Hallo zusammen,
ich habe die im Anhang befindliche Schaltung nachgebaut und möchte nun
verstehen wie diese dimensioniert worden ist.
Habe mir schon mehrere Beiträge zum Differenzverstärker angeschaut,
verstehe allerdings nicht wie die Widerstände zu berechnen sind.
(4,7k ist ein NTC)
Die nächste Frage die ich mir stelle: Wieso habe ich bei der roten LED
keinen RC Widerstand?
Danke im Voraus
Gruß
Fragender123 schrieb:> ich habe die im Anhang befindliche Schaltung nachgebaut und möchte nun> verstehen wie diese dimensioniert worden ist.
Siehe Tietze/Schenk
> Habe mir schon mehrere Beiträge zum Differenzverstärker angeschaut,
Das Verständnis des Differenzverstärkers ist zwar wichtig für das
Verständnis des Operationsverstärkers, praktische Anwendungen gibt
es dafür aber nicht. Als Differenzverstärker verwendet man heut-
zutage (integrierte) Operationsverstäker
Harald W. schrieb:> Siehe Tietze/Schenk>>> Habe mir schon mehrere Beiträge zum Differenzverstärker angeschaut,>> Das Verständnis des Differenzverstärkers ist zwar wichtig für das> Verständnis des Operationsverstärkers, praktische Anwendungen gibt> es dafür aber nicht. Als Differenzverstärker verwendet man heut-> zutage (integrierte) Operationsverstäker
Danke für den Tipp, aber ich möchte mir ungern das Buch zulegen um zu
verstehen wie diese Schaltung zu dimensionieren ist.
Fragender123 schrieb:> Danke für den Tipp, aber ich möchte mir ungern das Buch zulegen um zu> verstehen wie diese Schaltung zu dimensionieren ist.
Hast Du schon mal was von Leihbüchereien gehört?
Unabhängig davon, wenn man etwas tiefer in die
Dimensionierung von Elektronikschaltungen ein-
steigen will, ist der Tietze/Schenk immer eine
gute Investition. Das gilt auch für die älteren
Ausgaben in gebrauchter Form. Willst Du nur eine
einzige Schaltung aufbauen, nimm einen OPV. Den
kann man gut mit Internet-Tutorials dimensionieren.
Harald W. schrieb:> Das Verständnis des Differenzverstärkers ist zwar wichtig für das> Verständnis des Operationsverstärkers, praktische Anwendungen gibt> es dafür aber nicht. Als Differenzverstärker verwendet man heut-> zutage (integrierte) Operationsverstäker
Das ist ziemlicher Unsinn. Man erschlägt zwar sehr viele Fälle mit einem
integrierten OP, aber trotzdem gibt es noch genug Anwendungsfälle für
diskret aufgebaute Differenzverstärker. Zum Beispiel kann man damit sehr
einfach einen Hochspannungsverstärker bzw. Impedanzwandler realisieren.
"Die nächste Frage die ich mir stelle: Wieso habe ich bei der
roten LED keinen RC Widerstand?"
Hallo,
auf der rechten Seite fließt über 100k nur sehr wenig Basisstrom durch
den rechten Transistor, deshalb liegt der Kollektorstrom im Bereich, der
für die LED passt.
Die linke Seite ist insgesamt niederohmiger, deshalb muß der Strom durch
die LED separat begrenzt werden.
Die Dimensionierung der Schaltung kann im einfachsten Fall durch
Probieren gefunden sein. Natürlich kann man auch mit Kennlinien und
Verstärkungsfaktoren im Arbeitspunkt rechnen... Die Belastung durch die
LEDs ist für einen gut wirkenden Differenzverstärker sowieso zu groß. Er
dient hier nur, um das Prinzip zu verdeutlichen.
MfG
Andreas S. schrieb:> Das ist ziemlicher Unsinn. Man erschlägt zwar sehr viele Fälle mit einem> integrierten OP, aber trotzdem gibt es noch genug Anwendungsfälle für> diskret aufgebaute Differenzverstärker. Zum Beispiel kann man damit sehr> einfach einen Hochspannungsverstärker bzw. Impedanzwandler realisieren.
Ausnahmen bestätigen die Regel. :-)
"auf der rechten Seite fließt über 100k nur sehr wenig Basisstrom durch
den rechten Transistor, deshalb liegt der Kollektorstrom im Bereich, der
für die LED passt.
Die linke Seite ist insgesamt niederohmiger, deshalb muß der Strom durch
die LED separat begrenzt werden."
