Hallo zusammen,
Ich hoffe, hier kann mir geholfen werden :)
Ich würde gerne Beleuchtungsstärken im relativ niedrigen Bereich gut
aufgelöst messen.
Dieser liegt bei etwa 0 bis 50Lx, mit einer Auflösung von 0,01Lx.
Zusätzlich sollte die Diode V(lambda)-angepasst sein, weil ich die
Sichtbarkeit von Objekten und Lichtquellen abschätzen will.
An die Messfrequenz sind keine enorm hohen Anforderungen gestellt, die
wird wohl unter 1kHz bleiben.
Ist eine solche Auflösung überhaupt ohne lange Integrationszeiten
realisierbar? Diagramme in Datenblättern gehen meist nur bis 1Lx und die
hier häufig empfohlene BPW21 ist durch ihren Dunkelstrom schon
limitiert, wenn ich das richtig verstehe.
Welche Verstärker (bzw TIA) würden sich für so niedrige Stromstärken (je
nach Diode ja unter 1nA) eignen?
Vielen Dank und viele Grüße!
Wenig Licht bedeutet wenig Strom. Das untere limit ist ueberigens nicht
der Dunkelstrom, sondern das Rauschen. Der Dunkelstrom macht nur einen
Offset.
Ich wuerde das Ganze zerhacken und Synchrondetektieren. Das wuerde
hoehere Verstaerkungen erlauben. dh zwischen Diode und Umgebung eine
Schlitzscheibe.
Als TIA einen Fet OpAmp, der keinen allzu hohen Offset hat.
Sebastian schrieb:> An die Messfrequenz sind keine enorm hohen Anforderungen gestellt, die> wird wohl unter 1kHz bleiben.
1ms ist aber eine sehr hohe Anforderung.
Sobald eine Lichtquelle mit Netzspannung läuft, wirst Du keine stabile
Messung erzielen.
Die Integrationsdauer sollte schon Vielfaches von 100ms betragen
(50/60Hz Unterdrückung).
Du verwendest die BPW21 im Kurzschlußbetrieb, also in der üblichen
TIA-Schaltung. 20M Widerstand in der Gegenkopplung ergibt dir 10V
Ausgangsspannung bei 50Lx und 2mV bei 0,01Lx. Also sollte der OPamp eine
Offsetspannung von weniger als 2mV und einen "input bias current" von
weniger als 100pA haben, damit du 0,01Lx auflösen kannst. Der
Dunkelstrom der BPW21 liegt bei typisch 8pA, ist also eher kein Problem.
Problematisch kann die große Detektorkapazität von 580pF werden, die den
TIA leicht instabil werden läßt. Du brauchst also eine sorgfältige
"phase lead" Kompensation, damit die "phase margin" des OPamp nicht
ruiniert wird. Eventuell ist es besser, mit einer anderen Fotodiode zu
arbeiten, z.B. mit einer BPW34.
Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung eines Chopperrads, das
die Fotodiode in periodischen Abständen abdunkelt. Auf diese Weise
erhälst du ein AC-Signal und brauchst dir um Offsetspannungen, "input
bias currents" und Dunkelströmen keine Sorgen mehr zu machen. Auf diese
Weise kann man eine glimmende Zigarette in einigen 100m Entfernung
detektieren.
Vielen Dank euch dreien. :)
Ich beleuchte mit einer LED. Diese will ich modulieren, um das LED-Licht
vom Umgebungslicht unterscheiden zu können. Daher macht ein Chopper vor
der Diode denke ich keinen Sinn.
Auswertung hoffe ich in Software realisieren zu können. Habe dazu einen
AD-USB Datenlogger.
Die BPW34 passt leider nicht zu meinen vis. Spektrum. Andere Vorschläge
nehme ich aber gern noch entgegen.
Die Detektorkapazität gleiche ich doch mit der Formel C1=(Rd/R1)*Ci von
http://www.mikrocontroller.net/articles/Lichtsensor_/_Helligkeitssensor
aus, oder?
Wäre der OPA380 als TIA hier geeignet? BIAS CURRENT: 50pA (max), OFFSET
VOLTAGE: 25µV (max). Zudem könnte ich den Ausgang mit nem Pull-Down auf
0 ziehen, das würde mir für meinen ADC entgegenkommen.
