Die IT-Branche ist die Branche mit dem höchsten Innovationstempo und
steht wie keine andere für Disruption und Transformation.
Die immense Bedeutung von Software in allen Lebensbereichen lässt dieser
Branche ein hohes Maß an Verantwortung zukommen - gleichzeitig herrscht
gerade in IT-Firmen häufig eine Wild-West-Mentalität, die man sonst
nirgends findet.
Trotz eines guten Gehaltes sind viele Softwerker oft auch aufgrund
mangelnder sozialer Kompetenz den Unternehmen ausgeliefert.
Die Gewerkschaften agieren traditionell eher im Umfeld des
produzierenden Gewerbes. Welche Gewerkschaft empfiehlt sich für
Beschäftigte im IT-Sektor?
Vernunftmensch schrieb:> Welche Gewerkschaft empfiehlt sich für Beschäftigte im IT-Sektor?
Marburger Bund, Vereinigung Cockpit, GDL haben eigentlich am meisten für
ihre Mitglieder getan, bei Verdi und IGM hast du bestochene
Gewerkschaftler die nur noch auf Seite der Unternehmer stehen und nicht
mal die Inflation als Gehaltssteigerung rausholen. Stattdessen reden die
von der 28 Stunden Woche wo die meisten Leute inzwischen 40+Überstunden
schieben, also völlig an der Realität vorbei.
Michael B. schrieb:> Marburger Bund, Vereinigung Cockpit, GDL
Das sind aber branchenspezifische Gewerkschaften. Für die IT gibt es so
etwas nicht, vermutlich weil Geeks das soziale Bewusstsein fehlt. Da ist
noch eine Nische zu besetzen...
> vermutlich weil Geeks das soziale Bewusstsein fehlt. Da ist> noch eine Nische zu besetzen...
Wieso? Wenn sie so ein Bewusstsein nicht haben dann gibt es da auch
keine Nische.
Olaf
>Da ist noch eine Nische zu besetzen...
Wenn Züge nicht mehr fahren, Flugzeuge nicht mehr fliegen oder der Müll
nicht ehr abgeholt wird, hat das wohl krassere Folgen als wenn Facebook
ein neues Feature nicht zeitgerecht programmiert.
IT ist eben maßlos überschätzt...
IchGlaubeEsNicht schrieb:> IT ist eben maßlos überschätzt...
Findest du? Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches
aus.
Züge sind voll mit Software, genauso wie Müllautos. Es ist nur nicht so
offensichtlich.
>Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches aus.
Falls ITler streiken sollten, wieviel deiner Switches müßten dann z.B.
in einer Woche ausgeschaltet werden.
Welche Konsequenzen würde so ein Streik haben?
>Züge sind voll mit Software, genauso wie Müllautos.
Wie viele Müllautos bleiben pro Woche wegen Softwareproblemen liegen?
IchGlaubeEsNicht schrieb:> Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches aus.>> Falls ITler streiken sollten, wieviel deiner Switches müßten dann z.B.> in einer Woche ausgeschaltet werden.>> Welche Konsequenzen würde so ein Streik haben?>> Züge sind voll mit Software, genauso wie Müllautos.>> Wie viele Müllautos bleiben pro Woche wegen Softwareproblemen liegen?
Nur weil die ITler keinen direkten Hebel haben, um ihre Forderungen
durchzusetzen, heißt das nicht, dass sie unwichtig sind.
Dann müssen sie sich einen Hebel suchen.
Theo schrieb:> IchGlaubeEsNicht schrieb:>> IT ist eben maßlos überschätzt...>> Findest du? Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches> aus.
Oder Blackholes mit falschen BGP Route Advertisements.
> Welche Gewerkschaft ist die richtige?
Das kann nur eine sein, die den Gegensatz zwischen
Kapital und Arbeit NICHT verleugnet.
Das "Co-Management", massgeblich befeuert von
"unserem" Walter (Riester, ehemals 2.Vorsitzender der IGM, für mich
einer der grössten Arbeiterverräter nebst Hugo Haase -Kriegskredite
1914-, Müntefering, Clement, Schröder...,) müsste eine Gewerkschaft, für
die ich werben würde, dahin treten, wo es nach meiner Auffassung
hingehört:
In die Tonne.
Michael B. schrieb:> mal die Inflation als Gehaltssteigerung rausholen. Stattdessen reden die> von der 28 Stunden Woche wo die meisten Leute inzwischen 40+Überstunden> schieben, also völlig an der Realität vorbei.
Immerhin hat es die IGM über die letzten Jahrzehnte geschafft, dass ein
eingestufter Hilfsarbeiter bei gleicher Arbeitszeit ca. 1/3 mehr netto
als ein Lokführer bei der Deutschen Bahn bekommt bzw. ihr Gehalt über
die letzten Jahrzehnte halten konnten, während Lokführer seit der Reform
1994 ohne Verbeamtung enorme Verluste erlitten.
> D.h., die Realität von 40h Stunden wurde überhaupt erst von den> Gewerkschaften geschaffen.
Und die andere Realität weiter zunehmender prekärer
Beschäftigungsverhältniss e(zeitliche begrenzte Arbeitsverträge bzw.
Leiharbeit, bescheiden entlohnter Praktika für die "dringendst
benötigten" Fachkräfte, 1€-"Selbstständige" ...) wurden/werden
toleriert.
Wenn ein Gesamtbetriebsratsvorsitzender einer grossen Autofirma (und
IGM-Mitglied) mehr als 10-mal soviel "verdient(e)", wie unsere
BundeskanzlerIN, sind gewisse Massstäbe weit mehr als relativistisch
verbogen ...
Ändert dass etwas daran, dass Gewerkschaften denjenigen helfen können,
die in der Unternehmenshierarchie ganz unten stehen und sonst keine
Stimme haben?
Elektrofan schrieb:> Und die andere Realität weiter zunehmender prekärer> Beschäftigungsverhältniss e(zeitliche begrenzte Arbeitsverträge bzw.> Leiharbeit, bescheiden entlohnter Praktika für die "dringendst> benötigten" Fachkräfte, 1€-"Selbstständige" ...) wurden/werden> toleriert.
Das ist schon völlig in Ordnung so, eine Gewerkschaft wie die IG Metall
hat nicht den Auftrag, die für das Wohl aller Beschäftigten in
Deutschland zu kämpfen, sondern das Beste für genau ihre Mitglieder
herauszuholen, von mir aus auch auf Kosten anderer. Es ist nun einmal
eine Interessenvertretung, genau wie der Arbeitgeberverband auf der
anderen Seite, versteht das doch bitte mal.
