Zu wenig Strom in µC-MOSFET schaltung

Gast #7256750
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Hallo!

Ich habe einen Schaltkreis zusammengebaut, der im BIld zu sehen ist.

Die Load wird an einem Labornetzteil angeschlossen mit 3.6V und 
Strombegrenzung von 1A.
Wenn ich nun mittels µC einen Strom durch die load fließen lassen 
möchte, kommt max. 9mA raus..
Ich brauche für meine Anwendung aber eher 300-500mA.

Jetzt frage ich mich woran es liegen könnte. Ist der MOSFET nicht 
geeignet? Sind die Widerstände falsch gewählt? Evtl. hat jmd von euch 
eine Ahnung?

MOSFET: 
https://www.mouser.de/ProductDetail/STMicroelectronics/BUZ11A?qs=%2FU6xRUa2FMAlCJ2U3DfJ2A%3D%3D

Widerstand der load ca. 3 Ohm
Angehängte Dateien:
#7256783
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Patty H. schrieb:
> der hat eine schwellspannung von 3V

Nein.

Muss man es eigentlich Jedem Deutschen einzeln erklären.

Unterhalb von 3V ist der MOSFET schlicht und einfach nur AUS.

Voll eingeschaltet ist er bei der Spannung, bei der ein RDS(on) im 
Datenblatt angegeben ist (und vom Hersteller damit garantiert), in 
deinem Exemplar 10V.

Dazwischen ist er irgendwie halb-leitend, in Analogbetrieb, mindestens 
bis zur doppelten Schwellspannung also 2 x UGS(th).

Du suchst einen LogicLevel MOSFET, z.B. IRLZ34 (wenn es steinalte TO220 
sein müssen).
#7256806
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Was genau heißt das? :D

Heißt das etwa, wenn meine load einen doch etwas höheren widerstand hat, 
dass die Vgs auch größer ist? Das wäre ja dann suboptimal wenn der 
transistor auf einem nicht mehr voll eingeschlatet ist.

Sry, ich bin echt ein anfänger auf dem gebiet :/
#7256825
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Miu schrieb:
> Heißt das etwa, wenn meine load einen doch etwas höheren widerstand hat,
> dass die Vgs auch größer ist?

Nein, Wirklungsrichtung ist vom Gate zur Drain-Source Strecke.

Bei höherer Gate-Spannung ist der Drain-Source Widerstand halt kleiner.

Dein Lastwiderstand ist egal, er führt natürlich zu einem durch ihn 
begrenzten Strom den der MOSFET aushalten muss, und das kann er um so 
besser, um so geringer sein Einschaltwiderstand ist weil dann weniger 
Verlustleistung und somit weniger Wärme an ihm ensteht.
#7256839
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Miu schrieb:
> Vgs

V -> Spannung
g -> Gate
s -> Source

Das ist also die Spannung, mit der du den MOSFET ansteuerst.
Aus dem Datenblatt deines MOSFETS (International Rectifier??) kann man 
jetzt rauslesen: je höher die Steuerspannung, desto geringer der 
Widerstand des Mosfets. Für deine Anforderung max. 500mA ist das egal, 
ob 0.035 oder 0.06Ohm. Weil?? ... Der Verlust am Transistor heizt diesen 
nicht sehr auf. (0.06 * 0.5 * 0.5 = 0.015)

Wenn aus deinem Arduino 5V rauskommen, hast du am MOSFET eine Vgs von 
5V.
#7256859
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Ralf G. schrieb:
> Wenn aus deinem Arduino 5V rauskommen, hast du am MOSFET eine Vgs von
> 5V.