Sebastian schrieb:> Vielen Dank euch dreien. :)>> Ich beleuchte mit einer LED. Diese will ich modulieren, um das LED-Licht> vom Umgebungslicht unterscheiden zu können.
Dann kannst du das empfangene Signal ja synchrondetektieren. Ich habe
etwas ähnliches mal gemacht (Dissertaion) und damit Nanovolt im
thermischen Rauschen gut messen können. Im Gesamtsignal konnte man da
mit dem Auge kein Nutzsignal mehr erkennen. Dies machte mich zu einem
Fan der Methode. Allerdings waren das langsam veränderliche Signale und
nichts, was im ms-Bereich abgetastet wurde...Hängt letztlich von der
Integrationszeit des phasenselektiven Verstärkers ab. Vielleicht nur ein
möglicher Denkanstoß...
>Wäre der OPA380 als TIA hier geeignet? BIAS CURRENT: 50pA (max), OFFSET>VOLTAGE: 25µV (max). Zudem könnte ich den Ausgang mit nem Pull-Down auf>0 ziehen, das würde mir für meinen ADC entgegenkommen.
Wenn du mit nur einer Verstärkerstufe auskommen willst, müßtest du 8,2M
in die Gegenkopplung des OPA380 legen. Stabil wird das Ganze mit einer
Kapazität zwischen 4,7pF und 22pF parallel zum 8,2M Widerstand. Die
Bandbreite ist dann aber mit 2kHz recht bescheiden.
Hallo,
wenn du mit einer LED belichtest, brauchst du keine Photodiode mit
optischem Filter, du erzeugst ja nur ein ganz schmales Spektrum.
Gruss Reinhard
Sebastian schrieb:> Ich würde gerne Beleuchtungsstärken im relativ niedrigen Bereich gut> aufgelöst messen.Sebastian schrieb:> Ich beleuchte mit einer LED. Diese will ich modulieren,
Hehe! Warum schickst du alle anderen erstmal in den April, bevor du die
eigentliche Katze aus dem Sack läßt?
du willst ja gar keine Beleuchtungsstärken messen, sondern nur die
reflexion deiner LED! Also nimm einen passenden Empfänger, der für eine
IR-Fernbedienung gemacht ist und als LED eine IR-LED. Das ist billig und
funktioniert bestens. Und wenn dir danach ist, kanst du ja noch eine
rotgelbgrüne LED parallel dazu leuchten lassen.
W.S.
Danke euch allen für die Anregungen! :)
W.S. schrieb:> Hehe! Warum schickst du alle anderen erstmal in den April, bevor du die> eigentliche Katze aus dem Sack läßt?
Das war nicht meine Absicht.
>du willst ja gar keine Beleuchtungsstärken messen, sondern nur die>reflexion deiner LED!
Jein... ich will das ganze mit der Empfindlichkeit des menschlichen
Auges bewerten. Also muss ich im vis. Spektrum bleiben. IR wäre mir auch
lieber, aber das würde alles verfälschen.
Sebastian schrieb:> aber das würde alles verfälschen.
Ja, WAS denn verfälschen?
Am Einfachsten für Alle wäre es, wenn du nicht deinen Lösungsansatz
häppchenweise durchkauen, sondern einfach die Aufgabe beschreiben
würdest. Oder nicht?
Sorry für Doppelpost.
Kai Klaas schrieb:>>Wäre der OPA380 als TIA hier geeignet? BIAS CURRENT: 50pA (max),> OFFSET>>VOLTAGE: 25µV (max). Zudem könnte ich den Ausgang mit nem Pull-Down auf>>0 ziehen, das würde mir für meinen ADC entgegenkommen.>> Wenn du mit nur einer Verstärkerstufe auskommen willst, müßtest du 8,2M> in die Gegenkopplung des OPA380 legen. Stabil wird das Ganze mit einer> Kapazität zwischen 4,7pF und 22pF parallel zum 8,2M Widerstand. Die> Bandbreite ist dann aber mit 2kHz recht bescheiden.
Könntest du mir kurz erklären, wie Du auf die Werte kommst?
In deinem ersten Post hattest du von einem 20M Widerstand gesprochen.
Wieso ändert sich das beim OPA380?
Mit den Formeln vom oben geposteten Link komme ich auch nicht in einen
Bereich von 4,7pF bis 22pF, geschweige denn auf die Bandbreite...
Irgendwas scheine ich grob falsch zu machen.