Hier wird immer so getan, als müsste die IG Metall den Anspruch haben,
als Wohltäter die Arbeitswelt retten zu wollen. Nein, es genügt
vollkommen, wenn ein ordentliches Lohnplus und gute Arbeitsbedingungen
für ihre Mitglieder (und die anderen fest angestellten Mitarbeiter in
diesen Unternehmen) herausspringen.
Theo schrieb:> Ändert dass etwas daran, dass Gewerkschaften denjenigen helfen können,> die in der Unternehmenshierarchie ganz unten stehen und sonst keine> Stimme haben?
Sie könnten, aber die Masse der Leute ganz unten ist trotz oder wegen
der Gewerkschaften erheblich grösser geworden "working poor" in den
letzten Jahrzehnten, Zeitarbeitssklaven weil Gewerkschaftler sich über
den Tish ziehen liessen bzw. nur erklärlich durch die massiven
Bestechungsgelder von den wir oben ja lesen konnten.
Michael B. schrieb:> Theo schrieb:>> Ändert dass etwas daran, dass Gewerkschaften denjenigen helfen können,>> die in der Unternehmenshierarchie ganz unten stehen und sonst keine>> Stimme haben?>> Sie könnten, aber die Masse der Leute ganz unten ist trotz oder wegen> der Gewerkschaften erheblich grösser geworden "working poor" in den> letzten Jahrzehnten, Zeitarbeitssklaven weil Gewerkschaftler sich über> den Tish ziehen liessen bzw. nur erklärlich durch die massiven> Bestechungsgelder von den wir oben ja lesen konnten.
Das klingt ja fast nach einer Mehrklassengesellschaft... Fraglich, ob es
ohne die Gewerkschaften schlimmer oder besser wäre.
Wem nützt die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes eigentlich? Der
gesamten Gesellschaft? Den Arbeitnehmern?
Oder nur einigen wenigen Großkapitaleignern? Falls ja, dann würde sich
die Gesellschaft zurück entwickeln.
Fraglich auch, wie schnell sich die neuen Arbeitsformen aus der
wachsenden Shared Economy ("Clickworker", "Micro Jobs" und co)
entwickeln, und ob rechtzeitig eingegriffen wird.
Qwertz schrieb:> Nein, es genügt vollkommen, wenn ein ordentliches Lohnplus und gute> Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder (und die anderen fest> angestellten Mitarbeiter in diesen Unternehmen) herausspringen.
Wie bringe ich nun meine Firma dazu, mir auch all diese Vorteile zu
ermöglichen, wenn ich nur eine kleine Leuchte bin, kein einziger Kollege
Gewerkschaftsmitglied ist, und noch schlimmer, man Gewerkschaften für
etwas ganz schlimmes hält? Weil man den Leuten seit Jahren ganz große
Opportunities verspricht, wenn sie nur schön angepasst und auf Linie mit
der ach so besonderen Unternehmenskultur sind...
Gewerkschaften halte ich für nicht mehr zeitgemäß. Bei Streiks stellt
man massiven Missbrauch fest (Piloten etc.). Streiken kann nur der, der
einen geeigneten Hebel hat und nicht der, der in präkeren
Arbeitsverhältnissen arbeitet. Außerdem können Streiks nur von
Gewerkschaften angezettelt werden. Eigentlich eine ziemliche Perversität
(vgl. wilde Streiks). D.h. Arbeitnehmer geben ihre Macht freiwillig oder
unfreiwillig an die Gewerkschaften ab. Und zu behaupten heute gäbe es
die 60h-Woche wenn die Gewerkschaften nicht (gewesen) wären, halte ich
schon für abenteuerlich. Die Verringerung der Arbeitszeiten waren
gesellschaftliche Vorgänge ("Volkswillen"), die Gewerkschaften waren
dabei ein (friedenstiftendes) Instrument. Aber auch ohne dieses
Instrument hätte sich die 40h-Woche bahngebrochen. Vielleicht brutaler.
Insofern kann man sogar sagen, dass die Existenz der Gewerkschaften im
Interesse der Unternehmer liegt.
Das heißt erstmal nicht, dass Gewerkschaften schlecht wären. Aber einen
gesellschaftlichen Auftrag sehe ich definitiv nicht.
Gewerkschaften erstreiken hier und heute Vorteile für Minderheiten auf
Kosten der Mehrheit im ganzen Land. Sie benötigen für ihr Weltbild ganz
altlinks die stete Kategorisierung von bösem Arbeitgeber/gutem
Arbeitnehmer, von den da oben und den da unten, von arm und reich. Davon
allein lebt diese Ideologie- sie ist gesamtgesellschaftlich
realitätsfern und schädlich. Indem stets nur eine Minderheit im Fokus
steht geradezu egoistisch.
Jeff schrieb:> Gewerkschaften erstreiken hier und heute Vorteile für Minderheiten> auf Kosten der Mehrheit im ganzen Land. Sie benötigen für ihr Weltbild> ganz altlinks die stete Kategorisierung von bösem Arbeitgeber/gutem> Arbeitnehmer, von den da oben und den da unten, von arm und reich. Davon> allein lebt diese Ideologie- sie ist gesamtgesellschaftlich> realitätsfern und schädlich. Indem stets nur eine Minderheit im Fokus> steht geradezu egoistisch.
Du verwechselst hier Mehrheit mit Minderheit. Die Arbeitnehmer sind in
der Mehrheit, und die Arbeitgeber und Shareholder sind in der
Minderheit. Nicht andersrum. Und Egoisten sind am Ende alle, bis auf ein
paar wenige lebensmüde.
Jeff schrieb:> . Davon> allein lebt diese Ideologie- sie ist gesamtgesellschaftlich> realitätsfern und schädlich.
Die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen als Ideologie zu bezeichnen
ist nichts anderes als Framing, das Aufzwingen eines Deutungsrahmens.
Es ist doch völlig klar, dass gesunde Unternehmen nur unter einem
Kräftegleichgewicht entstehen können - ob das nun durch eine
Gewerkschaft gewährleistet wird, sei dahin gestellt.
Ich finde die Idee einer Gewerkschaft grundsätzlich gut, die Umsetzung
in Form der IG Metall jedoch beknackt!
