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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Welche Gewerkschaft ist die richtige?


Autor: Vernunftmensch (Gast)
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Die IT-Branche ist die Branche mit dem höchsten Innovationstempo und 
steht wie keine andere für Disruption und Transformation.
Die immense Bedeutung von Software in allen Lebensbereichen lässt dieser 
Branche ein hohes Maß an Verantwortung zukommen - gleichzeitig herrscht 
gerade in IT-Firmen häufig eine Wild-West-Mentalität, die man sonst 
nirgends findet.

Trotz eines guten Gehaltes sind viele Softwerker oft auch aufgrund 
mangelnder sozialer Kompetenz den Unternehmen ausgeliefert.

Die Gewerkschaften agieren traditionell eher im Umfeld des 
produzierenden Gewerbes. Welche Gewerkschaft empfiehlt sich für 
Beschäftigte im IT-Sektor?

Autor: Geheim (Gast)
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Da gibt es verschiedene Meinungen. Ich bin bei der IGM, weil die mehr 
für Akademiker tun. Bei Verdi bist Du als studierter schon AT.

Autor: Michael Bertrandt (laberkopp)
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Vernunftmensch schrieb:
> Welche Gewerkschaft empfiehlt sich für Beschäftigte im IT-Sektor?

Marburger Bund, Vereinigung Cockpit, GDL haben eigentlich am meisten für 
ihre Mitglieder getan, bei Verdi und IGM hast du bestochene 
Gewerkschaftler die nur noch auf Seite der Unternehmer stehen und nicht 
mal die Inflation als Gehaltssteigerung rausholen. Stattdessen reden die 
von der 28 Stunden Woche wo die meisten Leute inzwischen 40+Überstunden 
schieben, also völlig an der Realität vorbei.

Autor: Theo (Gast)
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Michael B. schrieb:
> Marburger Bund, Vereinigung Cockpit, GDL

Das sind aber branchenspezifische Gewerkschaften. Für die IT gibt es so 
etwas nicht, vermutlich weil Geeks das soziale Bewusstsein fehlt. Da ist 
noch eine Nische zu besetzen...

Autor: Olaf (Gast)
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> vermutlich weil Geeks das soziale Bewusstsein fehlt. Da ist
> noch eine Nische zu besetzen...

Wieso? Wenn sie so ein Bewusstsein nicht haben dann gibt es da auch 
keine Nische.

Olaf

Autor: IchGlaubeEsNicht (Gast)
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>Da ist noch eine Nische zu besetzen...


Wenn Züge nicht mehr fahren, Flugzeuge nicht mehr fliegen oder der Müll 
nicht ehr abgeholt wird, hat das wohl krassere Folgen als wenn Facebook 
ein neues Feature nicht zeitgerecht programmiert.

IT ist eben maßlos überschätzt...

Autor: Theo (Gast)
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IchGlaubeEsNicht schrieb:
> IT ist eben maßlos überschätzt...

Findest du? Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches 
aus.
Züge sind voll mit Software, genauso wie Müllautos. Es ist nur nicht so 
offensichtlich.

Autor: IchGlaubeEsNicht (Gast)
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>Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches aus.

Falls ITler streiken sollten, wieviel deiner Switches müßten dann z.B. 
in einer Woche ausgeschaltet werden.

Welche Konsequenzen würde so ein Streik haben?


>Züge sind voll mit Software, genauso wie Müllautos.

Wie viele Müllautos bleiben pro Woche wegen Softwareproblemen liegen?

Autor: Theo (Gast)
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IchGlaubeEsNicht schrieb:
> Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches aus.
>
> Falls ITler streiken sollten, wieviel deiner Switches müßten dann z.B.
> in einer Woche ausgeschaltet werden.
>
> Welche Konsequenzen würde so ein Streik haben?
>
> Züge sind voll mit Software, genauso wie Müllautos.
>
> Wie viele Müllautos bleiben pro Woche wegen Softwareproblemen liegen?

Nur weil die ITler keinen direkten Hebel haben, um ihre Forderungen 
durchzusetzen, heißt das nicht, dass sie unwichtig sind.
Dann müssen sie sich einen Hebel suchen.

Autor: interface FastEthernet 0/1 (Gast)
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Theo schrieb:
> IchGlaubeEsNicht schrieb:
>> IT ist eben maßlos überschätzt...
>
> Findest du? Dann schalt mal zwei oder drei größere Backbone Switches
> aus.