Werde mir jetzt nochmal diverse App-Notes zu dem Thema anschauen.
Lothar Miller schrieb:> Sebastian schrieb:>> aber das würde alles verfälschen.> Ja, WAS denn verfälschen?> Am Einfachsten für Alle wäre es, wenn du nicht deinen Lösungsansatz> häppchenweise durchkauen, sondern einfach die Aufgabe beschreiben> würdest. Oder nicht?
Ich war davon ausgegangen, dass ich mein Problem für erste Vorschläge
detailliert genug beschrieben habe: Messbereich 0..50Lx, Auflösung
0.01Lx, Mess- und Modulationsfrequenz irgendwo unter 1kH (da können so
weit wie nötig Abstriche gemacht werden). Da mich nur Strahlung
interessiert, welche der Mensch auch wahrnimmt, muss das ganze im vis.
Bereich ablaufen.
Es geht also nur noch um die technische Umsetzung, nicht mehr um
Lösungsansätze selbst. Wenn Photodiode + OP diese Spezifikationen
ermöglichen, wäre ich zufrieden. :)
Zum Hintergrund: Ja, es geht tatsächlich nur um den reflektierten Anteil
des Lichts von verschiedenen Objekten bzw Materialien. Und zwar genau
den, den ein Mensch wahrnehmen würde. Somit will ich ohne großen
Laboraufwand schnell abschätzen, wie hell div. Materialien empfunden
werden. Da ich Störlicht nicht definitiv ausschließen kann, will ich
modulieren. Den Messbereich habe ich schon mit Profi-Equipment bestimmt,
jetzt will ich selbst ein Schätzeisen basteln. ;)
Hi,
wenn ich mich in diese Diskussion einmischen darf:
Hier passen ein paar Dinge nicht zusammen:
1. Eine an die Augenempfindlichkeit angepasste Photodiode macht nur bei
weißer Beleuchtung Sinn. Auch weiße LEDs haben kein gleichmäßiges
Spektrum.
2.
Sebastian schrieb:> mit einer Auflösung von 0,01LxSebastian schrieb:> jetzt will ich selbst ein Schätzeisen basteln.
das passt auch nicht zusammen.
3. Wieso willst du bis 0Lux messen? Da sieht kein Mensch mehr etwas.
Ich würde mir mal überlegen ob nicht die SFH5711 hier passt.
Grüße Krangel
>Könntest du mir kurz erklären, wie Du auf die Werte kommst?>In deinem ersten Post hattest du von einem 20M Widerstand gesprochen.>Wieso ändert sich das beim OPA380?
Weil ich da von einem +-15V gespeisten OPamp ausgegangen bin. Der OPA380
hängt ja an 5V und erreicht nicht mal vollständig die Rails.
Die Cap-Werte sind das Resultat einer SIMU, genauer einer
Phasenstabilitätsanalyse. Dabei wurden die Cap-Werte solange von Hand
optimiert bis der Phasengang keine ungesunden Phaseneinbrüche ("phase
lags") mehr zeigt.
>Mit den Formeln vom oben geposteten Link komme ich auch nicht in einen>Bereich von 4,7pF bis 22pF, geschweige denn auf die Bandbreite...>Irgendwas scheine ich grob falsch zu machen.
Diese Formelchen sind eben das Resultat starker Vereinfachungen.
>Auch weiße LEDs haben kein gleichmäßiges Spektrum.
Aber in der Summe ergeben sie schon weiß.
branadic schrieb:> Du bedenkst das du linear misst, das menschliche Auge aber> logarithmisch> empfindet?
Ja. :) Zur Auswertung hätte ich die Messwerte aber gerne zunächst
linear. Da ich nur einen kleinen Messbereich habe, muss ich nicht direkt
logarithmieren.
Krangel schrieb:> Auch weiße LEDs haben kein gleichmäßiges> Spektrum.
Richtig, aber welche Lichtquelle hat das schon... Dafür lässt sich eine
LED ohne Chopperrad modulieren. Für's erste sollte das reichen,
vielleicht nutze ich später mal andere Lichtquellen.
> 2.> Sebastian schrieb:>> mit einer Auflösung von 0,01Lx> Sebastian schrieb:>> jetzt will ich selbst ein Schätzeisen basteln.> das passt auch nicht zusammen.
Okay, Schätzeisen ist vielleicht etwas untertrieben.