Die IG Metall fördert meiner Meinung nach Leiharbeit, in dem sie
selektiv wegschaut und gesetzliche Vorgaben in machen Betrieben durch
betriebliche Sondervereinbarugen aufweicht - zu Lasten der Leiharbeiter,
welche in der Regel keine Vertretung haben. Man ist besorgt über die
eigenen Mitarbeiter und vor Allem darüber, dass andere Stellen
verschwinden wenn Leiharbeiter übernommen werden.
Bei Ford in Köln gibt es beispielsweise eine solche Sonderregel die
besagt, dass Leiharbeiter 2 ganze Jahre statt nur 1,5 Jahre dort bleiben
dürfen. Der Betriebsrat winkt regelmäßig Verlängerungen durch (bis zu 4
Jahre Leiharbeit!) und hinterfragt selten bis garnicht, ob eine
Leiharbeitertätigkeit nicht durch eine Feste Stelle zu ersetzen ist.
Dank dieser Praxis bleibt die Leiharbeit für Ford attraktiv.
Ich habe dort Leute kennen gelernt, die kompetent und integraler
Bestandteil von Teams waren. Sie hatten einen guten Ruf über
Abteilungsgrenzen hinweg. Trotzdem waren sie Leiharbeiter und wurden
Jahr für Jahr verlängert oder für 3 Monate auf's Abstellgleis gesetzt,
damit sie danach gleich wieder anfangen konnten. Ich schätze dort
arbeiten 30% der Belegschaft als Leiharbeiter - alles mit dem Segen der
IGM. Das hat nichts mehr damit zu tun, Leistungsspitzen auszugleichen.
Ich bin jetzt woanders, "echter" Mitarbeiter in einem IGM Betrieb, aber
ich werde definitiv nie Mitglied der IGM werden.
Vernunftmensch schrieb:> Die IT-Branche ist die Branche mit dem höchsten Innovationstempo> Die immense Bedeutung von Software in allen Lebensbereichen lässt dieser> Branche ein hohes Maß an Verantwortung zukommen> Trotz eines guten Gehaltes sind viele Softwerker oft auch aufgrund> mangelnder sozialer Kompetenz den Unternehmen ausgeliefert.>> Die Gewerkschaften agieren traditionell eher im Umfeld des> produzierenden Gewerbes.
Korrektur: Die Industriegewerkschaften ...
In der Industrie ist das Gewerkschaftswesen von den Arbeitern erschaffen
worden und von denen sind bessere Arbeitsbedingungen erkämpft worden
(indirekt auch für die Angestellten).
Die Angestellten waren auf der Seite des Kapitals und versuchten
zusammen mit den Firmeneigentümern, den Führungskräfte und den rechten
Politikern die Arbeiterbewegung zu unterdrücken und deren Funktionäre zu
vernichten (auch physisch).
Seit dieser Zeit gibt es den Konflikt zw. Arbeitern (Lohn) und
Angestellten (Gehalt) - bis heute. Diesen Gegensatz will man durch das
Zusammenfügen von Arbeitern und Angestellten zu einheitlich
'Arbeitnehmern' und Lohn und Gehalt zu einheitlich 'Entgelt' beseitigen.
Sowie durch einheitlichen Entgeltgruppen - also keine Lohngruppen mehr,
etc.
Der Anteil der "Arbeiter" bei den Mitgliedern ist höher als der der
"Angestellten". Die Gewerkschaft hat die Interessen ihrer
(beitragszahlenden) Mitglieder zu vertreten. Somit ist klar, daß primär
die Arbeitsbedingungen der "Arbeiter" im Fokus stehen. >Nur gemeinsam
sind wir stark< Diese Erkenntnis ist bei den "Angestellten" nicht
eingeprägt. Zudem befürchten viele, daß sich eine Mitgliedschaft in der
Gewerkschaft negativ auf ihre Karriere auswirken könnte, weil das den
Vorgesetzten missfallen würde.
Die Konkurrenzgewerkschaft ist Ver.di (mit enthalten ist die ehemalige
Angestelltengewerkschaft DAG). Die DAG wirkte gegen die IGM.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Dienstleistungsgewerkschaft> Welche Gewerkschaft empfiehlt sich für Beschäftigte im IT-Sektor?
Bei der IGM gibt es eine Gruppe ITK.
https://de.wikipedia.org/wiki/IG_Metallhttps://www.igmetall.de/it-magazin-2078.htm
Das Beste wäre eine eigene Interessenvertretung für Ing., Inf., NatWiss.
;) :)
Fröhlichen Feierabend!
Jo S.
Jo S. schrieb:> Das Beste wäre
Gelegentlich wird versucht, durch diverse Billigheimer oder Christliche
Nächstenliebe die Tarife zu drücken. Eine Gewerkschaft, die sich
zuverlässig für unsere Interessen einsetzt und MEHRHEITLICH in der Firma
vertreten ist wäre ideal.
Vogelfrei schrieb:> Ich bin jetzt woanders, "echter" Mitarbeiter in einem IGM Betrieb, aber> ich werde definitiv nie Mitglied der IGM werden.
Sag' niemals Nie! Nachdem der ehemals IGM-gebundene Laden verkauft
wurde, war man aus der Tarifbindung raus ... wurde dann von den
organisierten Kollegen erstritten.
Nach einem erneuten Verkauf ging das wieder los! Die politische und
gesellschaftliche Haltung der IG-Metall differiert mit meiner, dennoch
hat mich die betriebliche Situation veranlasst, nach gut 40 Jahren doch
noch einzutreten.
Jo S. schrieb:>>>> Die Gewerkschaften agieren traditionell eher im Umfeld des>> produzierenden Gewerbes.>> Korrektur: Die Industriegewerkschaften ...> Seit dieser Zeit gibt es den Konflikt zw. Arbeitern (Lohn) und> Angestellten (Gehalt) - bis heute. Diesen Gegensatz will man durch das> Zusammenfügen von Arbeitern und Angestellten zu einheitlich> 'Arbeitnehmern' und Lohn und Gehalt zu einheitlich 'Entgelt' beseitigen.> Der Anteil der "Arbeiter" bei den Mitgliedern ist höher als der der> "Angestellten". Die Gewerkschaft hat die Interessen ihrer> (beitragszahlenden) Mitglieder zu vertreten. Somit ist klar, daß primär> die Arbeitsbedingungen der "Arbeiter" im Fokus stehen. >Nur gemeinsam> sind wir stark< Diese Erkenntnis ist bei den "Angestellten" nicht> eingeprägt.
Definitiv!
