Schutzlack f. Temp.-Aussensensor

OP #7390132
Lesenswert?

Hallo zusammen,

heute habe ich den Aussensensor meiner Wetterstation zerlegt, weil der mir in 14 Tagen die neuen Batterien (2xAAA) leer gesaugt hatte. Gammel am Pluskontakt und besonders am Stuetzkondensator der Betriebsspannung - klar, Abstand zwischen + und - dort nur 1,5mm.

Alles schoen gereinigt (Alkohol, Wasser, Druckluft, Sonne) und siehe da 5 uA Ruhestrom, das ist akzeptabel. Allerdings bleibt zu erwarten, dass die Luftfeuchtigkeit draussen den Gammel neu generiert.

Mit was versiegelt man heute sowas? Beim R.. habe ich nur Schutzlack in Spraydosen gefunden, die natuerlich bei einer Anwendung fuer eine LP 50x40mm zu gross sind und bei denen im zweiten Anwendungsversuch natuerlich die Duese verklebt ist. Dafuer bin ich nicht bereit >15 EUR auzugeben.

Was kann man sonst nehmen, ich dachte schon an farblosen Nagellack?

wendelsberg

#7390166
Lesenswert?

Man kann den Sprühkopf auch einfach in Aceton einlegen und kurz mit Druckluft ausblasen. Ob das billiger ist?

Als Lack würde ich aber weder Plastik 70 noch Nagellack nehmen, weil der P70 sehr dünn ist und evtl. nicht alles benetzt, Nagellack aber zu hart wird und bei den thermischen Wechseln reißen könnte. Irgendein gräßlich stinkender Acryllack, der eine schön dicke zähe Schicht bildet ist ideal.

#7390181
Lesenswert?

#7390377
Lesenswert?

Ich hab zum Testen einige Entladeschaltungen für Akkus. Da werden einfache Lastwiderlinge angeschlossen. Weil die Dinger extrem heiss wurden hab ich die einfach in nen Eimer mit Wasser gesteckt. Jedenfalls sind da nach kurzer Zeit die Anschlussdrähte abgegammelt. Danach hab ich die Anschlüsse mit K70 2 mal eingesprüht und seither gammelt da gar nix mehr.

#7390383
Lesenswert?

Jens M. schrieb:

Man kann den Sprühkopf auch einfach in Aceton einlegen und kurz mit Druckluft ausblasen.

Dies und Reinigungsbenzin sollte auch gehen. Damit habe ich keine verstopften Duesen mehr erlebt.

Und wenn der serienmaessige Spruehkopf wie idR zu Weitwinklig daherkommt: In Laeden fuer Sprayerbedarf gibt es fuer kleines Geld jede Menge Spruehkoepfe mit unterschiedlichem Duesendurchmesser zur Auswahl..

#7390521
Lesenswert?

Uli S. schrieb:

Ich hab zum Testen einige Entladeschaltungen für Akkus. Da werden einfache Lastwiderlinge angeschlossen.

Wenn du Salz in das Wasser kippst kannst du die Widerstände auch weglassen.

Ich habe mal gesehen wie ein Hersteller von Stromaggregaten testet: Ein Faß mit Salzwasser, es wurden an den Generator angeschlossene Metallplatten mit einem Kran hineingetaucht. Je Tauch so Strom.

Uwe

#7390526
Lesenswert?

Ich würde Bootslack probieren. Das ist ein Polyurethan-Lack, der recht zäh eingestellt ist, aber eine gewisse Flexibilität behält.

Wie bei allen Mitteln auf Kunststoffbasis gilt aber, dass sie nicht wasserdicht sind und Luftfeuchtigkeit aufnehmen. Das tolerierbare Niveau wirst Du aber nur experimentell entwickeln können.

#7390551
Lesenswert?

Magnus M. schrieb:

Für JEDES Lackspray gilt:

--> Nach der Nutzung die Dose kopfüber halten und den Sprühknopf betätigen bis kein Lack mehr austritt!

Was dann dafür sorgt, daß die Dose noch halbvoll ist, aber das Treibgas alle!

Holger R. schrieb:

Kontakt 70

Das heißt "Plastik 70" (von Kontakt Chemie). Wenn die Schicht zu dünn ist, kann man ja mehrmals sprühen...

Früher haben wir in der Firma feuchtigkeits- und explosionsgefährdete Leiterplatten mit "Schwammlack" (gelblich und dickflüssig, wie Honig) überzogen. Keine Ahnung, obs den noch gibt, ist schließlich 35 Jahre her.

#7390604
Lesenswert?

Martin S. schrieb:

Wendels B. schrieb:

Allerdings nur fuer gewerbliche Kunden.

Was soll das eigentlich, dass wegen so ein bisschen Toluol so herumgeschissen wird? Das Zeug ist ein abstolutes Standardlösungsmittel und auch nicht gefährlicher, als viele anderen Stoffe.