Und es wäre zulässig da 16 bzw. 14A drüberzujagen. (Wenn man's gekühlt 
kriegt.) Und jetzt siehst du auch ;-) dass unter 4V das vermutlich ganz 
schnell weniger wird: Bei einer Schwellspannung Vgs(th) und einer 
Versorgungsspannung von 1..2V sind's nur noch 250µA!
Gast #7256868
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Nein, du hast es nicht verstanden. Lies nochmal das PDF Kapitel 2.2.2

Im Datenblatt steht, ab welcher Spannung der Transistor so gerade eben 
zu leiten beginnt.

(Vgsth) = mindestens 2,1 V und höchsten 4 V (bei 25°C)

Wie viel deiner hat, hängt vom Zufall ab. Also gehe vom schlechten Fall 
(4 V) aus. Wenn du den bei Aliexpress gekauft hat, ist es wahrscheinlich 
sogar Ausschussware mit mehr als 4 Volt.

Gerade eben leiten reicht aber nicht, du willst etwas mehr als 1A 
fließen lassen. Also schaust du dir das Diagramm an. Typischerweise geht 
es hier bei 3V los und so ungefähr bei 4V bist du an dem Punkt, wo er 
genug Laststrom fließen lässt.

Dein Transistor ist aber nur mit Glück ein typischer. Es kann auch gut 
sein, dass deiner erst ab 4 V leitet, also die ganze Kurve um 1V nach 
rechts verschoben. Dann brauchst du mindestens 5 V, damit er genug 
Laststrom fließen lässt.

Wer Schaltungen vernünftig gestaltet, also so dass sie auch bei anderen 
Temperaturen zuverlässig funktionieren, näht nicht auf Kante sondern 
würde mindestens 6 V ans Gate anlegen. Du hast aber nur 5 Volt, ergo ist 
der Transistor nur mit Glück geeignet.

Wie gesagt: Wenn er von Aliexpress ist, braucht er womöglich deutlich 
mehr Spannung. So ging mir das bisher mit allen MOSFET die ich von dort 
bezogen habe.
Angehängte Dateien:
#7256880
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@stefanus
Weils vielleicht noch dazugehört:
(Diagramm lesen ist für mich noch ein bisschen Wissenschaft.)

PULSE DURATION = 80µs
DUTY CYCLE = 0.5% MAX

Ist das jetzt gut oder schlecht? ;-)
Schneidet der Transistor im 'Normalbetrieb' eher besser ab? Oder sind 
das (wiedermal) unrealistische Annahmen aus der Marketingabteilung?
#7256882
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Vor allem sollte man mal die Masse deiner 3,6V an den Arduino 
anschließen, dann könnte das was werden. Und das Hipsterdenglisch "Die 
Load" solltest du dir abgewöhnen. Der Lastwiderstand, die Last oder der 
Verbraucher beschreiben das Objekt in vorzüglichstem, fachlich korrektem 
Deutsch. Es sei denn du stehts auf "Die Hard" ;-)
Gast #7256905
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Stefan F. schrieb:
> Da geht es um thermische Aspekte bei hohen Belastungen, die sind für
> deinen Fall ziemlich irrelevant.

Konkret:

> PULSE DURATION = 80µs
> DUTY CYCLE = 0.5% MAX

Damit haben sie die Eigenschaft ermittelt, die das Diagramm darstellt. 
Die haben direkt 25V an den Transistor angelegt, ohne Lastwiderstand. 
Überlege mal wie viel Watt Verlustleistung das sind

25 V * 15 A = 375 Watt

Die verträgt der Transistor natürlich nur ganz kurz.
Beitrag #7256913 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7256918
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Ralf G. schrieb im Beitrag #7256913:
> 1/2% Pulsdauer klingt für mich nicht nach Belastung

Immerhin haben die Pulse an oberen Ende des Diagramms 375 Watt. So viel 
Energie können Transistoren dieser Bauform nie und nimmer schnell genug 
ableiten. Deswegen heizt er sich im Silizium erheblich stärker auf, als 
man von außen messen kann. Wenn du die Impulse zu lang machst oder die 
Pausen zu kurz, schmilzt das Silizium.

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