Eine wesentliche Frage ist, ob die Unterscheidung zwischen Angestellten
und Arbeitern für IT-Firmen anwendbar ist. Bei einigen tausenden
Programmieren gibt es so gesehen keine Arbeiter und damit auch keine
Interessensvertretung.
Es kursiert der Begriff des "Wissensarbeiters". Fraglich, ob man die
ITler nicht auch als Arbeiter betrachten kann. Ihre
Mitwirkungsmöglichkeiten im Unternehmen sind zumeist eher beschränkt,
manche Aufgaben sind geistige Fließbandarbeit.
Ein Artikel hierzu vom Zukunftsinstitut;
https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/wissensarbeiter-duerfen-kein-freiwild-sein/
Die Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern ist doch aus dem
letzten Jahrtausend. Und sie nutzt wem?
Was haben wir gemeinsam? Wir wollen gesund leben und bleiben.
Es sind Datentypisten. (Mit Programmierkenntnissen) Dienstleistung ergo
VER.DI. Es sind keine Piloten, Eisenbahner oder Maschinenbauer
Mensch!...dass doch nicht so schwer Leute. (IGM also wirklich)
Vogelfrei schrieb:> Die IG Metall fördert meiner Meinung nach Leiharbeit, in dem sie> selektiv wegschaut und gesetzliche Vorgaben in machen Betrieben durch> betriebliche Sondervereinbarugen aufweicht - zu Lasten der Leiharbeiter,> welche in der Regel keine Vertretung haben. Man ist besorgt über die> eigenen Mitarbeiter und vor Allem darüber, dass andere Stellen> verschwinden wenn Leiharbeiter übernommen werden.
Die IG Metall ist eine INTERESSENVERTRETUNG ihrer Mitglieder und bei
denen handelt es sich meist nicht um Leiharbeiter. In traditionellen
Industriebetrieben liegt der gewerkschaftliche Organistationsgrad in
einigen Abteilungen teilweise bei 90%+X
Der Betriebsrat vertritt die Interessen der in der Firma beschäftigten,
nicht die der Leiharbeiter!
Der Deal hohe Löhne gegen Zustimmung zu Leiharbeit ist daher durchaus
sinnvoll.
Theo schrieb:> Nur weil die ITler keinen direkten Hebel haben, um ihre Forderungen> durchzusetzen, heißt das nicht, dass sie unwichtig sind.> Dann müssen sie sich einen Hebel suchen.
Das Problem ist, dass man einen Streik in der IT nicht unmittelbar
bemerkt.
Das meiste läuft automatisch und dass Sicherheitspudates nicht
installiert wurden, merkt man erst nach einigen Wochen, wenn es zu spät
ist...
Deswegen sägen die Metaller am eigenen Ast und merken es nicht. Die
Firmen nehmen dann nur noch Leiharbeiter und die ZA-Firmen passen die
Konditionen an. Plötzlich ist Dank Boni/Prämie die Abteilung voll mit
Leiharbeitern, die man selber organisiert hat. Ist doch total schick
oder? Mit der Wohlstands gierigen Jugend kann man einfach alles machen.
Die merkeln nix mehr. Zum Schluss wird halt eine Runde Superfood gekauft
und die Welt ist gerettet. ZONK.
Rudi Radlos schrieb:> Eine Gewerkschaft, die sich zuverlässig für unsere Interessen einsetzt
- Interessengemeinschaft (Ing.+Inf.+NatWiss.+Techniker)
- alle beteiligen sich aktiv
- kein Funktionärskader mit passiver Gefolgschaft
- Wirkungsmacht durch Funktions-Eliten
> ... und MEHRHEITLICH in der Firma vertreten ist, wäre ideal.
Du meinst das 'Tarifeinheitsgesetz'?
Es gibt Spartenverbände, die für einzelne Berufsgruppen zuständig sind.
Z.B. Ärzte, Piloten, Lokführer, etc.
Eine Vereinigung für Technik und Informatik wäre sinnvoll ...
(und wegen der zunehmenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen
(Leiharbeit, getarnte Leiharbeit via Werkverträge, etc.) auch nötig.
Wer könnte sich eine Mitarbeit vorstellen?
Schönes Wochenende!
Jo S.
Theo schrieb:> D.h., die Realität von 40h Stunden wurde überhaupt erst von den> Gewerkschaften geschaffen.
Findest du den Fehler? Das Wort "wurde" bedeutet in diesem Kontext
Vergangenheit. Ohne Zweifel hatten die Gewerkschaften Anteil an
Verbesserungen (von einzelnen Unternehmern wie Robert Bosch u. ä.
abgesehen). Die heutigen Gewerkschaften erinnern mich eher an di DDR.
Ich bin nach 20+ Jahren aus der IGM ausgetreten. Meiner Meinung nach
wird viel zu wenig über Korruption, Filz und Einfluß von solchen
überkommenen Großorganisationen geredet. Keine Frage, wir brauchen
starke Arbeitnehmerorganisationen. Die IGM gehört meiner Meinung nach
auf den Müllhaufen der Geschichte.
Manfred schrieb:> Vogelfrei schrieb:>> Ich bin jetzt woanders, "echter" Mitarbeiter in einem IGM Betrieb, aber>> ich werde definitiv nie Mitglied der IGM werden.>> Sag' niemals Nie! Nachdem der ehemals IGM-gebundene Laden verkauft> wurde, war man aus der Tarifbindung raus ... wurde dann von den> organisierten Kollegen erstritten.>> Nach einem erneuten Verkauf ging das wieder los! Die politische und> gesellschaftliche Haltung der IG-Metall differiert mit meiner, dennoch> hat mich die betriebliche Situation veranlasst, nach gut 40 Jahren doch> noch einzutreten.
Danke, Manfred!
Du beschreibst das übliche Verhalten der meisten Angestellten. Solange
die Sonne scheint, lacht man über die Gewerkschaften. Ist man "echter
Mitarbeiter" in einem "IGM-Unternehmen", dann fühlt man sich besonders
sicher. Schließlich hat man das mit den "IGM-Beamten" schon oft gehört -
Versorgung auf Lebenszeit. ... Bis man dann aus dem Märchenschlaf
gerissen wird:
- Ausgründung des Geschäftsbereichs (nur wegen der Flexibilität) ;)
- Fusion des GB mit Konkurrenten (nur wg. höherem Marktanteil) ;)
- Verkauf des ausgegründeten GB (nur wg. noch mehr Flexibilität) ;)
Selbstverständlich wird schon im ersten Schritt der "lähmende"
Tarifvertrag obsolet. Das operativ unabhängige Tochterunternehmen wird
schlanker und agiler - auch die Gehälter werden schlanker.
