Hallo
ich habe gelesen, dass man mittels Unterabtastung ein Bandpass-Signal
wieder "heruntermischen" kann und es damit ins Basisband bringen kann.
Angenommen, ich habe ein Amplitudenmoduliertes Signal
(Zweiseitenbandmodulation mit Träger). Der Träger sei bei 100 MHz und
das ganze Spektrum habe die Bandbreite 2 MHz. Wenn ich dann mit exakt 4
MHz abtaste, dann wird der Träger selbst bei 100 MHz auf die
DC-Komponente abgebildet, und das untere Seitenband bildet dann die
negativen Frequenzen und das obere Seitenband die positiven Frequenzen,
oder? oder geht das hier nicht?
Für mich sieht das so aus, als ob da was runtergemischt würde, wie z.B.
bei einem Superheterodyne-Empfänger, der mischt ja auch das
Antennensignal in die ZF runter. Mit der Unterabtastung könnte man sich
ja dann den Mischer sparen, ja?
Gruss.
Tim schrieb:> Mit der Unterabtastung könnte man sich> ja dann den Mischer sparen, ja?
Im Prinzip ja, wenn du einen AD-Wandler mit genügend hoher
Eingangsbandbreite hast. Dann muss man sich noch um Jitter ect. Gedanken
machen
O.K. sagen wir mein Basisband-Signal hat eine Bandbreite von 2 MHz. Das
zweiseitige Spektrum geht somit von -1 MHz bis +1 MHz. Und das wird dann
auf einen Träger hochgemischt. Sagen wir 100 MHz. Das untere Seitenband
geht dann von 99 MHz bis 100 MHz, und das obere Seitenband geht von 100
MHz bis 101 MHz. Der Träger ist schön in der Mitte.
Kann ich das dann so geschickt runter sampeln, dass das untere
Seitenband wieder bei -1 MHz bis 0Hz liegt und das obere Seitenband bei
0Hz bis +1 MHz?
Nach meiner Skizze müsste ich dann mit mindestens 2 MHz abtasten, aber
irgendwie passt das nicht so ganz, weil, die Bandbreite ist ja
theoretisch 2 MHz dann müsste ich eigentlich mit 4 MHz abtasten. Das
macht mich ein wenig konfus.
Tim schrieb:> ann ich das dann so geschickt runter sampeln, dass das untere> Seitenband wieder bei -1 MHz bis 0Hz liegt und das obere Seitenband bei> 0Hz bis +1 MHz?
Nur, dass -1MHz und +1MHz das gleiche ist (bis auf die Phase) und beide
Seitenbänder übereinander liegen.
Ja genau, und meine Idee war jetzt, dass ich ein AM-Signal -- also eine
Zweiseitenbandmodulation -- so demodulieren könnte, indem ich einfach
entsprechend unterabtaste, sodass der Träger auf die Frequenz 0
abgebildet wird. Geht das?
Aus meiner BW Zeit erinnere ich mich dumpf dass immer ein Seitenband
unterdrückt wird, bisschen schwierig bei Unterabtastung.
Schreib halt ein C oder MAtlab Program und probier es aus.
Tim schrieb:> Ja genau, und meine Idee war jetzt, dass ich ein AM-Signal -- also> eine> Zweiseitenbandmodulation -- so demodulieren könnte, indem ich einfach> entsprechend unterabtaste, sodass der Träger auf die Frequenz 0> abgebildet wird. Geht das?
Unter idealen Voraussetzungen ist das so möglich. Ideale Trägerfrequenz,
ideale Abtastfrequenz, idealer Selektionstiefpass.
Da in der Realität nichts ideal ist, wird das so natürlich nicht
gemacht.
Martin schrieb:> Aus meiner BW Zeit erinnere ich mich dumpf dass immer ein Seitenband> unterdrückt wird, bisschen schwierig bei Unterabtastung.
Der TE hat im ersten Post geschrieben, dass es sich um DSB-AM handelt.
Wenn der Bandpass gut ist kann das Ergebnis auch besser als mit einem
nicht so guten Mischer sein. Ich hatte mit einer ähnlichen
Unterabtastung gute Erfahrungen gemacht.
dumdi dum schrieb:> Wenn der Bandpass gut ist kann das Ergebnis auch besser als mit> einem> nicht so guten Mischer sein. Ich hatte mit einer ähnlichen> Unterabtastung gute Erfahrungen gemacht.
Der Mischer ist ja digital, die Abtastfrequenz muss so gewählt werden,
dass sich das Spektrum des 2MHz Signals ohne Aliasing periodisch
fortsetzt. Das habt mit nem guten Bandpass nichts zu tun, selbst wenn
man von einem ideal bandbegrenztem Signal ausgeht gibt es aufgrund der
nichtidealen Träger- und Abtastfrequenz Probleme, wenn man einfach mit
2MHz abtastet. Dann landen die Spektren nämlich nicht genau bei 0Hz,
sondern etwas weiter rechts und links.