Oder Blackholes mit falschen BGP Route Advertisements.

Autor: dünnwandiger Flachbandtroll (Gast)
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Die beste Gewerkschaft, ist die die fuer dich am Meisten raushaut, und 
trotzdem im Hintergrund bleibt.

Autor: Elektrofan (Gast)
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> Welche Gewerkschaft ist die richtige?

Das kann nur eine sein, die den Gegensatz zwischen
Kapital und Arbeit NICHT verleugnet.

Das "Co-Management", massgeblich befeuert von
"unserem" Walter (Riester, ehemals 2.Vorsitzender der IGM, für mich 
einer der grössten Arbeiterverräter nebst Hugo Haase -Kriegskredite 
1914-, Müntefering, Clement, Schröder...,) müsste eine Gewerkschaft, für 
die ich werben würde, dahin treten, wo es nach meiner Auffassung 
hingehört:
In die Tonne.

Autor: GDLer (Gast)
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Michael B. schrieb:

> mal die Inflation als Gehaltssteigerung rausholen. Stattdessen reden die
> von der 28 Stunden Woche wo die meisten Leute inzwischen 40+Überstunden
> schieben, also völlig an der Realität vorbei.

Immerhin hat es die IGM über die letzten Jahrzehnte geschafft, dass ein 
eingestufter Hilfsarbeiter bei gleicher Arbeitszeit ca. 1/3 mehr netto 
als ein Lokführer bei der Deutschen Bahn bekommt bzw. ihr Gehalt über 
die letzten Jahrzehnte halten konnten, während Lokführer seit der Reform 
1994 ohne Verbeamtung enorme Verluste erlitten.

Autor: Theo (Gast)
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Michael B. schrieb:
> Leute inzwischen 40+Überstunden schieben, also völlig an der Realität
> vorbei.

Ohne die Gewerkschaften gäbe es keine 40h Stunden, sondern eher 50 - 60:

http://www.dgb.de/uber-uns/bewegte-zeiten/60-jahre...

D.h., die Realität von 40h Stunden wurde überhaupt erst von den 
Gewerkschaften geschaffen.

Autor: Elektrofan (Gast)
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> D.h., die Realität von 40h Stunden wurde überhaupt erst von den
> Gewerkschaften geschaffen.

Und die andere Realität weiter zunehmender prekärer
Beschäftigungsverhältniss e(zeitliche begrenzte Arbeitsverträge bzw. 
Leiharbeit, bescheiden entlohnter Praktika für die "dringendst
benötigten" Fachkräfte, 1€-"Selbstständige" ...) wurden/werden
toleriert.
Wenn ein Gesamtbetriebsratsvorsitzender einer grossen Autofirma (und 
IGM-Mitglied) mehr als 10-mal soviel "verdient(e)", wie unsere 
BundeskanzlerIN, sind gewisse Massstäbe weit mehr als relativistisch
verbogen ...

Autor: Elektrofan (Gast)
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Korrektur:
Es ist "nur" ca. Faktor 3.

Osterloh: ca. 750000 € (wenigstens einmalig wg. Bonuszahlungen)
https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Osterloh

Bundeskanzler: ca. 18820€ * 12 = 225840 €
http://www.spiegel.de/karriere/gehaelter-von-bunde...

Autor: Theo (Gast)
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Ändert dass etwas daran, dass Gewerkschaften denjenigen helfen können, 
die in der Unternehmenshierarchie ganz unten stehen und sonst keine 
Stimme haben?

Autor: Qwertz (Gast)
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Elektrofan schrieb:
> Und die andere Realität weiter zunehmender prekärer
> Beschäftigungsverhältniss e(zeitliche begrenzte Arbeitsverträge bzw.
> Leiharbeit, bescheiden entlohnter Praktika für die "dringendst
> benötigten" Fachkräfte, 1€-"Selbstständige" ...) wurden/werden
> toleriert.

Das ist schon völlig in Ordnung so, eine Gewerkschaft wie die IG Metall 
hat nicht den Auftrag, die für das Wohl aller Beschäftigten in 
Deutschland zu kämpfen, sondern das Beste für genau ihre Mitglieder 
herauszuholen, von mir aus auch auf Kosten anderer. Es ist nun einmal 
eine Interessenvertretung, genau wie der Arbeitgeberverband auf der 
anderen Seite, versteht das doch bitte mal.