Ab der Fusion wird´s interessant: Die vormals externen Konkurrenzkämpfe
werden nun intern ausgetragen - auf allen Ebenen. Die Starken
(Opportunisten, raffinierte Taktiker, Karrieristen) siegen, die
Verlierer (meistens die "Fachidioten") müssen sich einen neuen Job
suchen.
Nächste Stufe (noch mehr Spaß): Die Tochter (nur noch eine
Finanzbeteiligung des Konzerns) wird nun hübsch gemacht: Kostensenkung,
Personalabbau, margenschwache Teile abstoßen, etc.. Alles, was den
Verkaufspreis steigern kann, wird gemacht. Besonders das Personal / die
Personalkosten sind ein Ärgernis. ;) :)
Ach, wie war das eigentlich gemeint, das mit den "IGM-Beamten"? :)
Der Mohr hat ausgedient - der Mohr kann gehen!
Ciao!
Jo S.
Schreiber schrieb:
Es ist eigentlich ganz einfach:
- Eine Interessenvertretung vertritt primär die Interessen ihrer
eigenen Mitglieder. :)
- Ein Betriebsrat vertritt die Interessen der Firmenangehörigen.
Der BR ist für Externe (Leiharbeiter, Werksverträgler) nicht
zuständig. Externe werden vom Einkauf beschafft, nicht von
Personalern.
Externe verursachen Sachkosten (keine Personalkosten)
> Theo schrieb:>> Nur weil die ITler keinen direkten Hebel haben, um ihre Forderungen>> durchzusetzen, heißt das nicht, dass sie unwichtig sind.>> Dann müssen sie sich einen Hebel suchen.>> Das Problem ist, dass man einen Streik in der IT nicht unmittelbar> bemerkt.
Oh, oh!
Im Gegenteil: Wenige IT´ler reichen aus, um ein Unternehmen zu
blockieren.
--> Große Wirkungsmacht einer kleinen Funktionselite. ;)
Eine Arbeitnehmerorganisation muß wirkungsmächtig (jurist. Begriff)
sein, um als Verhandlungspartner / Vertragspartner anerkannt zu werden.
Vergangenheit: Die Produktionsarbeiter konnten einen
Industriebetrieb stilllegen.
Gegenwart: Wenige Ing./Inf. (Funktions-Elite) können eine
ganze Branche blockieren.
Zudem: Man kann auch mit anderen, die die gleichen Ziele
verfolgen, kooperieren.
Schönes und nachdenkliches WE!
Jo S.
Theo schrieb:> Michael B. schrieb:>> Leute inzwischen 40+Überstunden schieben, also völlig an der Realität>> vorbei.>> Ohne die Gewerkschaften gäbe es keine 40h Stunden, sondern eher 50 - 60:>> http://www.dgb.de/uber-uns/bewegte-zeiten/60-jahre-dgb/1949-1958/soziale-marktwirtschaft-und-mitbestimmung>> D.h., die Realität von 40h Stunden wurde überhaupt erst von den> Gewerkschaften geschaffen.
War das nicht zuerst von Henry Ford, dem bösen Kapitalist, erschaffen?
Und zwar in 1926? Dazu komplett ohne Gewaltausübung. Oder liege ich da
falsch?
Jo S. schrieb:> nach gut 40 Jahren doch>> noch einzutreten.> Danke, Manfred!> Du beschreibst das übliche Verhalten der meisten Angestellten. Solange> die Sonne scheint, lacht man über die Gewerkschaften.
Das habe ich so nicht gesagt.
In diesem Thread wird Kritik an den Gewerkschaften geübt, die ich zum
Teil für nachvollziehbar halte. Genau da liegt der Grund, weshalb mir
(m)eine Mitgliedschaft immer noch ein gewisses Unbehagen beschert. Sie
fordern Dinge, die ich nicht mittragen will oder die nicht in meinem
Sinne sind.
Unbestreitbar haben sie vieles erreicht, von dem wir profitieren. Genau
diese Abschätzung muß jeder für sich machen, ob er sie trotz
gegenteiliger Ansichten unterstützen will, was als kleineres Übel
erscheint.
In keiner Gewerkschaft sein ist als Arbeitnehmer immer noch
unvorteilhafter, als sich auf Gutdünken einer anzuschließen. Aber es
sind eure Arbeitsbedingungen...
Ich empfehle sogar Arbeitslosen sich einer Gewerkschaft anzuschließen,
damit Sie nicht bei Arbeitsaufnahme vor vollendeten Tatsachen stehen und
sich wundern was in den Betrieben abgeht.
Vielen Dank Jo S. für den kleinen Einblick in den alltäglichen Wahnsinn.
Jo S. schrieb:> Im Gegenteil: Wenige IT´ler reichen aus, um ein Unternehmen zu> blockieren.
Es gibt Kunststücke, die man nur 1x macht sagte ein Zauberer...
oszi40 schrieb:> Jo S. schrieb:>> Im Gegenteil: Wenige IT´ler reichen aus, um ein Unternehmen zu>> blockieren.>> Es gibt Kunststücke, die man nur 1x macht sagte ein Zauberer...
Das eine ist "nur" Arbeitsniederlegung, das andere Manipulation an
technischen Geräten. Das dürfte das Problem an der Sache sein....
Aber der Thread zeigt schon, dass da einiges im Argen liegt.
Fantastische Arbeitsbedingungen mit bunten Bällen und Gratissnacks
ersetzen eben nicht den Wunsch nach Mündigkeit.
Bb O. schrieb:> Ich empfehle sogar Arbeitslosen sich einer Gewerkschaft anzuschließen,> damit Sie nicht bei Arbeitsaufnahme vor vollendeten Tatsachen stehen und> sich wundern was in den Betrieben abgeht.
Naja, bevor man Arbeitslosen das empfiehlt, dann doch lieber mal den
zahlreichen der jetzt schon Angestellten in den KMUs. Aber das würde nix
bringen, die IGM würde sich trotzdem nicht großflächig diese Betriebe
vornehmen, denn die üppige IGM-Engeltstruktur lässt sich nicht
großflächig auf Deutschland übertragen. Sie beruht auf Ausbeute der
Arbeitnehmer von vielen Firmen zugunsten relativ weniger Arbeitnehmer.