Hm. Aber der Kollektorstrom beider Transistoren wird doch effektiv durch
den 1k Emitter-Widerstand begrenzt?
Ich würde eher sagen der bringt etwas Hystere rein wenn der Thermistor
bei 4.7k liegt. Oder?
Vielleicht geht da noch mal jemand fähigeres genauer drauf ein;
Vermeindlich einfache Frage wo wir (also ich und unsereins) was lernen
können. :-)
"Vielleicht geht da noch mal jemand fähigeres genauer drauf ein; "
Es sollen bitte alle, die sich für richtig fähig halten, hervortreten,
um die Schaltung zu erklären, denn sonst kann man hier nichts lernen.
MfG
Christian S. schrieb:> auf der rechten Seite fließt über 100k nur sehr wenig Basisstrom durch> den rechten Transistor, deshalb liegt der Kollektorstrom im Bereich, der> für die LED passt.> Die linke Seite ist insgesamt niederohmiger, deshalb muß der Strom durch> die LED separat begrenzt werden.>> Die Dimensionierung der Schaltung kann im einfachsten Fall durch> Probieren gefunden sein. Natürlich kann man auch mit Kennlinien und> Verstärkungsfaktoren im Arbeitspunkt rechnen... Die Belastung durch die> LEDs ist für einen gut wirkenden Differenzverstärker sowieso zu groß. Er> dient hier nur, um das Prinzip zu verdeutlichen.
So ein Mumpitz, Hauptsache mal wieder überflüssigen Senf dazu gegeben.
Die Dimensionierung geht so:
An der rechten Seite befindet sich der 100k/47K-Teiler, der eine
Spannung von 1/3 Vcc=3V erzeugt. Genau das Gleiche macht auch der Teiler
an der linken Seite, falls der Thermistor gerade 4,7k hat. Die
Emitterspannung beider Transistoren ist jetzt 3V-Ube~2,3V, der
gemeinsame Emitterstrom demnach 2,3mA.
In dem geschilderten Fall sind beide Kollektorströme gleich groß und
beide LEDs leuchten mit 1,15mA. Je nach Temperatur ändert der Thermistor
seinen Widerstand und verschiebt damit die Spannung an der linken Basis.
Bei höherer Spannung (höherer Widerstand) leuchtet die grüne LED heller
und die rote geht aus. Der Übergangsbereich von nur rot zu nur grün ist
etwa 100mV Spannungsänderung an der linken Basis.
Der Vorwiderstand an der grünen LED ist eigentlich nicht nötig, weil der
Strom durch die Grüne LED nicht größer als (UBasis(links)-Ube)/1k werden
kann.
ArnoR schrieb:> Der Vorwiderstand an der grünen LED ist eigentlich nicht nötig, weil der> Strom durch die Grüne LED nicht größer als (UBasis(links)-Ube)/1k werden> kann.
Ich nehme an, dass der "Designer" der Schaltung mit dem Widerstand
lediglich eine gewisse Helligkeitsanpassung vornehmen will: das
menschliche Auge ist fuer Gruen wesentlich empfindlicher als fuer Rot.
Toxic schrieb:> Ich nehme an, dass der "Designer" der Schaltung mit dem Widerstand> lediglich eine gewisse Helligkeitsanpassung vornehmen will
Falsche Annahme. Der Widerstand hat überhaupt keinen Einfluss.
Die LED liegt in der Kollektorleitung, der Kollektorstrom wird (solange
keine Sättigung eintritt) aber durch den Emitterwiderstand und die
Stromverteilung (Basispotentiale der Transistoren) bestimmt.
Gib mir doch mal deine EMailadresse, dann kann ich dir die hier
aufgeführte Literatur zuschicken. Ich verstehe es, wenn du dir einen
solchen Wälzer für ein Einzelproblem nicht gleich zulegen willst
ArnoR schrieb:> Der Widerstand hat überhaupt keinen Einfluss.
Weil das für Viele sicherlich schwer zu glauben ist, hier noch ein
Simu-Bildchen dazu: siehe Anhang. Gezeigt sind die LED-Ströme in beiden
Zweigen (rot und grün) in Abhängigkeit vom Thermistorwiderstand, der
hier von 4...6k verändert wird. AM1 ist die grüne LED, AM2 die rote. Die
Stromkurven für die Fälle Vorwiderstand=1k und Vorwiderstand=0 liegen
direkt aufeinander.