> 3. Wieso willst du bis 0Lux messen? Da sieht kein Mensch mehr etwas.
Aber gerade im Bereich niedriger Beleuchtungsstärken kann das
menschliche Auge Helligkeitsdifferenzen noch relativ gut unterscheiden.
Außerdem interessiert mich halt auch, wie gut sich so niedrige
Beleuchtungsstärken mit einem Eigenbau noch messen lassen. Vllt sind 0,
bzw 0.01Lx als unterste Grenze etwas hoch gesteckt... aber deshalb frage
ich ja hier nach. :)
> Ich würde mir mal überlegen ob nicht die SFH5711 hier passt.
Danke, werd mit das Datenblatt gleich mal anschauen.
Kai Klaas schrieb:> Die Cap-Werte sind das Resultat einer SIMU
Womit simulierst du, wenn ich fragen darf? Ich kaue mich grad durch eine
Einführung in LTSpice, ist so etwas damit möglich?
Ich würde mich auf dem Gebiet gern weiterbilden, da ich bisher wenig im
analogen Bereich gemacht habe.
>Womit simulierst du, wenn ich fragen darf? Ich kaue mich grad durch eine>Einführung in LTSpice, ist so etwas damit möglich?>Ich würde mich auf dem Gebiet gern weiterbilden, da ich bisher wenig im>analogen Bereich gemacht habe.
Wenn ich heute Abend Zeit habe, werde ich dir etwas vorbereiten. Ich
verwende für einfachere Sachen gerne TINA-TI, weil für mich das
schneller geht.
Kai Klaas schrieb:> Wenn ich heute Abend Zeit habe, werde ich dir etwas vorbereiten. Ich> verwende für einfachere Sachen gerne TINA-TI, weil für mich das> schneller geht.
Das wäre super, aber Du musst dir deswegen keine Umstände machen. :)
Ich klicke mir grad mal was in TINA zusammen, weil ich den OPA380
irgendwie nicht in LTSpice einbinden konnte. Mal schauen, ob ich damit
brauchbare Ergebnisse produzieren kann.
So, nun habe ich aber doch nochmal ein paar Fragen :)
Ich habe in TINA-TI mal mit ein paar Schaltungen gespielt. Dann wollte
ich Deinen (Kai Klaas) Vorschlag nachbauen... wenn ich die "AC Transfer
Characteristic" simuliere, gehen Gain und Phase allerdings schon ab 10Hz
flöten. Stimmt irgendwas in meiner Schaltung nicht? Ein Bild habe ich
angehängt.
Welche Analyse-Methoden sollte man bei einem potenziell schwingendem
System denn generell anwenden? Reicht es, eine Sprungantwort zu
betrachten, oder gibt es noch andere Dinge zu beachten?
Was kann man für Photodioden als Sperrschichtwiderstand annehmen? Da im
Datenblatt der BPW21 nichts angegeben ist, habe ich mal 10M genommen...
ist das realistisch?
Vielen Dank und viele Grüße
Mit dem Ersatzschaltbild der Fotodiode zu arbeiten, ist schon mal gut.
Für R2 in deinem Schaltplan kannst du den Dunkelstrom von 8pA bei 10mV
aus dem Datenblatt verwenden. Damit kommst du auf rund 1G.
Die Phasenganganalyse betrachtet jetzt die Phasenverschiebung zwischen
Ausgangsspannung des OPamp und zwar vor der "open loop output impedance"
und der Eingangsspannung am "-" Eingang des OPamp. Die
Phasenverschiebung, die sich dabei ergibt, addierst du zur "open loop
phase versus frequency" im Datenblatt auf Seite 5 links oben. Im
gesamten Übertragungsbereich des OPamp, also von nahe DC bis rund 100MHz
sollte dann die Phase die -90° Linie um nicht mehr als zusätzliche 60°
nach unten verlassen. Das gilt für niedrige Frequenzen weit unterhalb
der "unity gain bandwidth". Für hohe Frequenzen sollten es nicht mehr
als 30° sein, eher weniger.
Man kann jetzt noch die Verstärkung mit einbeziehen, aber die
Phasebetrachtung soll hier mal genügen.
Im Anhang siehst du die Ersatzschaltung zur Phasenganganalyse. Es wird
eine "open loop output impedance" von 40R aus dem Datenblatt übernommen.