Weiterhin großes Stützbein die Konzerne, die ja als Entlastung keine
Steuern dem Staat entrichten müssen. IGM-Arbeitnehmer werden immer
weniger und damit auch die Gewerkschaftsmitglieder. Die IGM ist deshalb
nur noch daran interessiert, so gut wie möglich für paar verliebenen
Mitglieder abzuschließen, damit die drin bleiben und auch die
Gewerkschaftsbeiträge gut steigen. In 25 Jahren wird es keine IGM-Firma
in Deutschland mehr geben, wenn überhaupt noch Industrie da ist.
Jo S. schrieb:>> Theo schrieb:>>> Nur weil die ITler keinen direkten Hebel haben, um ihre Forderungen>>> durchzusetzen, heißt das nicht, dass sie unwichtig sind.>>> Dann müssen sie sich einen Hebel suchen.>>>> Das Problem ist, dass man einen Streik in der IT nicht unmittelbar>> bemerkt.>> Oh, oh!> Im Gegenteil: Wenige IT´ler reichen aus, um ein Unternehmen zu> blockieren.
Bei einem zulässigen Streik steht die halbe Belegschaft/ eine Abteilung
mit Trillerpfeifen vor dem Werkstor und schwenkt Fahnen.
Die IT kann einen Monat lang Fahnen schwenken und man sieht es, merkt
aber fast nichts.
Gut, es gib keinen Support und wenn man sein Passwort vergessen haben
sollte, aber sonst...
Bei einer Sabotage (=IT zieht den Stecker) gibts fristlose Kündigung und
gesalzene Schadensersatzansprüche. Das ist kein zulässiges Mittel des
Arbeitskampfes.
Failed State schrieb:> die IGM würde sich trotzdem nicht großflächig diese Betriebe> vornehmen, denn die üppige IGM-Engeltstruktur lässt sich nicht> großflächig auf Deutschland übertragen. Sie beruht auf Ausbeute der> Arbeitnehmer von vielen [großen] Firmen zugunsten relativ weniger Arbeitnehmer.
Ja, die großen Unternehmen "beuten" ihre Arbeitnehmer aus. Damit die
rel. wenigen leitenden Angestellten im oberen Führungskreis und vor
allem die Top-Manager riesige Vergütungen einkassieren können.
Die Bezüge des oberen Managements von z.B. VW liegen so bei durchschn.
750.000 € pro Jahr, die der "top"-MA noch wesentlich höher.
>Eine Vereinigung für Technik und Informatik wäre sinnvoll ...
Du meinst eine Reanimation der schon vor Jahren sang- und klanglos
verwesten Leiche der "Interessengemeinschaft der Ingenieure"?
Jo S. schrieb:> Eine Vereinigung für Technik und Informatik wäre sinnvoll ...> (und wegen der zunehmenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen> (Leiharbeit, getarnte Leiharbeit via Werkverträge, etc.) auch nötig.>> Wer könnte sich eine Mitarbeit vorstellen?>> Schönes Wochenende!>> Jo S.
Jetzt lesen sicher einige aufmerksam mit.
Wo anfangen? Fragen:
- Woher kommt das Geld?
- Wir erreicht man die Zielgruppe, wer ist die Zielgruppe und wie groß
ist die?
- Potentielle Gegenspieler?
- Wer leistet rechtlichen Beistand?
- Konkrete Ziele der Organisation?
Jo S. schrieb:> Die Bezüge des oberen Managements von z.B. VW liegen so bei durchschn.> 750.000 € pro Jahr, die der "top"-MA noch wesentlich höher.
Also nur etwa Faktor 8 eines Ingenieursgehalt in diesem Unternehmen.
Find ich in Ordnung für die Verantwortung, die Arbeitszeit und den
Streß.
Wer mehrere 100 oder gar 1000e Mitarbeiter führt oder
Multimillionen-Budgets verwalten und verantworten muss will natürlich
auch was dafür haben, wieso sollte man sich das sonst antun?
Und überhaupt, Neiddebatten sind prinzipiell nicht konstruktiv.
Vernunftmensch schrieb:> Die IT-Branche ist die Branche mit dem höchsten Innovationstempo und> steht wie keine andere für Disruption und Transformation.
Funfact: Für die Speerspitze der Disruption wäre eine starke,
disruptionskritische Gewerkschaft höchst disruptiv.
Die Industrie muss sich von der Ideologie des Valleys emanzipieren. Die
Ideologie eines kleines Fleckens der Erde unhinterfragt zu kopieren, ist
wahrlich nicht innovativ. Das kann jeder.
Das fängt schon mit den ganzen Anglizismen an. Verwendet eine Firma
möglichst viele McKinsey-Buzzwords, dann ist sie automatisch innovativ.
Auch wenn ihre Produkte noch so mies sind.
Programmieräffle schrieb:> Die Verringerung der Arbeitszeiten waren> gesellschaftliche Vorgänge
Die Arbeiter haben sich organisiert und dafür gekämpft. Die
Organisationen sind dann per Definition die Gewerkschaften. Ohne
Organisation und ohne Kampf gibt es für die Arbeitnehmer keine
Verbesserung, kein Mehr an Geld und kein Mehr an Freizeit. Vergleich mal
die Zustände vor 100 Jahren. Das ist nicht von alleine oder durch
Goodwill verbessert worden !!!!!!!!!
Unagiles Manifest schrieb:>
Kurzfassung:
Zielgruppe: Ing.+WiIng., Inf.+WiInf., NatWiss., Techniker
3 Mio. Personen
Aufgaben: informieren und beraten, organisieren und verhandeln
Ziele: bessere Beschäftigungs- u. Arbeitsbedingungen
Anfang: Initiatorenteam 'Collegium Ingenium'
Gemeinschaft der Schöpfer ;)
Denkt mal drüber nach!
Jo S.
Juniorpartner schrieb:> Das fängt schon mit den ganzen Anglizismen an. Verwendet eine Firma> möglichst viele McKinsey-Buzzwords, dann ist sie automatisch innovativ.> Auch wenn ihre Produkte noch so mies sind.
Ok, und wie passt sowas dazu?
Juniorpartner schrieb:> Funfact: Für die Speerspitze der Disruption wäre eine starke,> disruptionskritische Gewerkschaft höchst disruptiv.
Cha-woma M. schrieb:>> Funfact: Für die Speerspitze der Disruption wäre eine starke,>> disruptionskritische Gewerkschaft höchst disruptiv.
Er meint damit vermutlich bestimmtes Unternehmen
Logo schrieb:> Cha-woma M. schrieb:>>> Funfact: Für die Speerspitze der Disruption wäre eine starke,>>> disruptionskritische Gewerkschaft höchst disruptiv.>> Er meint damit vermutlich bestimmtes Unternehmen
Korrektur: Kein
Jo S. schrieb:> Ja, die großen Unternehmen "beuten" ihre Arbeitnehmer aus. Damit die> rel. wenigen leitenden Angestellten im oberen Führungskreis und vor> allem die Top-Manager riesige Vergütungen einkassieren können.
Weil wir gerade bei schlechten Arbeitsbedingungen, Gewerkschaften und
dem Silivon Valley sind...
Eine kleine Ironie der Geschichte: Das Silicon Valley mit der berühmt
berüchtigten Startup-Kultur entstand durch die Traitorous Eight, die
irgendwann die Nase voll von ihrem Chef Schockley hatten, dem der
Nobelpreis für die Erfindung des Transistors leicht zu Kopf stieg. Sie
"schmissen hin" - zu einer Zeit, in der es unerhöhrt war, als
Arbeitnehmer zu kündigen (Jobhopper ;)) - und gründeten daraufhin
Fairchield Semiconductors, dessen Entstehungsmythos die Startupszene
begründete. Fairchield rief im Laufe der Unternehmensgeschichte
unzählige Startups in's Leben - eines davon war Intel.
Fairchield Semiconductors lieferte die Chips für den Apollo Guidance
Computer, wodurch die Planartechnik groß und das im Vergleich zu TI
winzige Fairchield Semiconductors reich wurde.
Zusammmengefasst: Wegen einem schlechten Chef, aufmüpfigen Mitarbeitern
und der Reise zum Mond gugeln und ubern wir heute...
Warum überhaupt zur Gewerkschaft? Ich finde dieses ewige Fordern sowas
zum k******. Meiner Meinung nach die komplett falsche denkweise für
Innovation.
Und dann fragt sich ein Gabriel von der SPD, warum Deutschland in der
Digitalisierung hinten dran ist...
Technikhistoriker schrieb:> Zusammmengefasst: Wegen einem schlechten Chef, aufmüpfigen Mitarbeitern> und der Reise zum Mond gugeln und ubern wir heute...
Genau das ist meiner Meinung nach die richtige Denkweise. Anstatt zu
Fordern einfach machen. Deswegen kriegen die da drüben auch so viel mehr
auf die Reihe, als wir hier.
Bb O. schrieb:> Warum NEU, wenn die VER.DI seit Ewigkeiten die Branche> Telekommunikation, Informationstechnologie bedient?
Na schönen Dank auch.
Da kann man ja gleich der SPD beitreten. Beides der gleiche korrupte
Haufen.
Die VERDI vertritt nur die Interessen der Arbeitgeber gegen die
Arbeitnehmer und die Interessen der eigenen korrupten Funktionärskader.
Ich habe 5 Jahre in DE gearbeitet, war VERDI-Mitglied und habe die
gesamte Zeit genau 0,00% Lohnerhöhung gesehen.
Als sie dann die Lohnerhöhung von 2 Jahren gegen eine (angebliche)
36h-Woche getauscht haben, bin ich ausgetreten.
Eigentlich müsste man die Gewerkschaften neu gründen, die großen
deutschen Gewerkschaften vertreten schon lange keine
Arbeitnehmerinteressen mehr.
Woher soll die Reallohnsenkung der letzten 20 Jahre auch sons kommen...
aha schrieb:> Eigentlich müsste man die Gewerkschaften neu gründen, die großen> deutschen Gewerkschaften vertreten schon lange keine> Arbeitnehmerinteressen mehr.
Die schreiten heutzutage halt lieber seit an seit auf Demos mit der
Linksfront der Antifa und trommeln lieber für mehr Zuwanderung als für
die eigenen Leute, die mit 50 auf Jobsuche sind und noch nicht
abserviert werden wollen. Arbeiterverräter halt.
Alles Humbug schrieb:> lieber für mehr Zuwanderung als für die eigenen Leute, die mit 50 auf> Jobsuche sind und noch nicht abserviert werden wollen. Arbeiterverräter> halt.
Genau! Weiss jemand warum die für das sind?
Warum unbedingt mehr Zuwanderung.. (?)
Wg. Helfersyndrom? Oder Hass auf die eigenen Leute?
Technikhistoriker schrieb:> Fairchield Semiconductors
Autsch, das tut ja in den Augen weh! Konsequent mehrfach falsch
geschrieben...
Der Name ist Fairchild. Und die innovativen Revolutionäre haben sich
letztendlich an onsemi verkauft...
Alles Humbug schrieb:> aha schrieb:>> Eigentlich müsste man die Gewerkschaften neu gründen, die großen>> deutschen Gewerkschaften vertreten schon lange keine>> Arbeitnehmerinteressen mehr.>> Die schreiten heutzutage halt lieber seit an seit auf Demos mit der> Linksfront der Antifa und trommeln lieber für mehr Zuwanderung als für> die eigenen Leute, die mit 50 auf Jobsuche sind und noch nicht> abserviert werden wollen. Arbeiterverräter halt.
Zu "fremden" Themen hat eine Gewerkschaft gefälligst eine 100% neutrale
Position einzunehmen. Die Zuwanderung ist ein solches. Auf keinen Fall
darf dazu Position bezogen werden.
Der Grund ist, dass im Querschnitt der Arbeitnehmer alle politischen
Richtungen vertreten sind. Um möglichst viele Arbeitnehmer unter einen
Hut zu bekommen, sollte man strikt beim Kernzweck bleiben: Der Zweck
einer Gewerkschaft ist rein die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen.
Alles ander spaltet die Basis.
Leider haben das die deutschen Gewerkschaften nicht hinbekommen.
Wie will man eine Position gegen eine Regierung durchsetzen, wenn man
einer der Regierungsparteien "nahe steht"? Geht nicht!
aha schrieb:> Zu "fremden" Themen hat eine Gewerkschaft gefälligst eine 100% neutrale> Position einzunehmen.
Aus diesem Grund schrieb ich die Tage:
Manfred schrieb:> Die politische und gesellschaftliche Haltung der IG-Metall differiert mit
meiner, dennoch
> hat mich die betriebliche Situation veranlasst, ...