Hier wird immer so getan, als müsste die IG Metall den Anspruch haben, 
als Wohltäter die Arbeitswelt retten zu wollen. Nein, es genügt 
vollkommen, wenn ein ordentliches Lohnplus und gute Arbeitsbedingungen 
für ihre Mitglieder (und die anderen fest angestellten Mitarbeiter in 
diesen Unternehmen) herausspringen.

Autor: Michael Bertrandt (laberkopp)
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Theo schrieb:
> Ändert dass etwas daran, dass Gewerkschaften denjenigen helfen können,
> die in der Unternehmenshierarchie ganz unten stehen und sonst keine
> Stimme haben?


Sie könnten, aber die Masse der Leute ganz unten ist trotz oder wegen 
der Gewerkschaften erheblich grösser geworden "working poor" in den 
letzten Jahrzehnten, Zeitarbeitssklaven weil Gewerkschaftler sich über 
den Tish ziehen liessen bzw. nur erklärlich durch die massiven 
Bestechungsgelder von den wir oben ja lesen konnten.

Autor: Diskussionskultur (Gast)
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Michael B. schrieb:
> Theo schrieb:
>> Ändert dass etwas daran, dass Gewerkschaften denjenigen helfen können,
>> die in der Unternehmenshierarchie ganz unten stehen und sonst keine
>> Stimme haben?
>
> Sie könnten, aber die Masse der Leute ganz unten ist trotz oder wegen
> der Gewerkschaften erheblich grösser geworden "working poor" in den
> letzten Jahrzehnten, Zeitarbeitssklaven weil Gewerkschaftler sich über
> den Tish ziehen liessen bzw. nur erklärlich durch die massiven
> Bestechungsgelder von den wir oben ja lesen konnten.

Das klingt ja fast nach einer Mehrklassengesellschaft... Fraglich, ob es 
ohne die Gewerkschaften schlimmer oder besser wäre.
Wem nützt die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes eigentlich? Der 
gesamten Gesellschaft? Den Arbeitnehmern?
Oder nur einigen wenigen Großkapitaleignern? Falls ja, dann würde sich 
die Gesellschaft zurück entwickeln.
Fraglich auch, wie schnell sich die neuen Arbeitsformen aus der 
wachsenden Shared Economy ("Clickworker", "Micro Jobs" und co) 
entwickeln, und ob rechtzeitig eingegriffen wird.

Autor: Schwarzes Schaf (Gast)
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Qwertz schrieb:
> Nein, es genügt vollkommen, wenn ein ordentliches Lohnplus und gute
> Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder (und die anderen fest
> angestellten Mitarbeiter in diesen Unternehmen) herausspringen.

Wie bringe ich nun meine Firma dazu, mir auch all diese Vorteile zu 
ermöglichen, wenn ich nur eine kleine Leuchte bin, kein einziger Kollege 
Gewerkschaftsmitglied ist, und noch schlimmer, man Gewerkschaften für 
etwas ganz schlimmes hält? Weil man den Leuten seit Jahren ganz große 
Opportunities verspricht, wenn sie nur schön angepasst und auf Linie mit 
der ach so besonderen Unternehmenskultur sind...

Autor: Programmieräffle (Gast)
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Gewerkschaften halte ich für nicht mehr zeitgemäß. Bei Streiks stellt 
man massiven Missbrauch fest (Piloten etc.). Streiken kann nur der, der 
einen geeigneten Hebel hat und nicht der, der in präkeren 
Arbeitsverhältnissen arbeitet. Außerdem können Streiks nur von 
Gewerkschaften angezettelt werden. Eigentlich eine ziemliche Perversität 
(vgl. wilde Streiks). D.h. Arbeitnehmer geben ihre Macht freiwillig oder 
unfreiwillig an die Gewerkschaften ab. Und zu behaupten heute gäbe es 
die 60h-Woche wenn die Gewerkschaften nicht (gewesen) wären, halte ich 
schon für abenteuerlich. Die Verringerung der Arbeitszeiten waren 
gesellschaftliche Vorgänge ("Volkswillen"), die Gewerkschaften waren 
dabei ein (friedenstiftendes) Instrument. Aber auch ohne dieses 
Instrument hätte sich die 40h-Woche bahngebrochen. Vielleicht brutaler. 
Insofern kann man sogar sagen, dass die Existenz der Gewerkschaften im 
Interesse der Unternehmer liegt.
Das heißt erstmal nicht, dass Gewerkschaften schlecht wären. Aber einen 
gesellschaftlichen Auftrag sehe ich definitiv nicht.

Autor: Jeff (Gast)
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Gewerkschaften erstreiken hier und heute Vorteile für Minderheiten auf 
Kosten der Mehrheit im ganzen Land. Sie benötigen für ihr Weltbild ganz 
altlinks die stete Kategorisierung von bösem Arbeitgeber/gutem 
Arbeitnehmer, von den da oben und den da unten, von arm und reich. Davon 
allein lebt diese Ideologie- sie ist gesamtgesellschaftlich 
realitätsfern und schädlich. Indem stets nur eine Minderheit im Fokus 
steht geradezu egoistisch.

Autor: Normal (Gast)
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Jeff schrieb:
> Gewerkschaften erstreiken hier und heute Vorteile für Minderheiten
> auf Kosten der Mehrheit im ganzen Land. Sie benötigen für ihr Weltbild
> ganz altlinks die stete Kategorisierung von bösem Arbeitgeber/gutem
> Arbeitnehmer, von den da oben und den da unten, von arm und reich. Davon
> allein lebt diese Ideologie- sie ist gesamtgesellschaftlich
> realitätsfern und schädlich. Indem stets nur eine Minderheit im Fokus
> steht geradezu egoistisch.

Du verwechselst hier Mehrheit mit Minderheit. Die Arbeitnehmer sind in 
der Mehrheit, und die Arbeitgeber und Shareholder sind in der 
Minderheit. Nicht andersrum. Und Egoisten sind am Ende alle, bis auf ein 
paar wenige lebensmüde.

Autor: Schwarzes Schaf (Gast)
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Jeff schrieb:
> . Davon
> allein lebt diese Ideologie- sie ist gesamtgesellschaftlich
> realitätsfern und schädlich.

Die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen als Ideologie zu bezeichnen 
ist nichts anderes als Framing, das Aufzwingen eines Deutungsrahmens.
Es ist doch völlig klar, dass gesunde Unternehmen nur unter einem 
Kräftegleichgewicht entstehen können - ob das nun durch eine 
Gewerkschaft gewährleistet wird, sei dahin gestellt.

Autor: Vogelfrei (Gast)
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Ich finde die Idee einer Gewerkschaft grundsätzlich gut, die Umsetzung 
in Form der IG Metall jedoch beknackt!

Die IG Metall fördert meiner Meinung nach Leiharbeit, in dem sie 
selektiv wegschaut und gesetzliche Vorgaben in machen Betrieben durch 
betriebliche Sondervereinbarugen aufweicht - zu Lasten der Leiharbeiter, 
welche in der Regel keine Vertretung haben. Man ist besorgt über die 
eigenen Mitarbeiter und vor Allem darüber, dass andere Stellen 
verschwinden wenn Leiharbeiter übernommen werden.

Bei Ford in Köln gibt es beispielsweise eine solche Sonderregel die 
besagt, dass Leiharbeiter 2 ganze Jahre statt nur 1,5 Jahre dort bleiben 
dürfen. Der Betriebsrat winkt regelmäßig Verlängerungen durch (bis zu 4 
Jahre Leiharbeit!) und hinterfragt selten bis garnicht, ob eine 
Leiharbeitertätigkeit nicht durch eine Feste Stelle zu ersetzen ist. 
Dank dieser Praxis bleibt die Leiharbeit für Ford attraktiv.

Ich habe dort Leute kennen gelernt, die kompetent und integraler 
Bestandteil von Teams waren. Sie hatten einen guten Ruf über 
Abteilungsgrenzen hinweg. Trotzdem waren sie Leiharbeiter und wurden 
Jahr für Jahr verlängert oder für 3 Monate auf's Abstellgleis gesetzt, 
damit sie danach gleich wieder anfangen konnten. Ich schätze dort 
arbeiten 30% der Belegschaft als Leiharbeiter - alles mit dem Segen der 
IGM. Das hat nichts mehr damit zu tun, Leistungsspitzen auszugleichen.

Ich bin jetzt woanders, "echter" Mitarbeiter in einem IGM Betrieb, aber 
ich werde definitiv nie Mitglied der IGM werden.