Im ersten Bild siehst du die Situation bei einer Gegenkopplungskapazität
von 0pF. Die Phase haut schon bei sehr niedrigen Frequenzen nach -90°
ab. Die Schaltung ist also sehr instabil.
Im zweiten Bild siehst du die Situation bei einer
Gegenkopplungskapazität von 10pF. Hier ist das Verhalten bei hohen
Frequenzen vorbildlich: Bei 100MHz haut die Phase um weniger als 14° in
den negativen Bereich ab. Das Phasenminimum bei rund 250Hz von rund -75°
wird um rund +15° nach oben korrigiert (siehe Datenblatt). Also ergibt
sich eine Phasenverschiebung von insgesamt rund -60°. Das ist völlig
akzeptabel. Die allermeisten Aktivfilter haben einen solchen Phasengang
und sind dabei völlig stabil.
Im letzten Bild ist der Frequenzgang der gesamten Schaltung gezeigt.
Da Du die genauen Parameter der PD nicht kennst, kleiner Trick aus dem
Studium: Löte statt des Kondensators zwei verdrillte Drähte an. Gib ein
optisches Rechtecksignal auf die PD (LED, Chopper) und zwicke so lange
Draht ab, bis Du einen sauberen Rechteck hast (so wie Du einen
Oszi-Tastkopf abgleichst). Wenn das Signal überschwingt, hast Du zu viel
abgeknipst.
Wenn Du willst, kannst Du die Drähte auslöten, ausmessen und durch eine
passende feste Kapazität ersetzen.
Achte auf kurze Messleitungen zum Oszi. Wäre nicht der erste OPV, der
wegen zu hoher kapazitiver Last schwingt.
>Da Du die genauen Parameter der PD nicht kennst, kleiner Trick aus dem>Studium: Löte statt des Kondensators zwei verdrillte Drähte an.
Hhm, er kennt doch die Ersatzschaltung ausreichend genau genug. Und wenn
man es denn nur mit Ausprobieren herausfinden könnte, würde ich lieber
bekannte keramische Caps schnell an- und wieder ablöten.
>Wenn Du willst, kannst Du die Drähte auslöten, ausmessen und durch eine>passende feste Kapazität ersetzen.
Bei einer Kapazität im pF-Bereich?? Na, dann mal los!
Herzlichen Dank für die Hilfe. :) Das hat schon mal deutlich zu meinem
Verständnis beigetragen.
Am Wochenende werde ich weiter machen... wenn später konkrete Ergebnisse
oder weitere Fragen auftreten, melde ich mich wieder.
Ich klink mich hier mal ein, weils ganz gut passt und andere Threads zu
dem Thema Stabilität gegengekoppelter OP schon deutlich älter sind. Ich
hab im Studium nen kleines bisschen dazu gehört und wollt mir mal ein
paar praktische Beispiele anschauen, wie man Stabilität in der Realität
bestimmt. Ich verstehe aber hier die Phasenganganalyse, die Kai Klaas
beschreibt, nicht so ganz. (Dieser Post:
Beitrag "Re: Erreichbare Auflösung mit Photodioden")
Ich hab in Vorlesungsunterlagen gelesen, dass ein OP in Gegenkopplung
bei einer Phasenverschiebung von -180° instabil wird, weil sich dann die
180° vom invertierenden Eingang aufheben und eine Mitkopplung entsteht.
Das versteh ich soweit.
Deshalb (und jetzt bin ich mir unsicher) wird der Phasengang zwischen
"-" und Ausgang des OPs bestimmt. Das ganze wird ohne den OP gemacht,
damit wir wissen, was die äußere Beschaltung an Phasendrehung
verursacht. Diese darf dann zusammen mit der "open loop phase", also der
Phase, die der OP alleine verursacht, die -180° nicht überschreiten,
bzw. es muss noch entsprechend Reserve übrig sein. Ist das richtig?
Was ist in diesem Zusammenhang die Phase vom "closed loop"? Ist das der
Phasengang in Bild 3? Denn dort werden ja scheinbar doch die -180°
Phasendrehung erreicht, bevor der Gain unter 1 fällt.. das würde ja dann
doch wieder instabil sein, oder???