Aktuell habe ich auch ein Problem, die Forderungen der roten IGM nach
Arbeitszeitverkürzung bei teilweisem Lohnausgleich zu tragen. Das ist
rein politisch motiviert und kann nicht der Wirtschaft aufgebürdet
werden.
aha schrieb:> Der Grund ist, dass
die Gewerkschaftsklientel keine Angst vor Zuwanderung haben muss. Das
sind alle Leute in abgesicherten Festeinstellungen. Die profitieren
sogar davon. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt findet nach und nach
auf der Ebene darunter statt: Auf dem Niedriglohnsektor. Und das
interessiert keine Sau.
Miau schrieb:> Die profitieren sogar davon. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt findet> nach und nach auf der Ebene darunter statt: Auf dem Niedriglohnsektor.> Und das interessiert keine Sau.
Davon profitierten sie kurzfristig, aber wenn sie weiterhin hohe Quoten
an Leiharbeit tolerieren und sich nur für ihre schrumpfende Zahl an
Mitgliedern interessieren, sägen sie langfristig am eigenen ast.
Ein Grund für das Ausbleiben von Neueinstellungen ist die IGM selbst.
Dabei trommeln Betriebsräte und Arbeitgeber direkt oder indirekt für
Arbeitgeberfreundliche Bedingungen für Leiharbeit und stellen sich quer
wenn neue stellen ausgeschrieben werden sollten...
Manfred schrieb:> Aktuell habe ich auch ein Problem, die Forderungen der roten IGM nach> Arbeitszeitverkürzung bei teilweisem Lohnausgleich zu tragen
Ack!
klausi schrieb:> Warum unbedingt mehr Zuwanderung.. (?)> Wg. Helfersyndrom? Oder Hass auf die eigenen Leute?
Vielleicht hat ihnen jemand gesteckt, dass Deutschland maßgeblich dran
Schuld war die große Wanderungswelle vom Zaun gebrochen zu haben.
Genauer gesagt hat das S-P-D geführte Außenministerium dazu beigetragen
die Gelder in den Flüchtlingslagern auf 12 Dollar pro Nase und Monat zu
kürzen!!! Frau Schwan (S-P-D) hat dies heute im Dialog mit Herrn Mohring
auf Phoenix erstmalig zugegeben. Wer's nicht glauben kann, einfach im
Sendungsarchiv nach "Hindernislauf zur neuen GroKo – Wie hoch sind die
Hürden?" suchen.
IMA steckt auch eine Ideologie dahinter: Wir brauchen mehr Leute in
Deutschland. Mehr Leute sind mehr Konsumenten usw. Da war was mit
Sc*ä***e, mit sozialen Spannungen, die man dafür in Kauf nehmen müsste.
Da überwiegend junge Männer kommen, wird auch sowas wie die allgemeine
Aggressivität steigen. Das kann auch gewollt sein. Es gibt ein Buch
dazu: Die geheime Migrationsagenda.
Miau schrieb:> aha schrieb:>> Der Grund ist, dass>> die Gewerkschaftsklientel keine Angst vor Zuwanderung haben muss. Das> sind alle Leute in abgesicherten Festeinstellungen. Die profitieren> sogar davon. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt findet nach und nach> auf der Ebene darunter statt: Auf dem Niedriglohnsektor. Und das> interessiert keine Sau.
Man kann auch zwanghaft alles auf ein Theman beziehen wollen. Nicht
jeder sieht das so.
Wer gegen Zuwanderung ist, darf das gerne sein - außerhalb der
Gewerkschaft bitteschön.
Ich will von der Gewerkschaft nur eines:
Sie soll dafür sorgen, dass ich angemessen bezahlt werde, und auch meine
sonstigen Arbeitnehmerrechte vertreten.
wer solche Dinge mit Arbeitnehmerrechten verknüpft ist einfach nur
brunzdumm (sorry, aber anders kann man das nicht sagen), weil gut die
Hälfte der Gesellschaft das Thema offensichtlich anders sieht. Die
müssen aber mitkämpfen, um höhere Lohnabschlüsse zu erreichen.
Das werden sie aber nicht, wenn man das mit solchen Themen verknüpft.
Miau schrieb:> aha schrieb:> Der Grund ist, dass>> die Gewerkschaftsklientel keine Angst vor Zuwanderung haben muss. Das> sind alle Leute in abgesicherten Festeinstellungen. Die profitieren> sogar davon. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt findet nach und nach> auf der Ebene darunter statt: Auf dem Niedriglohnsektor. Und das> interessiert keine Sau.
Langfristig, sogar bereits mittelfristig, schon, weiß nur keiner, ob die
in der Lage sind, so weit denken können. Momentan dreht die Führung der
IGM eh komplett am Rad, entweder völliger Realitätsverlust oder sie
sehen ihre Felle bei den Mitgliedern davonschwimmen und ziehen deshalb
diese Show ab.
GDLer schrieb:> Immerhin hat es die IGM über die letzten Jahrzehnte geschafft, dass ein> eingestufter Hilfsarbeiter bei gleicher Arbeitszeit ca. 1/3 mehr netto> als ein Lokführer bei der Deutschen Bahn bekommt bzw. ihr Gehalt über> die letzten Jahrzehnte halten konnten, während Lokführer seit der Reform> 1994 ohne Verbeamtung enorme Verluste erlitten.
Was nichts daran ändert dass Reallohn trotzdem gesunken ist und Gewinne
sich in diesen Jahrzehnten VERVIELFACHT haben. Gut, eine korrupte
Gewerkschaft ist vielleicht besser als gar keine Gewerkschaft, aber sie
ist stark verbesserungswürdig. Seit die Birne Kohl den Arbeitskampf
gesetzlich zum "Arbeitskämpfchen" beschränkt hat, fällt mir nur GDL ein
die für ihre Mitglieder einen echten Arbeitskampf führt.
Allenfalls waere eine Evaluation noetig. Welche Gewerkschaft ist am
Guenstigsten im Verhaeltnis zur fuer dich moeglicher und in der
Vergangenheit erzielten Lohnsteigerung. Allenfalls wuerde es sich lohnen
mehreren Gewerkschaften beizutreten.
Ob es positiv rueberkommt bei jeder Gehaltsverhandlung die Gewerkschaft
zu referenzieren : "So wenig ? Ich muss das erst mit meinen
Gewerkschaften besprechen.", sei dahingestellt. Moeglicherweise kommst
du auf ein Abstellgleis ohne es zu merken.
Wie es in Japan ueblich war/ist, du wirst bei mehr Lohn befoerdert,
kriegst ein neues Buero, ohne Fenster, hast keine Kunden und
Mitarbeiterkontakte mehr, bis du unnoetig bist. Alles natuerlich
schleichend, damit du es nicht bemerkst.