ArnoR schrieb:> ArnoR schrieb:>> Der Widerstand hat überhaupt keinen Einfluss.>> Weil das für Viele sicherlich schwer zu glauben ist, hier noch ein> Simu-Bildchen dazu
Ich hab hier auch ein Simu-Bildchen - siehe Anhang
Der Widerstand sollte in der Tat keinen Einfluss haben,sofern alles
"ideal" ist.
Ideal ist die Schaltung aber insofern nicht,weil die Spannungsteiler
sich um den Faktor 10 unterscheiden und somit unterschiedliche
Basisstroeme liefern koennen.
In der LTspice-Simulation sind die Leds und Transistoren gleich.Ebenso
die die Spannungsteilerverhaeltnisse.Man muesste also davon ausgehen,
dass durch beide Leds die gleichen Stroeme fliessen - sie weichen aber
dennoch nicht unerheblich voneinander ab.
Ohne vorher die Simulation gemacht zu haben,bin ich davon
ausgegangen,dass der Schaltungsentwickler sich die Unsymmetrie zu Nutzen
machen wollte - mit maessigem Erfolg - den Widerstand kann er sich
tataechlich an den Hut stecken...
Nun denne: Theorie und Praxis klaffen wie ueblich auseinander.
Toxic schrieb:> Ideal ist die Schaltung aber insofern nicht,weil die Spannungsteiler> sich um den Faktor 10 unterscheiden und somit unterschiedliche> Basisstroeme liefern koennen.
Ja, die Belastung des hochohmigeren Spannungsteilers durch den rechten
Basisstrom führt dazu, dass in meinem Bild die Stromgleichheit nicht wie
im Idealfall bei 50% Poti-Setting ist, sondern etwas daneben. Aber sonst
ist alles wie beschrieben.
> In der LTspice-Simulation sind die Leds und Transistoren gleich.Ebenso> die die Spannungsteilerverhaeltnisse.Man muesste also davon ausgehen,> dass durch beide Leds die gleichen Stroeme fliessen - sie weichen aber> dennoch nicht unerheblich voneinander ab.
Natürlich, wie eben beschrieben. Die Spannungsteilerverhältnisse sind
eben nicht gleich.
Toxic schrieb:> Theorie und Praxis klaffen wie ueblich auseinander.
Nö, es passt genau.
Übrigens, hat es einen besonderen Grund, dass du zu Simulation der
statischen Verhältnisse in der Schaltung ausgerechnet die
Transientenanalyse benutzt, obwohl hier überhaupt kein Zeitverhalten
untersucht wird? Viel anschaulicher ist das doch mit der passenden
DC-Analyse, siehe oben.
Toxic schrieb:> Der Widerstand sollte in der Tat keinen Einfluss haben,sofern alles> "ideal" ist.
Nun hast dich auf meine Aussage zum Widerstand bezogen aber dazu liefert
dein Post bzw. deine Simu überhaupt keine brauchbare Aussage...
ArnoR schrieb:> Nun hast dich auf meine Aussage zum Widerstand bezogen aber dazu liefert> dein Post bzw. deine Simu überhaupt keine brauchbare Aussage...
Hielt ich nicht mehr fuer notwendig - haette aber die asc-Datei gleich
mit anhaengen sollen....
ArnoR schrieb:> Übrigens, hat es einen besonderen Grund, dass du zu Simulation der> statischen Verhältnisse in der Schaltung ausgerechnet die> Transientenanalyse benutzt, obwohl hier überhaupt kein Zeitverhalten> untersucht wird?
Was LTspice angeht und Transientenanalyse: Macht der Gewohnheit....
Toxic schrieb:> Hielt ich nicht mehr fuer notwendig
Achso.
Übrigens kann man die Stromwerte deiner Simulation natürlich schon in
meiner Simulation für den Fall Potisetting=50% ablesen. Eine ganz kleine
Differenz ist dann zwar immer noch, aber die resultiert lediglich aus
meiner Vereinfachung 47k->50k, damit ich (bei der Funktionsbeschreibung
oben und auch beim Poti) nicht mit krummen Zahlenwerten hantieren
musste.
Harald W. schrieb:> Fragender123 schrieb:>>> ich habe die im Anhang befindliche Schaltung nachgebaut und möchte nun>> verstehen wie diese dimensioniert worden ist.>> Siehe Tietze/Schenk>>> Habe mir schon mehrere Beiträge zum Differenzverstärker angeschaut,>> Das Verständnis des Differenzverstärkers
Und? Steht in dem Buch, dass dies kein Differenzverstärker
sondern ein LTP (Long Tailed Pair) ist?
LG
old.