Und noch eine Frage habe ich: Ich habe irgendwo gelesen (Quelle find ich
nich mehr), dass die Gain eines Op generell mit 20db/decade fallen
sollte, ansonsten wäre die Schaltung schlecht designt. Wenn ich mir hier
die Bilder anschaue, ist das aber nicht der Fall. Ist es richtig, dass
pro Pol im Übertragungsverhalten ein weiterer Knick mit -20db/decade
hinzuaddiert wird? Hat das Auswirkungen auf die Stabilität?
Kai Klaas schrieb:> Wenn du mit nur einer Verstärkerstufe auskommen willst, müßtest du 8,2M> in die Gegenkopplung des OPA380 legen. Stabil wird das Ganze mit einer> Kapazität zwischen 4,7pF und 22pF parallel zum 8,2M Widerstand. Die> Bandbreite ist dann aber mit 2kHz recht bescheiden.
Der AC-Simulation mit OPA380 würde ich aus Erfahrung keinen Glauben
schenken. Hab auch einen Photo-Verstärker mit dem OPA380 aufgebaut. Die
Simu sagte Grenzfrequenz von ca. 13 kHz sollte das haben. Bei der
Vermessung im Labor kam dann raus, dass die Schaltung nen Grenzfrequenz
im mittleren, dreistelligen kHz-Bereich hatte. Ich nehm an du benutzt
auch das Modell von TI, oder? ;)
>Der AC-Simulation mit OPA380 würde ich aus Erfahrung keinen Glauben>schenken. Hab auch einen Photo-Verstärker mit dem OPA380 aufgebaut. Die>Simu sagte Grenzfrequenz von ca. 13 kHz sollte das haben. Bei der>Vermessung im Labor kam dann raus, dass die Schaltung nen Grenzfrequenz>im mittleren, dreistelligen kHz-Bereich hatte.
Das Datenblatt zeigt für den OPA380 einen etwas merkwürdigen Phasengang.
Von daher könntest du Recht haben. Schaltungen mit so schnellen OPamps
wie dem OPA380 muß man in jedem Fall genau durchmessen. Da darf man sich
auf eine Simulation niemals voll verlassen. Eine Simu kann aber trotzdem
sehr hilfreich sein und einen "Weg" aufzeigen.
>Ich nehm an du benutzt auch das Modell von TI, oder? ;)
Ja.
Ich hatte mal Schwierigkeiten mit dem Spice-Modell des OPA340. Die Simu
zeigte mir einen sehr optimistischen Phasengang, der eigentlich gar
nicht stimmen konnte. Durch Zufall fand ich im TI-Forum ein neueres
Modell, das ein TI-Mitarbeiter für einen Frager hinsichtlich anderer
Parameter verbessert hatte, das für mich dann plötzlich auch korrekt
war. Da kommt man natürlich ins Grübeln...
Phasenganganalysen mache ich gerne ohne das Spice-Modell des jeweiligen
OPamps. Ich brauche dann nur die "open loop output impedance" und
berücksichtige dann auch noch starke Schwankungen von ihr.
Kai Klaas schrieb:> Durch Zufall fand ich im TI-Forum ein neueres> Modell, das ein TI-Mitarbeiter für einen Frager hinsichtlich anderer> Parameter verbessert hatte, das für mich dann plötzlich auch korrekt> war. Da kommt man natürlich ins Grübeln...
Klingt spannend. Hast du das Model griffbereit und könntest es mir
schicken? Würde imch auch interessieren.
Michael Köhler schrieb:> Hab auch einen Photo-Verstärker mit dem OPA380 aufgebaut. Die> Simu sagte Grenzfrequenz von ca. 13 kHz sollte das haben. Bei der> Vermessung im Labor kam dann raus, dass die Schaltung nen Grenzfrequenz> im mittleren, dreistelligen kHz-Bereich hatte.
Da spielt aber auch Deine Photodiode mit rein. Mit Vorspannung erhöhst
Du die Grenzfrequenz, hast aber auch stärkeres Rauschen.
Timm Thaler schrieb:> Da spielt aber auch Deine Photodiode mit rein. Mit Vorspannung erhöhst> Du die Grenzfrequenz, hast aber auch stärkeres Rauschen.
Und auch nen höheren Offset. Das ist mir durchaus bewusst, hat aber nix
daran geändert, dass die Simu Welten von der Realität entfernt war und
wenn ich mir den Link von Kai so ansehe liegts schlichtweg am Modell für
den OPA380 denn unsereins ist nicht der einzige der hier deutliche
Abweichungen festgestellt hat.