Autor: Jo S. (Gast)
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Vernunftmensch schrieb:
> Die IT-Branche ist die Branche mit dem höchsten Innovationstempo
> Die immense Bedeutung von Software in allen Lebensbereichen lässt dieser
> Branche ein hohes Maß an Verantwortung zukommen

> Trotz eines guten Gehaltes sind viele Softwerker oft auch aufgrund
> mangelnder sozialer Kompetenz den Unternehmen ausgeliefert.
>
> Die Gewerkschaften agieren traditionell eher im Umfeld des
> produzierenden Gewerbes.

Korrektur: Die Industriegewerkschaften ...

In der Industrie ist das Gewerkschaftswesen von den Arbeitern erschaffen 
worden und von denen sind bessere Arbeitsbedingungen erkämpft worden 
(indirekt auch für die Angestellten).

Die Angestellten waren auf der Seite des Kapitals und versuchten 
zusammen mit den Firmeneigentümern, den Führungskräfte und den rechten 
Politikern die Arbeiterbewegung zu unterdrücken und deren Funktionäre zu 
vernichten (auch physisch).

Seit dieser Zeit gibt es den Konflikt zw. Arbeitern (Lohn) und 
Angestellten (Gehalt) - bis heute. Diesen Gegensatz will man durch das 
Zusammenfügen von Arbeitern und Angestellten zu einheitlich 
'Arbeitnehmern' und Lohn und Gehalt zu einheitlich 'Entgelt' beseitigen. 
Sowie durch einheitlichen Entgeltgruppen - also keine Lohngruppen mehr, 
etc.

Der Anteil der "Arbeiter" bei den Mitgliedern ist höher als der der 
"Angestellten". Die Gewerkschaft hat die Interessen ihrer 
(beitragszahlenden) Mitglieder zu vertreten. Somit ist klar, daß primär 
die Arbeitsbedingungen der "Arbeiter" im Fokus stehen. >Nur gemeinsam 
sind wir stark< Diese Erkenntnis ist bei den "Angestellten" nicht 
eingeprägt. Zudem befürchten viele, daß sich eine Mitgliedschaft in der 
Gewerkschaft negativ auf ihre Karriere auswirken könnte, weil das den 
Vorgesetzten missfallen würde.

Die Konkurrenzgewerkschaft ist Ver.di (mit enthalten ist die ehemalige 
Angestelltengewerkschaft DAG). Die DAG wirkte gegen die IGM.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Dienstleist...

> Welche Gewerkschaft empfiehlt sich für Beschäftigte im IT-Sektor?

Bei der IGM gibt es eine Gruppe ITK.

https://de.wikipedia.org/wiki/IG_Metall

https://www.igmetall.de/it-magazin-2078.htm

Das Beste wäre eine eigene Interessenvertretung für Ing., Inf., NatWiss.
  ;)   :)

Fröhlichen Feierabend!

       Jo S.

Autor: Rudi Radlos (Gast)
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Jo S. schrieb:
> Das Beste wäre

Gelegentlich wird versucht, durch diverse Billigheimer oder Christliche 
Nächstenliebe die Tarife zu drücken. Eine Gewerkschaft, die sich 
zuverlässig für unsere Interessen einsetzt und MEHRHEITLICH in der Firma 
vertreten ist wäre ideal.

Beitrag #5284262 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Manfred (Gast)
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Vogelfrei schrieb:
> Ich bin jetzt woanders, "echter" Mitarbeiter in einem IGM Betrieb, aber
> ich werde definitiv nie Mitglied der IGM werden.

Sag' niemals Nie! Nachdem der ehemals IGM-gebundene Laden verkauft 
wurde, war man aus der Tarifbindung raus ... wurde dann von den 
organisierten Kollegen erstritten.

Nach einem erneuten Verkauf ging das wieder los! Die politische und 
gesellschaftliche Haltung der IG-Metall differiert mit meiner, dennoch 
hat mich die betriebliche Situation veranlasst, nach gut 40 Jahren doch 
noch einzutreten.

Autor: Schwarzes Schaf (Gast)
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Jo S. schrieb:

>>
>> Die Gewerkschaften agieren traditionell eher im Umfeld des
>> produzierenden Gewerbes.
>
> Korrektur: Die Industriegewerkschaften ...

> Seit dieser Zeit gibt es den Konflikt zw. Arbeitern (Lohn) und
> Angestellten (Gehalt) - bis heute. Diesen Gegensatz will man durch das
> Zusammenfügen von Arbeitern und Angestellten zu einheitlich
> 'Arbeitnehmern' und Lohn und Gehalt zu einheitlich 'Entgelt' beseitigen.