Ja nu. Guck Dir an was fuer Verrenkungen man machen muss um als Privatmensch noch bleihaltiges Loetzinn zu bekommen. Alles der gleiche Mist von Leuten, die besser wissen, was fuer Dich gut ist, als Du selber.

#7390671
Lesenswert?

Martin S. schrieb:

Das ist ein Polyurethan-Lack, der recht zäh eingestellt ist, aber eine gewisse Flexibilität behält.

Mit dem Problem sollte er sich die Produkte von Peters anschauen, das ist ein alteingesessener Betrieb für die Elektronikbranche.

https://www.peters.de/de/produkte

Von denen hatte ich mal einen sehr guten PU-Lack in der Sprühdose. Wo man deren Zeug privat in kleinen Mengen bekommmt, kann ich leider nicht sagen.

Gast #7390695
Lesenswert?

Mit was versiegelt man heute sowas?

Die klasssiche Lösung erster Wahl bei Zuleitungen ist Schrumpfschlauch auch wenn man dazu die Zuleitunge3hn Temporär trennen muß.

Die klasssiche Lösung zweiter Wahl ist Vergussmasse wozu auch der Schmodder aus einer Heißkleberpistole zählt.

#7390775
Lesenswert?

die natuerlich bei einer Anwendung fuer eine LP 50x40mm zu gross sind und bei denen im zweiten Anwendungsversuch natuerlich die Duese verklebt ist.

Mein Erfahrung ist das dies bei Plastik 70 nicht passiert. Keine Ahnung wieso. Meine Dose ist sicher schon >15Jahre und wird nur gelegentlich genutzt. Allerdings bildet sich unten an der Falz irgendwann ein kleiner Plastikbobbel der dann immer mehr waechst.

Ansonsten gibt es noch so fluessiges Plastik in so kleinen Tuben, allerdings faellt mir da gerade der Name nicht ein.

Vanye

Persönliche Seite #7393752
Lesenswert?

Silikonfett, seit Jahrzehnten bewährt, chemisch inert, kriegt keine Risse, tropft nicht, ist hochtemperaturfest und ein hervorragender elektrischer Isolator:

https://www.amazon.de/-/en/Permatex-81150-Dielectric-Tune-Up-Grease-33/dp/B000AL2RI2/ref=sr_1_5?crid=37AG5BNZ9G4L8&keywords=dielektrisches+fett&qid=1681587025&sprefix=dielectric+grease%2Caps%2C87&sr=8-5&language=de_DE

#7393879
Lesenswert?

Peter O. schrieb:

Wie wäre es sonst mit Sanitärsilikon?

Schlimm.

Die Essigsäure ruiniert Elektronik sofort.

Silikon geht schon, muss halt eine elektroniktaugliche Variante sein für conformal coating. Eintauchen und es bleibt eine 1mm Schicht hängen.

https://www.ebay.de/itm/165817894498

Aber Feuchtigkeit kriecht auch UNTER das Silikon, vor allen bei Temperaturwechseln um den Gefrierpunkt.

#7397585
Lesenswert?

Alles kann man nicht über einen Kamm scheren. Wenn es wirklich nass wird (Betauung), ist v.A. eine saubere Platine angesagt. Flussmittelreste müssen wirklich ganz weg sein. Wenn die Platine sauber ist, sollte K70 gegen gelegentliche Feuchtigkeit reichen. Sollte halt schon rund 50 µm bis 0,1 mm dick aufgetragen sein, d.h.am besten 2 x sprühen mit min. 1 Tag Zwischentrocknen.

Bei dickeren Beschichtungen scheiden sich die Geister: Wenn es auf der Platine irgendwo recht warm wird, wenn die Platine aber zwischendurch auskühlt, dann wird es echt schwierig, weil die meisten Lacke beim Altern verspröden. Hilft ja nix, wenn 1 mm Lack drauf ist, aber von den Kanten der Bauteile aus allmählich Risse durch den Lack laufen.

Früher haben die Postler ihre Kabelmuffen mit Asphalt ausgegossen. Ist vielleicht bissi eklig für feine Elektronik, gibt auch Hitzestress. Taugt aber immer noch für alle, die unbedingt die Wetterstation am Straßenrand aufstellen wollen (Streusalznebel). Neuere Methoden sind halt nicht unbedingt für Diy brauchbar. UV-Aushärtung u.ä. geht nicht ohne viel Geld.

Sanitärsilikon auf keinen Fall! Es gibt aber andere Silikonlacke für den Profibereich, leider nicht mal eben so zu verarbeiten - s.o.

Für zeitlich begrenzten Schutz nehme ich übrigens Parafilm. Eine zähe, unendlich dehnbare Folie, in die ich kleine Sachen straff einwickle. Für größere Objekte wird es schnell teuer ...

rd

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren