Widerstands-Netzwerk berechnen (Gleichungssystem nicht lösbar)

Gast #4419954
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Guten Tag,

ich versuche grade ein Widerstandsnetzwerk aus 3 Maschen und 2 Knoten zu 
berechnen:
1
          R1           R3           R5
2
         ___          ___          ___
3
     | -|___|----o---|___|---o----|___|---|
4
     |           |           '            |
5
    /+\         .-.         .-.          /+\
6
   (   )      R2| |       R4| |         (   )
7
    \-/         | |         | |          \-/ U2
8
  U1 |          '-'         '-'           |
9
     |           |           |            |
10
     |-----------o-----------o--------- --|
11
(created by AACircuit v1.28.6 beta 04/19/05 www.tech-chat.de)

ich komme dabei auf folgende 5 Gleichungen:
1
I1 + I2 + I3 = 0
2
I3 + I4 + I5 = 0
3
R1*I1 + R2*I2 = -U1
4
R2*I2 + R3*I3 + R4*I4 = 0
5
R4*I4 + R5*I5 = -U2

Allerdings ist das Gleichungssystem nicht lösbar weil die Determinante 0 
ist.

Koeffizentmatrix:
1
1  1  1  0  0   0
2
0  0  1  1  1   0
3
R1 R2 0  0  0   -U1
4
0  R2 R3 R4 0   0
5
0  0  0  R4 R5  -U2

Was mach ich falsch?

Im Internet finde ich nur 2 Maschen + 1 Knoten, was ich gelöst bekomme.
Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir helfen könntet.

Thomas
#4419969
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Thomas schrieb:

> ich versuche grade ein Widerstandsnetzwerk aus 3 Maschen und 2 Knoten zu
> berechnen:

> Allerdings ist das Gleichungssystem nicht lösbar weil die Determinante 0
> ist.

Widerstandsnetzwerke lassen sich recht bequem durch Stern <-> Dreieck-
Umwandlungen vereinfachen und dann berechnen. Ich vermute mal, das
die Herleitung der entsprechenden Formeln nicht ganz einfach ist, aber
man findet die fertigen Formeln in jeder besseren Formelsammlung. :-)
#4419971
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I1 + I2 + I3 = 0
I3 + I4 + I5 = 0

R1*I1 - R2*I2 -U1 = 0
R2*I2 - R3*I3 + R4*I4 = 0
-R4*I4 + R5*I5  +U2 = 0

Du musst einmal die Stromrichtung festlegen und dann immer beibehalten.
Beispiel I3: Der zeigt in den linken Knoten und kommt aus dem rechten 
Knoten.


Nachtrag
Ich habe beim kopieren übersehen, dass ich eine riesige Zeichenfläche 
hatte. Leider kann man Anhänge nicht löschen.
Angehängte Dateien:
Gast #4419975
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Georg G. schrieb:
> Warum so kompliziert? Löse es durch Überlagerung. Also Ströme für beide
> Spannungsquellen getrennt ermitteln und dann addieren.

vielleicht will er einfach üben

@Thomas
du beachtest die Vorzeichen der Ströme überhaupt nicht,
mal dir erst Mal überall die Stromrichtungen an und setz dann noch mal 
die Gleichungen an
Gast #4419981
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Die Richtung der Ströme müsste doch erstmal egal sein, da das ja nur ein 
paar Vorzeichen ändert. Das Problem müsste doch eigentlich sein, dass zu 
viele Nullen in der Koeffizienten Matrix vorkommen.

Aber trotzdem Danke, daran hatte ich gar nicht gedacht.
Gast #4420046
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Ok. Ich hab nochmal mit den richtigen Vorzeichen gerechnet und dann ist 
das LGS mit dem Gauß-Algorithmus eindeutig lösbar. Ohne Vorzeichen gibt 
es unendlich viele Lösungen (logisch). Allerdings bleibt es auch mit 
Vorzeichen unlösbar wenn man die Cramersche Regel verwendet.

Ii = det(Ai) / det(A)

Ich dachte es müsste einen Weg geben, die Lösung immer über die 
Cramersche Regel zu berechnen, aber das geht anscheinend nicht immer.

Vielen Dank an Alle.
mfg Thomas
#4420051
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Meine Formeln mit Stromrichtung siehe Anhang.

I1 + I2 + I3 = 0
I3 + I4 + I5 = 0

R1*I1 - R2*I2 -U1 = 0
R2*I2 - R3*I3 + R4*I4 = 0
-R4*I4 + R5*I5  +U2 = 0

Mit meinen Formeln berechnet.

GNU Octave

>> R1=1;R2=2;R3=3;R4=4;R5=5;U1=1;U2=2;
>> G=[1,1,1,0,0;0,0,1,1,1;R1,-R2,0,0,0;0,R2,-R3,R4,0;0,0,0,-R4,R5]
G =

   1   1   1   0   0
   0   0   1   1   1
   1  -2   0   0   0
   0   2  -3   4   0
   0   0   0  -4   5

>> U=[0;0;U1;0;-U2]
U =

   0
   0
   1
   0
  -2

>> I=inv(G)*U
I =

   0.308176
  -0.345912
   0.037736
   0.201258
  -0.238994


Das Ganze dann noch mit LTspice zur Kontrolle simuliert. Beachte die 
Stromanzeige von I1 in der Statusleiste.
Mit der Schaltplandatei(.asc) kannst du selber simulieren.
Die Widerstände habe ich so rotiert, dass LTspice die gleiche 
Stromrichtung annimmt wie in meiner Definition in Aufgabe.gif.

Nachtrag
In LTspice kann man auch die Ströme und Spannungen noch einblenden.
Angehängte Dateien:
#4420158
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Bei einer 5x5 Matrix macht es keinen Spass das mit Cramerscher Regel 
oder inverser Matrix von Hand zu rechnen. Wenn man wirklich von Hand 
rechnen soll, dann mit der Gaußschen Eliminationsmethode. Mit der 
Methode lässt sich das mit erträglichem Aufwand berechnen.

Die Cramersche Regel habe ich nur während meiner Schulausbildung 
benutzt. Damals dachte ich noch das wäre ja ein Superverfahren. 
Spätestens bei E-Technik Aufgaben stellt man dann fest das das völlig 
unübersichtlich wird. Viel praxisgerechter ist das Gaussche 
Eliminationsverfahren. Deshalb empfehle ich das für alle 
Gleichungssysteme egal ob mit 2 oder mehr Unbekannten.
#4420380
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> Thomas schrieb:
>> Ok. Ich hab nochmal mit den richtigen Vorzeichen gerechnet und dann ist
>> das LGS mit dem Gauß-Algorithmus eindeutig lösbar.

Das bedeutet nur, dass jetzt das LGS vermutlich stimmt. Er hat es aber 
nicht nochmals mit der Determinantenmethode berechnet, weil das unnötig 
aufwendig ist.
Gast #4420457
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Harald W. schrieb:
> Mich würde mal interessieren, ob diese eher aufwendigen Rechenverfahren
> das gleiche Ergebnis wie die triviale Berechnung per Sterndreieck-
> Umwandlung ergeben.

wenn ein Widerspruch rauskäme wäre mindestens eines der beiden Verfahren 
falsch.

Und wie berechnet man mit der Sterndreieck-Umwandlung z.B. den Strom 
durch R3

Das Verfahren mit Maschen- und Knotengleichungen wird man natürlich 
nicht von Hand ausrechnen, aber dafür wurden ja Computer erfunden.

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