> Der Anteil der "Arbeiter" bei den Mitgliedern ist höher als der der
> "Angestellten". Die Gewerkschaft hat die Interessen ihrer
> (beitragszahlenden) Mitglieder zu vertreten. Somit ist klar, daß primär
> die Arbeitsbedingungen der "Arbeiter" im Fokus stehen. >Nur gemeinsam
> sind wir stark< Diese Erkenntnis ist bei den "Angestellten" nicht
> eingeprägt.

Definitiv!

Eine wesentliche Frage ist, ob die Unterscheidung zwischen Angestellten 
und Arbeitern für IT-Firmen anwendbar ist. Bei einigen tausenden 
Programmieren gibt es so gesehen keine Arbeiter und damit auch keine 
Interessensvertretung.
Es kursiert der Begriff des "Wissensarbeiters". Fraglich, ob man die 
ITler nicht auch als Arbeiter betrachten kann. Ihre 
Mitwirkungsmöglichkeiten im Unternehmen sind zumeist eher beschränkt, 
manche Aufgaben sind geistige Fließbandarbeit.

Ein Artikel hierzu vom Zukunftsinstitut;
https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/wissensarb...

Autor: Normal (Gast)
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Die Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern ist doch aus dem 
letzten Jahrtausend. Und sie nutzt wem?

Was haben wir gemeinsam? Wir wollen gesund leben und bleiben.

Autor: Normal (Gast)
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Nicht falsch verstehen, aber die Empörlinge der Helikopter-Eltern haben 
doch keine Eier. Wir müssen rechtzeitig gegensteuern, gemeinsam.

Autor: Bb Ox (bbox)
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Es sind Datentypisten. (Mit Programmierkenntnissen) Dienstleistung ergo 
VER.DI. Es sind keine Piloten, Eisenbahner oder Maschinenbauer 
Mensch!...dass doch nicht so schwer Leute. (IGM also wirklich)

: Bearbeitet durch User
Autor: Schreiber (Gast)
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Vogelfrei schrieb:
> Die IG Metall fördert meiner Meinung nach Leiharbeit, in dem sie
> selektiv wegschaut und gesetzliche Vorgaben in machen Betrieben durch
> betriebliche Sondervereinbarugen aufweicht - zu Lasten der Leiharbeiter,
> welche in der Regel keine Vertretung haben. Man ist besorgt über die
> eigenen Mitarbeiter und vor Allem darüber, dass andere Stellen
> verschwinden wenn Leiharbeiter übernommen werden.

Die IG Metall ist eine INTERESSENVERTRETUNG ihrer Mitglieder und bei 
denen handelt es sich meist nicht um Leiharbeiter. In traditionellen 
Industriebetrieben liegt der gewerkschaftliche Organistationsgrad in 
einigen Abteilungen teilweise bei 90%+X

Der Betriebsrat vertritt die Interessen der in der Firma beschäftigten, 
nicht die der Leiharbeiter!
Der Deal hohe Löhne gegen Zustimmung zu Leiharbeit ist daher durchaus 
sinnvoll.

Theo schrieb:
> Nur weil die ITler keinen direkten Hebel haben, um ihre Forderungen
> durchzusetzen, heißt das nicht, dass sie unwichtig sind.
> Dann müssen sie sich einen Hebel suchen.

Das Problem ist, dass man einen Streik in der IT nicht unmittelbar 
bemerkt.
Das meiste läuft automatisch und dass Sicherheitspudates nicht 
installiert wurden, merkt man erst nach einigen Wochen, wenn es zu spät 
ist...

Autor: Bb Ox (bbox)
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Deswegen sägen die Metaller am eigenen Ast und merken es nicht. Die 
Firmen nehmen dann nur noch Leiharbeiter und die ZA-Firmen passen die 
Konditionen an. Plötzlich ist Dank Boni/Prämie die Abteilung voll mit 
Leiharbeitern, die man selber organisiert hat. Ist doch total schick 
oder? Mit der Wohlstands gierigen Jugend kann man einfach alles machen. 
Die merkeln nix mehr. Zum Schluss wird halt eine Runde Superfood gekauft 
und die Welt ist gerettet. ZONK.

: Bearbeitet durch User

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