Geradeausempfänger, Schaltung vereinfachen

Gast #3325618
Lesenswert?

Hallo Forum,

ich möchte einen Geradeausempfänger bauen und habe in einem Buch eine 
Schaltung gefunden, deren Ausschnitt im angehängten receiver1.png zu 
sehen ist. Es gibt einen Schwingkreis mit einer Kapazitätsdiode und 
einen J-FET als hochohmige HF-Stufe.
Ich frage mich, lässt sich die Schaltung vereinfachen? Kann man C2 und 
R1 weglassen wie in receiver2.png? Mit der Kapazitätsdiode müsste 
sichergestellt sein, dass keine Gleichspannung am Gate anliegt und die 
Spule L1 und deren Gleichstromwiderstand ziehen das Gate auf 0V und 
sorgt für den Arbeitspunkt. Seht Ihr deswegen andere Probleme?

Vielen Dank,
Alex
Angehängte Dateien:
#3325683
Lesenswert?

Hallo Alex

Ja, das ist sogar besser, da sonst der 300 kOhm Widerstand zusätzlich 
den Schwingkreis bedämpft.

Das war ein ähnliches Thema:
Beitrag "Kathodengleichrichter"

Bei Ux muss ein hochohmiger Widerstand (>> 100k) rein. Kapazitätsdioden 
sind da nicht so günstig, denn sie haben keine hohe Güte. Stell Dir vor, 
in Reihe zur Diode wäre ein 1 Ohm Widerstand geschaltet.

Gruß, Bernd
Gast #3325746
Lesenswert?

>Mit der Kapazitätsdiode müsste sichergestellt sein, dass keine >Gleichspannung am 
Gate anliegt...
Quatsch, dafür sorgt die Induktivität L1!

>Kann man C2 und R1 weglassen
Nein! Der NJFet arbeitet als Demodulator. Durch die Gleichrichtung der 
HF am PN-Übergang des NJFet entsteht eine negative Gate-Vorspannung 
(über R3) womit sich dann den Arbeitspunkt am NJFet einstellt.
Gast #3325846
Lesenswert?

B e r n d W. schrieb:
> Da steht aber HF-Ausgang. Solange parallel zu R2 kein Kondensator
> geschaltet wird, demoduliert er nicht. So arbeitet er als
> Puffer-Verstärker. er hat 2-3 dB Dämpfung, aber belastet den
> Schwingkreis kaum.

Ich neige dazu, Dir rechtzugeben. Das Schaltbild ist dem Look nach ja 
wohl mit LTSpice erstellt, oder? Wenn ja sollte sich die Sache doch 
einfach simulieren lassen.
Das schwierigste Dabei ist wahrscheinlich, bei "Antenne" etwas adäquates 
einzukoppeln...
Gast #3326195
Lesenswert?

Hallo,

ich wundere mich gerade, wieso die rechte Schaltung als Demodulator 
arbeitet und die linke nicht. Damit meine ich nicht die Funktion von C3 
sondern die Tatsache, dass das Signal der linken ziemlich symmetrisch 
aussieht. Wenn man hier einfach 2,2nF von out1 nach GND legen würde, 
sollte hier so gut wie nichts ausser einer Nulllinie zu sehen sein.

Rechts ist statt einem C- ein A-Typ verbaut und der Schwingkreiskondi 
ist geringfügig kleiner. Macht das schon den Unterschied?
#3326306
Lesenswert?

Hallo mse2

> der Schwingkreiskondi ist geringfügig kleiner

Der zweite hat durch den C gegen GND eine geringfügig höhre 
Eingangskapazität. Das wird durch den kleineren "Schwingkreiskondi" 
kompensiert.

> wieso die rechte Schaltung als Demodulator arbeitet

Das wird ausschließlich durch den Kondensator bewirkt. Ein BF245A 
arbeitet mehr im unteren Knick der Kennlinie, wodurch weniger 
Verzerrungen entstehen. Bei einem BF245C und einem 10k Widerstand ist 
die Amplitude nur halb so groß und unten abgeflacht. Je kleiner der C, 
desto größer ist der HF-Restanteil.

Außerdem ist der asc-File dabei, hast Du LTspice installiert?
Gast #3326394
Lesenswert?

Ah ja, also der Transistor macht den Unterschied.
LTSpice habe ich installiert, das ein asc-File dabei ist, hatte ich 
übersehen.
Heute habe ich keine Zeit mehr, die Simu durchzuspielen und morgen bin 
ich lustigerweise auf einem LTSpice-Seminar mit Mr. Mike Engelhard 
persönlich.  :)

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren