-Widerstand abfällt zu
kompensieren. Bei kleinen Widerständen: kein Problem. Um Geschwindigkeit
geht es eigentlich nicht, denn die hängt von den Kapazitäten und dem
Feedbackwiderstand ab, nicht vom Impedanz-Matching-Widerstand.
j. c. schrieb:> die hängt von den Kapazitäten und dem> Feedbackwiderstand ab
Eben. Und den musst du groß machen, wenn du schnelle Dioden bei wenig
Intensität nutzen willst.